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Bettdecken-Test: Einige Füllungen nach fünfmal Waschen klumpig und löchrig

Magazin Oktober 2020: Endlich gut schlafen | Autor: Christine Throl/Frank Schuster | Kategorie: Bauen und Wohnen | 05.10.2020

Bettdecken-Test: Wir haben 17 Decken mit Füllungen aus verschiedenen Kunst- und Regeneratfasern überprüft.
Foto: World of Textiles/Shutterstock

Nicht nur Bettdecken aus Polyester sind waschbar, es gibt auch Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen, die ähnlich pflegeleicht sind. Zwölf Bettdecken im Test sind empfehlenswert, darunter auch solche mit biologisch abbaubaren Füllungen als Alternative zum Kunststoff Polyester.

  • Zwei Drittel der Bettdecken im Test schneiden "gut" ab, ein paar sind aber auch nur mittelmäßig. 
  • Auffällig: Nach fünf Mal Waschen wiesen einige Deckenfüllungen Klumpen oder lichte Stellen auf. 
  • Auch in Sachen Inhaltsstoffe haben wir Mängel festgestellt: Das Labor fand Antimon und halogenorganische Verbindungen in manchen Bettdecken im Test. 

Ab und an gehört eine Bettdecke in die Wäsche. Für viele sind pflegeleichte Bettdecken aus Polyester die erste Wahl – sie gelten als einfach zu waschen. Doch Polyester ist nicht mehr das einzige Material, das sich gut waschen lässt und schnell trocknet.

Bettdecken aus natürlichen Rohstoffen als Alternative 

Inzwischen gibt es Decken aus Fasern, die ebenfalls über chemische Prozesse hergestellt, deren Ausgangsmaterial jedoch nachwachsende natürliche Rohstoffe sind.

  • Verbreitet ist Lyocell (Markenname: Tencel). Es zählt neben Viskose und Modal zu den sogenannten Regeneratfasern. Ausgangsmaterial hierfür sind aus Holz extrahierte Zellulosefasern.
  • Eine andere Alternative ist Polylactid (PLA) oder Polymilchsäure – ein Bio-Kunststoff, ebenfalls auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Produzenten gewinnen ihn aus der Stärke von Pflanzen, häufig Mais.
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Bettdecken-Test: Welche Marken sind Testsieger? 

Wir haben 17 Bettdecken untersuchen lassen: sieben davon mit einer Füllung aus Polyester (PES), sechs mit Lyocell (CLY), drei mit einem PES/CLY-Mix und eine aus PLA. Ergebnis: Ohne Abstriche überzeugt keines der Produkte. Aber immerhin vergeben wir zwölf Mal die Note "gut". Der Rest der Bettdecken im Test ist "befriedigend" und "ausreichend".

Bettdecken gehören zwei bis vier Mal im Jahr in die Wäsche. Allergikern empfiehlt der Deutsche Allergie und Asthmabund (DAAB) sogar, sie noch häufiger zu reinigen. Decken aus Kunst- und Regeneratfasern gelten als besonders pflegeleicht. Unser Praxistest zeigte jedoch ein ganz anderes Bild.

Bettdecken im Test: Das Angebot an Decken mit Füllungen aus nachwachsenden Rohstoffen wächst beständig.
Bettdecken im Test: Das Angebot an Decken mit Füllungen aus nachwachsenden Rohstoffen wächst beständig. (Foto: stock image/Shutterstock )

Nicht alle Bettdecken überzeugen im Waschtest 

Was die Prüfer im Labor nach fünfmal Waschen aus den Maschinen zogen, hatte teils nicht mehr viel mit den Bettdecken im Neuzustand zu tun: Klumpen, lichte Stellen, verlorenes Volumen, weniger Rücksprungkraft. Nur vier Bettdecken im Test schnitten im Teilergebnis Waschbeständigkeit mit "sehr gut" ab, immerhin aber noch fünf mit "gut".

Auffällig: Alle in der Waschbeständigkeit "sehr guten" Bettdecken im Test sind mit Polyester gefüllt. Der Kunststoff bürgt jedoch nicht automatisch für gute Waschbarkeit – das hängt offensichtlich von der Qualität der Verarbeitung ab. Denn nicht alle Polyesterdecken überzeugten im Waschtest.

Was ist nach dem Waschen aufgefallen?  

Auch die Bettdecken mit Füllungen aus nachwachsenden Rohstoffen schlugen sich nicht schlecht: Alle im Waschergebnis "guten" Produkte sind mit Lyocell oder einem Lyocell/PES-Mix gefüllt, auch die einzige Decke mit Polylactid-Füllung ist darunter. Was fiel außerdem im Waschtest auf? 

  • Zwei Decken fielen im Waschtest mit "mangelhaft" durch. Von Waschbeständigkeit kann hier keine Rede mehr sein. Eine der beiden wies am Ende sehr viele Klumpen in ihrer Lyocellfüllung auf. Sie hatte sehr deutlich weniger Volumen und Rücksprungkraft. Zudem schrumpfte sie deutlich in der Länge und Breite. Die andere Bettdecke verlor deutlich an Volumen und Rücksprungkraft und zeigte lichte Stellen in der Polyesterfüllung.
  • Auch bei vier weiteren Decken verrutschte die Füllung.
  • Etliche lichte Stellen kamen bei vier Bettdecken im Test zum Vorschein. Die Füllung zeigte sich also löchrig. Damit ist ein Teil der Wärmeisolation dahin.
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Bettdecken mit Lyocell sind sehr atmungsaktiv

In der Feuchtigkeitsregulation haben die Decken mit Lyocell oder einem Lyocell/ Polyester-Mix die Nase vorn. Besonders drei Bettdecken im Test zeichnen sich durch eine hohe Atmungsaktivität und eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme aus. Solche Decken sind tendenziell besser für Menschen mit einem Hang zum Schwitzen geeignet.

Antimon in Bettdecken im Test nachgewiesen 

In Sachen Inhaltsstoffe sind die Testergebnisse in den meisten Fällen erfreulich. Allerdings wies das beauftragte Labor in sechs Decken mit Polyesterfüllung Antimon nach. Das ist ein für Polyester typischer Problemstoff. Antimon kommt als Hilfsstoff in der Polyesterherstellung zum Einsatz. Studien zeigen, dass Antimonverbindungen Haut- und Schleimhäute reizen können.

In zwei Bettdecken im Test wies ein Labor halogenorganische Verbindungen nach, sie könnten beispielsweise aus Bleichprozessen stammen. Viele dieser Verbindungen gelten als allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an. In 13 Bettdecken stecken zudem optische Aufheller. Die überflüssigen Weißmacher belasten die Umwelt, weil sie sich kaum abbauen.

Als waschbar beworbene Bettdecken sollten einige Wäschen vertragen. In unserem Test zeigten einige Decken aber schon nach nur fünf Waschgängen deutliche Mängel.
Als waschbar beworbene Bettdecken sollten einige Wäschen vertragen. In unserem Test zeigten einige Decken aber schon nach nur fünf Waschgängen deutliche Mängel. (Foto: Pixel-Shot/Shutterstock)

ÖKO-TEST rät: Tipps für den Kauf einer Bettdecke

  • Die richtige Größe: Als Faustregel gilt: Länge gleich Körpergröße plus 20 bis 30 Zentimeter. Breite gleich Körperumfang plus 30 Zentimeter. Große Menschen mit einer Körpergröße von 1,80 Meter und mehr wählen am besten die Komfortgröße von 1,55 mal 220 Zentimeter.
  • Die richtige Wärme: Ist die richtige Decke gewählt, schwitzt der Schläfer weniger. Der Wärmebedarf ist abhängig von der Schlafzimmertemperatur. Eventuell ist eine Sommer- und Winterdecke nötig, bei ganzjährig gleichwarmem Schlafzimmer reicht eine Decke. Die von den Anbietern angegebenen Wärmegrade ("ganzjährig", "4 von 5 Punkten") sind, wenn überhaupt vorhanden, oft sehr vage und wenig hilfreich. Im Fachhandel hilft Ihnen eine Beratung, die passende Decke unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Schlafgewohnheiten zu finden.
  • Für Allergiker: Allergiker wählen am besten eine Decke, die bei 60 Grad waschbar ist.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Wir haben 17 Bettdecken mit Füllungen aus verschiedenen Kunst- und Regeneratfasern ausgewählt, die die Anbieter fürs ganze Jahr, für den Übergang oder als warm angepriesen haben: sieben mit einer Füllung aus Polyester, sechs mit Lyocell , drei mit einer Mischung aus Lyocell und Polyester und eine mit dem Bio-Kunststoff Polymilchsäure. Etliche Hersteller kennzeichnen ihre Produkte mit Wärmeklassen, die alles andere als einheitlich sind und deshalb nur eine grobe Orientierung bieten. In unserem Einkaufskorb landeten Decken mit der Wärmeklasse drei, vier, mittel oder medium.

Alle Decken schickten wir für einen Waschtest über fünf Wäschen ins Labor, das sie genau nach Waschanleitung wusch: Schrumpfen die Bettedecken? Verklumpt die Füllung, wird sie lichter oder löchrig? Hat die Füllung noch Rücksprungkraft, wird sie platt? Staut sich unter der Decke der Schweiß, nimmt sie gut Feuchtigkeit auf?

Zudem prüften Labore die Decke auf Problemstoffe wie Formaldehyd aus der Textilausrüstung, optische Aufheller und Antimon, das die Anbieter bei der Polyesterherstellung als Katalysator einsetzen.

Bewertungslegende 

Die Feuchtigkeitsregulation geht nicht in das Gesamturteil ein, sie beruht zu 75 % auf der Atmungsaktivität und zu 25 % auf der Feuchtigkeitsaufnahme. Dabei ist ein Ergebnis "sehr gut" = ja, "gut" = mittelmäßig und "befriedigend" = wenig geeignet für Menschen mit einem Hang zum Schwitzen. Atmungsaktivität als Wasserdampfdurchgangswiderstand Ret in m²Pa/W: hoch (sehr gut) = 65 und weniger; mittel (gut) = 65 bis 90; gering (befriedigend) = mehr als 90. Feuchtigkeitsaufnahmen als Kurzzeit-Wasserdampfaufnahmefähigkeit Fi in g/m²: hoch (sehr gut) = 40 und höher; mittel (gut) = 20,0 bis 39,9; gering (befriedigend) = 19,9 und weniger.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: ein stark erhöhter Gehalt von mehr als 5 mg/kg Antimon im Eluat. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 1 bis 5 mg/kg Antimon im Eluat; b) halogenorganische Verbindungen. Das Testergebnis Waschbeständigkeit (nach fünf Wäschen) beruht auf 1. Mängel der Füllung, 2. Schrumpfung der Bettdecke und 3. Mängel in der Optik. Die Minuspunkte wurden addiert und führen zu folgenden Noten: 0 bis 1 Punkte = sehr gut; 2 bis 3 Punkte = gut; 4 bis 5 Punkte = befriedigend; 6 bis 7 Punkte = ausreichend; mehr als 7 Punkte = mangelhaft. 1. Mängel der Füllung: Hier wurden Klumpen, Volumen, Rücksprungkraft, lichte Stellen und gegebenenfalls die Härte beurteilt. Klumpen: –1 = sehr wenige Klumpen; –2 = wenige Klumpen; –3 = viele Klumpen; –4 = sehr viele Klumpen. Volumen: –1 = etwas weniger Volumen; –2 = weniger Volumen; –3 = deutlich weniger Volumen; –4 = sehr deutlich weniger Volumen. Lichte Stellen: – 1 = sehr wenige lichte Stellen; –2 = wenige lichte Stellen; –3 = viele lichte Stellen. Rücksprungkraft: weniger Rücksprungkraft: –1 = etwas weniger Rücksprungkraft; –2 = weniger Rücksprungkraft; –3 = deutlich weniger Rücksprungkraft; –4 = sehr deutlich weniger Rücksprungkraft. Härte: –1 = etwas härter. 2. Die Schrumpfung der Bettdecke in der Länge und/oder Breite um mehr als 2 bis 4 % wurde mit 1 Minuspunkt ("längs [–1]" und/oder "quer [–1]") und um mehr als 4 % mit 2 Minuspunkten ("deutlich längs [– 2]" und/oder "deutlich quer [–2]") beurteilt. 3. Bei Mängel in der Optik wurde ein Etikett, dass nur sehr schwer lesbar ist, mit 1 Minuspunkt beurteilt.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) bereits im Neuzustand lichte Stellen in der Füllung; b) missverständliche Pflegehinweise am Produkt (hier: laut Pflegeetikett trocknergeeignet, laut beiliegender Broschüre nicht trocknergeeignet). Zur Abwertung um eine Note führen: optische Aufheller in Bezug, Füllung, Etiketten, Nähgarn, Steppgarn und/oder Einfassband.

Das Gesamturteil beruht zu 50 % auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und zu 50 % auf dem Testergebnis Waschbeständigkeit. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.  

Testmethoden 

Inhaltsstoffe: Halogenorganische Verbindungen (Bezüge): Probe wird mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur eluiert, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Antimon (Füllungen und Bezüge falls nicht zu 100 % Baumwolle): Eluation von Schwermetallen mittels saurer Schweißlösung, Elementbestimmung mittel ICP-MS. Substanzen im Materialscreening (Füllungen): GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Formaldehyd (Mischproben aus Bezug und Füllung zu gleichen Teilen): Qualitativ, Nachweis mit Carbazol/Schwefelsäure. Falls positiv, Quantifizierung, DIN EN ISO 14184-1: 2011-12, Bestimmungsgrenze 5 mg/kg. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt/in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Waschbeständigkeit: Maschinentyp, A 1-Frontlader, gemäß Pflegekennzeichnung, DIN EN ISO 5077:2008-04, DIN EN ISO 3759:2008-11, DIN EN ISO 6330:2013-02. Insgesamt fünf Wäschen mit jeweils anschließender Trocknung nach Pflegeetikett und anschließender Nachtrocknung über Nacht bei ca. 30 °C, dabei wurden die Decken nach jeder Wäsche und jedem Trockenschritt aufgeschüttelt. Nach der 1. und 5. Trocknung jeweils visuelle Beurteilung durch 3 Personen im Vergleich zu einer ungewaschenen Original-Bettdecke. Dabei wurde die Maßänderung im Vergleich zu den Nennmaßen beurteilt. Die Beurteilung der Optik und der Füllung erfolgte per Punktabzug auf einer Skala von 1 bis 5. Abwertungskategorien bei der Beurteilung der Füllung waren: Klumpen, Volumen, Rücksprungkraft, lichte Stellen und ggf. die Härte. Die Prüflinge wurden für die technologisch-physikalischen Prüfungen dem Normklima 20 °C +/– 2 °C und 65 % +/– 4 % relativer Luftfeuchte angeglichen.
Feuchtigkeitsregulation: hierfür wurden der Wasserdampfdurchgangswiderstand und die Kurzzeit-Wasserdampfaufnahmefähigkeit ermittelt. Prüfgerät: Thermoregulationsmodell der menschlichen Haut (Hautmodell). Prüfbedingungen DIN EN ISO 11092:2014-12(A), Prüfklima: Ta = 35 °C; φa = 40 % r.F., Mittel aus drei bzw. vier Einzelmessungen an drei bzw. vier Probenabschnitten. Die Kurzzeit-Wasserdampfaufnahmefähigkeit wird in Verbindung mit der Messung des Wasserdampfdurchgangswiderstands auf dem "schwitzenden" Hautmodell ermittelt. Dazu werden die Muster vor der Messung 24 Stunden bei 35°C und 40 % r.F. konditioniert und ihr "Trockengewicht" Gt ermittelt. Nach einer Messdauer von 1,5 Stunden, während der sie auf dem Hautmodell einem zeitlich konstanten Wasserdampfstrom ausgesetzt sind, werden die Muster erneut gewogen und ihr "Feuchtgewicht" Gf ermittelt. Die gesuchte Kurzzeit-Wasserdampfaufnahmefähigkeit Fi in g/m² (hochgerechnet von der Messfläche des Hautmodells [400 cm²] auf 1 m² Textilfläche) ergibt sich als Differenz zwischen "Feuchtgewicht" Gf und "Trockengewicht" Gt.

Einkauf der Testprodukte: Mai - Juli 2020 

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