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Wasserkunde: Das unterscheidet Mineral-, Tafel-, Heil- und Leitungswasser

Spezial Vegetarisch / Vegan | Autor: Redaktion | Kategorie: Essen und Trinken | 12.10.2017

Mineral-, Tafel-, Heil- und Leitungswasser
Foto: Shutterstock/ Shark_749

"Einen Schluck Wasser, bitte!" Wenn das so einfach wäre. Soll es eines der rund 550 Mineral- und Heilwässer sein, die in Deutschland auf dem Markt sind? Ein Tafelwasser, unter denen die Auswahl nicht minder groß ist? Oder einfach ein Glas aus dem Wasserhahn? Am Preis lässt sich die Qualität jedenfalls nicht ablesen.

Eineinhalb Liter pro Tag - so viel sollten Erwachsene schon trinken. Denn Wasser ist ein wichtiger Baustein von Zellen, transportiert Nährstoffe und Abbauprodukte und reguliert die Körpertemperatur. Wenn es sein muss, können wir wochenlang ohne Essen leben, aber nur wenige Tage ohne Flüssigkeit. Und der wichtigste Flüssigkeitslieferant sollte auf jeden Fall Wasser sein.

Da macht es sich gut, dass der Mineralwasserkonsum in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen ist. Trank 1970 noch jeder Bundesbürger im Schnitt zwölf Liter Mineralwasser im Jahr, waren es 2016 laut Informationszentrale Deutsches Mineralwasser bereits 149 Liter. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Die Industrie hat standardisierte Flaschen eingeführt und die Logistik für den Vertrieb von Mineralwasser verbessert. Außerdem geht der Trend immer mehr zur gesunden, natürlichen Ernährung. Vermutlich bevorzugen heute auch viele Menschen, die früher Leitungswasser getrunken haben, abgefülltes Mineral-, Heil- oder Tafelwasser.

Für die Gesundheit ist das allerdings nicht nötig. "Trinkwasser aus dem Hahn hat bei uns eine sehr gute Qualität und braucht sich auch vor Mineralwasser nicht zu verstecken", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Es gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Die Trinkwasserverordnung schreibt vor, dass Trinkwasser rein und genusstauglich sein muss und weder Krankheitserreger noch andere Stoffe in Konzentrationen enthalten darf, die gesundheitsschädigend sein könnten. Dazu sieht die Verordnung Grenzwerte für mehr als 50 mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter vor. Susanne Sachs von der Fachabteilung Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Hessen bekräftigt: "Leitungswasser ist mehr als 100-mal preiswerter als gekauftes Mineralwasser, genauso empfehlenswert und noch dazu ökologischer, weil es nicht verpackt und transportiert werden muss."

Mineralstoffe allerdings sind im Trinkwasser in den meisten Regionen Deutschlands nur wenige enthalten. "Die nehmen wir aber meist sowieso über feste Nahrung auf", sagt Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer. Wer auf bestimmte Mineralstoffe angewiesen ist - etwa Menschen, die aufgrund einer Lactoseintoleranz auf kalziumreiche Milchprodukte verzichten - kann jedoch von einem passenden Mineralwasser profitieren. Wem dagegen beim Leitungswasser einfach nur das Spritzige fehlt, der erreicht das auch mithilfe eines Wassersprudlers. Dessen Flaschen sollten aber möglichst spülmaschinenfest und aus Glas sein, denn Verschlüsse und Flaschen müssen regelmäßig gespült werden, damit sich daran keine Bakterien oder Schimmelpilze ansiedeln.

Einen Grund gibt es allerdings doch, kein Leitungswasser zu trinken, nämlich wenn das Wasser durch Bleirohre im Haus fließt und deshalb mit Blei belastet ist. Das dürfte allerdings nur noch sehr selten vorkommen und kann höchstens in älteren Gebäuden...

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