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Antibeschlagsprays für Brillen: Verbraucherzentrale warnt vor giftigen Inhaltsstoffen

Magazin März 2021: Gesund mit Eiweiß | Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Freizeit und Technik | 05.03.2021

Antibeschlagsprays für Brillen: Verbraucherzentrale warnt vor giftigen Inhaltsstoffen
Foto: The Frame - CC/Shutterstock

Es klingt zu schön um wahr zu sein – einfach die Brillengläser mit einem Antibeschlagspray einsprühen und sie beschlagen nicht mehr. Doch für den gewünschten Effekt setzen viele Hersteller auf gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe, warnt die Verbraucherzentrale. 

  • Antibeschlagmittel sollen verhindern, dass Brillengläser beschlagen. Es gibt sie als Spray, Gel, Schaum oder Tuch.
  • Viele Produkte enthalten allerdings bedenkliche Inhaltsstoffe, wie Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS).
  • Doch auch mit Hausmitteln, wie Seife und Spülmittel, kann das Beschlagen von Brillengläsern verhindert werden.

Menschen mit Brille leiden in der Corona-Pandemie unter einem besonderen Ärgernis – und zwar unter permanent beschlagenen Brillengläsern, die einem die Sicht und gleichzeitig auch den letzten Nerv rauben. Der Grund für das Beschlagen ist schnell erklärt: Wenn die Schutzmaske an Nase und Wangen nicht fest anliegt, entweicht die warme Atemluft nach oben und trifft dort auf die kalten Brillengläser. Die Folge: Die Atemluft kühlt schlagartig ab und die überschüssige Feuchtigkeit kondensiert auf den Brillengläsern. 

Um den knapp 41,1 Mio. Brillenträger in Deutschland das Leben zu erleichtern, werben viele Optikerfachgeschäfte, Drogeriemärkte oder Sportgeschäfte mit Antibeschlagsprays oder ähnlichen Mitteln in Gel-, Schaum- oder Tuchform.

Wie funktionieren Antibeschlagsprays für Brillen?

Sie alle funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Antibeschlagmittel bilden einen feuchtigkeitsabweisenden Film auf den Brillengläsern. Dieser entstandene Film verhindert temporär, dass die Gläser beschlagen. Der Effekt kann bis zu 72 Stunden anhalten, bevor das Antibeschlagmittel erneut aufgetragen werden muss. Doch für den feuchtigkeitsabweisenden Effekt verwenden viele Hersteller bedenkliche und/oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe, warnt die Verbraucherzentrale. 

In Deutschland gibt es aktuell fast 42 Mio. Menschen, die eine Brille tragen.
In Deutschland gibt es aktuell fast 42 Mio. Menschen, die eine Brille tragen. (Foto: Yuricazac/Shutterstock)

Daran erkennen Sie bedenkliche Inhaltsstoffe 

Zu den besonders bedenklichen Stoffen zählen Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS). Sie sind unter anderem auch in einigen Imprägniersprays und teilweise in wetterfester Outdoor-Kleidung enthalten. Das Problem: PFAS können sich im menschlichen Körper, aber auch in Tieren und Pflanzen anreichern. Zudem gelangen sie durch ihre Benutzung in der Umwelt – wo sie kaum abbaubar sind. Die EU-Kommission plant, den Einsatz von PFAS wegen ihrer Schädlichkeit drastisch zu beschränken.

Erkennen können Verbraucher Stoffe dieser Stoffgruppe an den Namensbestandteilen "-fluor" oder "-fluoro" in der Inhaltsliste. Darüber hinaus können aber auch Begriffe wie "hydrophob" oder "wasserabweisend" ein Hinweis auf PFAS sein.

Allerdings, so warnt die Verbraucherzentrale weiter, würden die Inhaltsstoffe auf vielen Antibeschlagmittel nicht ausführlich deklariert werden. In diesem Fall sollte auf die Nutzung besser verzichtet werden. Eine zusätzliche Warnung spricht die Organisation für wasserhaltige Antibeschlagmittel aus. Der Grund: Die darin enthaltenen Konservierungsmittel können Kontaktallergien auslösen. 


Antibeschlagsprays für Brillen werden gerade in der Coronakrise besonders angespriesen.
Antibeschlagsprays für Brillen werden gerade in der Coronakrise besonders angespriesen. (Foto: Quality Stock Arts/Shutterstock)

Gibt es Alternativen zu Antibeschlagsprays?

Brillenträger, die auch mit Schutzmaske eine klare Sicht wünschen, können auf einfache Hausmittel zurückgreifen. So verhindert ein dünner Spülmittel- oder Seifenfilm auf den Brillengläsern das Beschlagen zumindest zu einem gewissen Grad.

Ansonsten sollten Brillenträger auf den korrekten Sitz der Schutzmaske achten. Denn wenn diese eng an Nase und Wangen anliegt und die Brille über der Maske getragen wird, sollten die Brillengläsern nicht beschlagen. Der Ratschlag hier lautet: Probieren, probieren, probieren!

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