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15 Kunstfaser-Bettdecken im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Bettdecken, Duo-Kunstfaser

Nicht nur heiße Luft

Dank eines Hohlraums im Innern sollen Duo-Kunstfaserbettdecken besonders gut wärmen, außerdem gelten sie als stark atmungsaktiv. In der Praxis offenbaren die 15 getesteten Produkte Unterschiede. Was die Schadstoffbelastung angeht, können wir die meisten mit "sehr gut" und "gut" empfehlen. Nur eine Bettdecke ist "befriedigend".

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19.10.2017 | Dicke Decken waren früher vor allem Daune, Feder oder Naturhaar vorbehalten, doch sind sie längst auch ein Fall für die Kunstfaser. Das industriell gefertigte Material gilt als preisgünstig, besonders atmungsaktiv und gut waschbar. Und auch bezüglich der Isolation hinken Bettdecken mit qualitativ hochwertigen Kunstfaserfüllungen nicht mehr weit hinterher - vor allem als Duodecke.

Die Vorsilbe "Duo" kennzeichnet ein Produkt, das aus zwei Decken besteht, die am Rand zusammengenäht sind. Der Hintergedanke: Zwischen den beiden Komponenten bildet sich eine Luftblase, die die Wärme speichern soll.

Viele namhafte Hersteller haben Duobettdecken standardmäßig im Angebot, so auch Billerbeck. Im baden-württembergischen Kraichtal produziert das Traditionsunternehmen zu Spitzenzeiten rund 500 Stück am Tag, ein Großteil davon entfällt auf Produkte mit Polyesterfüllung. Die synthetische Kunstfaser basiert zwar auf Erdöl, hat aber den Vorteil, dass sie in unterschiedlichen Zusammensetzungen mannigfaltige Eigenschaften und Strukturen annehmen kann und sich deshalb speziell auf den gewünschten Verwendungszweck anpassen lässt. Außerdem wird das Füllmaterial ohne Tierquälerei hergestellt.

"Winterbettdecken sollen voluminös sein, damit sie viel Luft einschließen, um zu wärmen - und das bei möglichst geringem Gewicht", sagt Billerbeck-Geschäftsführer Friedrich Ermert. Am besten eignen sich dafür sogenannte Hohlfasern. Ähnlich wie Makkaroni sind diese röhrenförmig, nur dass sie von mehreren Kanälen mit geringem Durchmesser durchzogen werden. Äußerlich können sie zudem die gekräuselte Form von Spirellis annehmen, was später für die Bauschigkeit der Bettdecke entscheidend ist. Denn werden die Hohlfasern beim Schlafen zusammengedrückt, springen sie danach wie Federn in ihre ursprüngliche Form zurück.

Billerbeck produziert das verwendete Polyester nicht selbst, sondern bezieht es branchenüblich von externen Chemiefaserunternehmen. In großen Ballen angeliefert, erinnert das Rohmaterial zunächst an einen überdimensionierten Wattebausch. Ein Mischer, der "Ballenöffner", zerkleinert es zu groben Flocken. Danach beginnt mit dem "Krempeln" der eigentliche Verarbeitungsprozess. Die bewährte Technik, auch Kardieren genannt, entstammt dem klassischen Handwerk und hat den Zweck, aus einem Fasergeflecht ein hauchdünnes, einheitliches Vlies zu erzeugen. Das Grundprinzip ist seit Jahrhunderten unverändert, nur dass heute Krempelmaschinen den kräftezehrenden Teil der Arbeit verrichten.

Abgewogen und gleichmäßig auf einem Rollband verteilt, laufen die geflockten Fasern in ein komplexes Walzwerk ein. Die jeweils gegenüberliegenden Walzen drehen sich entgegengesetzt und sind mit winzigen Häkchen versehen, an denen das Material hängen bleibt. Nach und nach wird das Gewebe durch die gegenläufige Richtung der Walzen immer weiter auseinandergezogen und verfeinert, bis schließlich das Vlies in der gewünschten Dicke fertiggestellt ist. Etliche übereinanderliegende Vliese ergeben dann die fertige Bettdeckenfüllung, die nun bezogen wird.

Der Bezug muss so dicht sein, dass die Fasern nicht durch das Textil dringen. Die Einzelkomponenten der Duobettdecken werden bei Billerbeck einseitig mit gewebtem Material, meist Baumwolle, bezogen. Die Innenflächen sind in ein "Nonwoven"-Vlies aus Polypropylen oder in ein Netz ("Gaze") aus Polyester gehüllt.

Um die Decke dauerhaft in Form zu bringen, bedarf es aber auch Steppnähten. Im Prinzip gilt: Je weniger Füllung eine Decke enthält, desto größer ist der Spielraum für das Vlies und desto kleinteiliger muss die Steppung sein.

ÖKO-TEST hat sich gefragt: Wie stark wärmen Duo-Kunstfaserbettdecken wirklich und in welchem Maße verarbeiten sie Ausdünstungen und Schweiß? Außerdem wollten wir wissen, ob und wie stark die Produkte mit Schadstoffen belastet sind.

Das Testergebnis

Insgesamt 12 der 15 getesteten Duo-Kunstfaserbettdecken können wir mit "gut" noch empfehlen, zwei Modelle sind "sehr gut". Eine Bettdecke ist nur "befriedigend". Die Preisspanne der Produkte ist beträchtlich, fast 160 Euro liegen zwischen dem teuersten und dem günstigsten. Auf Kosten der Gesundheit geht der große Unterschied erfreulicherweise nicht, wie die Schadstoffanalyse zeigt.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben Fachgeschäfte, Kaufhäuser und Onlineshops aufgesucht und insgesamt 15 wintertaugliche Duo-Bettdecken aus Kunstfaser erstanden. Mit zwei Ausnahmen besteht die Füllung aller Produkte ausschließlich aus Polyester, die Bezüge sind weiß und meist aus Baumwolle. Das Standardmaß ist 135 x 200 Zentimeter, lediglich die Modern Living Einziehdecke Warm Duo und Billerbeck Basic Allegro 520 Duo (je 135-140 x 200 cm) sowie die Rödtoppa Decke, besonders warm (140 x 200 cm) weichen leicht davon ab. In der Auswahl enthalten sind Produkte wichtiger Markenhersteller; die teuerste Decke kostet 179 Euro, die günstigste ist bereits für 19,99 Euro zu haben.

Der Schlafkomfort
Unter welcher Decke ist es am angenehmsten? Wer sich im Winter ins Bett kuschelt, will schließlich weder frieren noch schwitzen. Erstens haben wir deshalb testen lassen, in welchem Maße die eingekauften Produkte isolieren beziehungsweise wärmen. Zweitens hat uns interessiert, wie stark sie Wasserdampf abführen. Und drittens wollten wir wissen, ob die Bettdecken über die üblichen Ausdünstungen hinaus auch in der Lage sind, Feuchtigkeit in Form von Schweiß zu speichern. Die Ergebnisse sind in der Tabelle aufgeführt.

Die Inhaltsstoffe
Welche Decken ermöglichen den gesündesten "Winterschlaf"? Verschiedene Labore haben unsere Produktauswahl auf problematische Chemikalien und Elemente überprüft: Halogenorganische Verbindungen können beim Bleichungsprozess entstehen und als Rückstände im Textil verbleiben. Einige davon gelten als krebs- oder allergieauslösend. Dem umweltschädigenden Waschmittel-Hilfsstoff Nonylphenolethoxylate und einigen Phthalaten, die als Weichmacher verwendet werden, wird eine hormonelle Wirksamkeit nachgesagt. Das bei der Polyesterproduktion eingesetzte Halbmetall Antimon reizt die Haut und Schleimhäute.

Weitere Mängel
Stecken in den Verpackungen PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen? Unnötige Umweltbelastungen werden von uns mit einem Punktabzug belegt. Aus gleichem Grund führen optische Aufheller ohne Hautkontakt zu einer Abwertung.

Die Bewertung
Vor allem erhöhte Rückstandsmengen von Antimon finden sich in fast allen Bettdecken und führen zur Abwertung. Abzüge unter Weitere Mängel gibt es für optische Aufheller. Bezüglich des Schlafkomforts beschreiben wir lediglich die klimatischen Materialeigenschaften und verzichten auf eine Bewertung mit Noten. Die Testwerte verstehen sich nur als Richtschnur - schon allein deshalb, weil das Wärme- und Kälteempfinden von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

So haben wir getestet

Handarbeit: Bei anderen Modellen werden die Vliese und Bezüge in Rahmen gespannt und dann vernäht.

So haben wir getestet

Maschinell: Gekrempelt und geschichtet sind die Vliese bereits, nun erhalten sie einen Bezug.

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Bestellnummer: J1710
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