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Beste Tiefkühlpizza: Nur zwei von 20 Salamipizzen sind "sehr gut"

Magazin November 2020: So gesund ist Speiseöl | Autor: Hanh Friedrich/Meike Rix | Kategorie: Essen und Trinken | 04.11.2020

Pizza Salami im Test: Wir haben 20 Produkte getestet. Welche ist die beste Tiefkühlpizza?
Foto: ÖKO-TEST

Pizza Salami ist in Deutschland besonders beliebt. Die Auswahl in Supermärkten und Discountern ist groß, die Qualitätsunterschiede sind es allerdings auch. Das zeigen unsere Testergebnisse. Auffällig: Einige Salamipizzen sind mit Mineralöl belastet. 

  • Wir bewerten nur zwei überprüfte Salamipizzen mit Bestnote, zehn weitere sind immerhin "gut". 
  • Einige Pizzen schneiden mittelmäßig ab, eine Pizza Salami im Test fällt durch. 
  • Kritik gibt es vor allem für zu viel enthaltenes Salz und Verunreinigungen durch Mineralöl. 

Tiefkühlpizza ist praktisch, wenn es ganz schnell etwas Warmes mit Biss zum Essen geben soll. Am häufigsten entscheiden sich die Deutschen dabei für Pizza Salami. Wir wollten wissen, welche Marken gut schmecken, vergleichsweise gesund und frei von Schadstoffen sind. 

Pizza Salami im Test: Vergleich von Dr. Oetker, Wagner & Co.

Dafür haben wir 20 Salamipizzen eingekauft und in Labore geschickt. Fazit: Es gibt erstaunliche Unterschiede hinsichtlich der Qualität der Inhaltsstoffe und Konsistenz der zubereiteten Pizzen. 

Das Ergebnis: Zwei Pizzen Salami schneiden mit Bestnote ab, zehn weitere empfehlen wir mit dem Gesamturteil "gut". Es gibt aber auch Pizzen, die Mängel aufweisen. Hauptkritikpunkte sind zu viel enthaltenes Salz und Mineralöl. 

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Mineralöl als Problem in einigen Pizzen 

Verunreinigungen mit Mineralöl kritisieren wir in sechs getesteten Salamipizzen. Genauer gesagt, haben wir gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gefunden. Das Problem bei MOSH in Lebensmitteln ist, dass sie sich in den Organen anreichern können und noch unklar ist, welche Folgen das für den Menschen hat.

Die Gehalte an MOSH in einer Pizza Salami im Test bewerten wir als "stark erhöht", in fünf weiteren sind sie unserer Ansicht nach "erhöht". Bleibt die Frage, wie das Mineralöl in die Produkte gelangt. Ein denkbarer Eintragsweg sind technische Fette, die an Maschinen in der Produktion der Pizza oder von Zutaten eingesetzt werden.

Negativ aufgefallen ist auch eine getestete Pizza Salami, die den Zusatz Calciumphosphat enthält. Denn Experten raten dazu, möglichst wenig Phosphate aufzunehmen, weil zu viel davon den Nieren schaden kann. 

Pizza Salami im Test: Im Fokus standen mögliche Schadstoffbelastungen und der Geschmack.
Pizza Salami im Test: Im Fokus standen mögliche Schadstoffbelastungen und der Geschmack. (Foto: stockcreations/Shutterstock )

In den meisten Salamipizzen steckt zu viel Salz 

Ebenso ungesund ist zu viel Salz – es kann das Risiko erhöhen, an Bluthochdruck zu erkranken. Im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie für Salz hat der Wirtschaftsverband der deutschen Tiefkühlindustrie der Regierung nun zugesagt, bis 2025 den durchschnittlichen Salzgehalt in Tiefkühlpizza auf 1,25 Gramm pro 100 Gramm zu reduzieren.

Das ist uns allerdings zu spät. In nur drei Salamipizzen liegt der gemessene Gehalt bereits darunter. Alle anderen bekommen Punktabzug.

Wie schmecken die Pizzen im Test? 

So viel zu den Inhaltsstoffen. Kommen wir zum Geschmack: Alle Salamipizzen im Test wurden nach Verpackungsanleitung zubereitet und schmeckten laut der von uns beauftragten Sensorikexperten fehlerfrei. Kritik gab es in fünf Fällen an den Pizzaböden. Die Prüfer beschrieben sie als noch "leicht teigig", während der Rand schon "deutlich knusprig" war.

Im Test haben wir für alle getesteten Pizzen den Nutri-Score errechnet. Dabei handelt es sich um ein von Ernährungswissenschaftlern entwickeltes Kennzeichnungssystem, das anzeigen soll, wie "gesund" ein Produkt ist. Die Bewertung reicht von A (dunkelgrün, am besten) bis E (rot, am ungünstigsten).

Wie ungesund ist eine Pizza Salami wirklich? Der von Ernährungswissenschaftlern entwickelte Nutri-Score kann Aufschluss darüber geben.
Wie ungesund ist eine Pizza Salami wirklich? Der von Ernährungswissenschaftlern entwickelte Nutri-Score kann Aufschluss darüber geben. (Foto: Andy Shell/Shutterstock; wwwebmeister/Shutterstock)

Nutri-Score: Wie ungesund ist Pizza Salami? 

Der Nutri-Score bezieht sowohl negative Bestandteile wie ein zu hoher Energiegehalt, zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz mit ein als auch den Ballaststoff- und Eiweißgehalt sowie den Obst- und Gemüseanteil.

Das heißt: Der Nutri-Score erleichtert es, den Beitrag von Produkten zu einer gesunden Ernährung zu vergleichen. Noch findet es sich hierzulande jedoch nur vereinzelt auf Verpackungen. Für die Salamipizzen im Test haben wir den Nutri-Score ausgerechnet.

Auf der Skala von A bis E erreicht gerade einmal eine von 20 Pizzen den zweitbesten Wert – ein hellgrünes B. 13 landen mit C im gelben und sechs mit D im orangenen Bereich. Kritisch bei Salamipizza sind neben viel Salz auch die hohen Gehalte an gesättigten Fettsäuren und Energie. Positiv werden Proteine und Ballaststoffe berücksichtigt. Die Gemüseanteile sind generell sehr gering.

Tipps zum Verzehr von Pizza Salami

Das rät ÖKO-TEST: 

  • Auch wenn zwölf Fertigpizzen empfehlenswert sind: Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind die Salamipizzen nicht der Renner und kein Essen für jeden Tag.

  • Wenn Sie sich zu zweit eine Pizza teilen und dazu Gemüse oder einen Salat essen, verbessert sich die Nährwertbilanz enorm.

  • Bio-Pizza ist oft teurer. Doch es gelten unter anderem strengere Mindestanforderungen an die Bedingungen in der Tierhaltung für die Fleisch- und Käseproduktion.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Im ÖKO-TEST-Einkaufswagen stapelten wir die beliebteste Pizzavariante der Deutschen: die Pizza Salami. Insgesamt kauften wir 20 tiefgekühlte Produkte ein, darunter beliebte Markenprodukte sowie Eigenmarken von Discountern, Super- und Bio-Märkten und den Tiefkühl-Lieferdiensten Eismann und Bofrost. Zwischen 88 Cent und 5,79 Euro haben wir pro Pizza bezahlt.

Die beauftragten Labore untersuchten die Pizzen für uns auf Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen, führten mikrobiologische Untersuchungen durch und bestimmten für alle Produkte den Salzgehalt. Zudem ließen wir prüfen, ob der Anteil wertgebender Zutaten wie Salami und Käse tatsächlich den deklarierten Mengenangaben entsprach.

Und weil Pizza vor allem schmecken und auch knusprig sein muss, hat ein Expertenpanel alle Salamipizzen einer ausführlichen sensorischen Prüfung unterzogen, nachdem sie genau nach Verpackungsanleitung fertig gebacken worden waren.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und deren Analoga (MOSH und MOSH-Analoga) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg (in Tabelle "sehr stark erhöht"). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen und deren Analoga (MOSH und MOSH-Analoga) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in Tabelle "erhöht"); b) ein Salzgehalt von mehr als 1,25 g bis 2,5 g pro 100 g Pizza. Der Gehalt orientiert sich an der Zielvereinbarung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI), die einen durchschnittlichen Salzgehalt von 1,25 g pro 100 g Pizza vorsieht; c) eine Abweichung einer nach der QUID-Regelung angegebenen Zutat von mehr als 15 bis 30 Prozent im Vergleich zum getesteten Enderzeugnis (in Tabelle "...anteil zu hoch/zu niedrig"; d) der Zusatz von Calciumphosphat.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um eine Note: ein Mangel im Mundgefühl des Pizzateiges, beschrieben als "leicht teigig" oder als "deutlich fest". Steht bei konkret benannten Analyseergebnissen "nein", bedeutet das "unterhalb der Bestimmungsgrenze" der jeweiligen Testmethode.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sensorik, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.  

Testmethoden 

Präparation: Gravimetrische Bestimmung einzelner Zutaten

Kochsalz: Nach Suspension der Probe und Ansäuerung mit Salpetersäure wird das Chlorid mit Silbernitrat-Maßlösung bei potentiometrischer Endpunktbestimmung titriert.

MOSH/MOSH-Analoge/MOAH: nach DIN EN 16995 : 2017, modifiziert. Die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix.

Mikrobiologische Untersuchungen:

Gesamtkeimzahl aerob nach DIN EN ISO 4833-2 : 2014

Enterobacteriaceen nach ASU L 00.00-133/2 : 2019

E. coli nach ASU L 00.00-132/1 : 2010

koagulase-positive Staphylokokken nach ASU L 00.00-55 : 2019

präsumtive Bacillus cereus nach ASU L 00.00-33 : 2006

Listeria monocytogenes nach ASU L 00.00-22 : 2018

Salmonellen nach ASU L 00.00-20 : 2018

Schimmelpilze nach ISO 21527-12 : 2008

Hefen nach ISO 21527-12 : 2008.

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Sensorik: Beurteilung nach ASU L 00.90-16 : 2006. Nach Einzelprüfungen werden die Einzelergebnisse in der Gruppe diskutiert und ein gemeinsames Gesamtergebnis erarbeitet.

Einkauf der Testprodukte: Juli 2020 

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