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17 Höschenwindeln im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2009
vom 07.01.2009

Höschenwindeln

Scheiße!

Die meisten Wickelkinder verbringen mehr als zwei Jahre in Pampers und Co. ÖKO-TEST hat 17 Windelmarken unter die Lupe genommen. Im Praxistest zeigten einige Marken erhebliche Schwächen.

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07.01.2009 | Wegwerfwindeln sind super praktisch. Kein Wunder, dass 90 Prozent der Eltern Einwegwindeln verwenden, die erst Mitte der 1970er-Jahre in Deutschland auf den Markt kamen. Anfangs bestand der Kern jeder Windel noch aus reinen Zellstoffflocken, die den Urin aufsaugten. Seit Ende der 1980er-Jahre enthält der Saugkern zudem kleine Kristalle, sogenanntes hochmolekulares Polyacrylat oder Superabsorber. Diese haben eine enorme Saugkraft, die Substanzen können die 30- bis 40-fache Menge des eigenen Gewichts an Urin aufnehmen, und - ganz wichtig - auch unter Druck speichern.

In den ersten zweieinhalb Lebensjahren benötigen Babys und Kleinkinder im Durchschnitt vier bis fünf Windeln täglich. Da macht es schon einen Unterschied, ob man für die Markenwindel 31 Cent pro Stück hinblättert oder weniger als die Hälfte für Eigenmarken. Für Markenwindeln kommen in dieser Zeit immerhin 1.190 Euro zusammen, gegenüber 537 Euro für eine Drogeriemarke.

Einen hohen Tragekomfort und eine körpergerechte Passform versprechen alle Marken durch elastische Beinabschlüsse, die es seit 1980 gibt, und variable Klettverschlüsse, die 1995 eingeführt wurden. Nun ist jedes Baby anders gebaut, und auch die Windelmarken sind unterschiedlich geschnitten. Welches Produkt so sitzt, dass es keine Druckstellen und Rötungen hinterlässt, muss folglich ausprobiert werden.

ÖKO-TEST hat 17 Windelmarken der Größe Maxi, die für Kinder von sieben bis 18 Kilogramm geeignet sind, eingekauft. Alle Produkte wurden im Labor auf kritische Inhaltsstoffe analysiert und einer Praxisprüfung unterzogen.

Das Testergebnis

Problematische Inhaltsstoffe enthalten die meisten Windeln nicht, allerdings schwächelten einige im Praxistest. Insgesamt erhalten jedoch 15 Marken die Noten "sehr gut" und "gut".

Umstrittene halogenorganische Verbindungen quittieren wir in den Toujours Maxi von Lidl mit einem Minuspunkt. Zinnorganische Verbindungen sind in Windeln kein Problem, wie eine Stichprobe zeigte. Alle Produkte wurden zudem einem Geruchscheck unterzogen und fünf Marken ins Labor geschickt, weil sie leicht parfümiert rochen: Duftstoffe, die in Kosmetik deklariert werden müssen, sowie Majantol und Moschus-Verbindungen wurden jedoch nicht gefunden.

Eine Windel muss den Urin schnell aufsaugen und fest speichern, damit die Haut schön trocken bleibt. Wir haben diese Eigenschaften gründlich testen lassen: Einmal für die Belastung am Tag sowie für die Belastung in der Nacht. Zur Höchstform müssen Windeln jedoch auflaufen, wenn das Kind die Windel mit seinem Gewicht - im Sitzen und auch im Liegen - belastet. Für vier Marken gab es beim Feuchtigkeitsrückhalt am Tag und/oder in der Nacht Punktabzug.

Weiteres Kriterium war die Aufsauggeschwindigkeit der Windeln im Sitzen und Liegen. Sechs Marken erhielten ein "sehr gut", die anderen schwächelten hier mehr oder weniger.