Vegane Butter: Wie klimafreundlich ist sie im Vergleich?

Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Essen und Trinken | 04.12.2023

Vegane Butter hat im Vergleich zu echter Butter die bessere Klimabilanz.
Foto: Shutterstock/colnihko

In vielen Kühlschränken findet sich Butter. Wer nach pflanzlichen Alternativen sucht, für den gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Angeboten. Wir verraten, woran man die Butter-Alternativen erkennt und ob vegane Butter klimafreundlicher ist als das Original.

  • Butter gilt für viele Menschen fast als Grundnahrungsmittel. Klimafreundlich ist das Milchprodukt allerdings nicht.
  • Laut einer Studie fallen bei der Herstellung von einem Kilogramm Butter 9 bis 11,5 Kilogramm CO₂ an.
  • Vegane Butter-Alternativen auf Basis von pflanzlichen Ölen und Fetten sind fürs Klima eine deutlich bessere Wahl. 

Butter verwenden wir täglich in einer Vielzahl von Gerichten. Sie kommt auf das Frühstücksbrötchen, in den Kuchenteig oder zum Braten in die Pfanne. Doch wie alle Milchprodukte steht Butter häufig in der Kritik. Neben den ethischen Problemen der Massentierhaltung stellt sich auch die Frage, welche Auswirkungen Butter auf den Klimawandel hat. 

Schlechte Klimabilanz für Butter

Die Wahrheit lautet: Butter ist ein klimaschädliches Lebensmittel. Der Grund: Für die Herstellung von einem Kilogramm Butter braucht es umgerechnet etwa 18 Liter Milch. Heißt wiederum, dass für unseren Butterkonsum viele Milchkühe gehalten werden müssen, die gleichzeitig klimaschädliches Methangas produzieren.

Vergrößert wird der ökologische Fußabdruck der Butter noch durch …

  • den Herstellungsprozess,
  • die Verpackung,
  • den Transport sowie
  • die energieintensiven Kühlketten.

All das führt dazu, dass ein Kilo Butter einen CO₂-Abdruck von 9 bis 11,5 Kilo Treibhausgasen mitbringt. Das hat das Institut für Energie- und Umweltpolitik (ifeu) 2020 in einer Studie ermittelt.

Aus was besteht vegane Butter?

Ökologisch unbedenklicher sind vegane Butteralternativen auf Basis von pflanzlichen Fetten. Sie enthalten in der Regel eine Mischung aus Pflanzenölen (wie Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl) und pflanzlichen Fetten (wie Sheabutter, Kokos- oder Palmfett). Dazu kommen Wasser, Salz, Emulgatoren und Aromen sowie bei manchen Sorten Vitamine und Farbstoffe.

Rechtlich gesehen dürfen die veganen Alternativen nicht als "Butter" bezeichnet werden. Deswegen findet man sie im Supermarkt unter der Bezeichnung "Streichfett", "Pflanzenmargarine" oder unter diversen Eigennamen.

Brot und Butter sind fester Bestandteil vieler Mahlzeiten.
Brot und Butter sind fester Bestandteil vieler Mahlzeiten. (Foto: Shutterstock/Hrytsiv Oleksandr)

Doch Vorsicht, nicht jede Margarine ist automatisch vegan! Denn: Es gibt auch Margarine-Varianten, die Milcherzeugnisse, Fischöl oder Rindertalg enthalten. Selbst als pflanzlich deklarierte Margarine darf laut Gesetz bis zu zwei Prozent tierische Fette enthalten. Ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit.

Oftmals sind vegane Produkte zudem mit einem speziellen Siegel (etwa dem grünen V) gekennzeichnet. Als besonders empfehlenswert gelten übrigens Alternativen auf Raps- und Leinölbasis, da sie viele gesunde Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Vegane Butter: Wie steht es um die Klimabilanz?

Aber wie klimafreundlich ist Pflanzenmargarine eigentlich? Laut der Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung fallen bei der Produktion von einem Kilogramm Margarine je nach Fettstufe etwa 1,7 bis 2,8 Kilogramm CO₂ an.

Das ist erheblich weniger als bei der Herstellung von Butter. Zudem braucht es für die Herstellung von Margarine etwa 50 Prozent weniger Landflächen als für Butter, da der Anbau von Ölpflanzen weniger Land benötigt als der Anbau von Futtermitteln für Kühe.

Schlecht für die Klimabilanz von Margarine ist hingegen, dass viele Produkte Palmöl enthalten. Denn für die Palmöl-Herstellung werden große Teile des Regenwalds gerodet. Wer das nicht unterstützen möchte, wirft vor dem Kauf einen Blick auf die Zutatenliste. Denn: Palmöl ist bei Lebensmitteln kennzeichnungspflichtig. Es verbirgt sich aber unter Umständen hinter einer Bezeichnung wie "pflanzliches Öl (Palm)" oder "pflanzliches Fett (Palm)".

Pflanzliche Margarine bei ÖKO-TEST

Wir haben gerade erst Margarine im Test zur Untersuchung ins Labor geschickt. Dabei gab es erneut Probleme mit Mineralöl-Rückständen und umstrittenem Palmöl. Klicken Sie auf den folgenden Kasten, um mehr zum Test zu erfahren:

Tipp: Zertifiziertes Palmöl bevorzugen

Ein Blick in die Verkaufsregale zeigt, dass manche Hersteller das Problem zumindest besser im Blick haben als andere und deshalb auf zertifiziertes Palmöl setzen.

Verbraucher können dies auf der Margarine-Verpackung z.B. am Siegel des Roundtable of Sustainable Palmoil (RSPO) erkennen: Die Zertifizierung besagt, dass Hersteller unter anderem in ihren Lieferketten darauf achten, dass für die Palmöl-Herstellung keine neuen Wälder gerodet werden.

Übrigens: Wer vegane Butter selber herstellen möchte, findet im Internet eine breite Auswahl an Rezepten. Alles was es dafür braucht, sind Kokosfett, Lein- oder Rapsöl, etwas Sojamilch und Kurkuma für die Farbe.

Weiterlesen auf oekotest.de: