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Ratgeber: Energieeffiziente Hauskonzepte

Spezial Energie
vom 06.10.2016

Ratgeber: Energieeffiziente Hauskonzepte

Ein Ziel, drei Wege

Gebäude sollen immer weniger Energie verbrauchen und ihre Umweltbelastung reduzieren. Erreichen wollen Architekten und Baufamilien das mit ganz unterschiedlichen Konzepten. Wir stellen die drei wichtigsten Modelle vor: Passivhaus, Sonnenhaus und das Aktivplus-Haus.

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06.10.2016 | Passivhaus

Gebaute Zukunftssicherung

Das Auf und Ab der Energiepreise lässt Silvia und Joachim Weller kalt. Und das bereits seit 2008, als das Ehepaar ein Passivhaus in Herrenberg südlich von Stuttgart bezog. Seitdem zahlen die Wellers ihre Energiekosten aus der Portokasse. 100 bis 150 Euro kommen da zusammen - pro Jahr! Für ein Passivhaus begeistert hatten sich die beiden bei einem Vortrag von Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Darmstädter Passivhaus-Instituts und gebürtiger Herrenberger. Das Hausprinzip ist einfach und mittlerweile zehntausendfach erprobt, sowohl für Wohnhäuser als auch für Turnhallen, Schulen und viele andere Gebäudetypen. Technisch anspruchsvoll ist es nach wie vor: Eine extrem gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle reduziert die Wärmeverluste auf ein Minimum. Eine Lüftungsanlage tauscht kontrolliert die Raumluft aus und gewinnt die Wärme der Abluft bis zu 90 Prozent zurück. Ein Passivhaus kommt ohne klassisches Heizsystem aus: Was die Sonne nicht an Wärme kostenlos durch große Südfenster schickt, liefert im Haus von Familie Weller eine kleine Nachheizung in der Lüftungsanlage. Das Ergebnis ist ein Heizwärmebedarf von maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, was umgerechnet 1,5 Litern Öl oder Kubikmetern Gas entspricht. Zum Vergleich: Ein nach der damals geltenden Energieeinsparverordnung gebautes Haus benötigt das Fünf- bis Sechsfache. Der Primärenergiebedarf, also die Summe aller nichterneuerbaren Energieaufwendungen, ist auf 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gedeckelt, inklusive Strom für Beleuchtung und Geräte.

Im Detail gestaltet sich das Passivhaus der Wellers wie folgt: Auf einer Bodenplatte aus Beton, die 30 Zentimeter dick mit Hartschaum unterlegt ist, stehen die Wand- und Dachelemente aus extraschlanken Holzträgern, die mit einer 36 beziehungsweise 40 Zentimeter starken Schicht aus Zellulosefasern gedämmt sind. Dreifach verglaste, mit dem Edelgas Argon gefüllte Fenster - damals noch eine teure Besonderheit - fangen den Großteil der Sonnenenergie ein und verhindern durch ihre gute Dämmung, dass die Wärme wieder abgestrahlt wird. Ein Scheitholzkaminofen liefert den kleinen Rest Heizenergie. Er heizt das Wohnzimmer und schickt über einen Wärmetauscher 70 Prozent seiner Wärme in den 950 Liter fassenden Solarspeicher, der auch die Energie der elf Quadratmeter großen Solarkollektoren aufnimmt. Die gespeicherte Wärme wird fürs Dusch- und Badewasser verwendet und heizt bei Bedarf die Frischluft nach, die über die Lüftungsanlage in die Wohnräume strömt. Den Ofen anfeuern müssen die Wellers lediglich im Dezember und Januar, und das nur, wenn der Himmel mehrere Tage hintereinander bedeckt ist. Fünf Holzscheite pro Tag reichen dann aus. Ansonsten genügen zwei, drei Stunden Sonne pro Tag, um Haus und Duschwasser für zwei Tage zu erwärmen, sogar bei minus zehn Grad Außentemperatur.

Weiterentwicklung: Haus als Kleinkraftwerk

Das Grundthema, den Bedarf an Heizwärme so weit zu reduzi


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