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Erdbeeren im Test: Pestizide in allen Früherdbeeren

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ÖKO-TEST Mai 2018 | Kategorie: Essen und Trinken | 15.04.2019

Erdbeeren im Test: Pestizide in allen Früherdbeeren

Im Mai 2018 haben wir zehn verschiedene Erdbeeren von Supermärkten und Discountern getestet. Unser Ergebnis ist auch heute noch interessant: Denn empfehlen konnten wir kein Produkt. Die Früchte waren oft mit Pestiziden belastet und wurden in einer der trockensten Regionen Europas angebaut. Checken Sie jetzt gratis alle Ergebnisse.

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ÖKO-TEST Mai 2018:

Erdbeeren

Testveröffentlichung erstmals 5/2018; Einkauf Testprodukte Jan/Feb 2018 | Für das ÖKO-TEST Magazin im Mai 2018 haben wir zehn verschiedene Früherdbeeren getestet. Das Ergebnis ist auch heute noch interessant: Denn keine Früherdbeeren-Marke konnten wir im Test empfehlen.

Erdbeeren im Test: Früherdbeeren von Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Co. im Vergleich

Im Test: Erdbeeren aus zehn Läden, darunter Aldi Nord und Süd, Edeka, Lidl, Real und Rewe. Wir ließen drei Chargen pro Produkt in einem Schadstofflabor auf Pestizidrückstände checken. Zudem haben wir die Anbieter zu den Anbaubedingungen befragt: Woher stammen die Erdbeeren und wie werden sie bewässert? Erdbeeren kommen häufig aus extrem trockenen Regionen zu uns, ihr Anbau entzieht diesen Gebieten immens viel Wasser.

Das Ergebnis: Neun von zehn Erdbeeren bewerten wir nur mit "ausreichend". Das liegt sowohl an der zu hohen Pestizidbelastung als auch an der Herkunft aus einer trockenen spanischen Anbauregion. Beides sehen wir kritisch. Die Erdbeeren von Rewe schneiden mit "ungenügend" am schlechtesten ab.

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Oft Pestizide in Erdbeeren aus dem Supermarkt

Komplett pestizidfrei sind nur drei der insgesamt 30 getesteten Erdbeer-Proben. In allen anderen stecken bis zu sechs verschiedene Spritzgifte. Für das Testergebnis Inhaltsstoffe eines Produkts haben wir jeweils die Einzelergebnisse von drei eingekauften Chargen ermittelt.

Am höchsten mit Pestiziden belastet ist eine Charge, die wir bei Rewe eingekauft haben: In ihr fand das von uns beauftragte Labor "erhöhte" Rückstände von fünf verschiedenen Pestiziden. Deshalb bewerten wir die Rewe-Erdbeeren insgesamt als "ungenügend", auch wenn die anderen Chargen weniger belastet sind. Für Verbraucher soll der Einkauf kein Glücksspiel sein.

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Erdbeeren von Rewe fallen im Test durch

Manche Produzenten setzen sogar besonders bedenkliche Pestizide ein, die krebserregend oder reproduktionstoxisch sind. Das bemängeln wir zusätzlich. Ein Beispiel für ein solches Pestizid ist Bupirimat, das in Deutschland gar nicht erlaubt ist. Das Verbot hier hilft allerdings wenig: Solange es in Spanien erlaubt ist, dürfen Lebensmittel mit Bupirimat-Rückständen auch bei uns verkauft werden. So will es das EU-Recht. Besonders bedenkliche Pestizide steckten in einer oder mehreren Chargen von allen Produkten außer dem von Aldi Nord.

Fast alle Erdbeeren im Test stammen aus der trockenen spanischen Provinz Huelva in Andalusien. Schon allein dafür ziehen wir zwei Noten ab. Die Früchte kommen damit aus der Nähe des Nationalparks Coto de Doñana, der langsam, aber sicher austrocknet. Es ist eine der trockensten Regionen Europas, aus der mit den Erdbeeren Unmengen an Wasser exportiert werden.

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Fast alle Erdbeeren aus bedrohter Anbauregion

Netto reagierte als einziger Anbieter gar nicht auf unsere Frage, woher die Erdbeeren stammen und wie sie bewässert wurden. Der Deklaration kann man zumindest entnehmen, dass die Produzenten in Moulay Bousselham, Marokko und in Valencia, Spanien sitzen. Beide Regionen sind laut WWF trockene Anbaugebiete. Alle anderen Anbieter antworteten uns und erläuterten uns genau, wo und wie die Erdbeeren angebaut wurden.

Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Frischeprodukte, die im Januar und Februar 2018 bei den genannten Anbietern eingekauft wurden. Die Testergebnisse sind daher nicht gültig für aktuell von den Herstellern angebotene Produkte. Testergebnisse/Angaben stammen aus der Veröffentlichung im ÖKO-TEST Magazin Mai 2018 und sind nicht aktualisiert. Zwischenzeitliche Aktualisierungen zu einzelnen Produkten finden Sie unter Hersteller-Reaktionen im Hauptmenü.

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Testverfahren

Der Einkauf: Schon im Januar liegen sie in den Obstregalen der Supermärkte: Erdbeeren aus Spanien und Marokko. Lange vor der Saison locken die roten Früherdbeeren, die wir in zehn verschiedenen Supermärkten eingekauft haben.

Die Inhaltsstoffe und Weiteren Mängel: Erdbeeren wachsen in Spanien und Marokko auf riesigen Plantagen, auf denen jede Menge verschiedene Pestizide gesprüht werden. Für den Transport werden sie zusätzlich mit Fungiziden gespritzt. Deswegen haben wir ein Labor damit beauftragt, in jeweils drei Chargen nach mehr als 500 verschiedenen Giftstoffen zu fahnden. Zusätzlich haben wir die Anbieter gefragt, wo genau die Erdbeeren angebaut wurden und wie sie bewässert werden.

Die Bewertung: Erhöhte Rückstände eines Pestizids werten wir ab. Auch geringe Gehalte, also Spuren, kritisieren wir, wenn es sich um fünf oder mehr Spuren handelt, weil bisher überhaupt nicht geklärt ist, welche gesundheitlichen Auswirkungen diese Mehrfachrückstände haben können. Besonders bedenkliche Pestizide, die etwa krebserregend sind, bemängeln wir zusätzlich. Zu Punktabzügen führt auch, wenn die Erdbeeren in einer besonders trockenen Region angebaut werden.

Bewertungslegende: Erdbeeren

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Zunächst wurden die Pestizidbelastungen der drei untersuchten Chargen jeweils einzeln betrachtet. Unter den Einzel-Testergebnissen Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: ein "stark erhöhter" Gehalt eines Pestizids, der mehr als 50 bis 100 Prozent der gesetzlichen Rückstandshöchstmenge erreicht. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) 5 bis 9 Pestizide in Spuren; b) ein "erhöhter" Gehalt eines Pestizids, der mehr als 10 bis 50 Prozent der erlaubten Rückstandshöchstmenge erreicht, wenn diese bei 0,1 mg/kg oder höher liegt und/oder ein "erhöhter" Pestizidgehalt von mehr als 20 bis 50 Prozent der erlaubten Rückstandshöchstmenge, wenn diese bei 0,05 mg/kg bis < 0,1 mg/kg liegt; c) ein oder mehrere besonders bedenkliche Pestizide in einer Menge von mehr als 0,01 mg/kg (hier: Bupirimat, Indoxacarb, Kresoxim-methyl, Myclobutanil, Penconazol, Thiacloprid, Triadimenol und/oder lambda-Cyhalothrin).

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um vier Noten führt: der Anbau von Erdbeeren in einer wasserarmen Region (hier: Huelva) oder keine Antwort hierzu. Zur Abwertung um eine Note führt: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf den gemittelten Testergebnissen Inhaltsstoffe der einzelnen Chargen. Es wurde kaufmännisch gerundet. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Die angegebenen Preise wurden aus den drei Chargen gemittelt. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als "ungenügend", wenn das Testergebnis einer Charge "ungenügend" lautet.

Testmethoden

Pestizide: Pestizidscreening mit GC-MS/MS und LC-MS/MS; PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Produkte: Januar/Februar 2018.

Bitte beachten Sie: In diesem Test bewerten wir Frischeprodukte, die im Januar und Februar 2018 bei den genannten Anbietern eingekauft wurden. Die Testergebnisse sind daher nicht gültig für aktuell von den Herstellern angebotene Produkte. Testergebnisse/Angaben stammen aus der Veröffentlichung im ÖKO-TEST Magazin Mai 2018 und sind nicht aktualisiert. Zwischenzeitliche Aktualisierungen zu einzelnen Produkten finden Sie unter Hersteller-Reaktionen im Hauptmenü.

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