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19 Selbstbräuner im Test

ÖKO-TEST November 2015
vom 30.10.2015

19 Selbstbräuner im Test

Keinen blassen Schimmer

Verbraucher erhoffen sich von Selbstbräunern einen gesunden Sommerteint. Doch 14 der 19 getesteten Cremes setzen krebsverdächtiges Formaldehyd frei. Betroffen ist auch Naturkosmetik. Nur zwei konventionell hergestellte Produkte erhalten die Bestnote.

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30.10.2015 | Wer will, kann seine Haut mittlerweile braun duschen - vollautomatisch auf Knopfdruck. In vielen Solarien und Schönheitssalons stehen dazu spezielle Kabinen bereit. Der Kunde stellt sich darin nackt auf elektrisch geerdete Metallplatten. Nun nur noch die Augen zu, Arme anwinkeln und ein computergesteuerter Sprühkopf benetzt den Körper von oben bis unten, rundherum mit Färbemittel. Eine Stimme vom Band sagt den Stellungswechsel an. Weil der braune Nebel elektrostatisch geladen ist, wird er von der Haut angezogen und haftet extra gleichmäßig. Er enthält Dihydroxyaceton (DHA), das auch überwiegend in Selbstbräunern wirkt.

In den ersten Tuben zum Selbermachen aus den 1950er-Jahren steckte der Wirkstoff hoch konzentriert, die Haut sah aus wie nach einem Bad in Multivitaminsaft. Trotzdem entwickelte sich die künstliche Bräune ab den Neunzigern immer mehr zur Strandalternative. Schokoladige Bodybuilder, fleckige Promigesichter und der Streifenhörnchenlook künden zwar auch heute noch von Anwendungsunfällen. Richtig verwendet, erzielen die Cremes jedoch durchaus natürlich aussehende Ergebnisse. Zuletzt verpackte die Kosmetikindustrie DHA niedrig konzentriert in Glow- oder Gradualbräunungsprodukte: Feuchtigkeitscremes, die als dezenten Nebeneffekt einen Hauch von Sommer versprechen.

Für den künstlichen Teint aus der Tube sorgt, was zunächst harmlos klingt: Zucker. Denn DHA ist ein Zuckermolekül. Gängige Cremes enthalten Konzentrationen von drei bis fünf Prozent. Das Verbraucherschutzkomitee der EU (SCCS) bewertet in Kosmetika bis zu zehn Prozent als gesundheitlich unbedenklich. Fast identisch wie DHA wirkt die ebenfalls verwendete Erythrulose, auch eine Zuckerform. Ihr Färbeeffekt setzt langsamer ein, ist dezenter, hält dafür länger als der von DHA. Sie kommt in zahlreichen Pflanzen sowie verschiedenen Flechtenarten vor, aus denen Hersteller den Zucker mithilfe von Bakterienstämmen fermentieren. DHA hingegen stellt die Industrie überwiegend aus Glycerin her.

Beim Auftragen reagieren beide Wirkstoffe auf gleiche Weise mit den Eiweißen im Schweiß und der obersten, abgestorbenen Hornhautschicht. Braune Pigmente, die Melanoide, bilden sich. Diese sogenannte Maillard-Reaktion läuft übrigens auch ab, wenn ein Hähnchen auf der Grillstange goldbraun brät.

Allerdings birgt DHA ein Problem. Denn der Zucker zerfällt dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR) zufolge unter Wärmeeinwirkung oder wenn er längere Zeit lagert. Ein Vorgang, der schon in der Lieferkette und im Ladenregal ablaufen kann und den Verbraucher kaum kontrollieren können. Dabei spaltet sich Formaldehyd ab, das die EU seit diesem Jahr als krebsverdächtigen Gefahrstoff einstuft, der möglicherweise auch das Erbgut verändert. Er ist daher in seiner Reinform ab 2016 als Kosmetikzusatz verboten. Dies gilt nach Angaben des BfR aber nicht, wenn sich Formaldehyd unerwünscht aus Inhaltsstoffen entwickelt. Stammt der Stoff etwa aus Konservierungsmitteln, müssen Anbieter zumindest ab gewissen Mengen auf der P


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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 19 Selbstbräunungscremes gekauft. Unterwegs waren unsere Einkäufer dafür in Drogerien, Discountern, Parfümerien, Kaufhäusern und Apotheken. Die teuerste Cremetube kostete 39,99, die billigste 1,85 Euro. Alle Produkte eignen sich laut Verpackung auch für das Gesicht und überwiegend für beide Geschlechter, lediglich zwei Bräuner sind explizit für Männer ausgelobt. Vier Produkte tragen Siegel, die sie als zertifizierte Naturkosmetik ausweisen.

Die Inhaltsstoffe
Wir ließen die Cremes in verschiedenen Laboren auf Schadstoffe analysieren und nahmen die für den Laien oft kryptische Inhaltsstoffliste unter die Lupe. Besonders interessierte uns, ob sich aus den Selbstbräunern das krebsverdächtige und allergisierende Formaldehyd herauslöst. Wir fragten uns zudem, wie die Hersteller den unangenehmen Geruch des Selbstbräunerwirkstoffs DHA kaschieren: Setzen sie dabei auf allergieauslösende Duftstoffe oder künstlichen Moschus-Duft, der sich im Fettgewebe anreichert und möglicherweise für Leberschäden sorgen kann? Auch PEG/PEG-Derivate, Paraffine, Silikone, Erdölprodukte, problematische Parabene sowie Diethylphthalat standen auf der Agenda.

Die Weiteren Mängel
Hierunter fallen Umkartons. Kosmetiktiegel oder -spender aus Glas schützt oft eine Kartonschachtel vor dem Zerbrechen. Dosen, Tuben und Flaschen aus Plastik sind hingegen stoßunempfindlich. Sie zusätzlich zwecks Werbung zu verpacken, produziert unnötig Müll.

Die Bewertung
Verbraucher erhoffen sich von Selbstbräunercremes einen braunen, gesunden Hautton. Für Schadstoffe gibt es deshalb unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe Punktabzug.

So haben wir getestet

Allergene Duftstoffe spürt das Labor mittels Gaschromatografie auf