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Spezial Vegetarisch / Vegan
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Massentierhaltung

Unter aller Sau

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral: Die Kritik an der Massentierhaltung wächst, aber die Nachfrage nach billigem Fleisch scheint nach wie vor ungebrochen. Zahlen und Fakten über das liebe Vieh - und das, was wir mit ihm anstellen.

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01.09.2016 | Auf den Etiketten von Milchflaschen oder Eierkartons weiden die Kühe noch auf der grünen Wiese, picken und scharren die Hühner im Freien. Doch in Wirklichkeit ist die moderne Tierwirtschaft in großen Teilen eine Industrie und sie folgt ähnlichen Regeln. Es geht um Effizienz und hohe Erträge, Leistung und Funktionalität, um Massenproduktion - und um Tiere, die sich ideal in optimierte Abläufe einpassen.

Zum Beispiel Masthähnchen, die extrem schnell und an den richtigen Stellen zunehmen: Durch Züchtungen wurde zielgerichtet der Brustmuskel der Tiere vergrößert, weil die Kunden so gerne Hähnchenbrust essen. Oder Hühner, die auf eine hohe Legeleistung ausgerichtet sind: Während eine Legehenne im Jahr 1960 noch 100 Eier im Jahr legte, sind es heute dreimal so viele. Gleichzeitig wurde ihnen Körperfülle abtrainiert, damit sie weniger Platz brauchen. Das geht auf Kosten der Gesundheit, Knochenbrüche wegen der Entmineralisierung der Knochen sowie Eileiterentzündungen sind quasi "Berufskrankheiten".

Schweine wühlen von Natur aus eigentlich mehr als zwei Drittel des Tages herum, doch dafür fehlt ihnen in der Massentierhaltung der Platz: Gesetzlich ist pro Schwein lediglich ein Platz von 0,75 Quadratmetern vorgeschrieben, mehr gibt es selten. Außerdem stehen sie in der Regel auf harten Spaltenböden, wo es ohnehin nichts zu wühlen gibt. Der Mangel an Ablenkung führt zu Verhaltensauffälligkeiten, die Tiere knabbern sich gegenseitig die Schwänze an - was Halter verhindern, indem sie diese schon bei den Ferkeln abschneiden. Schon nach sechs Monaten ist das kurze und ereignisarme Leben eines Mastschweins zu Ende: Dank Kraftfutter und fehlender Auslaufmöglichkeiten legt es pro Tag zwischen 800 und 900 Gramm zu, ist nach einem halben Jahr dick genug und "schlachtreif".

Um das Jahr 1800 herum gab eine einzelne Kuh kaum mehr als vier Liter am Tag - hauptsächlich, um ihr Kalb zu stillen. Heute liegt die durchschnittliche Leistung einer Milchkuh bei 7.200 Kilogramm pro Jahr, Spitzentiere erreichen 10.000 Kilo. Damit das "Milchkraftwerk" so viel produziert, reichen Gras und Silage nicht aus. Im Futtertrog landen viel Getreide und Sojaschrot. Einst gehörte es zu den Vorzügen von Kühen, dass sie für den Menschen keine Nahrungskonkurrenten waren. Heute steht nicht einmal jede zweite Kuh regelmäßig auf der Weide. Zu 96 Prozent werden Kühe mit Proteinen versorgt, die auch Menschen ernähren könnten. Der hohe Milchausstoß laugt die Tiere aus, gesundheitliche Probleme sind die Fol

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