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42 Multivitaminpräparate im Test

Spezial Fit und Gesund
vom 02.05.2014

Multivitaminpräparate

Gesundes Misstrauen angebracht

Dank jahrzehntelanger Werbekampagnen glauben viele Menschen, es sei wichtig, Vitamin- und Mineralstofftabletten einzunehmen. Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen solcher Produkte ist es nicht weit her, und es gibt Risiken. Die Multivitaminpräparate in unserem Test schnitten fast alle miserabel ab.

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02.05.2014 | Ohne Vitamine läuft gar nichts. Unser Stoffwechsel käme zum Erliegen, schon weil wir ohne sie Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate gar nicht verwerten könnten. Vitamine sind an unzähligen Vorgängen im Körper beteiligt. Das Dumme ist nur, dass der Mensch im Laufe der Evolution die Fähigkeit verloren hat, sie selbst herzustellen. Er ist auf eine ausreichende Vitaminzufuhr über die Nahrung angewiesen.

Obwohl uns hier und heute Lebensmittel in einer Hülle und Fülle zur Verfügung stehen wie nie zuvor, lässt die Versorgung mit Vitaminen in einigen Fällen zu wünschen übrig. Laut der großen Nationalen Verzehrsstudie II, einer vom Max-Rubner-Institut in den Jahren 2005 und 2006 durchgeführten Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen, erreichen 80 bis 90 Prozent der Männer und Frauen nicht die empfohlenen Mengen an Vitamin D und Folsäure. Wird kein jodiertes Speisesalz verwendet, nehmen 96 bis 97 Prozent der Befragten zu wenig Jod auf. Außerdem gilt Calcium als kritischer Nährstoff, vor allem bei 14- bis 18-jährigen Mädchen sowie bei älteren Männern und Frauen über 65 Jahre. Kein Wunder also, dass uns findige Hersteller allerorten Vitaminpillen anbieten.

Wer rundum sorglos sein will, soll - so die Hersteller - gleich zum A-bis-Z-Präparat greifen, das nicht nur alle 13 Vitamine enthält, sondern gegebenenfalls auch noch Provitamin A (Betacarotin) und obendrein mehr als zehn Mineralstoffe, angefangen von Calcium und Magnesium bis hin zu den Spurenelementen Chrom, Kupfer und Selen.

Doch in jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass die Vitaminpillen anscheinend sogar schaden können. Unter dem Titel Weniger ist mehr - Nahrungsergänzungsmittel und die Sterblichkeitsrate bei älteren Frauen hatten Wissenschaftler im Fachmagazin Archives of Internal Medicine die Daten von 38.772 Frauen ausgewertet. Diese waren zu Studienbeginn im Jahr 1986 durchschnittlich knapp 62 Jahre alt. Bis Ende 2008 waren 40 Prozent von ihnen gestorben. Dazwischen wurden sie dreimal zur Einnahme von Nahrungsergänzungen befragt. Das Ergebnis erschreckt zunächst; viele Supplemente erhöhten die Sterblichkeitsrate: Multivitamine um 2,4 Prozent, Zink um 3 Prozent, Eisen um 3,9 Prozent, Vitamin B6 um 4,1 Prozent, Folsäure um 5,9 und Kupfer gar um 18 Prozent.

Die Vitaminbefürworter entrüsteten sich. Die Aussagen seien "unseriös und wissenschaftlich so nicht haltbar", stellte prompt die Gesellschaft zur Information über Vitalstoffe und Ernährung (Give) fest. Entscheidende Standards seien nicht eingehalten, auf eine umfassende und exakte Erfassung des Ernährungsstatus verzichtet sowie die Dosis und Formulierung der Wirkstoffe nicht angegeben worden. In der Tat lassen sich mit derartigen Studien keine ursächlichen Zusammenhänge nachweisen. Schwächen ihrer Studie nennen die Autoren selbst beim Namen. Sie räumen etwa ein, dass sie Vorteile wie eine verbesserte Lebensqualität durch die Supplemente nicht ausschließen können. Dennoch sorgen sich die Wissenschaftler um die langfristige

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Eingekauft haben wir Präparate, die nur Vitamine enthalten und sogenannte A-Z-Produkte, die außer Vitaminen auch Mineralstoffe und Spurenelemente liefern. Berücksichtigt wurden Produkte speziell für Kinder, für Senioren und für alle, die sich dazwischen befinden. Fündig wurden wir in Drogerien und Apotheken, im Reformhaus, beim Discounter, im Supermarkt und im Versandhandel. Als traditionelle Arzneimittel oder ergänzend bilanzierte Diäten vertriebene Produkte haben wir außer Acht gelassen.

Die Inhaltsstoffe
Was steckt eigentlich in so einer Pille oder Kapsel drin? Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns die Vitaminmengen angeschaut, die man nach den Empfehlungen der Hersteller täglich zu sich nimmt. Werden die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel eingehalten? Berücksichtigt haben wir dabei auch unterschiedliche Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen. Beispiel Vitamin A: Hier nennt das BfR als tägliche Höchstmengen 400 µg für Erwachsene und 200 µg für Kinder zwischen vier und zehn Jahren.

Die Auslobungen
Braucht ein gesunder Mensch überhaupt eine solche "Ergänzung zur Nahrung" oder nutzt das Präparat nur dem Geldbeutel der Hersteller? Wir haben uns die Auslobungen auf den Verpackungen angeschaut und überprüft, was davon gesichert und belegt ist. Dabei orientierten wir uns an den wissenschaftlichen Bewertungen von gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Die Bewertung
Mit "sehr gut" oder "gut" konnte schon deshalb kein Multivitaminpräparat abschneiden, weil ein Nutzen für den gesunden Verbraucher nicht erkennbar und der Bedarf an Vitaminen und Mineralien bequem durch eine abwechslungsreiche Ernährung zu decken ist. Überdosierungen und fragwürde Auslobungen lassen das Gesamturteil dann schnell in den Keller rutschen.

So haben wir getestet

Der "Wohlfühltipp": So nicht, denn das ist viel zu wenig.