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16 Bartpflegeprodukte im Test

ÖKO-TEST Mai 2017
vom 27.04.2017

Bartpflegeprodukte

Bleib geschmeidig

Beard is back, Baby! Doch der Mann von Welt belässt es nicht beim Wildwuchs - der moderne Bart will ebenso wie das Haupthaar gehegt und gepflegt werden. Bartöl, Bartbalsam, Bartfluid: Wir haben 16 Produkte für Drei-Tage-Stoppeln bis Vollbart in die Labore geschickt.

1954 | 31
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27.04.2017 | Die kleine Sitzecke hat den Charme eines Museums: Möbel im Stil der 1950er-Jahre, wuchtige Röhrenfernseher, alte Radios stehen da wie Monumente ihrer Zeit. Blechschilder erzählen vom Wirtschaftswunder und der weiten Welt. Wir befinden uns in Mainz am Rhein. Nicht in einem Wohnzimmer, wie man vermuten könnte, sondern im Friseursalon Debbie's 59. Zum Schauen sind wir natürlich nicht gekommen. Wohl aber zur Haarpflege - genauer: zur Bartpflege. Christian, der seit zwei Wochen unter einem strikten Stutzverbot für die Gesichtsbehaarung leidet, darf auf dem Friseurstuhl Platz nehmen und sich vertrauensvoll in die professionellen Hände von Ali "Barber", wie Freunde den Friseur augenzwinkernd nennen, begeben. Es ist Zeit, dem Wildwuchs ein Ende zu setzen.

Der Beruf des Barbiers stellt trotz seiner langen Tradition keinen eigenen Ausbildungsberuf dar. Rasur und Bartpflege sind in Deutschland Teil des Friseurhandwerks. Die Crux: Sie spielen in der Berufsausbildung kaum noch eine Rolle. Im zweiten Lehrjahr sind sie zwar Thema, jedoch nicht prüfungsrelevant, wie der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks bestätigt. Mit einem derartigen Revival des Bartes hatten wohl wenige gerechnet. Und in Sachen Haarstyling sind die Männer heute ähnlich anspruchsvoll wie vor rund 70 Jahren. "In den 50er-Jahren war es extrem wichtig, was die Leute von einem dachten", weiß Ali. Akkurat und ordentlich sollte es sein: das Haupthaar mit leichtem Schwung und Seitenscheitel, die Seiten militärisch kurz. Ein Bart war damals allerdings eher die Ausnahme. "Heute sind wir da nicht gebunden - wir können alles in einen Topf schmeißen und machen was Geiles draus," sagt Ali, während er sich mit Christians Kopf vertraut macht.

In einem reinen Barbershop hätte Christian wohl längst einen Whiskey in der Hand und würde sich über ganz andere Dinge als das Gesellschaftsbild der 50er unterhalten. Dann wäre dieser Text allerdings nie zustande gekommen - denn Frauen, so auch die Autorin, haben dort meist keinen Zutritt.

Nach etwa einer halben Stunde hat Ali Christian einen klassischen Fassonschnitt frisiert und geht zum Gesicht über. "Den Bart schneide ich freihand - die Bartform lebt davon, dass die Haare unterschiedlich lang sind", erklärt er, als er mit der Schere die Barthaare in Form bringt. "Der Schwerpunkt liegt auf dem Kinn, das wirkt maskuliner." Männlicher und reifer auszusehen - darum lassen viele junge Männer die Gesichtshaare sprießen. Das zeigt die Jugendstudie des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) aus dem Jahr 2016. Die Marktforscher fanden auch heraus, dass 30 Prozent der jungen Männer zwischen 14 und 21 Jahren Bartpflegeprodukte verwenden.

Für Christian wird es jetzt ernst. Ali nimmt ein großes Handtuch und tränkt es mit warmem Wasser. "Mit einer heißen Kompresse öffnen sich die Poren, dadurch wird das Ergebnis gleichmäßiger", sagt Ali und drapiert den Frotteestoff um Christians Gesicht. Dann greift der Friseur zu den Utensilien für die Messerrasu

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Bartpflegeprodukte gibt es inzwischen fast überall - vor allem im Internet ist das Sortiment schier unüberschaubar. Um eine Auswahl zu treffen, hat sich unsere Einkaufsabteilung zuerst im stationären Handel umgesehen. Was bieten Drogerien, Parfümerien und der Naturwarenhandel? Mit Produkten aus Onlineshops wurde ergänzt. Elf Öle sowie insgesamt fünf Balsame, Fluids oder Gele schafften es so in den Test. Die Preise variieren von 4,95 bis 76,65 Euro, hochgerechnet auf 50 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe
Neben den Standardanalysen für Kosmetikprodukte auf Duftstoffe, halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd/-abspalter wurden die Öle im Labor zusätzlich auf Phthalate und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe hin untersucht.

Die Weiteren Mängel
Enthält ein Produkt einen stark allergisierenden Duftstoff, den wir aus diesem Grund abwerten, ohne dass er auf der Verpackung deklariert ist, ist das für Allergiker ein No-Go. Ebenso kritisch sehen wir es, wenn in einem zertifizierten Naturkosmetikprodukt so hohe Phthalatmengen nachgewiesen wurden, dass wir sie beim besten Willen nicht mehr nur als Spuren betrachten können. Das ist weder mit den Grundsätzen zertifizierter Naturkosmetik noch mit den Erwartungen der Verbraucher an diese zu vereinbaren.

Die Bewertung
Für problematische Inhaltsstoffe gibt es, wie bei ÖKO-TEST üblich, zum Teil empfindliche Abzüge. Auch die oben beschriebenen Weiteren Mängel führen in ihrer Kategorie zu zwei Noten Abzug und wirken sich somit ebenfalls auf das Gesamturteil aus.

So haben wir getestet

Bartöl wird meist im Fläschchen mit Pipette oder Pumpspender verkauft. Schon wenige Tropfen reichen für einen Vollbart.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 5/2017:

Bartpflegeprodukte

Der moderne Bart will gehegt werden.

Bartöl, Bartbalsam, Bartfluid: Pflegeprodukte gibt es inzwischen fast überall. Wir haben 16 Produkte für Drei-Tage-Stoppeln bis Vollbart in die Labore geschickt und auf problematische Duftstoffe, halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd/-abspalter, Phthalate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und andere bedenkliche Inhaltsstoffe untersuchen lassen. ÖKO-TEST-Chefredakteur Jürgen Stellpflug mit dem Ergebnis.