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Lebensmittelmotten bekämpfen: Was hilft gegen Speisemotten?

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 05.10.2019

Lebensmittelmotten bekämpfen: Was hilft gegen Speisemotten?
(Foto: shootingtheworld, unpict / stock.adobe.com)

Selbst wenn die Küche blitzblank ist, können sich dort Lebensmittelmotten einnisten. So werden Sie die lästigen Insekten ohne Gift wieder los.

Lebensmittelmotten gehören zu den häufigsten Schädlingen im Haushalt. Sie sind nur wenige Millimeter groß und verstecken sich gerne in Mehl, Haferflocken, Müsli, Grieß, Reis, Nüssen, Hülsenfrüchten oder Tierfutter. Die Tiere sind zwar unappetitlich – aber kein Hinweis auf mangelnde Sauberkeit in Küche oder Vorratskeller. Meistens sind betroffene Lebensmittel schon beim Kauf befallen, und man bringt die Vorratsschädlinge vom Einkaufen mit, ohne Böses zu ahnen.

Lebensmittelmotten werden umgangssprachlich auch als Mehlmotten bezeichnet. Denn Mehl lieben die Schädlinge ganz besonders. Andere Mottenarten, die sich in unseren Vorratsschränken finden, sind ebenfalls nach ihrer jeweiligen Lieblingsnahrung benannt: Dörrobstmotte, Samenmotte, Kornmotte oder Mehlzünsler (der allerdings keine Motte ist, sondern ein Schmetterling).

Lebensmittelmotten erkennen

Wie stellt man einen Befall mit Lebensmittelmotten fest? Oft fallen die Motten erst auf, wenn sich die erwachsenen, nachtaktiven Tiere auf der Suche nach einem Platz für die Eiablage durch die Wohnung bewegen. 

In den Lebensmitteln selbst ist ein Mottenbefall an einem feinen, weißen Gespinst zu erkennen, das die Nahrung teilweise zusammenkleben lässt. Auch angefressene Körner und leere Puppengehäuse weisen auf Motten hin.

Lebensmittelmotten bekämpfen

Motten pflanzen sich schnell fort: Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier, aus denen sich innerhalb kurzer Zeit Larven und dann neue Schädlinge entwickeln, die über die Lebensmittel in der Wohnung herfallen. Deshalb ist schnelles und konsequentes Handeln angesagt, um die Plagegeister loszuwerden.

Lebensmittelmotten loswerden – so geht's

  • Wenn Sie Larven oder Gespinste in Lebensmitteln entdeckt haben, hilft nur eins: Die Nahrungsmittel sofort und vollständig entsorgen. Befallene Lebensmittel sollten Sie auf keinen Fall verzehren.
  • Befallene Verpackungen sollten Sie ebenfalls wegwerfen, Vorratsdosen gründlich spülen. Zusätzlich rät das Umweltbundesamt dazu, alle Schränke und Schubladen gründlich mit Essigwasser zu reinigen.
  • Ritzen und Spalten können Sie von Motten befreien, indem Sie sie mit dem Föhn erhitzen, so der Rat des Pestizid Aktionsnetzwerks e.V. (PAN Germany). Die hitzeempflichen Insekten wie auch die Eier sterben bei Hitze ab.

Klebefallen helfen bei Lebensmittelmotten

Auch Klebefallen können helfen: Die klebrigen Pappstreifen locken die Mottenmännchen mit Pheromonen (Sexuallockstoffen) der Mottenweibchen an. Die Männchen bleiben auf dem Klebefilm haften und können sich nicht weiter vermehren. Klebefallen reichen als alleinige Maßnahme bei der Bekämpfung von Lebensmittelmotten allerdings nicht aus, da sie nur die männlichen Tiere anlocken. 

Schlupfwespen: Effiziente Beseitigung von Lebensmittelmotten

Eine neue biologische Methode, um Lebensmittelmotten loszuwerden, sind die mikroskopisch kleinen Schlupfwespen. Die nur 0,4 Millimeter großen Mini-Wespen sind natürliche Fressfeinde der Motten: Die Nützlinge legen ihre Eier in den Motteneiern ab, diese sterben ab und können sich nicht zu Larven weiterentwickeln. Sind die Motteneier abgestorben, haben die Schlupfwespen keine Lebensgrundlage mehr und verschwinden von selbst wieder.

Schlupfwesen sind sowohl für den Menschen als auch für Haustiere ungefährlich. Sie können Schlupfwespen im Gartencenter oder Online-Handel erwerben.

Lebensmittelmotten vorbeugen

Um Lebensmittelmotten vorzubeugen, sind folgende Tipps hilfreich:

  • Kontrollieren Sie direkt nach dem Einkauf alle Lebensmittel auf Mottenbefall.
  • Lagern Sie Nahrungsmittel wie Nüsse, Mehl, Müsli oder Grieß am besten in Gefäßen, die sich fest verschließen lassen.
  • Den Geruch von ätherischen Ölen wie Lavendel-, Nelken- oder Zedernholzöl können Motten nicht ausstehen. Ein paar Tropfen im Vorratsschrank helfen, die Schädlinge fernzuhalten.
  • Halten Sie Ihren Vorratsschrank sauber, wischen Sie ihn regelmäßig aus, und überprüfen Sie Ihre Vorräte regelmäßig auf eventuellen Mottenbefall.

Wie gefährlich sind Lebensmittelmotten?

Lebensmittelmotten verunreinigen die Nahrungsmittel durch ihren Kot und können Pilze oder Milben einschleppen. "Mehlmotten verderben Lebensmittel, gelten jedoch nicht als Krankheitsüberträger wie Nagetiere oder Schaben. Der Verzehr befallener Produkte kann jedoch zu Allergien, Hauterkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen führen", so das Umweltbundesamt. 

Quellen: Umweltbundesamt / PAN Germany / Utopia.de  

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