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Augen-Make-up-Entferner im Test: So gut sind Nivea, Garnier & Co.

Magazin Dezember 2020: Froh, fair, gut | Autor: Hanh Nguyen/Heike Baier | Kategorie: Kosmetik und Mode | 26.11.2020

Augen-Make-up-Entferner im Test: Wir haben 20 Produkte überprüft.
Foto: ÖKO-TEST

Am Ende eines jeden Tages muss das Augen-Make-up runter. Sonst drohen Wimpernbruch oder Augenreizungen. Der Markt bietet eine Vielzahl von Augen-Make-Up-Entfernern an – wir haben 20 getestet. Das Ergebnis: Die Hälfte ist rundum empfehlenswert.

  • Zehn von 20 Augen-Make-up-Entfernern im Test schneiden mit "sehr gut" ab. 
  • Enttäuscht auf ganzer Linie: Mit "ungenügend" fällt ein überprüfter Augen-Make-up-Entferner durch. 
  • Am häufigsten bemängeln wir eingesetzte Paraffine und Silikone. Es geht auch ohne. 

Die Partie um die Augen ist im Vergleich zur übrigen Gesichtshaut bis zu acht Mal dünner und besitzt kein Unterhautfettgewebe. Beim Entfernen von Augen-Make-up sind Reißen, Zerren oder Reiben demnach tabu. Denn das könnte die sensible Zone reizen und eine Faltenbildung fördern.

Augen-Make-up-Entferner im Test: Zehn mit Bestnote

Ein empfehlenswerter Augen-Make-up-Entferner sollte Schminke sanft entfernen – und zwar, ohne dafür auf umstrittene Inhaltsstoffe zu setzen. Das schaffen zehn Produkte im Test, die "sehr gut" abschneiden. Vier davon sind für das Entfernen wasserfesten Make-ups ausgelobt.

Alle anderen Augen-Make-up-Entferner im Test enthalten mindestens einen Inhaltsstoff, den wir bemängeln. Ein Produkt fällt mit "ungenügend" durch.

Jetzt freischalten: Kompletter Test mit allen Ergebnissen

Formaldehyd/-abspalter in Augen-Make-Up-Entferner

Die Rezeptur des Testverlierers geht komplett ins Auge. Das beauftragte Labor hat bei ihm Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Das passt zur Deklaration, auf der das Konservierungsmittel DMDM Hydantoin aufgeführt ist, das Formaldehyd abspalten kann.

Formaldehyd gilt, wenn es eingeatmet wird, als krebserregend und ist in Kosmetik verboten. Abspalter wie DMDM Hydantoin, die Formaldehyd nach und nach freisetzen, sind als Konservierungsmittel nach wie vor erlaubt.

Formaldehyd kann aber auch Kontaktallergien auslösen und schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen. Im Bereich der Augen ist es eindeutig fehl am Platz. 

Augen-Make-up-Entferner im Test: Wir verraten Ihnen, welche Marken empfehlenswert sind.
Augen-Make-up-Entferner im Test: Wir verraten Ihnen, welche Marken empfehlenswert sind. (Foto: Marko Marcello/Shutterstock)

Das Problem mit Paraffinen und Silikonen 

Ein Problem, das im Test von 20 Augen-Make-up-Entferner häufig auffällt: Zum Lösen von wasserfester Schminke nutzen einige Hersteller Paraffine, manche zusätzlich Silikonöle. Paraffine sind auf Basis von Erdöl hergestellt, Silikonöle gehören zu den synthetischen Polymeren.

Warum wir beides kritisieren? Synthetische Fette sind in der Regel billiger als natürliche Pflanzenöle, integrieren sich aber auch nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie diese. Und: Silikonöle bauen sich teilweise in der Umwelt sehr schlecht ab.

Was ist außerdem im Test aufgefallen? 

  • In einem Augen-Make-up-Entferner im Test stecken PEG-Verbindungen. Sie werden als Schmutzlöser eingesetzt, können die Haut aber durchlässiger machen für unerwünschte Fremdstoffe. Das muss nicht sein, gerade rund um die Augenpartie, wo die Hautschutzbarriere ohnehin dünner ist.
  • Keiner der Augen-Make-up-Entferner im Test enthält bedenkliche Düfte mit hohem allergenen Potenzial, die ÖKO-TEST abwertet. Aber es finden sich Stoffe wie Geraniol oder Farnesol, die ein schwach allergenes Potenzial besitzen. Unser Tipp: Wer Duftstoffe schlecht verträgt und zu Allergien neigt, weicht lieber auf parfümfreie Alternativen aus. Achten Sie dafür auf die Deklaration: Diese Duftstoffe sind aufgelistet.
Zehn Augen-Make-up-Entferner im Test können wir zum Abschminken rundum empfehlen.
Zehn Augen-Make-up-Entferner im Test können wir zum Abschminken rundum empfehlen. (Foto: coffeeflavour/Shutterstock)

Ein- oder zweiphasige Augen-Make-up-Entferner?

Augen-Make-up-Entferner haben es nicht leicht. Denn sogenannte Stay-on-Kosmetika haften immer besser und viele Produkte sind wasserfest. Und was besser hält, geht am Ende des Tages auch schwerer ab.

Alle Abschminkprodukte im Test, die wasserfestes Augen-Make-up entfernen können, bestehen aus zwei Phasen: Es gibt eine wässrige und eine ölige Phase. Sie liegen meist gut sichtbar in der Flasche übereinander und werden vor der Anwendung durch kräftiges Schütteln gemischt.

Gesichtsreinigung funktioniert nach dem Prinzip "Gleiches löst Gleiches": Die Öl-Phase löst fettbasierte wasserfeste Schminke, die Wasser-Phase erledigt den Rest. Letztere kann neben pflegenden und konservierenden Stoffen auch Tenside enthalten. Die Ein-Phasen-Produkte reinigen häufig nur mit Tensiden und eignen sich dann besser für wasserlösliches Make-up.

Tipps zum Abschminken 

Ob mit oder ohne Öl-Phase: Augen-Make-up muss abends entfernt werden. Wir geben drei praktische Tipps:

  1. Richtig Wischen: Make-up-Entferner auf ein Pad geben, dieses kurz auf dem geschlossenen Lid einwirken lassen und sanft nach unten oder von innen nach außen streichen. Immer mit lauwarmem Wasser nachspülen – denn so verbleiben eingeschlossene Schmutzpartikel und Tenside nicht auf der Haut.

  2. Zero Waste: Müll beim Abschminken muss nicht sein, denn es gibt bereits eine gute Auswahl wiederverwertbarer Abschmink-Pads, beispielsweise aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle oder aus einer Mischung von Baumwolle und Bambusfaser. Diese Pads sind bis 60 Grad Celcius in der Maschine waschbar.

  3. Hausmittel: Wer es völlig natürlich mag, kann wasserfeste Schminke auch mit reinen Pflanzenölen abnehmen: Kokos- und Olivenöl sind einen Versuch wert, auch Mandel- und Aprikosenkernöl sollen geeignet sein. Und wo gerade nichts anderes zur Hand ist, tut es auch ein parfümfreies Babyöl.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Testverfahren

Wir haben 20 Augen-Make-up-Entferner eingekauft, darunter acht zertifizierte Naturkosmetikprodukte sowie zwölf konventionelle Produkte. Es sind sowohl Eigenmarken von Drogerien, Supermärkten und Discountern als auch Marken bekannter Kosmetikhersteller vertreten. Die Preise der getesteten Augen-Make-up-Entferner liegen zwischen 94 Cent und 26 Euro pro 100 Milliliter. Vorrangig wurden zweiphasige Produkte eingekauft.

Wir haben die Deklaration der Produkte genau unter die Lupe genommen: Verwenden die Hersteller umweltschädliche Silikone oder synthetische Polymere? Setzen sie auf erdölbasierte Paraffine oder eher auf natürliche Öle, welche sich besser ins Gleichgewicht der Haut integrieren? Werden PEG/PEG-Derivate verwendet, die die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können? Außerdem ließen wir die Augen-Make-up-Entferner in spezialisierten Laboren auf Formaldehyd/-abspalter, problematische Duftstoffe und auf umstrittene halogenorganische Verbindungen untersuchen. Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung der Inhaltsstoffe.

Bewertungslegende 

Zur Abwertung um vier Noten führen: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um zwei Noten führen: PEG/PEG-Derivate. Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als ein Prozent Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe und/oder Silikonverbindungen.

Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung der Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.  

Testmethoden 

Diethylphthalat, deklarationspflichtige Duftstoffe, Moschusverbindungen, Cashmeran: Extraktion mit TBME, GC-MS.

Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie.

Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.

Konservierungsstoffe: LC-UV.

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Mineralölbestandteile (MOSH/MOSH-Analoge, MOAH): LC-GC/FID.

Einkauf der Testprodukte: August 2020 

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