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21 Schlankheitsmittel im Test

ÖKO-TEST Januar 2018
vom 28.12.2017

21 Schlankheitsmittel im Test

Schön Wär's

Neues Jahr, neues Glück: vor allem für die Abnehmindustrie. Während Bewegung und eine Ernährungsumstellung aber ihren Zweck erfüllen, steht hinter Pillen und Co. ein dickes Fragezeichen. Wir sind den Versprechungen nachgegangen und haben leider schlechte Nachrichten.

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28.12.2017 | Die Hoffnung ist groß, die Enttäuschung vorhersehbar, die Suche geht weiter: Die Geschichte der Pille gegen Übergewicht ist eine Geschichte der Misserfolge. Nicht etwa weil die Arzneimittel, in die man Hoffnungen setzte, nicht wirkten, sagt Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. "Die Nebenwirkungen waren aber bei allen so stark, dass die Einnahme als ‚nicht sicher' eingestuft werden musste."

So führten die Wirkstoffe Fenfluramin und Dexfenfluramin, die in einigen der ersten Schlankheitsmittel auf dem Markt steckten, zu Herzklappenproblemen. Die Einnahme des Appetitzüglers Sibutramin ging mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte einher. Rimonabant schließlich markiert einen der dramatischsten Höhepunkte der erfolglosen Forschung: Psychische Nebenwirkungen wie Angstzustände und Depressionen führten in mehreren Fällen zum Suizid.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Den Wirkstoff Rimonabant hatten Forscher ursprünglich entwickelt, um Raucher von der Zigarette zu entwöhnen. Denn Rimonabant hemmt im Gehirn den Cannabinoid-1-Rezeptor, der bei Suchtverhalten eine Rolle spielt. Funktioniert hat das nicht. Eine Nebenwirkung des Präparats entpuppte sich als zweite Chance. Denn die Hemmung des Rezeptors führt auch zur Verringerung des Hungergefühls. Und so haben die Entwickler Rimonabant kurzerhand zum Appetitzügler umfunktioniert. Mit vier großen Studien, die den gewichtsreduzierenden Effekt nachgewiesen hatten, legte der Hersteller Sanofi-Aventis das Medikament Acomplia mit dem Wirkstoff Rimonabant in den USA und in Europa zur Zulassung vor. Die Europäische Arzneimittelagentur gab 2006 grünes Licht, die US-Food and Drug Administration (FDA) nicht. Zu stark seien die psychiatrischen Nebenwirkungen. Die FDA sollte recht behalten. Nur zwei Jahre später verlor Rimonabant auch in Europa seine Zulassung wieder. Der Grund: "ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis".

Aber was macht die Suche nach einem Medikament gegen Übergewicht so schwierig? Das Problem ist simpel: Wer über längere Zeit mehr Energie aufnimmt, als er verbraucht, nimmt zu. "Die Mechanismen, die bei der Nahrungsaufnahme im Körper ablaufen, sind sehr komplex und immer noch nicht ganz erforscht. Es gibt keine einfache Stellschraube, an der man drehen könnte, um mehr Energie zu verbrennen oder erst gar nicht so viel aufzunehmen", sagt Schubert-Zsilavecz. "Von einer wirksamen und sogleich sicheren medikamentösen Behandlung von Übergewicht sind wir sehr weit entfernt."

Die Nachfrage nach einer solchen Wunderpille ist aber groß. Immerhin sind laut 13. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung rund 60 Prozent der Männer und knapp 40 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig. Viele Übergewichtige greifen zu Präparaten, die im Internet mit einer Reihe von großen Versprechungen verkauft werden. Professor Manfred Schubert-Zsilavecz hat in seiner Funktion als Leiter des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker etliche


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21 Schlankheitsmittel im Test
ÖKO-TEST Januar 2018 Seite 50
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Arzneimittel, Medizinprodukte, ergänzend bilanzierte Diäten und Nahrungsergänzungsmittel: Das Feld der Schlankheitsmittel ist weit. Wir haben 21 Produkte in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und Discountern eingekauft. Laut Anbieter sollen die Präparate entweder die Sättigung fördern, die Fettverbrennung beschleunigen oder aufgenommene Nahrungsfette binden.

Wirksamkeitsbelege und Nutzen
Der von uns beauftragte Gutachter, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Uni Frankfurt, wertete die aktuelle Studienlage zu den Produkten aus. Außerdem begutachtete er die von den Herstellern zugesandten wissenschaftlichen Arbeiten. Geprüft haben wir auch, ob der wichtige Hinweis, dass eine kalorienarme Ernährung Bestandteil jeder Diät sein muss, auf den Verpackungen vermerkt ist.

Die Inhaltsstoffe
Produkte, deren Inhaltsstoffe mit Schadstoffen wie Pyrrolizidinalkaloiden oder Pestiziden belastet sein können, haben wir im Labor darauf untersuchen lassen. Ein Blick auf die Deklaration zeigte außerdem, ob umstrittene Stoffe wie Phosphate oder unnötige Zusätze wie Vitamine, Aromen oder Süßstoffe in den Schlankheitsmitteln enthalten sind.

Die Weiteren Mängel
Manche Hersteller lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. Nicht zu tolerieren ist es aber, wenn aus der Deklaration überhaupt nicht hervorgeht, was genau in dem Produkt enthalten ist oder wie es wirken soll.

Die Bewertung
In der Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas ist es klar formuliert: Nur Präparate, deren Nutzen und Risiken klar erkennbar sind und die einen gesundheitlichen Nutzen erzielen, sind empfehlenswert. Dazu gehört laut Schubert-Zsilavecz auch ein langfristiger Abnehmerfolg. Kann dieser den Wirk- und Inhaltsstoffen der Schlankheitsmittel nicht bescheinigt werden, lautet das Urteil im besten Fall "mangelhaft".

So haben wir getestet

Mit B-Vitaminen und Acai-Beeren: Das Nahrungsergänzungsmittel wirkt mit diesen Zusätzen besonders gesund. Wissenschaftlich belegt ist der Nutzen für den Verbraucher aber nicht.

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Video zum Thema

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ÖKO-TEST-Magazin 1/2018:

Schlankheitsmittel

Schön Wär's.

Eine Pille, die Fettpölsterchen zum Schmelzen bringt - das wäre ein Traum. Die Hersteller präsentieren sich innovativ und bringen immer wieder neue Schlankmacherprodukte auf den Markt. Wer darauf setzt, zahlt schon mal im Schnitt 50 Euro im Monat. Aber rentiert sich das? Dieser Frage ist ÖKO-TEST nachgegangen und hat 21 Marken nicht nur auf Schadstoffe untersuchen lassen, sondern auch vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Uni Frankfurt die Studienlage auswerten und nach Wirksamkeitsbelegen suchen lassen.