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12 Obstsalate to go im Test

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ÖKO-TEST März 2016 | Kategorie: Essen und Trinken | 25.02.2016

12 Obstsalate to go im Test

Praktische Vitaminbomben oder eklige Keimschleudern? Wir wollten es genau wissen und haben zwölf Obstsalate zum Mitnehmen ins Labor geschickt. Zwei der Proben waren so verdorben, dass unsere Sensoriker sie gar nicht mehr probieren wollten. Immerhin: Drei Produkte schneiden "sehr gut" ab.

Auf dem Weg zur Arbeit in der S-Bahn noch schnell mit einer kleinen Dose Obst die tägliche Vitaminzufuhr sichern - da kommt so ein Obstsalat to go am Bahnhof oder im Supermarkt gerade recht. Die Plastikgabel wird gleich mitgeliefert, praktischer könnte die gesunde Zwischenmahlzeit also kaum sein. Die Läden, die täglich "frisches Obst" anpreisen, sind mittlerweile an jedem Bahnhof zu finden. Doch wie frisch ist das Obst in den Plastikbechern wirklich? Und hält der Obstsalat to go dem Vergleich mit einem selbst gemachten stand?

Ist er ...

... genauso frisch?

Nein. Mit dem Schälen und Schnippeln beginnt die Verkeimung und quasi ein Wettlauf mit der Zeit. Während aller Verarbeitungsschritte können unerwünschte Keime ins Obst gelangen: beim Anbau, Waschen, Schälen, Schneiden und Verpacken. Die Hersteller garantieren oft vier Tage Haltbarkeit, während der sich die Keime vermehren, insbesondere wenn die Salate nicht durchgehend gut genug gekühlt werden. Und wenn ein Salat vier Tage lang stand, kann er nicht mehr so frisch sein wie ein selbst gemachter. Für gewöhnlich werden die Obstsalate nur gekühlt angeboten, weil das den Prozess der Verkeimung reduziert. Sollte das einmal nicht der Fall sein, lassen Sie besser die Finger von dem Becher. Außerdem ein Zeichen für mangelnde Frische: Wenn sich unten im Becher schon viel Flüssigkeit gesammelt hat, steht er bereits länger. Wenn die Flüssigkeit sogar Blasen wirft, ist das ein Zeichen für den beginnenden Verderb. Besonders schnell verderben Früchte mit einem geringen Säuregehalt: Melonen zum Beispiel, die in fast jedem der untersuchten Becher stecken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deswegen der Gastronomie und dem Lebensmittelhandel, "Melonen nur in den Mengen aufzuschneiden, die innerhalb von etwa zwei Stunden an die Kundschaft abgegeben werden können", sagt Sabine Fromm vom BfR. "Insbesondere Schwangere und Personen mit nicht ausgebildeter oder geschwächter Immunabwehr, also Kleinkinder, alte und kranke Menschen, sollten aufgeschnittene Melone, die mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt wurde, vorsorglich nicht mehr verzehren." Warum also steckt gerade die Melone in fast allen Bechern? Weil sie einfach zu verarbeiten ist. Und weil sie so süß schmeckt.

... genauso gesund?

Nein. Je frischer, desto vitaminhaltiger heißt die einfache Faustregel. Denn Obst verliert Vitamine, wenn es älter und aufgeschnitten gelagert wird. "Durch das Aufschneiden ist das Obstinnere nicht mehr vor Luft und Licht geschützt", erklärt die Ökotrophologin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Und die Oxidation, also die Reaktion mit dem Luftsauerstoff, oder erhöhte Temperaturen und lange Lagerung, besonders bei Licht, begünstigen den Vitaminabbau. Verloren gehen "insbesondere Vitamin C, aber auch wichtige B-Vitamine wie Folat oder B6", so Restemeyer. Und dabei geht es nicht nur um ein paar Milligramm: "Unsachgemäß gelagert kann der Gehalt v...


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Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

An Bahnhöfen und in Supermärkten stehen sie, die praktischen Becher mit der Extraportion Vitamine, meist mit einer eingeschweißten Plastikgabel. Dort haben wir zwölf verschiedene Obstsalate eingekauft und gekühlt ins Labor geschickt. Bio-Produkte gibt es unserer Recherche nach keine. Nicht eingekauft haben wir an den zahlreichen Obstständen, die es in jeder Stadt gibt. Denn die Qualität der angebotenen Ware lässt nicht auf Obstsalat anderer Stände schließen.

Die Inhaltsstoffe

Obst, das geschält und aufgeschnitten ist, verkeimt schnell. Deswegen lag der Fokus unserer Untersuchungen darauf, ob am Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums unerwünschte Keime in den Bechern zu finden sind. Dafür haben wir drei unterschiedliche Chargen untersuchen lassen. Auch Aussehen, Geschmack und Geruch müssen stimmen - ist das Obst vergärt oder beginnt es gerade zu verderben, riechen und schmecken die fünf professionell geschulten Sensoriker das schnell heraus. Weiterhin auf der Checkliste des Labors: der Vitamin-C-Gehalt, da der sinkt, je länger das Obst herumsteht, Pestizide, Zucker und Chlorat. Letzteres hätte etwa als Desinfektionsnebenprodukt während des Waschens in das Obst gelangen können - das war aber in keiner Probe der Fall.

Die Bewertung

Obst, das verdorben riecht oder aussieht, kann nur noch mit einer glatten Sechs abschneiden. Jeweils eine Charge von zwei unterschiedlichen Anbietern war bereits so verdorben, das unsere Sensoriker sie gar nicht mehr essen wollten. Außerdem haben vor allem Keimbelastungen zu Abzügen in der Bewertung geführt. Wir orientieren uns hierbei an den Richt- und Warnwerten der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.

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