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16 Gummistiefel für Erwachsene im Test

ÖKO-TEST November 2015
vom 30.10.2015

16 Gummistiefel für Erwachsene im Test

Kommt aus den Puschen!

Gummistiefel sind längst ein Modeartikel. Man sollte aber nur im Notfall hineinschlüpfen. Denn die untersuchten Modelle sind stark mit Weichmachern und anderen Schadstoffen belastet. Zwei überschreiten die neuen PAK-Grenzwerte der EU.

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30.10.2015 | Zuerst die gute Nachricht: Vom 27. Dezember an gelten in der Europäischen Union erstmals Grenzwerte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, für alle Verbraucherprodukte. Wenn gummi- und kunststoffhaltige Alltagsprodukte künftig mehr als einen Milligramm pro Kilogramm einer der von der EU als krebserregend eingestuften PAK-Verbindungen enthalten, dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Vorausgegangen ist dieser Entscheidung eine seit vielen Jahren vorgebrachte Kritik von Verbraucherverbänden und Umweltbehörden. Auch ÖKO-TEST macht schon seit Langem auf die Gesundheitsgefahren aufmerksam. Bei Bekleidung und Schuhen zum Beispiel können die Schadstoffe über die Haut aufgenommen werden.

Und nun die schlechten Nachrichten: Die neue EU-Verordnung gilt nicht für Erzeugnisse, die bereits vor diesem Zeitpunkt in Verkehr gebracht wurden. Auch wenn die Hersteller und Importeure nun aufgefordert sind, ihre Produktionsprozesse zu optimieren, um die Grenzwerte dauerhaft einzuhalten: Der Verbraucher muss vorläufig weiter damit rechnen, dass es noch Produkte auf dem Markt gibt, die voll mit jenen krebserregenden Verbindungen sind, die teils in Verdacht stehen, das Erbgut zu verändern, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib zu schädigen. Die EU hat zudem erst mal nur acht der vielen PAK-Verbindungen, die in Gebrauchsgütern vorkommen können, auf die schwarze Liste gesetzt. Das weit verbreitete Naphthalin etwa ist weiterhin zugelassen. Diese Verbindung ist umweltschädlich und steht im Verdacht, ebenfalls krebserzeugend zu sein.

Ein Produkt, das immer wieder, auch schon in vielen Tests von ÖKO-TEST, durch hohe PAK-Werte auffällt, ist der Gummistiefel. Warum stecken darin eigentlich so viele PAK? Die Erklärung ist folgende: Die weichen Treter bestehen meist aus Synthetik- oder Naturkautschuk beziehungsweise einer Kunststoffmischung, oft mit PVC. Um sie wasserfest und gleichzeitig schön anschmiegsam zu machen, wird tief in die chemische Trickkiste gegriffen. Unter anderem kommen häufiger gesundheitsschädliche Phthalat-Weichmacher zum Einsatz sowie spezielle PAK-haltige Weichmacheröle, zum Beispiel Teeröle. Sie entstehen als Neben- oder Abfallprodukt bei der Kohle- und Erdölverarbeitung. Beim Verbrennungsprozess von Ölen entstehen PAK. Je niedriger die Temperatur bei der Verbrennung, desto unvollständiger erfolgt sie und umso mehr dieser Verbindungen entstehen.

Neben Erdöl können auch alle daraus abgeleiteten Produkte, etwa Kunststoffe, PAK enthalten, sofern der Hersteller sie nicht durch - aufwendige und teure - Verarbeitungsschritte entfernt hat. Zwar gibt es längst Weichmacheröle mit reduziertem PAK-Gehalt sowie elastische Gummi und Kunststoffe ohne Weichmacheröle, doch diese sind wegen der aufwendigeren Produktion teurer. Die Hersteller wollen die Kosten jedoch möglichst gering halten.

In der Branche gibt es zudem kaum Bestrebungen, die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Schlimmer noch, der Verbraucher wird in manc


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16 Gummistiefel für Erwachsene im Test
ÖKO-TEST November 2015 Seite 106
ÖKO-TEST November 2015 Seite 107
ÖKO-TEST November 2015 Seite 108
ÖKO-TEST November 2015 Seite 109
ÖKO-TEST November 2015 Seite 110
ÖKO-TEST November 2015 Seite 111

6 Seiten
Seite 106 - 111 im ÖKO-TEST November 2015
vom 30.10.2015
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Ausgefallene Farben, wohlgeformter Schaft: Gummistiefel bleiben im Trend. Für unseren Test haben wir neben hochwertigen Funktionsschuhen auch Stiefel ausgesucht, die als Modeartikel angeboten werden. Wir kauften 16 Gummistiefel für Erwachsene. Mit dabei sind Modelle für Frauen und Männer. Die Hälfte der Stiefel ist aus Kautschuk beziehungsweise Gummi, der Rest aus unterschiedlichen Kunststoffmischungen. Das günstigste Stiefelpaar kostete 11,19 Euro, das teuerste 120 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Bei der Produktion von Gummistiefeln kommen viele Materialien zusammen: PVC, Natur- oder Synthetikkautschuk, weitere Kunststoffe, textiles Innenfutter und Kleber, der alles zusammenhält. Ist der Kunststoff PVC im Einsatz, stecken meist problematische Phthalate und Weichmacheröle im Stiefel, um das Material elastisch und geschmeidig zu machen. Weichmacheröle enthalten oft polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), manche von ihnen sind krebserregend. In Schuhen aus Kautschuk können krebserregende Nitrosamine stecken, die beim Vulkanisierungsprozess entstehen. Problematische Farbbausteine können im bunten Innenfutter und in gefärbten Garnen lauern.

Die Bewertung
Gummistiefel sind keine Alltagsschuhe, bei denen die Passform oder eine stabile Sohle wichtig ist. Hauptproblem sind die Inhaltsstoffe. Das zeigen unsere Tests immer wieder. Auch in unserem aktuellen Test stecken in den Produkten wieder viel zu viele schädliche Substanzen. Auf einen Gummistiefel, der von ÖKO-TEST ein "gut" oder "sehr gut" bekommt, müssen wir weiter warten.

So haben wir getestet

"Schadstoffgeprüft": Der Stempel heißt nicht, dass der Stiefel schadstofffrei ist.