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Cornflakes im Test: Wie gut schlagen sich Kellogg's, Nestlé & Co.?

Magazin Februar 2021: Gute Milch | Autor: Johanna Michl/Meike Rix | Kategorie: Essen und Trinken | 02.02.2021

Cornflakes im Test: Kellogg's, Nestlé & Co. im Vergleich.
Foto: ÖKO-TEST

Cornflakes sind zum Frühstück oder als Snack zwischendurch sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen beliebt. Aber sind sie auch bedenkenlos zu verzehren? Unser Test von 50 Frühstücksflocken zeigt: nicht unbedingt. Viele enthalten Acrylamid – und es gibt weitere Baustellen.

  • Mit Bestnote schneiden nur 15 der 50 Frühstücksflocken im Test ab. 
  • Vom Verzehr von 14 überprüften Frühstücksflocken raten wir ab. Sie fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. 
  • Probleme gibt es mit Acrylamid, bedenklichen Pestiziden, Belastungen durch Schimmelpilzgifte und hohen Salzgehalten.

Mit knusprigen Cornflakes starten sicher viele Kinder und Erwachsene gerne in den Tag. Aber Acrylamid zum Frühstück? Das muss nicht sein. Der Stoff erhöht möglicherweise das Risiko, an Krebs zu erkranken. Und er steckt in Produkten namhafter Marken. Das zeigt unser Test von 50 Frühstücksflocken. Die Belastungen mit Acrylamid sind der Hauptgrund, weshalb nur 15 Cornflakes mit "sehr gut" abschneiden.

Weitere Probleme, die bei den Laboruntersuchungen zutage traten, sind Schimmelpilzgifte, hohe Salzgehalte und bedenkliche Pestizide. Von etlichen Produkten raten wir ganz ab.

Cornflakes im Test: Das Problem mit Acrylamid

Doch noch mal zurück zum Schadstoff Acrylamid. Acrylamid in Lebensmitteln erhöht laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) potenziell das Krebsrisiko – und das für Verbraucher aller Altersgruppen. In Getreideflocken kann sich der Schadstoff beim heißen Rösten aus Zuckern und der natürlicherweise in Getreide enthaltenen Aminosäure Asparagin bilden.

Cornflakes im Test: Wir haben 50 Produkte überprüft.
Cornflakes im Test: Wir haben 50 Produkte überprüft. (Foto: H.Phavee/Shutterstock)

In 18 Flakes im Test kritisieren wir die Acrylamidgehalte, in vier Produkten davon sind sie aus unserer Sicht sogar "stark erhöht". Mit unserer Bewertung orientieren wir uns am EU-Richtwert für Frühstückscerealien "auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- und Reisbasis". Verbindliche Höchstmengen hat der Gesetzgeber trotz jahrelanger Diskussion um das Krebsgift immer noch nicht festgelegt.

Grundsätzlich gilt ohnehin: Ein Grenzwert, ab dem Acrylamid gar kein Risiko birgt, lässt sich nach heutigem Wissensstand nicht festlegen. Je weniger Acrylamid ein Mensch aufnimmt, desto besser.

Dass sehr geringe Gehalte möglich sind, zeigen einige Frühstücksflocken im Test. Die Hersteller haben es zum Teil selbst in der Hand, wie viel Acrylamid sich in den Frühstücksflakes bildet. So kommt es beispielsweise darauf an, die ideale Kombination aus Erhitzungstemperatur und -dauer zu finden. Ein weiterer Risikofaktor ist die Zugabe von Zucker vor der Hitzebehandlung.

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Pestizide, Schimmelpilzgifte und Mineralöl in Cornflakes

Was ist ansonsten im Cornflakes-Test aufgefallen? 

  • In vier Cornflakes im Test steckten Spuren von bedenklichen Pestiziden. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind die festgestellten Gehalte nicht akut gefährlich. Wir vergeben dennoch Minuspunkte, weil die Verwendung dieser Mittel im Anbau Bienen und generell die Artenvielfalt gefährdet.
  • Vier Frühstücksflocken sind mit Schimmelpilzgiften belastet. Diese können das Immunsystem schwächen. Gefunden haben wir Deoxinivalenol (DON) und T-2-/HT-2-Toxine. Die Pilze, die diese Gifte bilden, befallen das Korn schon auf dem Feld, die Wahrscheinlichkeit dafür hängt unter anderem von der Witterung ab.
  • In zwei Frühstücksflakes im Test bewerten wir die Gehalte an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) als "stark erhöht". Außerdem waren die problematischeren aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in den Cornflakes nachweisbar. Zu dieser Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören.
Cornflakes sind bei Kindern und Erwachsenen beliebt.
Cornflakes sind bei Kindern und Erwachsenen beliebt. (Foto: komokvm/Shutterstock)

Teils zu viel Salz in Frühstückflocken im Test

Es sind nicht nur Schadstoffe, die wir häufiger in Lebensmitteln kritisieren. Auch hohe Salzdosen sind aus unserer Sicht nicht erwünscht. Zehn Frühstücksflakes enthalten – nach ÖKO-TEST-Kriterien – zu viel Salz. Mit mehr als 1,6 Gramm pro 100 Gramm liegen ihre Salzanteile höher als die der meisten Tiefkühlsalamipizzen! In Finnland müssen solche Frühstückscerealien einen Warnhinweis tragen. In Deutschland setzt die Politik darauf, dass die Hersteller den Salzgehalt von Lebensmitteln freiwillig reduzieren.

Dauerhaft viel Salz erhöht das Risiko für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb, nicht mehr als höchstens sechs Gramm Salz pro Tag zu essen. Die Zuckergehalte hingegen bewegen sich im Rahmen und liegen zwischen weniger als einem Gramm in ungesüßten Produkten und 11,9 Gramm pro 100 Gramm in den Kellogg’s Special K Classic.

Welche Frühstücksflocken sind gesünder? 

Und gibt es aus ernährungsphysiologischer Sicht Unterschiede zwischen den Cornflakes im Test? Vergleichsweise etwas vorteilhafter sind Flocken, die wenig Salz und wenig Zucker, aber viele Ballastoffe aus Vollkornzutaten enthalten. Das spiegelt sich auch in der Einstufung der Produkte im Nutri-Score wider, den wir ausgerechnet haben und in der Tabelle mit angeben – ein A entspricht der besten Wertung.

Mit dem Nutri-Score können Hersteller ihre Produkte kennzeichnen; er soll einen Vergleich ermöglichen, ist aber nicht verpflichtend. Die Skala unserer Berechnungen reicht von A bis D.

(Foto: ÖKO-TEST)

Verzehr von Cornflakes: Das rät ÖKO-TEST 

Wir haben drei Tipps für Sie: 

  1. Frühstücksflocken mit möglichst wenig Acrylamid wählen. Je weniger man davon aufnimmt, desto besser.
  2. Dass der Nutri-Score für viele Produkte die beste Wertung A ergibt, zeigt die Grenzen dieses Modells: Die getesteten, ungezuckerten Cornflakes sind in Ordnung, aber kein ausgewogenes Frühstück für jeden Tag.
  3. Cornflakes schmecken auch als knuspriger Zusatz zu gesunden Haferflocken mit Obst und Nüssen oder (Soja-)Joghurt.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Im großen Testeinkaufskorb landeten unterschiedliche Getreideflocken: Cornflakes aus Mais, Dinkel-, Buchweizen- und Mehrkornflakes – alle ohne "Frost", also ohne oberflächlich aufgebrachten Zucker. 28 der 50 getesteten Produkte tragen ein Bio-Label.

Bei der Herstellung werden Flakes meist unter Hitze getrocknet. Dabei kann sich potenziell krebserregendes Acrylamid bilden. Wir ließen alle Produkte im Labor auf diesen Stoff prüfen. Außerdem untersuchten die von uns beauftragten Labore die Flocken auf mögliche Belastungen mit Pestiziden, Schimmelpilzgiften und Mineralölbestandteilen. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sehen wir kritisch, sie ersetzen keine gesunde Ernährung. Vor allem Eisen sollten die Hersteller aus unserer Sicht nicht zusetzen, denn eine dauerhaft zu hohe Aufnahme erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, Lebensmittel mit Eisen anzureichern.

Wir haben zudem geprüft, wie viel Salz und Zucker die Frühstücksflocken enthalten. Auch die Verpackungen haben wir genau angesehen. Doppelt gemoppelt macht viel Müll, deshalb gibt es für in Plastik und zusätzlichen Karton verpackte Produkte Notenabzug.

Bewertungslegende 

Bei der Auflistung der verwendeten Getreidearten wurden geringfügige Gehalte an vor allem geschmacksgebenden Zutaten wie Gerstenmalzmehl und Gerstenmalzextrakt nicht mitaufgeführt. Die deklarierten Anteile der Getreidearten wurden durch Anbieterrückmeldungen ergänzt. Die prozentualen Angaben können durch Berechnungen vor oder nach dem Trocknungsprozess der Flakes abweichen.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt an MOSH/ MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "stark erhöht"). "Über Orientierungswert" liegt der Gehalt, wenn die Summe aller analysierten MOSH und MOSH-Analoga der Kettenlängen C10 bis C50 über 6 mg/kg liegt; b) ein Acrylamidgehalt von mehr als 150 μg/kg (in der Tabelle: "stark erhöht"). Dies entspricht einer Überschreitung des EU-Richtwertes gemäß Verordnung (EU) Nr. 2017/2158 für Frühstückscerealien auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- oder Reisbasis von 150 μg/kg. Der Richtwert für Frühstückscerealien aus Weizen oder Vollkorngetreide (300 μg/kg) wurde nicht angewandt, da die ermittelten Gehalte aus unserer Sicht zeigen, dass auch in Produkten auf Weizen- und Vollkornbasis niedrige Acrylamidgehalte erzielt werden können; c) ein Summengehalt von T-2- und HT-2-Toxinen pro 50-Gramm-Portion, der den Gruppen- TDI von 0,02 μg/kg Körpergewicht zu mehr als 100 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: "stark erhöht"). Zugrunde gelegt haben wir ein siebenjähriges Kind mit einem Körpergewicht von 24 Kilogramm. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "erhöht"); b) der Nachweis von MOAH; c) ein Acrylamidgehalt von mehr als 75 μg/kg (in der Tabelle: "erhöht"). Dies schöpft den EU-Richtwert von Frühstückscerealien auf Mais-, Hafer-, Dinkel-, Gerste- oder Reisbasis von 150 μg/kg zu mehr als 50 Prozent aus; Begründung siehe oben; c) ein Summengehalt von Deoxynivalenol, 3-Acetyl-Deoxynivalenol und 15-Acetyl-Deoxynivalenol pro 50-Gramm-Portion, der den Gruppen-TDI von 1,0 μg/kg Körpergewicht zu mehr als 50 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: "erhöht"). Zugrunde gelegt haben wir ein siebenjähriges Kind mit einem Körpergewicht von 24 kg; d) ein Summengehalt von T-2- und HT-2-Toxinen pro 50-Gramm-Portion, der den Gruppen TDI von 0,02 μg/kg Körpergewicht zu mehr als 50 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: "erhöht"). Zugrunde gelegt haben wir ein siebenjähriges Kind mit einem Körpergewicht von 24 Kilogramm; e) der Zusatz von Eisen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an MOSH/MOSH-Analoga der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "leicht erhöht"); b) ein bis zwei besonders bedenkliche Pestizide in Gehalten von jeweils mehr als 0,010 mg/kg (hier: Deltamethrin, Glyphosat, Pyrethrine); c) ein Gehalt des Synergisten (Wirkverstärkers) Piperonylbutoxid, der den Rückstandshöchstgehalt aus der nationalen Rückstandshöchstmengenverordnung für Getreide zu mehr als 10 bis 50 Prozent ausschöpft (in der Tabelle: "Wirkverstärker erhöht"); d) fünf bis neun Pestizide (Wirkverstärker und Wachstumsregulatoren inbegriffen) in Spuren; e) ein deklarierter Salzgehalt von mehr als 1,6 g /100 g (in der Tabelle: "Salz erhöht"). Dies entspricht dem Schwellenwert für einen Warnhinweis bei hohem Salzgehalt von Frühstückscerealien in Finnland; f) der Zusatz von Vitaminen und/oder Mineralstoffen, wenn nicht schon für den Zusatz von Eisen um zwei Noten abgewertet wurde; g) der Zusatz von Natriumphosphat.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) keine Angabe des Ballaststoffgehalts in der Nährwertdeklaration. Eine Angabe ist rechtlich nicht verpflichtend, kann dem Verbraucher unserer Meinung nach jedoch eine wertgebende Information über die Frühstücksflakes bringen; b) Angabe einer zu kleinen Portionsgröße von 30 Gramm; c) zusätzliche Umverpackung aus Pappe, obwohl die Flakes schon in einem Kunststoffbeutel verpackt sind; d) keine zusätzliche Kennzeichnung, dass es sich bei "Dinkel" um eine Weizenart handelt. Nach der Bekanntmachung der EU-Kommission vom 13. Juli 2017 ist eine solche Kennzeichnung verpflichtend. Steht bei konkret benannten Analysenergebnissen "nein", bedeutet das unterhalb der Bestimmungsgrenze oder Nachweisgrenze der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.  

Testmethoden 

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte): Acrylamid: LC-MS/MS. Chlormequat und Mepiquat: LC-MS/MS (berechnet als Chlormequatchlorid bzw. Mepiquatchlorid). Glyphosat, Glufosinat, AMPA: LC-MS/MS. MOSH/MOSH-Analoge/MOAH: DIN EN 16995:2017 mod. Die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix. Mykotoxine: LC-MS/MS (untersucht wurde unter anderem auf Nivalenol, Deoxynivalenol, 3- und 15-Acetyl-Deoxynivalenol, Fusarenon X, Fumonisine B1 und B2, Zearalenon, Diacetoxyscirpenol, HT-2-, T-2-Toxin, Ochratoxin A). Pestizidscreening: GC-MS nach § 64 LFGB L 00.00-34 : 2010-09, modifiziert und 2D LC-MS/MS. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Oktober 2020 

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