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20 glutenfreie Lebensmittel im Test

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Jahrbuch für 2018 | Kategorie: Essen und Trinken | 19.10.2017

20 glutenfreie Lebensmittel im Test

Glutenfreie Produkte boomen. Menschen mit einer Zöliakie brauchen sie. Doch auch viele Gesunde greifen zu Lebensmitteln ohne Gluten. Wir zeigen, welche Produkte akzeptabel sind.

Zöliakie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dünndarms, die auf einer lebenslangen Unverträglichkeit gegenüber Gluten beruht. Das Klebereiweiß steckt in Weizen, Roggen, Gerste und verwandten Getreidearten sowie in Lebensmitteln, die daraus hergestellt sind. Wir wollten wissen, wie es um die Qualität von glutenfreien Produkten bestellt ist, und haben 20 Proben untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Viele Produkte sind "sehr gut" oder "gut", etliche aber auch nur "befriedigend" oder "ausreichend".

Wichtig für die Betroffenen: Gluten war meist gar nicht - und wenn, dann nur in Spuren deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert nachweisbar.

In reishaltigen Proben hat das Labor krebserregendes anorganisches Arsen gefunden. Wir bewerten die Produkte genauso streng wie rohen Reis. Als "erhöht" betrachten wir Gehalte, die mehr als 25 bis 50 Prozent des Grenzwerts für weißen Reis erreichen.

Im Bio-Baguette von Schnitzer und Bio-Vollkornbrot von Alnavit steckt zu viel Cadmium. Bereits mit einer halben Packung dieser Brote nimmt man mehr als die Hälfte von dem auf, was Experten für einen ganzen Tag noch akzeptabel finden. Cadmium reichert sich im Körper an und kann Nieren- und Knochenschäden hervorrufen.

Eine weitere wichtige Zutat in glutenfreien Produkten ist Mais. Die Körnerfrucht kann mit Pilzgiften - sogenannten Fumonisinen - belastet sein. Diese gelten als krebsverdächtig, sodass Fachleute auch hier eine tolerierbare Tagesaufnahmemenge festgelegt haben. In den Combino Free From Gluten Spaghetti stecken in einer Portion von 150 Gramm mehr als die Hälfte dieser Menge.

Vier konventionelle Produkte sind mit besonders bedenklichen Pestiziden belastet, darunter das von der internationalen Krebsforschungsagentur IARC als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" eingestufte Glyphosat. Es steckt in den Edeka Weltmeister Brötchen und im 3 Pauly Teff Bauernbrot.

In den Broten von Haus Rabenhorst, Dr. Schär und Hammermühle hat das Labor gesättigte Mineralölbestandteile (MOSH) gefunden, die sich im menschlichen Körper anreichern und im Tierversuch zu Schäden an verschiedenen Organen geführt haben.


Glutenfreie Lebensmittel: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Combino Free From Gluten Spaghetti aus Maismehl
  • Lidl

Seitz Glutenfrei Bio Helle Mehlmischung
  • Seitz Glutenfrei

Schär Universal Mix it!, Glutenfreie Mehlmischung
  • Dr. Schär

Enjoy Free! Glutenfreies Brot Hell
  • Aldi Süd

Bauckhof 3-Korn Waffeln, Backmischung
  • Bauck

Hammermühle Back-Mix Kastanienbrot
  • Hammermühle

Schär Gluten Free Reisbrot
  • Dr. Schär

Goldähren Glutenfrei-kernig
  • Aldi Nord

Alnavit Bio Spirelli
  • Alnavit

3 Pauly Schoko Kissen
  • Haus Rabenhorst

3 Pauly Teff Bauernbrot
  • Haus Rabenhorst

Edeka Weltmeister Brötchen glutenfrei, 4 Stück
  • Edeka

Hammermühle Vitalbrot mit Sonnenblumenkernen
  • Hammermühle

Schnitzer Glutenfree Baguette Classic, 2er Pack
  • Schnitzer

Werz Naturkorn Mühle 4-Korn-Mehl
  • Werz

Kölln Balance Zarte Köllnflocken Glutenfrei
  • Kölln

Barilla Glutenfrei Penne Rigate
  • Barilla

Bauckhof Hot Hafer, Haferbrei Basis-Mischung, Demeter
  • Bauck

Alnavit Bio Vollkornbrot
  • Alnavit

Rewe Frei von Ciabatta Brötchen Glutenfrei, 4 Stück
  • Rewe

20 glutenfreie Lebensmittel im Test
Jahrbuch für 2018 Seite 40
Jahrbuch für 2018 Seite 41
Jahrbuch für 2018 Seite 42
Jahrbuch für 2018 Seite 43

4 Seiten
Seite 40 - 43 im Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Aus dem riesigen Angebot an glutenfreien Produkten wählten wir Basislebensmittel wie Brot, Mehlmischungen, Nudeln und einige Frühstücksprodukte aus.

Die Inhaltsstoffe

Im Mittelpunkt der Laboranalysen standen problematische Stoffe wie Schwermetalle, Schimmelpilzgifte, Pestizide und Mineralölkohlenwasserstoffe. Anorganisches Arsen etwa kann in größeren Mengen in Reis vorkommen, insbesondere in Vollkornreis. Auf das im Getreideanbau übliche Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ließen wir per Einzelmethode prüfen. Mineralölbestandteile können aus Verpackungen oder der Produktion auf Lebensmittel übergehen. Experten fordern die Minimierung, da sie sich im Körper langfristig ablagern können.

Die Weiteren Mängel

An dieser Stelle prüften wir die Verpackung sowie Packungsangaben. Werben Hersteller zum Beispiel damit, dass sie gesetzliche Vorgaben einhalten, dann ist das nichts, was man besonders herausstellen muss, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Die Bewertung

Einige Produkte enthalten Spuren von Gluten. Da diese die gesetzliche Grenze von 20 mg/kg aber deutlich unterschreiten und diese Lebensmittel daher als sicher gelten, haben wir nicht abgewertet. Zu Punktabzügen führen vor allem zu hohe Gehalte an gesundheitlich bedenklichen Stoffen wie Arsen, Cadmium und Schimmelpilzgiften.

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Erschienen am 19.10.2017

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