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20 Vegetarische Fleischersatzprodukte im Test

Ein dicker Klops

ÖKO-TEST Januar 2011 | Kategorie: Essen und Trinken | 31.12.2010

20 Vegetarische Fleischersatzprodukte im Test

Fleischfreie Schnitzel und Co. wollen die Lust von Vegetariern auf Herzhaftes stillen. Doch leider haben wir in manchen Marken Weichmacher und Pestizide sowie Gen-Technik gefunden.

Warum ein Vegetarier Pflanzenkost ausgerechnet im Fleischkleid haben möchte, erfahren wir von Saskia Rosalie Wolff, die seit sieben Jahren mit ihrer Firma "Smilefood" einen ständig wachsenden Internethandel mit vegetarischen Fleischersatzprodukten betreibt. "Ich bin seit zehn Jahren Vegetarierin. Den herrlich herzhaft-würzigen Geschmack eines Fleischgerichtes mag ich trotzdem. Und tu einfach ruhigen Gewissens mal so als ob."

Wolff ist nicht immer Vegetarierin gewesen, sondern aus ethischen Gründen dazu geworden. Sie kennt und mag den Geschmack von Gulasch und Döner und möchte sich im Sommer auch mal eine (vegetarische) Wurst auf den Grill legen. "Früher waren die Produkte nicht so wirklich lecker", erinnert sich Wolff. "Mit der wachsenden Nachfrage und der Erfahrung der spezialisierten Hersteller haben sie sich in den letzten Jahren enorm verbessert", resümiert die Geschäftsfrau.

Rohwaren für das Pflanzenfleisch sind hauptsächlich Soja- oder Weizen in Form von Tofu und Eiweißprodukten. Neuerdings gibt es von der Firma Campina auch Produkte auf Milchbasis. Dazu kommen die verschiedensten pflanzlichen Öle, reichlich Gewürze und oft auch Aroma oder Hefeextrakt. Das riecht nicht wie Fleisch, aber so ähnlich und kommt in Aussehen und der Konsistenz den Originalrezepten für Schnitzel, Döner und Leberwurst häufig erstaunlich nahe.

Das Verbrauchermagazin "Alles Wissen" vom Hessischen Fernsehen hat die Probe aufs Exempel gemacht und Passanten in einer Kasseler Markthalle Cevapcici, Bolognese und Salami verkosten lassen - jeweils in klassischer und vegetarischer Variante. Das Ergebnis: Die vegetarischen Gerichte wurden fast immer herausgeschmeckt, mundeten den Passanten aber beispielsweise beim Cevapcici sogar besser als die Fleischversion. Bei der Salami war es gerade umgekehrt.

Von einem Test an einer Imbissbude mit versteckter Kamera (RTL) berichtet Saskia Wolff. Dort wurde den Arbeitern von der Baustelle nebenan vegetarische Currywurst der Firma Smilefood untergejubelt. Alle haben brav aufgegessen, es gab keinerlei Reklamationen. Hinterher befragte der Reporter die Arbeiter, ob sie schon mal Tofu gegessen haben und erntete daraufhin nur ungläubiges Kopfschütteln. Und großes Erstaunen als die Schwindelei aufgedeckt wurde.

Wir haben von Profis testen lassen, wie der Fleischersatz schmeckt. Außerdem schickten wir die 20 ausgewählten vegetarischen Alternativen in diverse Labore, wo sie auf viele Schadstoffe und ihren Salzgehalt untersucht wurden.

Das Testergebnis

... spricht nicht gerade für den Fleischersatz. Ein Viertel der untersuchten Produkte hat so viele Mängel, dass wir davon abraten müssen. Knapp die Hälfte schafft ein mittelmäßiges "befriedigend" oder "ausreichend". Nur zwei Produkte erreichen die Bestnote.

Zu viele Fettschadstoffe in Granovita Räucher Snackies und Vitaquell Weißwurst

Die Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Ester bilden sich, wenn Öle oder Fette raffiniert werden. Experten gehen davon aus, dass sie sich im Körper umwandeln und ein gesundheitliches Risiko bergen: von gutartigen Tumoren bis hin zu Krebs. Zwar sind die Stoffe noch nicht abschließend erforscht. Doch aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes wird der Industrie dringend empfohlen, die Gehalte durch die Auswahl der Zutaten und den Herstellungsprozess zu reduzieren. In zwei Marken stellten die beauftragten Labore sogar stark erhöhte Mengen an 3-MCPD-/Glycidyl-Ester fest.

Die Pural Vegetarische Bio-Nuggets enthalten relativ große Mengen des Weichmachers Diisononylphthalat (DINP). Der Stoff geht aus Kunststoffmaterialien vor allem auf fettreiche Lebensmittel über und ist deshalb in Verpackungen für fettreiche Produkte verboten. Die Ursache der Belastung muss im Falle der Bio-Nuggets aber woanders liegen. Denn in der Kunststoffverpackung steckten zwar Weichmacher, aber nicht in so hoher Konzentration, dass so viel in den Fleischersatz übergehen könnte. Gesetzliche Höchstmengen für DINP in Lebensmitteln gibt es nicht, wohl aber ein Limit für den Übergang von Verpackungen an den Inhalt. Dieser Wert ist in den Nuggets überschritten.

In den Taifun Tofu-Bratgrillern, Demeter wurde ein anderer Weichmacher, Diisobutylphthalat (DIBP) nachgewiesen. Für den Übergang aus Verpackungen hat das Bundesinstitut für Risikobewertung einen Richtwert von einem Milligramm pro Kilogramm vorgeschlagen, der von den Bratgrillern überschritten wird. Nachforschungen des Herstellers Life Food Taifun machten das enthaltene Rapsöl als Quelle für DIBP aus. Warum das passiert ist, war bis Redaktionsschluss noch nicht klar. Der Hersteller untersuchte aber Rapsöl aus anderen Produktionen, es war unbelastet.

In drei Produkten stecken Spuren der weitverbreiteten gentechnisch veränderten Soja-Sorte Roundup-Ready. Solche Funde zeigen wieder, dass ein friedliches Nebeneinander von herkömmlicher und Gen-Tech-Landwirtschaft unmöglich ist.

Auf der Mängelliste der Taifun Tofu-Bratgriller, Demeter stehen nicht nur Weichmacher und Gen-Technik, sondern auch noch Rückstände des Pestizidwirkstoffes Endosulfan. Der Orientierungswert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) des Bundesverbands Naturkost Naturwaren ist eindeutig überschritten, die Menge, ab der Untersuchungsämter Obst und Gemüse als irreführend beanstanden würden, wurde erreicht. Da es sich bei den vegetarischen Würstchen um ein zusammengesetztes Lebensmittel handelt, sollte jede Zutat den Orientierungswert erfüllen. Weil die Belastung mit Endosulfan höchstwahrscheinlich ausschließlich aus den Sojabohnen kommt, sind die vermutlich noch höher belastet gewesen. Denn sie machen nur 61 Prozent der Bratgriller aus.

Ausgerechnet in Bio-Produkten stecken Weichmacher, Gen-Technik und Pestizide

Die vegetarischen Fleischalternativen pflegen ein gesundes, natürliches Image. Natürliche Aromen passen nicht dazu, denn sie schmücken sich zwar mit dem Wörtchen "natürlich", sind aber auch synthetisch hergestellt. Hefeextrakt ist ein versteckter Geschmacksverstärker, mit dem man Qualitätsmängel ausgleichen kann. Bis auf drei Ausnahmen steckt in allen Testmarken Hefeextrakt und/oder Aroma.

Warum zugesetzte Vitamine im Fleischersatz? Die sollten lieber mit einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung zugeführt werden. Deshalb werten wir das zugesetzte Vitamin B6 im Valess Schnitzel fleischfrei ab. Der Eisenzusatz in demselben Schnitzel ist zwar einleuchtender - als Ersatz für die beste Eisenquelle in unserer Nahrung, das Fleisch. Dennoch: Ein Zuviel an Eisen ist gefährlich. Es wird mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Konsumenten erfahren auf der Verpackung des Valess Schnitzels vom Eisenzusatz nur, wenn sie die Zutatenliste studieren.

Mehr als sechs Gramm Salz täglich sind problematisch, weil zu viel Salz bei empfindlichen Menschen den Blutdruck erhöhen kann. Produkte, die schon mit einer 100-Gramm-Portion über zwei Gramm Salz liefern, werten wir deshalb ab. In der Regel kommt noch eine andere salzhaltige Beilage hinzu, so dass mit einer Mahlzeit ruck, zuck schon die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis weg ist.

In fast allen Produkten peppen Aroma oder Hefeextrakt den Geschmack auf

Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack haben wir von geschulten Mitarbeitern eines spezialisierten Labors verkosten lassen. Das Ergebnis: Bio Bio Pikante Tofu-Bolognese und Viana Veggie Döner Kebap kommen dem Original am nächsten, aber auch bei vielen anderen Produkten gibt es in vielen, aber nicht in allen Bereichen verblüffende Ähnlichkeiten. Häufigster Unterschied: Eine weichere Konsistenz in Fleischersatzprodukten. Manche sind auch überwürzt, im Biss zu elastisch oder gummiartig oder unnatürlich gefärbt. In die Tabelle haben wir den Geschmack und den Unterschied zu konventionellen Produkten mit aufgenommen. Bewertet haben wir das Ergebnis der Sensorik bewusst nicht, weil die Produkte nicht gleich schmecken können und weil es keinen zertifizierten Standard für Fleischersatzprodukte gibt.

So reagierten die Hersteller

Die Firma Life Food Taifun schickte uns Gutachten zur Sojarohware, die für die Taifun Tofu Bratgriller, Demeter verwendet wurde. Sie enthielt weder Gen-Technik noch Pestizidrückstände. Die Firma weist allerdings darauf hin, dass sich ungewollte Verunreinigungen mit Pestizidrückständen wie Endosulfan und GVO-Kontaminationen im nicht quantifizierbaren Bereich (< 0,1%) nicht mehr vollkommen ausschließen lassen. Schade, gerade von einem Bio-Anbieter in Demeter-Qualität würden wir erwarten, dass er bezüglich der Qualitätssicherung etwas mehr Ehrgeiz entwickelt. Außerdem teilte uns die Firma mit, dass sie alles daransetzen werde, aufzuklären, wie Weichmacher in das verwendete Rapsöl gelangen konnten.

Spritzgifte in Bio-Ware

Die Bio-Bauern aus dem südbrasilianischen Capanema haben die Nase voll. Sie wehren sich gegen die Verunreinigungen ihres Bio-Sojas mit dem problematischen Pestizid Endosulfan, das in Europa schon lange verboten ist, weil es bei Anwendern zu massiven Gesundheitsschäden geführt hat. Rücksichtslose Pestizidhersteller verkauften es jedoch weiter an Länder der Dritten Welt, weil das Bewusstsein für schonendere Alternativen dort noch nicht ausreichend vorhanden ist. In Brasilien ist Endosulfan im konventionellen Anbau noch bis 2013 erlaubt. In Verbindung mit hohen Temperaturen und Niederschlägen verteilt sich der Wirkstoff weiträumig und bedroht so die Existenz der Bio-Bauern. Denn auch, wenn sie keine Schuld trifft, will in Europa niemand Ware, die über dem Orientierungswert für Bio-Produkte belastet ist.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Fleischersatz - was für ein Wortungetüm. Hinter diesem Gruppennamen verbergen sich vegetarisches Gulasch, Döner und Schnitzel, die den fleischigen Rezeptklassikern täuschend ähnlich sehen. Genau das war ein Kriterium für den Einkauf. Wir haben vom Veggi-Burger über Nuggets bis zur Weißwurst eine bunte Mischung aus dem wachsenden Marktsegment ausgewählt. In überwiegender Zahl kommen sie aus dem Bio-Laden und Reformhaus, einige aber auch aus ganz normalen Supermärkten oder Discountern.

Die Inhaltsstoffe

So unterschiedlich wie die Produkte, sind auch ihre Zutaten. Wir haben das Testprogramm jeweils darauf zugeschnitten. Stecken pflanzliche Öle und/oder Palmfett im Produkt, kann es mit Fettschadstoffen, den sogenannten 3-MCPD- und Glycidyl-Estern, belastet sein. Sind Rauch oder Raucharomen enthalten, können darüber polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in den Fleischersatz gelangen. Zutaten wie Soja, Mais und Reis machen die Prüfung auf gentechnisch veränderte Bestandteile zum Muss. Sowohl über die Verpackung als auch im Herstellungsprozess können Weichmacher in das Lebensmittel gelangen, die sich im Körper und in der Umwelt anreichern und hormonell wirksam sind. Ein Speziallabor analysierte 23 häufig verwendete Weichmacher. In Screeningmethoden wurden zirka 500 Pestizidwirkstoffe getestet. Denn im Fleischersatz enthaltene Zutaten wie Soja, Weizen und Gewürze werden möglicherweise im Anbau gespritzt. Fleischersatz soll gesünder sein, aber enthält es auch weniger ungesundes Salz oder Keime? Auch das gehörte zum umfangreichen Untersuchungsprogramm.

Die Bewertung

In der Bewertung der Schadstoffe lehnen wir uns an die gesetzlichen Regelungen und Höchstmengen an, sind aber oft noch strenger. Sobald Gen-Technik nachgewiesen wird, kann ein Produkt nur noch mit "befriedigend” abschneiden. Denn der gesetzlich erlaubte Wert von 0,9 Prozent ist viel zu hoch und verleitet die Hersteller dazu, Verunreinigungen in Kauf zu nehmen. Weichmacher werten wir ab, wenn die Mengen, die über Verpackungen auf das Lebensmittel übergehen dürfen, überschritten sind. Denn leider gibt es keine Höchstmenge für Weichmacher in Lebensmitteln. Pestizidrückstände haben in Bio-Ware nichts zu suchen. Stecken dennoch Mengen von 0,02 Milligramm pro Kilogramm oder mehr drin, ist das eine Irreführung, die Untersuchungsämter beanstanden. Wir werten unter Weiteren Mängeln ab, das Produkt kann nur noch mit "mangelhaft” abschneiden. Den Geschmack von Schnitzel & Co. haben wir bewusst nicht bewertet, denn die Produkte können zwar nah ans Original herankommen, aber nie gleich schmecken.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alnatura Toskana Bällchen mit Tomaten und Oliven
Alnatura Toskana Bällchen mit Tomaten und Oliven
Alnatura
sehr gut
Provamel Soya Nuggets
Provamel Soya Nuggets
Alpro
sehr gut
Eden Fleischwurst, rein vegetarisch
Eden Fleischwurst, rein vegetarisch
Eden (Reformhaus)
gut
Heirler Wie feine Lyoner mit Gemüse
Heirler Wie feine Lyoner mit Gemüse
Heirler
gut
Le Gusto Soja Schnitzel paniert
Le Gusto Soja Schnitzel paniert
Aldi Süd
gut
Tartex Wie Feine Leberwurst
Tartex Wie Feine Leberwurst
Tartex
gut
Viana Classic Bavarian Burger
Viana Classic Bavarian Burger
Tofutown
gut
Bio Bio Pikante Tofu-Bolognese
Bio Bio Pikante Tofu-Bolognese
Netto Marken-Discount
befriedigend
Eyckeler Malt Vegetaria Vegetarische Nuggets
Eyckeler Malt Vegetaria Vegetarische Nuggets
Vion
befriedigend
Granovita Flanzen Fleisch Puten-Filets
Granovita Flanzen Fleisch Puten-Filets
Granovita (Reformhaus)
befriedigend
Heirler Wie Hackbällchen
Heirler Wie Hackbällchen
Heirler
befriedigend
Viana Veggie Döner Kebap
Viana Veggie Döner Kebap
Tofutown
befriedigend
Wheaty Bratstück "Kassler Art" vegetarisch
Wheaty Bratstück "Kassler Art" vegetarisch
Topas
befriedigend
Wheaty Gulasch Bio & Vegan, Schnellmahl
Wheaty Gulasch Bio & Vegan, Schnellmahl
Topas
befriedigend
Pural Vegetarische Bio-Nuggets
Pural Vegetarische Bio-Nuggets
Pural
ausreichend
Eden Leberkäse, rein vegetarisch
Eden Leberkäse, rein vegetarisch
Eden (Reformhaus)
mangelhaft
Granovita Räucher Snackies Vegetarische Würstchen
Granovita Räucher Snackies Vegetarische Würstchen
Granovita (Reformhaus)
ungenügend
Taifun Tofu-Bratgriller, Demeter
Taifun Tofu-Bratgriller, Demeter
Life Food Taifun (Naturwarenladen)
ungenügend
Valess Schnitzel fleischfrei
Valess Schnitzel fleischfrei
Campina
ungenügend
Vitaquell Weißwurst vegetarisch
Vitaquell Weißwurst vegetarisch
Fauser Vitaquell (Reformhaus)
ungenügend

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Fleischersatz - was für ein Wortungetüm. Hinter diesem Gruppennamen verbergen sich vegetarisches Gulasch, Döner und Schnitzel, die den fleischigen Rezeptklassikern täuschend ähnlich sehen. Genau das war ein Kriterium für den Einkauf. Wir haben vom Veggi-Burger über Nuggets bis zur Weißwurst eine bunte Mischung aus dem wachsenden Marktsegment ausgewählt. In überwiegender Zahl kommen sie aus dem Bio-Laden und Reformhaus, einige aber auch aus ganz normalen Supermärkten oder Discountern.

Die Inhaltsstoffe

So unterschiedlich wie die Produkte, sind auch ihre Zutaten. Wir haben das Testprogramm jeweils darauf zugeschnitten. Stecken pflanzliche Öle und/oder Palmfett im Produkt, kann es mit Fettschadstoffen, den sogenannten 3-MCPD- und Glycidyl-Estern, belastet sein. Sind Rauch oder Raucharomen enthalten, können darüber polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in den Fleischersatz gelangen. Zutaten wie Soja, Mais und Reis machen die Prüfung auf gentechnisch veränderte Bestandteile zum Muss. Sowohl über die Verpackung als auch im Herstellungsprozess können Weichmacher in das Lebensmittel gelangen, die sich im Körper und in der Umwelt anreichern und hormonell wirksam sind. Ein Speziallabor analysierte 23 häufig verwendete Weichmacher. In Screeningmethoden wurden zirka 500 Pestizidwirkstoffe getestet. Denn im Fleischersatz enthaltene Zutaten wie Soja, Weizen und Gewürze werden möglicherweise im Anbau gespritzt. Fleischersatz soll gesünder sein, aber enthält es auch weniger ungesundes Salz oder Keime? Auch das gehörte zum umfangreichen Untersuchungsprogramm.

Die Bewertung

In der Bewertung der Schadstoffe lehnen wir uns an die gesetzlichen Regelungen und Höchstmengen an, sind aber oft noch strenger. Sobald Gen-Technik nachgewiesen wird, kann ein Produkt nur noch mit "befriedigend” abschneiden. Denn der gesetzlich erlaubte Wert von 0,9 Prozent ist viel zu hoch und verleitet die Hersteller dazu, Verunreinigungen in Kauf zu nehmen. Weichmacher werten wir ab, wenn die Mengen, die über Verpackungen auf das Lebensmittel übergehen dürfen, überschritten sind. Denn leider gibt es keine Höchstmenge für Weichmacher in Lebensmitteln. Pestizidrückstände haben in Bio-Ware nichts zu suchen. Stecken dennoch Mengen von 0,02 Milligramm pro Kilogramm oder mehr drin, ist das eine Irreführung, die Untersuchungsämter beanstanden. Wir werten unter Weiteren Mängeln ab, das Produkt kann nur noch mit "mangelhaft” abschneiden. Den Geschmack von Schnitzel & Co. haben wir bewusst nicht bewertet, denn die Produkte können zwar nah ans Original herankommen, aber nie gleich schmecken.