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San Pellegrino im Test: Wie schlägt sich das bekannte Mineralwasser?

Autor: Hanh Friedrich/Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 07.07.2021

San Pellegrino im Test: Wie schlägt sich das bekannte Mineralwasser?
Foto: ÖKO-TEST

San Pellegrino ist rund um den Globus bekannt. Vor allem in der Gastronomie wird es häufig aufgetischt. Doch ist das bekannte Mineralwasser auch empfehlenswert? In unserem Test schneidet es nur "ausreichend" ab. Wir erklären die Gründe. 

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Unser Test von 50 Mineralwässern zeigt: Zahlreiche Produkte aus Regionen in ganz Deutschland sind empfehlenswert. In ein paar Wässern beanstanden wir allerdings geringe Schwermetallbelastungen. Diese Kritik betrifft auch das überprüfte San Pellegrino

Das von uns beauftragte Labor hat das Schwermetall Uran in dem Mineralwasser nachgewiesen. Die Gehalte bewerten wir als "leicht erhöht". Zum Vergleich: Uran bemängeln wir einmal im Test, das Halbmetall Bor steckt in zwei Wässern.

Kritik an Uran in San Pellegrino im Test 

Was genau ist das Problem mit Uran? Es handelt sich um ein leicht radioaktives Schwermetall, das natürlicherweise in Boden und Gesteinsschichten vorkommt. Geht es wie im Fall des Urans im San Pellegrino um geringe Konzentrationen, rückt die Strahleneinwirkung allerdings in den Hintergrund und die chemische Toxizität in den Vordergrund.  

1998 fanden sich in einer Studie Hinweise auf Nierenfunktionsstörungen im Zusammenhang mit der chronischen Aufnahme von Uran über Trinkwasser. Diese Hypothese kann durch aktuelle Studien nicht untermauert werden. Es gibt aber Hinweise darauf, dass der kindliche Organismus empfindlicher reagiert. Aus vorbeugendem Verbraucherschutz ziehen wir für den "leicht erhöhten" Uran-Gehalt zwei Noten ab. 

Wasser im Test: Wir haben 50 Produkte der Sorte "classic" überprüft.
Wasser im Test: Wir haben 50 Produkte der Sorte "classic" überprüft. (Foto: fizkes/Shutterstock)

Das Problem mit den Transportwegen 

Weil Mineralwasser täglich in großen Mengen konsumiert wird, ist es wichtig, dass es in umweltfreundlichen Verpackungen verkauft wird – und im besten Fall keine großen Transportwege nötig sind, um die wiederverwendbaren Flaschen erneut zu befüllen.

Daher bemängeln wir am San Pellegrino, dass es sich bei der Mehrwegflasche um eine Individualflasche handelt. Das bedeutet: Das Leergut muss immer an den Abfüllort zurücktransportiert werden, um nach der Reinigung wieder mit Mineralwasser befüllt zu werden.

Stammen Flaschen beispielsweise aus dem Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), sind die Transportwege des Leerguts deutlich kürzer. Denn die Mehrwegflaschen werden in der Regel zum nächstgelegenen Mineralbrunnen gebracht und nicht zum Abfüllort des Unternehmens. Die Mitgliedsunternehmen im GDB nutzen also dieselben Mehrwegflaschen.

Zum Vergleich: Sieben weitere Mineralwässer im Test werden in Individualflaschen abgefüllt. Ein weiterer kleiner Minuspunkt am getesteten San Pellegrino ist die fehlende Kennzeichnung des Produkts als "Mehrweg".

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San Pellegrino schneidet "ausreichend" ab 

Unsere Kritik am San Pellegrino hat zur Folge, dass das Produkt wie fünf weitere Mineralwässer im Test mit "ausreichend" abschneidet. Mit dem Gesamturteil "befriedigend" landen einige weitere Wässer im Mittelfeld.

Von insgesamt zwei Produkten raten wir ab: Sie fallen mit "mangelhaft" durch. Mehr zu unserem Test lesen Sie hier: Mineralwasser im Test: 50 beliebte Marken im Vergleich.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Weil wir die Uran-Gehalte als "leicht erhöht" bewerten, ziehen wir zwei Noten ab. Damit lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe "befriedigend". Unsere Kritik an den Abfüllflaschen und der fehlende Hinweis auf "Mehrweg" sorgt für ein "befriedigendes" Teilergebnis Weitere Mängel. Aus beidem ergibt sich das Gesamturteil "ausreichend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie auf der Infoseite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

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