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Toastbrot im Test: Einige mit Mineralöl verunreinigt – auch Bio-Toasts betroffen

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Magazin Januar 2021: Wie viel Grün steckt im Öko-Strom? | Autor: Johanna Michl/Meike Rix | Kategorie: Essen und Trinken | 28.12.2020

Toastbrot im Test: Welche Marken sind empfehlenswert?
Foto: ÖKO-TEST

Mineralöl im Toastbrot? Das ist unappetitlich – und kommt dennoch häufiger vor. Das deckt unser Test auf. Acht Toastbrote sind mit Mineralölbestandteilen verunreinigt. Vom Kauf zweier Marken raten wir deshalb sogar ab. Es gibt allerdings auch Produkte, die wir empfehlen können.

  • Mit "sehr gut" bewerten wir acht Toastbrote im Test, zwei Produkte fallen durch. 
  • Einige Toastbrote sind mit Mineralöl verunreinigt. Das betrifft vor allem Bio-Toastbrote. 
  • Unsere Kritik bezieht sich ansonsten auf hohe Acrylamidwerte und zu viel enthaltenes Salz. 

Vollkorntoast enthält meist deutlich mehr Ballaststoffe als Buttertoast. Und regelmäßiger Vollkornverzehr hält den Darm gesund und senkt das Diabetesrisiko. Das heißt: Vollkorntoast ist gesund? Eigentlich schon.

Zumindest dann, wenn keine Schadstoffe drinstecken. Das können wir allerdings nicht von jedem der 20 Toastbrote im Test behaupten. Überprüft haben wir vor allem Vollkornvarianten, aber auch andere Körnertoastbrote und Dinkelbrot zum Toasten.

Toastbrot im Test: Mineralöl als Problem

Das Ergebnis: Acht Toastbrote sind mit Mineralöl belastet. In zwei Bio-Toastbroten ist die Verunreinigung aus unserer Sicht sogar so hoch, dass die Produkte in unserem Test durchfallen: 

  • Das Backhaus Bioland Vollkorn Toast enttäuscht mit dem Gesamturteil "mangelhaft". Es enthält rund 45 Milligramm Mineralölbestandteile (MOSH) pro Kilogramm. Zur Erklärung: MOSH reichern sich in menschlichen Organen an. Darum sollte ihr Gehalt in Lebensmitteln so gering wie möglich sein. 

  • Im Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich hat das beauftragte Labor neben MOSH auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Zu dieser problematischen Stoffgruppe können auch krebserregende Substanzen gehören. Weil also MOAH drin stecken und wir den Salzgehalt als "erhöht" bewerten, lautet das Gesamturteil "ungenügend".
(Foto: ÖKO-TEST)

Weißöle als mögliche Quelle der Verunreinigung

Doch wie kommt Mineralöl ins Toast? Eine mögliche Quelle sind technische Weißöle. So teilte uns Anbieter Das Backhaus mit, nach ausführlichen Laboranalysen herausgefunden zu haben, dass das im Teigteiler als Schmierfett verwendete technische Weißöl zu der Verunreinigung geführt haben müsse. Dieser Fehler sei seit Mitte November 2020 behoben, sodass der Hersteller beim Toast mit MHD ab 21.12.2020 weitere Kontaminationen ausschließen könne.

Die Firma Stöhr-Brot, Hersteller des Ammerländer Bio Vollkorn Sandwichs, konnte sich nicht erklären, wie die Mineralölbestandteile in das Produkt gelangt sind und kündigte aber an, der Ursache noch nachzugehen.

Die besten Toastbrote im Test im Überblick 

Neben diesen beiden Testverlierern gibt es aber auch einige Toastbrote, die uns überzeugen. Acht Toastbrote im Test schneiden mit Bestnote ab. Auffällig dabei: Darunter befindet sich nur ein Bioprodukt. Das sind die besten Toasts: 

  • Beumer & Lutum Bio Toastbrot Weizenvollkorn von Beumer & Lutum
  • Goldähren Vollkorn Toast von Aldi Süd
  • Golden Toast Vollkorn Toast von Lieken
  • Grafschafter Vollkorn Toast von Lidl
  • Harry Vollkorn Toast von Harry-Brot
  • Jeden Tag Vollkorn Toast von Zentrale Handelsgesellschaft
  • K-Classic Vollkorn-Toast von Kaufland
  • Kornmühle Vollkorn Toast von Netto Marken-Discount
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Acrylamidwerte in zwei Toasts erhöht

Mineralölbestandteile sind zwar die größten Probleme im Toastbrot-Test, wir sind aber auch auf andere Inhaltsstoffe gestoßen, die wir kritisieren. So wiesen die Toasts von Rewe und Penny im goldbraun getoasteten Zustand vergleichsweise hohe Acrylamidwerte auf.

Acrylamid ist ein wahrscheinlich krebserregender Stoff, der sich beim Rösten des Toastbrots bildet. Wie viel Acrylamid dabei genau entsteht, hängt unter anderem davon ab, wie viel Zucker und wie viel von der in Getreide vorkommenden Aminosäure Asparagin im Produkt enthalten ist.

Eine große Rolle spielt aber auch das Rösten selbst: Wenn Toast sehr stark und dunkel geröstet wird, bildet sich mehr Acrylamid. Zum Teil haben es Verbraucherinnen und Verbraucher daher selbst in der Hand, wie gesund der Verzehr des Toasts ist. Zum Vergleich: In den übrigen Toastbroten im Test haben die Labore – bei vergleichbarem Röstgrad – kein oder nur wenig Acrylamid nachgewiesen.

Angekohltes Toastbrot sollten Sie besser nicht essen: Selbst, wenn Sie die dunkle Schicht abkratzen, beseitigen Sie nicht alle entstandenen Schadstoffe.
Angekohltes Toastbrot sollten Sie besser nicht essen: Selbst, wenn Sie die dunkle Schicht abkratzen, beseitigen Sie nicht alle entstandenen Schadstoffe. (Foto: Chones/shutterstock)

Hoher Salzkonsum als Risikofaktor für Gesundheit 

Auch zu viel enthaltenes Salz kann problematisch sein. Denn dauerhaft hoher Salzkonsum ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck und damit für Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb seit vielen Jahren, dass Erwachsene nicht mehr als höchstens sechs Gramm Salz pro Tag essen sollen. Die meisten Menschen nehmen aber deutlich mehr auf.

Nach einer Auswertung des Deutsche Erwachsenen Gesundheitssurveys im Auftrag des Bundesernährungsministeriums von 2019 liegt die tägliche Salzaufnahme bei Frauen durchschnittlich bei 8,4 Gramm und bei Männern bei 10 Gramm.

50 Prozent der Männer und 38,5 Prozent der Frauen nehmen sogar täglich mehr als 10 Gramm Salz auf. Die größte tägliche Salzaufnahmequelle ist hierzulande das Grundnahrungsmittel Brot, gefolgt von Wurstwaren und Käse.

In zwei Toastbroten steckt zu viel Salz

Wir haben den Salzgehalt der Toastbrote unter die Lupe genommen und können weitgehend entwarnen: Die meisten Toastbrote im Test enthalten weniger Salz als etwa bei frischem Brot üblich. Lediglich in zwei Toasts kritisieren wir den Salzgehalt als "erhöht": Das Herzberger Bio 100 % Vollkorn Toastbrot und das Ammerländer Bio Vollkorn Sandwich enthalten mehr als 1,2 Gramm pro 100 Gramm Toast.

Zum Hintergrund der Bewertung: In Finnland muss frisches Brot mit mehr als 1,2 Prozent Salzanteil schon seit 1993 einen Warnhinweis tragen. Wir meinen: Unter diesem Wert zu bleiben wäre auch für deutsche Brot- und Toastbrothersteller ein vernünftiges Ziel.

Was ist außerdem im Toastbrot-Test aufgefallen? Im Goldblume Vollkorntoast von Norma und im Markenprodukt Golden Toast Körner Harmonie Toast von Lieken wies das Labor Spuren des bedenklichen Pestizids Deltamethrin nach. Für die Gesundheit des Menschen sind diese geringen Werte zwar unproblematisch, aber die Verwendung von Deltamethrin im Getreideanbau gefährdet unter anderem Bienen. Dafür vergeben wir Minuspunkte.

Toastbrot im Test: Wir haben 20 Packungen Toastbrot überprüft.
Toastbrot im Test: Wir haben 20 Packungen Toastbrot überprüft. (Foto: Vladislav Noseek/Shutterstock)

Wie schmecken die Toastbrote im Test?

Nun fehlt noch eine Antwort auf die Frage, wie die Toastbrote im Test schmecken. Geschulte Sensoriker prüften die Toastbrote auf Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl. Hier nehmen sich Bio, No-Name und Marke im Wesentlichen nichts.

Alle weisen ein toasttypisches Aroma auf und sind mehr oder weniger locker und knusprig. Im Testergebnis Sensorik schneiden alle Toasts "sehr gut" ab. Darauf einen Toast.

Vier Tipps zum Verzehr von Toastbrot

Wie lagere ich Toastbrot am besten, und wann sollte ich es nicht mehr essen? 

  1. Richtig lagern: Toastbrot ist anfällig für Schimmel. In unserem Test waren die Toastbrote im Labor alle noch zum Ende der angegebenen Mindesthaltbarkeit frei von Schimmelpilzsporen. Um Schimmel zu vermeiden, das Toastbrot nach dem Öffnen am besten in einer Brotbox oder einem Brottopf aufbewahren, der sich gut reinigen lässt. Im Kühlschrank wird es wie anderes Brot leicht "altbacken".
  2. Wenn eine Scheibe in der Packung sichtbar schimmelig ist, sind die anderen leider auch nicht mehr zum Verzehr geeignet.
  3. Auch angekohltes Toastbrot sollten Sie nicht essen. Die dunkle Schicht abkratzen beseitigt nicht alle entstandenen Schadstoffe.
  4. Einfrieren: Toastbrot lässt sich gut einfrieren und sogar direkt im gefrorenen Zustand toasten. Am besten in kleinen Portionen in Gefrierbeuteln mit wenig Luft einfrieren, um Gefrierbrand zu vermeiden.

So reagierten die Hersteller: Unveränderte Gesamtnote für Rewe-Toastbrot

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Im Einkaufskorb landeten für unseren Toastbrot-Test vor allem Vollkornvarianten, aber auch andere Körnertoastbrote und Dinkelbrot zum Toasten. Die Preisspanne pro 500 Gramm reichte von 57 Cent bis zu 3,49 Euro.

Weil Toastbrote schnell schimmeln können, haben wir alle Produkte gegen Ende der jeweils angegebenen Mindesthaltbarkeit mikrobiologisch und sensorisch untersuchen lassen. Das beauftragte Labor hat außerdem geprüft, ob die Brote mit Schimmelpilzgiften, Pestiziden oder Mineralölbestandteilen belastet waren. Toastbrote werden selten "roh" verzehrt, sie sind dazu da, in den Toaster gesteckt und je nach Geschmack geröstet zu werden. Dabei kann krebserregendes Acrylamid entstehen. Um dies zu prüfen haben wir alle Toastbrote auf mittlerer Stufe getoastet und anschließend den Acrylamidgehalt bestimmen lassen.

Außerdem haben wir geschaut, ob die Brote richtig gekennzeichnet sind und die Verbraucher gut über die Nährwerte informieren. So ist uns bei einem Toastbrot zum Beispiel wichtig, dass der Ballaststoffgehalt angegeben ist, auch wenn die Hersteller dazu rechtlich nicht verpflichtet sind.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "stark erhöht"). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "erhöht"); b) der Nachweis von MOAH; c) ein Acrylamidgehalt von mehr als 150 μg/kg im goldbraun getoasteten Produkt (in der Tabelle: "erhöht"). Dies schöpft den EU-Richtwert der Verordnung (EU) Nr. 2017/2158 für Erzeugnisse, die unter anderem Crackern und Knäckebrot ähnlich sind, zu mehr als 50 % aus. Einen expliziten Richtwert für getoastetes Toastbrot gibt es nicht. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "leicht erhöht"); b) ein bis zwei besonders bedenkliche Pestizide in Gehalten von jeweils mehr als 0,010 mg/kg (hier: Deltamethrin); c) ein deklarierter Salzgehalt von mehr als 1,2 g/100 g. Dies entspricht dem Schwellenwert für einen Warnhinweis bei hohem Salzgehalt von frischem Brot in Finnland.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine schwer verständliche deutsche Übersetzung als Kennzeichnung am Produkt; b) eine fehlende QUID-Angabe. Zur Abwertung um eine Note führt: keine Angabe des Ballaststoffgehalts in der Nährwertdeklaration. Eine Angabe ist rechtlich nicht verpflichtend, kann dem Verbraucher jedoch eine wertgebende Information über das Toastbrot bringen. Steht bei konkret benannten Analysenergebnissen "nein", bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden 

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte): Acrylamid: LC-MS/MS; die Toastbrote wurden zuvor in einem handelsüblichen Toaster auf mittlerer Stufe goldbraun getoastet. Cadmium: ICP-MS nach DIN EN 15763. Chlormequat u. Mepiquat: LC-MS/MS (berechnet als Chlormequatchlorid bzw. Mepiquatchlorid). Glyphosat, Glufosinat, AMPA: LC-MS/MS. MOSH/MOSH-Analoge/MOAH: DIN EN 16995:2017 mod. Die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix. Mykotoxine: LC-MS/MS (untersucht wurde unter anderem auf Nivalenol, Deoxynivalenol, Fusarenon X, Fumonisine, Zearalenon, Diacetoxyscirpenol, HT-2-, T-2-Toxin, Ochratoxin A). Mikrobiologie: Schimmelpilze & Hefen: ISO 21527-2: 2008; aerobe Gesamtkeimzahl: DIN EN ISO 4833-2: 2014. Sensorik: ASU L.00.90-16:2006. Nach Einzelprüfungen wurden die Ergebnisse in der Gruppe diskutiert und ein gemeinsames Gesamtergebnis erarbeitet; die Toastbrote wurden zuvor in einem handelsüblichen Toaster auf mittlerer Stufe goldbraun getoastet. Pestizidscreening: GC-MS nach § 64 LFGB L 00.00-34 : 2010-09, modifiziert, und 2D LC-MS/MS. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: September 2020 

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