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8 Bio-Mineralwässer im Test

Bio kann das Wasser reichen

ÖKO-TEST Juli 2016 | Kategorie: Essen und Trinken | 30.06.2016

8 Bio-Mineralwässer im Test

Die Wässer mit dem Label für Bio-Mineralwasser sind rein, was Abbauprodukte von Pestiziden, Arzneimittelrückstände und Co. betrifft. Wie umweltfreundlich die hochpreisigen Produkte am Ende wirklich sind, hängt natürlich auch davon ab, wie weit entfernt von der Quelle man sie einkauft.

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Kann ein Mineralwasser überhaupt "bio" sein? Wo doch Mineralwässer ohnehin von "ursprünglicher Reinheit" sein müssen, also auch frei von Pestiziden? Als die durch ihr Bio-Bier bekannte Firma Neumarkter Lammsbräu vor Jahren ein Bio-Mineralwasser herausbrachte, sorgte das für heiße Diskussionen. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs reichte Klage ein. Der Bundesgerichtshof urteilte Ende 2012 zugunsten der Firma: Die Verwendung der Bezeichnung Bio-Mineralwasser stelle keine irreführende Werbung mit einer Selbstverständlichkeit dar, wenn sich das fragliche Mineralwasser von anderen Mineralwässern dadurch abhebt, dass der Anteil an Rückständen und Schadstoffen besonders niedrig ist, so die Richter.

Damals waren Vertreter der Konkurrenz auf dem Mineralwassermarkt gegen die Werbung mit "bio". Nach dem BGH-Urteil möchten nun einige selbst davon profitieren. Die Schwergewichte Hassia und Gerolsteiner bieten neuerdings Mineralwässer mit einem neu entwickelten Fresenius-Label für "Premiummineralwasser mit Bio-Qualität" an. Wässer mit diesem Label werden wir in künftigen ÖKO-TESTs mit Sicherheit berücksichtigen. Das Bio-Mineralwasser-Siegel tragen neben Neumarkter Lammsbräu noch drei weitere Mineralbrunnenbetreiber. Grund für ÖKO-TEST, sich anzuschauen: Was steckt in den Wässern mit Bio-Mineralwasser-Label?

Die umfangreichen Labelvorgaben der auf Initiative des Lammsbräu-Inhabers Franz Ehrnsperger gegründeten Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser beinhalten unter anderem strenge Vorgaben für Uran, Arsen, Nitrit. Die Wässer müssen frei sein von bestimmten Arzneimittelrückständen und Abbauprodukten von Pestiziden. Das ist, wie unter anderem vergangene ÖKO-TESTs gezeigt haben, keine Selbstverständlichkeit, wird aber durchaus auch von einer Reihe von Mineralwässern ohne Bio-Label erfüllt. Die Zertifizierung erfolgt durch die Kontroll- und Zertifizierungsstelle BCS Öko-Garantie in Nürnberg.

Und wird durch Bio-Mineralwasser die Umwelt geschützt? Das kommt darauf an! Die teilnehmenden Mineralbrunnenbetreiber verpflichten sich unter anderem, den ökologischen Landbau in ihrem Einzugsgebiet zu fördern. Die Entnahmemengen aus der Quelle sind begrenzt. Zudem werden Fortschritte in Sachen Energie- und Ressourceneffizienz im eigenen Betrieb kontrolliert. Vorgaben zur Größe des Vertriebsgebiets fehlen allerdings in den Richtlinien. Bei einem gewichtigen Lebensmittel wie Wasser ist die Transportstrecke jedoch besonders relevant für die Umweltbilanz. "Leitungswasser aus dem Hahn ist die am wenigsten umweltbelastende Art, sich mit Trinkwasser zu versorgen", meint daher Wasserexpertin Ingrid Chorus vom Umweltbundesamt (UBA). Wer Leitungswasser trinkt, vermeidet damit die Belastung durch den Transport, die Herstellung und Reinigung der Flaschen.

Zur Überprüfung der Qualität der Wässer selbst haben wir umfangreiche Laboranalysen in Auftrag gegeben. Von den vier Anbietern waren jeweils ein stilles und ein Medium-Wasser in unserem Test dabei.

Das Testergeb


Mineralwasser, Bio-Mineralwasser: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bio Kristall Mineralwasser Medium
  • Neumarkter (Naturwarenladen)

Bio Kristall Mineralwasser Still
  • Neumarkter Lammsbräu

Theodor Rheinsberger Preussen Quelle Bio Mineralwasser Still
  • Rheinsberger Preussenquelle

Christinen Medium Bio Mineralwasser
  • Teutoburger Mineralbrunnen

Ensinger Gourmet Quelle Bio Mineralwasser Medium
  • Ensinger Mineral-Heilquellen

Ensinger Gourmet Quelle Bio Mineralwasser Still
  • Ensinger Mineral-Heilquellen

Theodor Rheinsberger Preussen Quelle Bio MineralwasserMedium
  • Rheinsberger Preussenquelle

Christinen Naturelle Bio Mineralwasser
  • Teutoburger Mineralbrunnen

8 Bio-Mineralwässer im Test
ÖKO-TEST Juli 2016 Seite 76
ÖKO-TEST Juli 2016 Seite 77
ÖKO-TEST Juli 2016 Seite 78
ÖKO-TEST Juli 2016 Seite 79

4 Seiten
Seite 76 - 79 im ÖKO-TEST Juli 2016
vom 30.06.2016
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

In den Test genommen haben wir alle vier Mineralwassermarken mit dem Label der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Wir kauften davon jeweils ein stilles und ein Medium-Mineralwasser ein. Die beiden Wässer aus der Ensinger Gourmet Quelle sind schwerpunktmäßig in der Gastronomie erhältlich. Die ganz neu mit dem Label ausgezeichneten Mineralwässer der Marke Theodor Rheinsberger Preussen Quelle und die der Marke Biokristall haben wir im Naturkost- und Bio-Fachhandel gefunden. Vor dem Hintergrund des beworbenen Umweltschutzanspruches haben wir in dem Fall, dass ein Produkt sowohl in Mehrweg-Glas-Flaschen als auch in PET-Einwegflaschen angeboten wurde, zu den PET-Einwegflaschen gegriffen.

Die Inhaltsstoffe

"Eins der reinsten Mineralwässer Europas" steht auf den Etiketten der getesteten Christinen Bio Mineralwässer. Voraussetzung für die Vergabe des Bio-Mineralwasser-Labels ist, dass der Hersteller zahlreiche bestandene chemische Analysen vorweisen kann. ÖKO-TEST hat natürlich eigene Analysen in Auftrag gegeben. Unter anderem wurden die Herstellerangaben zu den Mineralstoffen überprüft und ob in den Wässern wirklich weder Abbauprodukte von Pestiziden noch Arzneimittelrückstände noch Süßstoffe nachweisbar sind. Des Weiteren gehörten Nitrat und Nitrit, Schwermetalle und Chlorat als möglicher Rückstand aus Reinigungsvorgängen zum Prüfspektrum sowie das Bakterienvorkommen.

Die Bewertung

Wir bewerten die Bio-Mineralwässer nach denselben strengen Maßstäben, die wir bei "normalem" Mineralwasser anlegen und die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Darüber hinaus haben wir sie an weiteren eigenen Vorgaben gemessen, etwa zur transparenten Deklaration von Inhaltsstoffen wie Nitrat.

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ÖKO-TEST Juli 2016
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Erschienen am 30.06.2016

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