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17 Cornflakes im Test

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ÖKO-TEST Juni 2011 | Kategorie: Essen und Trinken | 27.05.2011

17 Cornflakes im Test

Knusprig geröstete Maisflocken landen allmorgendlich in den Frühstücksschalen vieler Erwachsener und Kinder. Ein häufiges Problem bei den untersuchten Cornflakes sind Mineralölrückstände. Dennoch: Mehr als die Hälfte der untersuchten Produkte sind "gut" oder sogar "sehr gut".

Ursprünglich als Heilnahrung gedacht, sind Cornflakes heute zum sekundenschnell zubereiteten Frühstück für Groß und Klein geworden: Flocken in die Schale, Milch drauf, fertig. Natürlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, das Ganze aufzumöbeln: Mit frisch geschnittenen Apfel-, Birnen- oder Orangenstückchen, halbierten Weintrauben und zerkleinerten Walnüssen ist ruck, zuck eine leckere und vollwertige Mahlzeit zubereitet.

Pro Kopf und Jahr werden in Deutschland rund ein Kilogramm Cornflakes und andere traditionelle Frühstückscerealien gegessen. Damit finden die Produkte mehr Anklang als Müsli, das es auf lediglich 700 Gramm bringt. Verglichen mit den Briten, die jährlich um die sechs Kilogramm "Cereals" verputzen, liegen die Deutschen allerdings im Hintertreffen. Täglich auf den Tisch kommen Cerealien hierzulande nur in 15 Prozent aller Haushalte.

Die Cornflakes erfunden haben der Arzt John Harvey Kellogg und sein Bruder William Keith Kellogg in Battle Creek im US-Bundesstaat Michigan im Jahr 1894 - durch Zufall: Gekochter Mais war versehentlich über Nacht stehen geblieben. Wegschmeißen wollten die Brüder die Masse nicht. Stattdessen drehten sie sie durch eine Walze und trockneten sie mittels Wärme zu Flocken. Die schmeckten zunächst fade und verkauften sich erst gut, als sie mit Zucker und Malz aufgepeppt wurden.

Zucker, Salz und Gerstenmalz sowie das Rösten sorgen für das Aroma

Heutzutage werden Cornflakes auf zwei verschiedene Arten hergestellt. Immer noch gebräuchlich ist das Koch- und Walzverfahren. Dazu werden die Maiskörner, häufig nach Entfernen des ölreichen Keimlings, zunächst einmal zerkleinert. Die so entstehenden Grits kocht man in großen Kesseln unter leichtem Überdruck in ein bis zwei Stunden weich. Damit sie später wie gewünscht schmecken, werden gegebenenfalls Zucker, Salz und Gerstenmalz zugegeben. Nach Walzen, Trocknen und Rösten sind die knusprigen Maisflocken fertig.

Alternativ wird das Extruderverfahren angewendet, mit dem zum Beispiel auch Erdnussflips und Stapelchips entstehen. Der Extruder funktioniert im Prinzip wie ein überdimensionaler, geschlossener Fleischwolf: Maismehl, Wasser und die weiteren Zutaten werden unter Druck und Hitze miteinander vermengt. Schließlich wird die Masse aus Formdüsen herausgedrückt, gewalzt, getrocknet und geröstet. So entstehen Flocken einheitlicher Form und Größe.

Die nach dem Kochverfahren hergestellten Cornflakes gelten als aromatischer. Da zudem mehr von der Kornstruktur erhalten bleibt, ist mehr Verdauungsarbeit nötig als bei den Extrudercornflakes. Bei genauerem Hinsehen ist die Art der Herstellung auch erkennbar: Extrudierte Flakes haben häufig eine weniger blasige Oberfläche und weniger Kornstruktur als gekochte.

ÖKO-TEST hat Cornflakes 17 verschiedener Marken eingekauft, darunter fünf Bio-Produkte. Wir ließen sie im Labor auf diverse Schadstoffe untersuchen und schauten uns die Deklaration genauer an.

Das Testergebnis

Cornflakes sind


Frühstückscerealien, Cornflakes: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Alnatura Corn Flakes
  • Alnatura

Knusperone Cornflakes
  • Aldi Süd

Korn Mühle Corn Flakes
  • Netto Marken-Discount

Kellogg's Corn Flakes Die Originalen
  • Kellogg

Basic Cornflakes
  • Basic

Real Bio Cornflakes
  • Real

Davert Corn Flakes ungesüßt
  • Davert (Naturwarenladen)

Gletscherkrone Cornflakes
  • Aldi Nord

Golden Breakfast Cornflakes
  • Norma

Barnhouse Cornflakes
  • Barnhouse (Naturwarenladen)

Crownfield Cornflakes
  • Lidl

K-Classic Cornflakes
  • Kaufland

Hahne Knusperfrische Cornflakes
  • Hahne

Seitenbacher Cornflakes Die Knusprigen
  • Seitenbacher

Schneekoppe Vita Flakes Glutenfrei
  • Schneekoppe

Gut & Günstig Corn Flakes
  • Edeka

Granola Cornflakes
  • Penny

17 Cornflakes im Test
ÖKO-TEST Juni 2011 Seite 50
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ÖKO-TEST Juni 2011 Seite 55

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vom 27.05.2011
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Frühstückscerealien sind in zig Variationen erhältlich. In diesem Test haben wir uns auf den Klassiker konzentriert, die Cornflakes. Um ein möglichst breites Spektrum der am Markt erhältlichen Produkte abzubilden, haben wir die Regale von Discountern, Supermärkten, Reformhäusern und Bio-Läden durchforstet und sowohl konventionelle als auch Bio-Cornflakes unterschiedlichster Preisklassen in den Einkaufskorb gelegt. Mit Honig oder Schokolade aufgepeppte Maisflocken blieben außen vor.

Die Inhaltsstoffe

Bei aus Mais hergestellten Lebensmitteln liegen drei Fragen nahe. Erstens: Wie sieht es aus mit Gen-Technik? Zweitens: Wie steht es um Schimmelpilzgifte? Schon auf dem Feld können auf dem Mais Fusarien wachsen. Diese Pilze produzieren Fumonisine, die unter dem Verdacht stehen, Speiseröhren- und Leberkrebs auszulösen. Und drittens: Wurde der Mais gespritzt und sind im fertigen Produkt noch Pestizidrückstände nachweisbar? Um diese Fragen beantworten zu können, haben wir verschiedene, auf die jeweilige Untersuchung spezialisierte Labore mit den entsprechenden Analysen beauftragt. Im letzten Schritt ihrer Herstellung werden Cornflakes geröstet. Dabei kann das Krebsgift Acrylamid entstehen. Ebenfalls unerwünscht - nicht nur in Cornflakes - sind Mineralöle, die aus Druckfarben stammen. Gerade kartonverpackte Lebensmittel wie Frühstückscerealien können damit belastet sein. Der Gesamtzuckergehalt wurde im Labor ermittelt, wenn er nicht auf der Verpackung angegeben war. Schließlich haben wir auch noch einen kritischen Blick auf die Deklaration der Produkte geworfen.

Die Bewertung

Bei der Bewertung der Cornflakes haben wir die unerwünschten Inhaltsstoffe in den Vordergrund gerückt. Vor allem der Nachweis von Mineralölen vermasselte etlichen Produkten ein Gesamturteil "sehr gut". Die Abwertung erfolgte stufenweise: geringe Gehalte um eine Note, höhere Gehalte um zwei Noten. Darin spiegelt sich wider, dass bei den stark erhöhten Werten neben den gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH) immer auch aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) gefunden wurden, während bei den niedrigeren Gehalten zwar MOSH, aber keine MOAH nachweisbar waren. Die getesteten Cornflakes sind nicht explizit für Kinder aufgemacht. Auf lustige Comicfiguren auf der Verpackung haben die Anbieter verzichtet. Insofern ist es nicht zu kritisieren, wenn sich die angegebene prozentuale Ausschöpfung des täglichen Kalorienbedarfs oder der Zuckermenge auf Erwachsene bezieht. Die häufig als Portionsgröße angegebenen 30 Gramm halten wir zwar für knapp bemessen, allerdings auch nicht für völlig unrealistisch, wenn man davon ausgeht, dass die Flakes noch mit Obst angereichert werden.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Juni 2011
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Erschienen am 27.05.2011

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