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Sensitiv-Sonnencreme im Test: Nur 4 von 20 empfehlenswert

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2020 | Autor: Svenja Markert/Christian Ippach | Kategorie: Kosmetik und Mode | 17.10.2019

Sensitive Sonnenschutzmittel im Test: Wir haben insgesamt 20 Produkte überprüft.
Sensitive Sonnenschutzmittel im Test: Wir haben insgesamt 20 Produkte überprüft. (Foto: ÖKO-TEST)

Wir haben 20 sensitive Sonnenschutzmittel getestet. Darunter Sprays, Lotionen und Cremes. Die Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor sollen sich besonders für empfindliche Haut eignen. Empfehlen können wir nur vier.

Aktualisiert am 25.10.2019; Einkauf Testprodukte März 2019 | Bei Sonnenschein im Sommer holen sich viele Menschen schnell einen Sonnenbrand. Daher gehört Sonnencreme auf die Haut. Bei jedem längeren Sonnenbad, bei jedem Ausflug an der frischen Luft. Wir haben für Sie sensitive Sonnenschutzmittel getestet.

Sensitiv-Sonnencreme im Test: 20 Produkte im Vergleich

Zu viel Sonnenlicht schadet jeder Haut. UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand, im schlimmsten Fall Hautkrebs. Die UVA-Strahlen der Sonne lassen die Haut vorzeitig altern und sorgen für mehr Falten. Auch sie spielen bei der Entstehung von Krebs eine Rolle. Menschen mit heller Haut sind von Natur aus nur wenige Minuten geschützt. Für sie wichtig: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Wenn die Haut empfindlich reagiert, bieten sich Sensitiv-Varianten an, vor allem auch für Allergiker, bei Sonnenallergie oder Mallorca-Akne.

Sonnencreme enthält UV-Filter-Substanzen. Manche Filter halten nur UVA-Strahlen ab, andere nur UVB-Strahlen, einige wirken gegen beide. Sensitive Produkte zeichnen sich laut der Anbieter zudem durch hohen Lichtschutz und leichte, nicht fettende Rezepturen aus. Sie enthalten kein Parfüm, dafür aber Feuchtigkeit spendenden und beruhigende Zutaten. Verbraucher erhoffen sich von sensitiven Sonnencremes vor allem starken Schutz, gute Pflege und möglichst wenig hautreizende Inhaltsstoffe. Kann das aktuelle Angebot diese Erwartungen erfüllen?

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Nur wenige Sensitiv-Sonnenmilch empfehlenswert

In den 20 sensitiven Sonnencremes im Test bemängeln wir weder allergieauslösende Konservierer noch allergene Duftstoffe. Die meisten Varianten sind sogar parfümfrei. Trotzdem können wir nur drei Cremes mit „sehr gut“, eine mit „gut“ empfehlen. Die Hälfte der Cremes ist „befriedigend“, sechs fallen durch. Woran liegt das?

In fast Dreiviertel der Sonnencremes stecken bedenkliche UV-Filter, die unter Verdacht stehen, hormonell zu wirken. Zudem bemängeln wir unter anderem den Einsatz von Polyethlyenglycolen und chemisch verwandte Stoffe (PEG), Paraffinen, Silikonen und weiteren problematischen Kunststoffen.

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Umstrittene UV-Filter in Rezepturen von Cremes

In vielen Produkten im Test kommen chemische UVB-Filter zum Einsatz, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Überwiegend handelt es sich um Octocrylen. Noch deutlichere Hinweise auf eine Hormonwirkung liegen für den Filter Ethylhexylmethoxycinnamat vor. Er steckt in der Daylong Cetaphil Sun Sensitive Gel-Creme und in der Lancaster Sun Sensitive Sonnenmilch.

Um die Haut vor der UV-Strahlung zu schützen, ist es wichtig, dass der Körper mit einem Sonnenschutzmittel eingeschmiert wird.
Um die Haut vor der UV-Strahlung zu schützen, ist es wichtig, dass der Körper mit einem Sonnenschutzmittel eingeschmiert wird. (Foto: MBatty/Pixabay)

Beim Schwimmen landet ein Teil des Sonnenschutzes von der Haut direkt im Wasser. Experten gehen davon aus, dass UV-Filter wie Ethylhexylmethoxycinnamat für das Korallensterben mitverantwortlich sind.

In unserem Test enthalten drei Sonnenschutzmittel ausschließlich die mineralischen UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid. Es besteht der Verdacht, dass Titandioxid Krebs erzeugen kann, wenn man es einatmet. In Sonnencremes bewertet wir den Stoff aufgrund der Studienlage weiterhin als unproblematisch.

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PEG, Paraffine und Silikone in Sonnenmilch 

Wegen der möglichen Auswirkung auf die Umwelt sehen wir auch synthetische Polymere in den Cremes kritisch. Die Kunststoffverbindungen sind zum Teil schwer abbaubar.

Minuspunkte vergeben wir außerdem für PEG, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie für Silikone und Paraffine. Diese künstlichen Stoffe fügen sich nicht so gut ins natürliche Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle.

Sensitiv-Sonnencreme dick auftragen

ÖKO-TEST rät: Tragen Sie die sensitive Sonnencreme dick auf. Um den ausgelobten Schutz zu erreichen, muss man sich etwa sechs Teelöffel auf die Haut schmieren.

Haben Sie sich doch einmal in der Sonne verbrannt, können After-Sun-Produkte die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Doch welche der Produkte sind empfehlenswert? Wir haben 26 getestet: After-Sun im Test: Bekannte Cremes und Lotionen überzeugen nicht.

Sie nutzen keine sensitive Sonnencreme, sondern greifen lieber zu einfachen Sonnenschutzmitteln? Auch diese Produkte haben wir getestet: Sonnencreme im Test: Welchen Sonnenschutz wir für die Haut empfehlen

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin Juni 2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2020, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Sonnenbrand tut weh und erhöht das Hautkrebsrisiko. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit hellem Teint und empfindlicher Haut sein: Wir haben 20 sensitive Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren (LSF) von 30 und höher in die Labore geschickt: darunter Cremes, Balsame, Milch und Sprays.

Auf unserem Schadstoffradar standen unter anderem allergisierende Duftstoffe und problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter. In Kosmetika kritisieren wir solche Stoffe generell. In Produkten für empfindliche Haut haben sie erst rechtnichts verloren. Auch hat uns interessiert, ob die Hersteller UV-Filter einsetzen, die möglicherweise hormonell wirksam sind, oder ob sie Silikone, Paraffine und PEG/PEG-Derivate verwenden. Außerdem haben wir gecheckt, ob sich unter den aufgelisteten Inhaltsstoffen auf der Verpackung umweltbelastende synthetische Polymere befinden. Waren sie vorhanden, gab es Abzüge unter dem Testergebnis Weitere Mängel.

Ob die Cremes die angegebenen Lichtschutzfaktoren einhalten, haben wir nicht überprüft. Die anerkannte Testmethode sieht dafür vor, Sonnenbrände an Menschen zu verursachen. In der Praxis hängt der Schutzfaktor zudem stark davon ab, wie viel Creme man verwendet.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) PEG/PEG-Derivate; b) halogenorganische Verbindungen; c) bedenkliche UV-Filter (hier: Ethylhexylmethoxycinnamat).Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 1 Prozent Silikonverbindungen und/oder Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe; b) bedenkliche UV-Filter(hier: Octocrylen und/oder Homosalat), falls nicht schon wegen bedenklicher UV-Filter um zwei Noten abgewertet wurde.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: Silikone und/oder die künstlichen paraffinartigen Stoffe Hydrogenated Polyisobutenbzw. Polyisobuten, wenn sie nicht schon unter den Inhaltsstoffen abgewertet wurden, und/oder weitere synthetische Polymere (hier eine oder mehrere der folgenden Verbindungen: Acrylat- und andere Co- und Crosspolymere, Carbomer, Tricontanyl PVP, Silica Dimethyl Silylate,Nylon-12). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Umkarton, der kein Glas schützt; b) das Fehlen eines oder mehrerer der folgenden Anwendungs- und Warnhinweise nach den Empfehlungen des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) auf der Verpackung oder auf dem Beipackzettel: 1= Intensive Mittagssonne meiden. 2 = Vor dem Sonnen auftragen.3 = Mehrfach auftragen, um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, insbesondere nach dem Aufenthalt im Wasser. 4 = Sonnenschutzmittel großzügig auftragen. Geringe Auftragsmengenreduzieren die Schutzleistung. 5 = Babys und Kleinkinder vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. 6 = Für Babys und Kleinkinder schützende Kleidung sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) verwenden. 7 = Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ausfällt, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ oder „ungenügend“ ausfällt, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen)Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden

Je nach Zusammensetzung der Produkte: Silikonverbindungen/Paraffine/Erdölprodukte: NPLC-RI. Deklarationspflichtige Duftstoffe, polyzyklische Moschusverbindungen, Cashmeran und Diethylphthalat: Extraktion mit TBME, GC-MS. Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Photometrie. Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: März 2019.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin Juni 2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2020, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigungdes Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen inelektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2020
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