1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 21 Haferflocken im Test

21 Haferflocken im Test

Zarte Flocken in Öl

ÖKO-TEST November 2013 | Kategorie: Essen und Trinken | 25.10.2013

21 Haferflocken im Test

Während die Politik in puncto Mineralöl in Verpackungen zumindest reagiert, bleibt das Thema Glyphosat weiter auf dem Abstellgleis. Zur Mineralölproblematik stellen wir nach unserem Test fest: Strengere und detaillierte Richtlinien sind überfällig, denn nahezu alle Produkte waren mit Rückständen belastet.

Neuer Artikel vorhanden: 21 Haferflocken im Test

Das Öl kommt aus dem Papier: Durch die Verwendung von Altpapier gelangt Mineralöl in Recyclingpapier. Altpapier besteht zum Beispiel aus Zeitungen und Katalogen, die mit Farben bedruckt werden, die Mineralöl enthalten. Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und stellt ein komplexes Gemisch dar, das hauptsächlich aus gesättigten und aromatischen Kohlenwasserstoffen besteht. Gesättigte Kohlenwasserstoffe können laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Körper gespeichert werden und zu Schädigungen der Leber und der Lymphknoten führen. Bei aromatischen Kohlenwasserstoffen ist laut BfR nicht auszuschließen, dass sich darunter Substanzen befinden, die schon in geringsten Mengen Krebs hervorrufen können. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat daher Mitte des Jahres einen zweiten Entwurf der sogenannten "Mineralölverordnung" vorgelegt. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen auf Lebensmittel generell nicht mehr stattfinden.

Mineralöl migriert durch Frischfaser hindurch

Auch wenn das Thema Mineralöl in Verpackungen schon lange im Fokus der Öffentlichkeit steht und es sich zunächst nur um einen Gesetzesentwurf handelt: Der Gesetzgeber hat sich damit beschäftigt. Die Reaktionen der Hersteller auf unsere Testergebnisse zeigen zudem, wie schwierig es ist, festzustellen, auf welchem Weg Mineralöl in Lebensmittel gelangt. So betonen zahlreiche Anbieter, sie verwendeten Verpackungen aus Frischfasern ohne Mineralöl und ohne mineralölhaltige Druckfarben. Doch auch in den großen Transportverpackungen aus Recyclingkartons, in denen die Waren ausgeliefert werden, ist Mineralöl enthalten und kann auf diesem Weg in Frischfaser-verpackte Lebensmittel gelangen. "Die alleinige Nutzung von Frischfaserkartons als Primärverpackung ist somit keine Lösung der Mineralölproblematik", sagt die in Pharmakologie und Toxikologie promovierte wissenschaftliche Expertin Dr. Uta Verbeek.

Zumal das Mineralöl auch im Produktionsprozess über Maschinen in Produkte gelangen kann. Zudem geht es um die Frage, ob bei der Zeitungsherstellung auf minderwertiges Mineralöl in den Druckfarben verzichtet werden kann, damit die gesundheitsgefährdenden Öl-Komponenten gar nicht erst in den Papierkreislauf gelangen. Damit würde das Risiko für die Konsumenten insgesamt verringert. Laut WWF-Papierexperte Johannes Zahnen wäre eine Umstellung auf alternative Druckfarben auf Basis zertifizierter Pflanzenöle oder auf Aromaten-freie Mineralöle technisch problemlos möglich. Aufgrund der derzeit eingesetzten minderwertigen Mineralöle ist allerdings davon auszugehen, dass die Druckkosten beim Einsatz sauberer Öle etwas ansteigen - was eine Umsetzung in Zeiten krisengeschüttelter Verlage erschwert. Gefragt könnte hierbei die Politik sein. Will sie die Migration von Mineralöl aus Verpackungen in Lebensmittel verhindern, sind weitere Schritte notwendig.

Noch ganz am Anfang eines weiten Weges stehen Politik und Hersteller beim Thema Glyphosat


Haferflocken: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Kölln Blütenzarte Köllnflocken
  • Kölln

Alnatura Haferflocken Feinblatt
  • Alnatura

Dennree Hafer Flocken Kleinblatt
  • Dennree

Holstenmühle Haferflocken zart
  • Holstenmühle

K-Classic Zarte Haferflocken
  • Kaufland

Gut & Günstig Hafer Flocken extrazart
  • Euco (Edeka)

Nordwaldtaler Haferflocken zart
  • Lidl

Viva Vital Zarte Haferflocken
  • Netto Marken-Discount

Basic Haferflocken Fein, Bioland
  • Basic

Knusperone Zarte Haferflocken
  • Aldi Süd

Tip Hafer Flocken zart
  • Real

Bauckhof Glutenfreie Haferflocken Kleinblatt
  • Bauck (Naturwarenladen)

Spielberger Mühle Haferflocken Zartblatt, Demeter
  • Spielberger (Naturwarenladen)

Campo Verde Bio Haferflocken Zartblatt, Demeter
  • Campo Verde

Holo Bio Hafer Flocken
  • Reformkontor

Ideal Köstlich-zarte Vollkorn-Haferflocken
  • Aldi Nord

Ja! Haferflocken zart
  • Rewe

Wurzener Haferflocken zart
  • Wurzener Nahrungsmittel

Korrekt Haferflocken zart
  • Globus

Granovita Vollkorn Haferflocken, zartes Kleinblatt
  • Granovita (Reformhaus)

Tegut Vollkorn-Haferflocken zart
  • Tegut

21 Haferflocken im Test
ÖKO-TEST November 2013 Seite 46
ÖKO-TEST November 2013 Seite 47
ÖKO-TEST November 2013 Seite 48
ÖKO-TEST November 2013 Seite 49
ÖKO-TEST November 2013 Seite 50
ÖKO-TEST November 2013 Seite 51

6 Seiten
Seite 46 - 51 im ÖKO-TEST November 2013
vom 25.10.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 21 Packungen Haferflocken eingekauft: Sieben stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, die restlichen Produkte sind konventionelle Marken sowie Eigenmarken der Discounter und Supermärkte. Bei der Auswahl entschieden wir uns für zarte Haferflocken, sogenannte Kleinblattflocken. Sie werden häufiger gekauft als kernige Großblattflocken, da sie vielfältig verwendbar sind, beispielsweise zum Backen.

Die Inhaltsstoffe

Aus Papier- und Kartonverpackungen kann gesundheitsgefährdendes Mineralöl in die Nahrung gelangen. Wir haben die Haferflocken darauf untersuchen lassen. Bereits im September 2012 hat ein ÖKO-TEST das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Mehl, Brötchen und Haferflocken nachgewiesen. Das Herbizid steht unter Verdacht, zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Wir ließen die Haferflocken daher auf Glyphosat und weitere Pestizide untersuchen.

Die Bewertung

Um die Belastung von Lebensmitteln mit Mineralöl zu verhindern, hat der Gesetzgeber schärfere Richtlinien formuliert. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) aus der Verpackung ins Produkt generell vermieden werden. Der Übergang gesättigter Kohlenwasserstoffe (MOSH) ist zu minimieren. ÖKO-TEST differenziert daher bei der Bewertung zwischen diesen beiden Stoffgruppen. Je höher die MOSH-Werte, desto schlechter die Note. Wurde MOAH nachgewiesen, werten wir grundsätzlich ab. Zudem führt der Einsatz von Pestiziden zur Abwertung, wenn die Werte die gesetzlich zulässige Höchstmenge um mehr als zehn Prozent ausschöpfen.

Aktuelle Ausgabe
Spezial Energie
Spezial Energie
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST November 2013
ÖKO-TEST November 2013

Erschienen am 25.10.2013

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.