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Ratgeber: Photovoltaikanlage sanieren

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Spezial Energie | Kategorie: Bauen und Wohnen | 06.10.2016

Ratgeber: Photovoltaikanlage sanieren

Was tun, wenn die Solaranlage einen Defekt hat oder ganz den Geist aufgibt, und das nach Ablauf der Garantie? Reparieren, nachbessern, abwracken? Einige junge Firmen bieten mit gebrauchten Elementen interessante Lösungen.

Von wegen langlebige Technik! Obwohl Nico Langner erst im Jahr 2010 eine neue Solaranlage auf seinem Haus im westfälischen Holzwickede aufstellen ließ, traute er bei einem Routinecheck der Anlage im vergangenen Frühjahr seinen Augen nicht. "Der Datenlogger zur Anlagenüberwachung zeigte an, dass die Module weniger Kilowattstunden erzeugen, als sie laut Prognose produzieren sollten", sagt Langner. Was war passiert? Fehlender Sonnenschein oder ein Unwetter, bei dem die Paneele durch Sturm und Hagel hätten beschädigt werden können, schieden als Fehlerursache aus. Der Installateur konnte das Rätsel schließlich lösen: Feuchtigkeit war in eines der Module eingedrungen und hatte die Leistung der Zellen beeinträchtigt. Glück im Unglück: Der Schaden war durch die Herstellergarantie gedeckt und wurde ohne Diskussionen behoben.

Auch wenn die Sache für den Holzwickeder glimpflich und ohne nennenswerte Ertragseinbußen ausging, wirft der Fall Fragen auf: Wie kann eine Qualitätsanlage "made in Germany", die mindestens 20 Jahre lang störungsfrei laufen sollte, schon nach kurzer Zeit in die Knie gehen? Für Solarexperten sind derartige Fälle nichts Ungewöhnliches. Denn vor allem in der Boomphase der Photovoltaik in den Jahren 2010 bis 2012 haben Modulhersteller und Installateure offenbar nicht immer die beste Qualität geliefert. Immer mehr Besitzer und Versicherer von Anlagen aus dieser Zeit beklagen schlechte Erträge oder Schäden, weil die Module wegen technischer Mängel vorzeitig an Leistung verlieren oder die Paneele schludrig installiert wurden. "Der Zustand der Anlagen, die fünf bis sechs Jahre in Betrieb sind, ist teilweise sehr problematisch", sagt der Solarexperte vom TÜV Rheinland Willi Vaaßen.

Im Rahmen ihres jährlichen Qualitätsmonitorings von Solaranlagen stellen die Fachleute vom TÜV an Modulen regelmäßig Mängel fest, besonders die potenzialinduzierte Degradation - einen Effekt, der sich infolge einer fehlerhaften Produktion zeigt. Dabei lassen Materialschwächen, Feuchte und hohe Spannungen die Leistung eines Moduls schon in den ersten Jahren übermäßig sinken. Normalerweise greifen bei solchen Mängeln die Garantien der Hersteller, die heute in der Regel einen Leistungsausstoß von 90 Prozent der Nennleistung einer Anlage über zehn Jahre und von 80 Prozent über 25 Jahre zusichern. Außerdem garantieren die Hersteller für bis zu zehn Jahre, dass Module über die zweijährige Gewährleistung hinaus keine Material- und Verarbeitungsfehler aufweisen. Auch Langner konnte sich darauf berufen - der Hersteller seiner Paneele nahm den Mangel ohne Murren auf seine Kappe.

Doch nicht in allen Fällen ist adäquater Ersatz für defekte Module selbstverständlich. Im Zuge der Solarkrise, die vor allem durch stark sinkende Fördersätze und Billiganbieter aus China ausgelöst wurde, sind viele Hersteller und Installateure vom Markt verschwunden. Damit fehlt der Ansprechpartner, der Ansprüche beim Hersteller durchsetzt. Oft bleibt bei Schäden nichts anderes übrig, als auf eigen

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Erschienen am 06.10.2016

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