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7 Karottensäfte im Test

ÖKO-TEST November 2013
vom 25.10.2013

7 Karottensäfte im Test

Saftware Problem

Karotten gelten als wertvolle Vitaminspritze. Aber es muss kein fertiger Babysaft sein. Zwei von sieben Säften sind nicht zu empfehlen. Im Alete-Saft wurde ein Stoff gefunden, der auch in Desinfektionsmitteln wirkt.

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25.10.2013 | Ob Saft, Brei oder Milchpulver - für Säuglingsnahrung gelten strenge Regeln. Bestimmte Schadstoffe dürfen nur in winzigsten Mengen, Vitamine und Mineralstoffe dagegen müssen in genau der richtigen Menge enthalten sein. Eltern können sich deshalb aber nicht in Sicherheit wiegen. Teilweise führen die Hygienevorschriften, die Kinder eigentlich schützen sollen, zu neuen Problemen.

Beispiel Karottensaft: Säuglinge sind empfindlich gegenüber Infektionen des Verdauungstrakts. Deshalb werden Säfte für Babys bei der Sterilisation deutlich länger erhitzt als solche, die für die Allgemeinbevölkerung bestimmt sind. Dadurch entsteht Benzol, ein giftiger Stoff, der bereits in niedrigen Dosen Krebs auslösen kann. "Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Erhitzen über 100 Grad Celsius über einen Zeitraum von mehr als 30 Minuten aus natürlichen Inhaltsstoffen von Karotten, zum Beispiel aus Beta-Carotin und Aminosäuren, Benzol gebildet wird", so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Auch Furan bildet sich vermehrt in Babysäften und -breien, die in geschlossenen Gefäßen sterilisiert werden. Dies konnte ÖKO-TEST bereits im Mai 2009 nachweisen.

Als wären dies nicht schon genug Probleme, kommt noch eine neue Baustelle hinzu. Behörden fanden in Milchprodukten, Säuglingsnahrung, Obst und anderen Lebensmitteln Rückstände von Didecyldimethylammoniumchlorid, kurz DDAC. DDAC ist ein Biozidwirkstoff, der auch als Pestizid genutzt werden kann. In Holzschutzmitteln etwa soll er Termiten vernichten. In Pflanzenschutzmitteln macht er Bakterien, Pilzen und Insekten den Garaus. Als Pestizidwirkstoff ist DDAC in der EU jedoch nur für den Zierpflanzenanbau zugelassen.

Aber wie kommt DDAC dann in Lebensmittel? Eine mögliche Ursache sind DDAC-haltige Reiniger, die auf fast allen Stufen der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung verwendet werden dürfen: zur Desinfektion von Eis- und Melkmaschinen, von Schläuchen oder Förderbändern. In einigen Drittländern (etwa Israel) ist DDAC sogar für die gezielte Nacherntebehandlung von beispielsweise Zitrusfrüchten oder Mangos erlaubt. Weitere potenzielle Eintragsquellen sind Pflanzenstärkungsmittel, die im Bio-Anbau eingesetzt werden. So wurde im Juni 2012 ein mit DDAC verunreinigtes Mittel bekannt - und wenig später deshalb verboten.

Inzwischen tauchen Spuren des Problemstoffs in vielen Lebensmitteln auf. Doch anstatt dafür zu sorgen, dass die Werte reduziert werden, hat die EU auf Druck der Industrie den Grenzwert für DDAC vorläufig um das 50-Fache angehoben! Sonst hätte womöglich ein großer Teil der auf dem Markt befindlichen Ware aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Bei Säuglingsnahrung, die unter die Diätverordnung fällt, gilt allerdings nach Auskunft des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weiter die strenge Grenze von 0,01 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg).

Das BfR gibt Entwarnung: "Ein chronisches oder akutes Gesundheitsrisiko durch die bisher aufgetretenen DDAC-Gehalte in Lebensmitteln ist unw


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ÖKO-TEST November 2013 Seite 98
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: sieben Karottensäfte für Babys und Kleinkinder, alle ausgelobt für die Zeit "nach dem vierten Monat". Der Markt ist überschaubar und konzentriert sich auf wenige Bio-Produkte größerer Hersteller.

Die Inhaltsstoffe
Im Fokus standen alte und neue Probleme: Der Giftstoff Benzol, den ÖKO-TEST bereits mehrfach in Babynahrung nachweisen konnte, entsteht beim Erhitzen aus karotteneigenen Inhaltsstoffen. Die leicht flüchtige Substanz Furan bildet sich bei der Sterilisation in geschlossenen Gefäßen. Dazu ließen wir prüfen, ob die strengen Grenzwerte für Pestizide und möglichen Keimbefall in Säuglingsnahrung eingehalten werden. Aktuell für Wirbel sorgt DDAC, ein Pflanzen- und Reinigungsmittelwirkstoff, der auch in industriell erzeugte Lebensmittel gelangen kann. Das passiert beispielsweise, wenn Hersteller nicht dafür sorgen, dass nach der üblichen Desinfektion ihrer Produktionsgeräte mit warmem Wasser nachgespült wird. Da erst seit Kurzem einfach anwendbare Analysemethoden verfügbar sind, häufen sich die DDAC-Funde in Lebensmitteln.

Die Bewertung
Solange nicht eindeutig feststeht, ob ein Stoff schädlich ist, sollte der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Gehalte in Lebensmitteln minimiert werden. Die Hochsetzung des DDAC-Grenzwerts durch die EU-Sicherheitsbehörde weist jedoch eher darauf hin, dass dem Problem derzeit aus dem Weg gegangen wird. Für Säuglingsnahrung gilt zum Glück noch der strengere Höchstgehalt aus der Diätverordnung. Ein Produkt, das diesen nicht einhält, bekommt von uns die Note "ungenügend" - es ist "nicht verkehrsfähig".

So haben wir getestet

Auch Auslobungen auf den Produkten haben wir uns angeschaut. Was dort steht, soll informieren und nicht in die Irre führen.