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22 Vegane Brotaufstriche im Test

Streicheinheiten

ÖKO-TEST Mai 2017 | Kategorie: Essen und Trinken | 27.04.2017

22 Vegane Brotaufstriche im Test

Sie sind vielfältig, überall erhältlich und schmecken nicht nur auf der Stulle: Brotaufstriche können auch zum Verfeinern verschiedener Gerichte und Soßen dienen. Was die Kalorien angeht, können viele aber mit Leberwurst oder

Gouda gut mithalten. Und frei von Schadstoffen sind sie leider auch nicht immer.

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ÖKO-TEST Mai 2017:

Vegane Brotaufstriche

Pflanzliche Brotaufstriche haben es geschafft. Inzwischen sind sie sozusagen in die Bundesliga aufgestiegen. Das haben sie vorrangig der Veggie-Bewegung zu verdanken. Denn die wächst und wächst und auch Nichtveganer machen jetzt häufiger einen Abstecher in die hippe Ecke im Supermarkt. Dabei ist die Geschichte der veganen Brotaufstriche die einer Notlösung. Denn als im Zweiten Weltkrieg das Fleisch knapp wurde, mussten fleischlose oder -arme Alternativen her. Heute sind die Aufstriche meist ganz ohne tierische Zutaten. Der Trend geht außerdem weg von Pasteten auf Nährhefe-Basis. Als Grundlage dienen meist Sonnenblumenkerne und pflanzliches Öl.

Diese Zutaten setzen die Hersteller nicht zu knapp ein. So beläuft sich der Fettanteil in den Produkten auf bis zu 35 Prozent. Kalorienmäßig können es viele vegane Brotaufstriche somit gut mit beispielsweise einer Leberwurst aufnehmen, die mit rund 300 Kilokalorien pro 100 Gramm zu Buche schlägt. Dabei geht es auch anders, wie einige Produzenten beweisen: Gemüseaufstriche, bei denen das Öl erst an vierter Stelle auf der Zutatenliste auftaucht. 100 Gramm Brotaufstrich haben dann sogar weniger als 200 Kilokalorien. Das hat nicht nur den Vorteil, dass weniger Energie aufgenommen wird. Weniger Gesamtfett bedeutet auch, dass das Risiko geringer ist, einen zu hohen Gehalt an Fettschadstoffen aufzunehmen.

Schadstoffe wie die Glycidyl- und 3-MCPD-Fettsäureester können bei der Raffination von Speiseölen entstehen. In Fertigprodukten setzen die Hersteller vor allem raffinierte Öle ein, da diese weitestgehend geruchs- und geschmacksneutral sind. Durch die Entfernung verschiedener Begleitstoffe sind sie außerdem länger haltbar. Die sogenannte Reinigung findet bei mehr als 200 Grad statt. Die hohen Temperaturen sind aber nur ein Faktor, der die Bildung der Schadstoffe begünstigt. Je länger zum Beispiel Palmfrüchte oder Oliven nach der Ernte gelagert werden, desto mehr Diglyceride entstehen. Dies führt in Kombination mit den sehr hohen Temperaturen zur Bildung von Glycidylestern, erklärt Dr. Bertrand Matthäus, Leiter der Forschungsgruppe Lipide am Max-Rubner-Institut in Detmold.

Neben Fettschadstoffen können auch Mineralölbestandteile die Brotaufstriche belasten. Als das Thema Mineralöl in Lebensmitteln vor ein paar Jahren aufkam, dachte man noch, dass nur Produkte in Recyclingkartons ohne Innenbeutel Mineralölbestandteile aufweisen. Unsere Untersuchungen haben aber gezeigt: Auch in Produkten, die in Gläser abgefüllt oder in Alu verpackt sind, findet das Labor gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) oder sogar aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Während sich Erstere im Körper anreichern und in Tierversuchen zu Organschäden geführt haben, ist es bei Letzteren laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nicht auszuschließen, dass sich darunter auch krebsauslösende Substanzen befinden. Im Lebensmittel haben MOSH und MOAH jedenfalls nichts verloren. Egal auf welchem Weg sie dort hinein gelangen.

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Vegane Brotaufstriche: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bio Sonne Tomate-Basilikum
  • Norma

Granovita Tomate-Rucola, Pastete
  • Granovita (Reformhaus)

Dennree Streichcreme Paprika Chili
  • Dennree

Zwergenwiese Arrabitom Brotaufstrich
  • Zwergenwiese

Ener Bio Paprika-Chili, Pflanzliche Pastete
  • Rossmann

Bio Zentrale Brotaufstrich Tomate
  • Bio-Zentrale

Bio Primo Gourmet Pastete Kräuter
  • Müller Drogeriemarkt

Rewe Bio Streichcreme Tomate-Basilikum
  • Rewe

Allos Hofgemüse Susis Scharfe Tomate
  • Allos

Campo Verde Brotaufstrich Paprika-Sesam, Demeter
  • Campo Verde

Tartex Brotzeit Tomate
  • Allos

Vitam Basilikum-Tomate
  • Vitam

NA Bio Aufstrich Tomate Lupine
  • Naba Feinkost

Edeka Bio + Vegan Tomate-Kräuter
  • Edeka

K-Take it Veggie Hot Paprika, Veganer Bio-Aufstrich
  • Kaufland

Bio Bio Streichcreme Paprika-Zucchini-Tomate
  • Netto Marken-Discount

Kania Bio Cremiger Brotaufstrich Tomate-Basilikum
  • Lidl

Bio Veggie Aufstrich Paprika-Zucchini-Tomate
  • Aldi Süd

Basic Tomaten mit Basilikum Aufstrich
  • Basic

Dm Bio Pastete Tomate
  • Dm

Naturgut Bio-Brotaufstrich Tomate-Zucchini
  • Penny

Alnatura Streichcreme Toskana
  • Alnatura

22 Vegane Brotaufstriche im Test
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 46
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 47
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 48
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 49
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 50
ÖKO-TEST Mai 2017 Seite 51

6 Seiten
Seite 46 - 51 im ÖKO-TEST Mai 2017
vom 27.04.2017
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Fast alle pflanzlichen Brotaufstriche sind vegan. Vegetarische Varianten, denen zum Beispiel etwas Honig beigefügt ist, haben wir außer Acht gelassen. Da Aufstriche mit Tomaten und/oder Paprika am liebsten gekauft werden, gehen fast alle Produkte in diese Geschmacksrichtungen.

Die Inhaltsstoffe

Öl steht bei den meisten Brotaufstrichen unter den ersten drei Zutaten. Deshalb haben die beauftragten Labore die Produkte auf Fettschadstoffe wie Glycidyl-Fettsäureester untersucht, aus denen sich im Körper das als krebserregend und genotoxisch eingestufte Glycidol freisetzt. Mineralölbestandteile - beispielsweise aus Schmierölen - können während der Herstellung die Aufstriche verunreinigen. Zwar sind bis auf ein Produkt alle aus ökologischer Herstellung. Auf Pestizidrückstände haben wir natürlich trotzdem untersuchen lassen, genauso wie auf Weichmacher, die möglicherweise aus den Deckeldichtungen auf das Lebensmittel übergehen können.

Die Bewertung

Sowohl gesättigte also auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH bzw. MOAH) sind in Lebensmitteln unerwünscht. So können sich unter MOAH krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden. Wir werten deshalb bereits den Nachweis von MOAH um zwei Noten ab. Abzug gibt es auch, wenn Hefeextrakt auf der Zutatenliste steht, da dieser als versteckter Geschmacksverstärker dient.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Mai 2017
ÖKO-TEST Mai 2017

Erschienen am 27.04.2017

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