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20 Silikon-Fugenmassen im Test

ÖKO-TEST Januar 2017
vom 28.12.2016

Silikon-Fugenmassen, Sanitär

Dichtung und Wahrheit

Leider sind die Rezepturen der Silikone nicht ohne Risiken für Mensch und Umwelt. Und das nicht nur wegen der Wirkstoffe gegen einen Schimmelbefall im Badezimmer. Doch es gibt auch Positives zu melden: Einige Hersteller verzichten mittlerweile auf bedenkliche Katalysatoren.

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28.12.2016 | Um sie kommt so gut wie keiner herum. Silikonfugenmassen dichten im Bad Ränder und Übergänge ab. Und weil das Spritzen von Fugenmassen so schön einfach erscheint und die Dichtstoffe auch unsaubere Stöße kaschieren können, greifen Heim- und Handwerker gerne beherzt zur Kartusche - selbst da, wo es gar nicht nötig wäre. Doch was hat es mit den Dichtstoffen auf sich? Und warum ist Schimmel ein Thema? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist der Unterschied zwischen Silikon- und Acrylfugenmassen?

Silikonfugenmassen bestehen aus Kunststoffen auf Silikonbasis, deren Grundlage Silicium ist. Silikone sind sehr elastisch und dehnbar. Sie können Bewegungen im Mauerwerk gut mitmachen und Fugen dicht halten. Da Silikonfugenmassen wasserabweisend und relativ chemikalienbeständig sind, sind sie auch für den Sanitärbereich geeignet. Für Fugen in trockener Umgebung sind Acrylmassen die bessere Wahl. Sie sind in der Regel weniger mit Schadstoffen belastet, dafür aber nicht ganz so elastisch und können Bewegungen und Spannungen nur zum Teil ausgleichen. Im Gegensatz zu Silikonmassen lassen sie sich jedoch überstreichen.

Wo macht es Sinn, eine Silikonfuge auszuführen?

Silikonfugen sollen Materialübergänge abdichten, an denen Feuchtigkeit eindringen und Schäden verursachen kann. Im Sanitärbereich ist das normalerweise an den Übergängen von Bade- und Duschwanne zu Wand und Boden der Fall, in der Küche am Spülbecken. Ansonsten sollte man immer prüfen, ob überhaupt eine Dichtmasse nötig ist. Verschiedene Materialien können aneinanderstoßen, ohne dass die Fuge zugeschmiert werden muss.

Stimmt es, dass in Silikonfugenmassen giftige Bestandteile eingesetzt werden?

Um den Trocknungsprozess der Silikone anstoßen zu können, wird ein Katalysator benötigt. Dazu setzen die Hersteller oft giftige zinnorganische Verbindungen ein. Weil diese zunehmend in der Kritik stehen, versuchen einige Hersteller seit Jahren, andere Stoffe einzusetzen, zum Beispiel Titan. Die meisten Anbieter und Hersteller im Test verweigerten uns auf Nachfrage jedoch die Auskunft darüber, was sie alternativ verwenden: Das sei geheim. Zumindest für Sanitärfugenmassen ist es jedoch möglich, auf einen Zinnkatalysator zu verzichten.

Warum riechen die meisten Silikonmassen beim Trocknen penetrant nach Essig?

Dazu müssen wir noch einmal die Chemie bemühen: Bringt der Heimwerker die Masse auf, reagiert diese mit Luftfeuchtigkeit und die Moleküle verbinden sich zu einem elastischen Dichtstoff. Damit sich der Sauerstoff anlagern kann, setzen die meisten Produkte Essigsäure frei. Daher der strenge Geruch. Man spricht in diesem Fall von einer sauren Vernetzung (mit Essigsäure, auch Acetat genannt). Solange ein starker Geruch wahrzunehmen ist, ist der Dichtstoff noch nicht ausgehärtet, die Fuge noch nicht belastbar. Doch es gibt auch neutral vernetzte Fugenmassen, in denen zum Beispiel ein Alkohol oder eine andere Verbindung entweicht. Auch diese Produkte riechen, wenn auch milder. Daher ist es

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und im Baustoffhandel haben wir 20 weiße Silikonfugenmassen eingekauft, die speziell für den Sanitärbereich ausgelobt sind oder die für feuchte Innenräume verwendet werden können. Darunter finden sich sowohl bekannte Marken wie Lugato, Pattex, PCI, Sista und Soudal als auch Eigenmarken der Baumärkte. Die meisten Dichtmassen sind sauer, also mit Essigsäure, vernetzt, wenige auch neutral. Die Preisunterschiede sind beträchtlich: von rund vier bis mehr als zwölf Euro pro Kartusche.

Die Inhaltsstoffe
Silikonfugenmassen sind, wie ÖKO-TEST bereits in früheren Tests festgestellt hat, oft mit Schadstoffen belastet, die für Mensch und Umwelt problematisch sind. Zum einen liegt das am für die Herstellung notwendigen Katalysator, wozu Anbieter häufig giftige und vermutlich hormonell wirksame zinnorganische Verbindungen einsetzen. Das Vernetzungsmittel Butanonoxim gilt als krebsverdächtig. Zum anderen sind die meisten Sanitärdichtstoffe mit fungiziden Wirkstoffen gegen Schimmelbefall ausgerüstet, die auch für den Menschen nicht unproblematisch sind: allergieauslösende Isothiazolinone oder Stoffe wie Carbendazim, welche zum Beispiel die Fortpflanzung gefährden können. Außerdem haben wir prüfen lassen, inwieweit aus den Dichtmassen flüchtige Verbindungen ausgasen. Möglicherweise sind die teuren Silikone mit Benzin und anderen Stoffen verschnitten.

Die Weiteren Mängel
Hierunter fällt die Deklarationsprüfung: Sind die bioziden Wirkstoffe und die nachgewiesenen Gefahrstoffe mit den gesetzlich geforderten Warnhinweisen angegeben? Wie steht es um weitere Sicherheitshinweise? Und ist ein Verfallsdatum aufgedruckt? Schließlich sind Silikonfugenmassen nur begrenzt haltbar.

Die Bewertung
Maßgeblich für das Gesamturteil sind die Inhaltsstoffe. Produkte mit hohen Gehalten an giftigen zinnorganischen Verbindungen werden streng abgewertet und können am Ende nicht besser als "mangelhaft" abschneiden. Doch auch andere gesundheits- und umweltschädliche Inhaltsstoffe führen zu Minuspunkten. Erhebliche Weitere Mängel verschlechtern das Gesamturteil.

So haben wir getestet

Die alten Silikonfugenmassen werden am besten mit einem speziellen Fugenmesser herausgeschnitten.