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Aloe vera im Test: Die besten Cremes und Gele mit Aloe vera für die Pflege

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 18.10.2018

Aloe vera im Test: Die besten Cremes und Gele mit Aloe vera für die Pflege

Feuchtigkeit spenden, Wunden heilen, Entzündungen hemmen: Mit ihrem Ruf als Wunderpflanze ist Aloe vera ein beliebter Kosmetikinhaltsstoff. Aber was ist drin, wenn Aloe draufsteht? Wir haben 18 Cremes und Gele mit Aloe vera getestet.

Aktualisiert am 18.10.2018; Einkauf Testprodukte März 2018 | Seit Jahrtausenden ist die Pflanze Aoe vera fester Bestandteil der Naturheilkunde, das Gel aus ihrem Inneren gilt als wundheilend, entzündungshemmend und hautpflegend. Deshalb setzen es Hersteller gerne in After-Sun-Produkten ein, die sonnengestresste Haut kühlen und beruhigen sollen. Im Test: 18 Cremes und Gele mit Aloe Vera.

Aloe vera im Test: Gel & Creme mit Aloe vera im Vergleich

Das Aloeblatt besteht aus der äußeren, meist grünen bis rötlich-gelb nuancierten Schale, einer dünnen Zwischenschicht - dem sogenannten Latex - und dem wasserreichen Blattmark. Weiterverarbeitet werden, je nach Anwendungsgebiet, ganz unterschiedliche Teile davon. So nutzen die Rohstoffproduzenten entweder das gesamte Blatt oder sie filetieren das Gel aus dem Inneren des Blattes heraus. Auf dem Markt ist es dann entweder als Saft oder als getrocknetes Pulverkonzentrat zu haben, das mit Wasser verdünnt wird.

Die äußere Schicht der Aloeblätter hat es in sich: Sie enthält natürlicherweise sogenannte Anthranoide wie Aloin oder Aloe-Emodin. Diese wirken stark abführend, weshalb Aloe-Ganzblattextrakte lange Zeit als Arznei gegen Verstopfung eingesetzt wurden. Aber ebendiese Anthranoide stehen im Verdacht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben und das Erbgut zu schädigen. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) kam 2017 zu dem vernichtenden Urteil: Ganzblattextrakte der Aloe sind möglicherweise krebserregend für den Menschen.

Krebsverdächtige Stoffe in Blättern von Aloe vera 

Die Kosmetikhersteller sind sich der Problematik bewusst und prüfen regelmäßig, dass die Inhaltsstoffe keine Anthranoide enthalten. Viele schickten uns auf Anfrage Statements, Lieferantenbestätigungen oder Analyseberichte, die belegen, dass in den eingesetzten Aloe-Inhaltsstoffen kein Aloin nachweisbar ist. Einige verwiesen außerdem darauf, dass die Kosmetikinhaltsstoffe aus dem Blattmark gewonnen würden, welches im Verarbeitungsprozess sorgfältig von der Schale getrennt werde.

Dass eine fachgerechte Verarbeitung von Aloe Vera nötig ist, zeigen Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Karlsruhe: Das Amt hatte sich ebenfalls 2017 mit Anthranoiden in Aloe-vera-Produkten beschäftigt und warnt Verbraucher davor, zu Hause in Eigenregie ganze Aloeblätter zu verarbeiten. Laien könnten kaum gewährleisten, dass keine Bestandteile aus dem aloinreichen Blattrand ins selbst gewonnene Gel gelangen.

Aloe vera im Test: Mehr als die Hälfte ist "sehr gut"

Wer zu fertigen Kosmetikprodukten mit Aloe vera greift, muss sich wegen der Anthranoidbelastung wenig Sorgen machen. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Produkte frei von Substanzen sind, die ÖKO-TEST kritisch sieht. Unser Test von 18 Pflegeprodukten mit Aloe vera zeigt, welche Sie nach dem Sonnen guten Gewissens auftragen können und welche Sie besser stehen lassen.

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Das Testergebnis: Zwölf der Aloe-vera-Pflegeprodukte im Test schneiden "sehr gut" ab. Fünf Produkte erhalten ein "befriedigend". Mit künstlichem Moschusduft, der sich im Fettgewebe anlagert und für den Hinweise vorliegen, dass er Leberschäden verursacht, PEG/PEG-Derivaten, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie Paraffinen sammelt ein Produkt im Test genug Minuspunkte für ein "ungenügend".

Kritik an Konservierer in After Sun mit Aloe vera

PEG/PEG-Derivate sorgen auch in vier der fünf "befriedigenden" Produkte mit Aloe vera für den Notenabzug.

Nur ein Pflegeprodukt mit Aloe Vera bekommt zwei Minuspunkte wegen anderer Substanzen: Es enthält das Konservierungsmittel Propylparaben, für das Hinweise auf eine hormonelle Wirksamkeit vorliegen, und Paraffine, die sich nicht so gut ins Hautgleichgewicht einfügen wie natürliche Wachse und Öle.

After-Sun-Pflege mit Aloe vera kein Sonnenschutz

Auch wenn Aloe-vera-Produkte die Haut pflegen, beruhigen und ihr Feuchtigkeit spenden, sind sie kein Freibrief zum hemmungslosen Sonnenbaden. After-Sun-Pflege ersetzt keinesfalls den Sonnenschutz und sie enthält auch keine UV-Filter. Zudem kann die kosmetische Nachbehandlung das Hautkrebsrisiko nicht minimieren, das von übermäßiger Sonneneinstrahlung ausgeht.

Falls es doch mal zum Sonnenbrand kommt, verschaffen auch kaltes Wasser und feuchte Umschläge oder Hausmittel wie Quark, Joghurt oder Buttermilch Linderung. Sonnenverbrannte Haut sollte erst einmal der Sonne fernbleiben. Bei großflächigem Sonnenbrand mit Blasen oder Begleiterscheinungen wie Schüttelfrost: keine Experimente. Suchen Sie lieber gleich einen Arzt auf.

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Magazin Juli 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch 2019 im Oktober 2018, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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Testverfahren

Der Einkauf: Sommerzeit ist Aloe-Zeit - zumindest auf der Haut. Denn Aloe vera soll mit seinen feuchtigkeitsspendenden und hautberuhigenden Eigenschaften besonders gut für sonnengestresste Haut sein. Wir haben deshalb vom fast reinen Gel bis zur Bodylotion mit Aloezusatz eine ganze Palette von Produkten eingekauft. Die Menge der eingesetzten Inhaltsstoffe auf Aloe-vera-Basis unterscheidet sich dabei stark. Bezahlt haben wir, umgerechnet auf 200 Milliliter, zwischen 2,26 und 35,80 Euro.

Die Inhaltsstoffe: In der Inhaltsstoffliste werden die Bestandteile aus der Aloe-vera-Pflanze mit verschiedenen Namen rund um den Ausdruck "Aloe barbadensis" benannt. Da der Direktsaft (Aloe barbadensis leaf juice) sehr wasserhaltig ist, verzichten manche Hersteller sogar ganz auf den Zusatz weiteren Wassers. Unabhängig von Form und Menge der eingesetzten Aloe haben wir die Produkte umfangreich untersuchen lassen, unter anderem auf halogenorganische Verbindungen, Formaldehyd/-abspalter und weitere problematische Konservierungsmittel. Auch die Duftkomponenten standen auf der Prüfagenda.

Die Weiteren Mängel: Ein unnötiger Umkarton, der kein Glas oder Porzellan schützt? PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung? Solche Umweltsünden sind leicht zu vermeiden. Wir haben geprüft, welche Hersteller dennoch nicht darauf verzichten.

Die Bewertung: Punktabzüge gab es unter anderem, wenn die Hersteller PEG/PEG-Derivate einsetzen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, ihr Produkt mit potenziell hormonwirksamem Propylparaben konservieren oder statt pflanzlicher Wachse und Öle lieber auf erdölbasierte Fette setzen, die sich bei Weitem nicht so gut ins empfindliche Hautgleichgewicht einfügen.

Einkauf der Testprodukte: März 2018

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Magazin Juli 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Jahrbuch 2019 im Oktober 2018, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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