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Hautkrankheiten: Die Lebensqualität verbessern

Spezial gesunde Haut | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 14.11.2014

Hautkrankheiten: Die Lebensqualität verbessern

Warum ich? Chronische Hautkrankheiten wie die Schuppenflechte oder die Weißfleckenkrankheit brechen vollkommen unerwartet über die Betroffenen herein. Sie sind ein Schicksal - aber man kann einiges tun, um seine Lebensqualität zu verbessern.

Das seelische Rüstzeug zur Krankheitsbewältigung ist meist nicht ausreichend vorhanden", schreibt die Berliner Psychotherapeutin Dr. Vera Kattermann im Deutschen Ärzteblatt: "Oft entsteht so ein Teufelskreis der seelischen und körperlichen Labilisierung, der die weitere Krankheitsverarbeitung zusätzlich behindert." Chronisch Erkrankte müssen sich mit der Aussicht abfinden, von nun an womöglich bis an ihr Lebensende mit der Belastung durch die Krankheit zurechtkommen zu müssen.

Wer schon einmal Menschen mit einer schweren chronischen Erkrankung begegnet ist, hat möglicherweise die Erfahrung gemacht, dass sich in der Auseinandersetzung mit der Krankheit auch die Persönlichkeit des Betreffenden verändert hat. Für Betroffene von Hautkrankheiten ist der Umgang mit ihrer Erkrankung besonders schwierig, denn durch die auch für die Umwelt oft deutlich sichtbaren Hautveränderung geraten sie schnell in eine negative Dynamik: Unter Umständen reagieren andere Menschen mit Ablehnung und Verunsicherung auf das Körperbild des Betroffenen. Dessen Selbstwertgefühl schwindet. Häufig sind Rückzug, Selbstisolation, Minderwertigkeitskomplexe und Kontaktängste die Reaktion der Betroffenen.

Doch für viele chronische Hauterkrankungen stehen heute schon Therapien zur Verfügung, die helfen, die Lebensqualität zu verbessern. Lesen Sie, welche Möglichkeiten es gibt, um die Beschwerden zu lindern.

Hautkrankheiten: Inhalt

  • Gürtelrose
  • Krätze
  • Mykosen: Pilze auf der Haut
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Rosacea
  • Röschenflechte
  • Warzen
  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Hautkrankheiten: Gürtelrose

Sie ist mit Abstand die schmerzhafteste aller Hauterkrankungen. Gürtelrose kommt ohne Vorwarnungen, meist im Alter von 50 Jahren oder mehr.

Symptome: Es beginnt mit einem leichten Brennen, das sich meist halbseitig von der Wirbelsäule zum Brustbein zieht. Hinzu kommt ein starker Schmerz und nach zwei bis drei Tagen erscheint entlang der schmerzenden Stellen der typische Ausschlag: kleine Blasen auf geröteter, etwas geschwollener Haut. Sie heilen nach drei bis fünf Tagen langsam ab. Gürtelrose ist stark ansteckend für Menschen, die noch nie mit dem Virus Kontakt hatten. Sie erkranken dann jedoch an Windpocken.

Ursache: Verantwortlich ist das Varicella-Zoster-Virus aus der Familie der Herpesviren. Beim ersten Kontakt verursacht das Virus Windpocken. Nach dieser Kinderkrankheit kann es über Jahrzehnte in bestimmten Bereichen des Nervensystems überleben. Durch eine Reaktivierung des Virus entsteht die Gürtelrose.

Therapie: Möglichst schnell Einnahme eines Wirkstoffs, der die Ausbreitung der Viren hemmt, zum Beispiel Aciclovir, zusätzlich bei Bedarf Schmerzmittel. Wird die Gürtelrose nicht schnell genug behandelt, können Nervenschmerzen zurückbleiben und chronisch werden. Der vorbeugend eingesetzte Impfstoff Zostavax kann Studien zufolge die Zahl der Krankheitsfälle halbieren und bei der anderen Hälfte den Krankheitsverlauf mildern.

Hautkrankheiten: Krätze

Krätze ist immer noch eine relevante Hauterkrankung, für die Meldepflicht gilt.

Symptome: Die Krankheit tritt häufig in Körperfalten oder rund um den Bauchnabel auf. Die befallenen Stellen sind gerötet, jucken und werden oft aufgekratzt. Das kann zu bakteriellen Infektionen und offenen Wunden führen. Bei kleinen Kindern können leichte Symptome auch als Neurodermitis fehlgedeutet werden.

Ursache: Erreger ist die 0,2 bis 0,5 Millimeter große Krätzmilbe. Die Weibchen graben Gänge in die Hornschicht der Haut und legen dort ihre Eier, aus denen nach drei Wochen Larven schlüpfen. Krätze wird durch direkten Hautkontakt übertragen, gelegentlich auch über die Kleidung. Die ersten Symptome zeigen sich zwei bis sechs Wochen nach dem Befall.

Therapie: Der Milbenbefall lässt sich unter dem Mikroskop erkennen. Als Mittel stehen bedenkliche nervenschädigende Insektizide wie Lindan, Allethrin und Permethrin zu Verfügung oder der stark hautreizende Wirkstoff Benzylbenzoat. Eine Alternative sind schwefelhaltige Salben. Das Lüften von Kleidung und Bettwäsche über vier Tage hungert die Milben aus, heißes Waschen tötet sie.

Hautkrankheiten: Mykosen – Pilze auf der Haut

Pilzinfektionen - von den Ärzten Mykosen genannt - kommen vor allem auf warmen und feuchten Hautflächen vor: zwischen den Zehen als Fußpilz, unter Fuß- oder Fingernägeln, aber auch im Schritt, an den Genitalien oder unter den Achseln. Bei Befall hilft nur konsequentes Eincremen.

Symptome: Beim Fußpilz wird zuerst die Haut zwischen den Zehen rau, später pellt sie sich ab wie nach einem Sonnenbrand. Ein zu spät erkannter Fuß- oder Handpilz greift oft auf Zehen- und Fingernägel über. Die Nägel werden, einer nach dem anderen, trübe, gelblich, krümelig und verdicken sich. Pilze auf der Haut äußern sich meist durch runde rote oder bräunliche Herde, die schuppen und an den Rändern wachsen. Alle Pilzinfektionen jucken und können sich, einmal aufgekratzt, entzünden.

Ursache: Auslöser sind verschiedene Arten von Pilzen. Sie lassen sich auf der Haut nieder, bilden dort Geflechte und ernähren sich von den Substanzen der Hornschicht. Die für die Vermehrung zuständigen Sporen sind sehr widerstandsfähig. Die Hautveränderungen sind je nach Art des Pilzes unterschiedlich.

Therapie: Pilzinfektionen sind hartnäckig, lassen sich aber durch Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika, gut bekämpfen. Viele dieser Wirkstoffe sind als Creme nicht verschreibungspflichtig, eine Selbstmedikation ist möglich. Pilzinfektionen sind allerdings nur schwer von bakteriellen Hautkrankheiten zu unterscheiden. Zudem gibt es mehrere Pilzarten, die unterschiedlich auf einzelne Wirkstoffe reagieren. Deshalb sollte ein Arzt klären, ob und um welchen Pilz es sich handelt. Wichtig ist es, die befallenen Partien konsequent mit Antipilzmittel einzucremen, auch wenn keine Hautrötung mehr sichtbar ist. Wer zu früh aufhört, riskiert eine Rückkehr des Pilzes. Vermeiden lassen sich Pilzinfektionen nicht durch verstärkte Hygiene: Zu häufiges Waschen macht die Haut eher anfällig. Sinnvoll bei Fußpilzgefahr sind Badeschlappen in Schwimmbad, Sauna oder Umkleide sowie luftdurchlässiges Schuhwerk im Alltag. Bei Befall die Wäsche mit 60 Grad waschen, das tötet die Sporen.

Hautkrankheiten: Psoriasis (Schuppenflechte)

Die Schuppenflechte ist deutlich sichtbar und unheilbar. An der nicht ansteckenden Krankheit leiden in Deutschland rund zwei Millionen Menschen. Für viele Betroffene ist die Erkrankung eine starke Belastung.

Symptome und Verlauf: Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr oder nach dem 40. Geburtstag. Bei den Betroffenen erneuern sich die Hautzellen alle drei bis vier Tage anstatt wie üblich in vier Wochen. Meist zeigt sich die Schuppenflechte an den Ellenbogen, Fuß- und Handflächen, Knien sowie am Kopf. Die sich schuppende Haut ist entzündlich gerötet und stark hügelig, die befallenen Stellen jucken, sind oft spröde und rissig und dadurch sehr empfindlich. In vielen Fällen sind auch die Nägel betroffen. Sie können sich gelblich verfärben oder verdicken und werden manchmal auch ganz zerstört. Die Krankheit verläuft individuell außerordentlich verschieden und oft schubweise. Etwa 20 Prozent der Betroffenen haben zusätzliche Beschwerden: Die Knie-, Zehen- oder Fingergelenke verdicken sich und schmerzen wie bei Rheuma. Diese Krankheitsform heißt deshalb Psoriasis-Arthritis.

Ursachen: Als sicher gilt, dass die Anlage vererbt wird. Hatten beide Eltern Schuppenflechte, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit auch bei den Kindern auftritt, zwischen 60 und 70 Prozent. Bei einem erkrankten Elternteil sind es 30 Prozent. Doch es müssen weitere Faktoren wie Verletzungen der Haut, Stress oder psychischer Druck hinzukommen. Infektionskrankheiten, bestimmte Arzneimittel wie ACE-Hemmer oder Betablocker, Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder hormonelle Umstellungen etwa während der Pubertät oder einer Schwangerschaft können ebenfalls Schuppenflechte auslösen - auch bei Menschen ohne genetische Vorbelastung. Der Krankheitsprozess selbst wird von den Medizinern mehrheitlich als fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems gedeutet.

Therapie: Ziel ist eine möglichst lange Zeit ohne Symptome. Bei leichten bis mittelschweren, auf örtliche Hautpartien begrenzten Fällen genügt eine lokale Therapie mit Medikamenten, Bädern oder UV-Licht, oft auch in Kombination angewandt. In schweren Fällen kommen zusätzlich Tabletten zum Einsatz.

Salben und Lösungen zur Behandlung von Schuppenflechte haben folgende Wirkstoffe: Harnstoff oder Salicylsäure lösen die schuppende Hornschicht ab, damit die nachfolgend eingesetzten Arzneimittel an die Haut gelangen. Cortisonpräparate wirken stark entzündungshemmend und lindern erfolgreich den Juckreiz. "Bei kurzzeitiger Anwendung und richtiger Dosierung treten kaum Nebenwirkungen auf", erklärt Professor Joachim Barth, Hautarzt und wissenschaftlicher Beirat des Psoriasis-Bundes. Vitamin-D-Abkömmlinge wie Calcipotriol und Tacalcitol sowie der Wirkstoff Dithranol normalisieren das Wachstum der Hornzellen und hemmen den Entzündungsprozess.

Die Bestrahlung der kranken Hautpartien mit UV-B-Strahlen hemmt die Bildung von Hautzellen. Bei der Balneo-Fototherapie geht dem Lichteinsatz ein Solebad voraus, das die Schuppen löst und die Haut empfindlicher für die UV-Strahlung werden lässt. Eine natürliche Form dieser Therapie sind Badekuren am Meer. Bei der Fotochemotherapie (PUVA) nimmt man vorher entweder ein Medikament mit dem Wirkstoff Psoralen ein, badet in einer entsprechenden Arzneilösung oder wird damit eingecremt. Das macht die Haut lichtempfindlicher und erhöht dadurch die Wirkung der eingesetzten UV-A-Strahlung. Die Gefahr, durch die Strahlung an Hautkrebs zu erkranken, ist gering.

Für die systemische Therapie kommen mehrere Wirkstoffe infrage, die über längere Zeit eingenommen werden: Fumarsäureester bremsen sowohl die Zellteilung als auch das überaktive Immunsystem. Methotrexat hemmt die Zellvermehrung. Die als Biologics bezeichneten, gentechnisch hergestellten Antikörper wie Infliximab und Etanercept greifen gezielt in die Immunreaktion ein, ebenso der Wirkstoff Ciclosprin. Die Wirkstoffe weisen teilweise starke Nebenwirkungen auf.

Zahlreiche Patienten berichten, dass ihnen alternative Therapiemethoden geholfen haben. In einzelnen Studien linderten eine homöopathische Behandlung sowie Cremes mit Aloe-vera-Gel oder Extrakten aus Mahonie (Berberitze) die Symptome. Auch Solebäder drängen die Krankheit zurück.

Selbsthilfekontakte im Netz: Hilfe für Menschen mit Schuppenflechte bietet der Deutsche Psoriasis Bund, Seewartenstr. 10, 20459 Hamburg, Tel. 040/2233990, www.psoriasisbund.de Im Internet trifft sich die Community der Schuppenflechtegeplagten unter www.psoriasis-netz.de

Gute Pflege hilft

Gut sind rückfettende Ölbäder, Solebäder, Produkte, die den Feuchtigkeitsmangel der Haut ausgleichen sowie entzündungshemmende Zusätze wie Kamille oder Ringelblume. Nach dem Baden oder Duschen trocken tupfen statt rubbeln. Nicht zu empfehlen sind lange und heiße Bäder, weil sie die Haut belasten. Es gibt speziell für Psoriasis entwickelte Pflegeprodukte. Allerdings können Betroffene auch jedes andere milde Hautpflegeprodukt anwenden, wenn sie es vertragen.

Krankenkassen bezahlen

Die gesetzlichen Kassen zahlen verschreibungspflichtige Medikamente sowie salicylsäurehaltige Präparate. Nicht erstattet werden Harnstoffpräparate. Bezahlt werden UV-B-Bestrahlung, Balneo-Fototherapie und PUVA. Patienten, die mindestens einmal im Quartal wegen ihrer Beschwerden den Arzt aufsuchen, gelten als chronisch krank. Sie müssen für Zuzahlungen maximal ein Prozent ihres Einkommens ausgeben, ansonsten sind es zwei Prozent.

Rosacea

Übersetzt bedeutet Rosacea "Rosenblütchen" und spielt auf die typische Rötung des Gesichts an.

Ursache: Die Gesichtshaut reagiert auf bestimmte Reize wie Hitze, Stress, körperliche Anstrengung, Alkohol oder scharfes Essen mit einer Errötung. Geschieht dies häufig, erweitert die verstärkte Durchblutung die Äderchen der Haut, das Gesicht blüht rot auf. Rund fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter Rosacea, besonders betroffen sind hellhäutige Menschen zwischen 30 und 50. Die Neigung dazu ist vermutlich angeboren.

Symptome: In der ersten Phase kommt es durch die auslösenden Reize zu Rötungen, die mehrere Stunden oder Tage anhalten können. Später bleibt die Rötung und es treten immer wieder rote Knötchen und Eiterpickel auf. Die Haut wird mit der Zeit großporig, verdickt und ist oft entzündet. Bei älteren Männern kann sich eine Knollennase bilden. Rosacea kann auch auf die Augen übergreifen, die dann brennen und lichtempfindlich werden.

Therapie: Im Anfangsstadium helfen entzündungshemmende Cremes oder Gele, zum Beispiel mit Azelainsäure oder dem lokalen Antibiotikum Metronidazol. Gleichzeitig sollte man die jeweiligen auslösenden Faktoren der Rötung sowie hautreizende Kosmetika vermeiden. In schweren Fällen verordnet der Arzt meist Antibiotikatabletten, um die Entzündungen zu hemmen. Als wirkungsvoll haben sich auch Retinoide, also Vitamin-A-Abkömmlinge, erwiesen. Wegen ihrer fruchtschädigenden Wirkung sind sie für Schwangere aber tabu.

Röschenflechte

Ein schöner Name für eine Form des Hautausschlags, die häufig im Frühjahr oder Herbst auftritt. Sie ist zwar harmlos, aber lästig.

Ursache: Vermutlich ist ein Herpesvirus der Auslöser dieses nicht ansteckenden Hautausschlages. Betroffen sind davon vor allem Menschen zwischen zehn und 35 Jahren.

Symptome: Zuerst erscheint ein münzgroßer, schuppiger, rosafarbener Fleck auf Brust oder Rücken. In den nächsten ein, zwei Wochen kommen schubweise weitere Flecken am Oberkörper, Armen und Beinen hinzu. Röschenflechte im Gesicht und an den Händen ist selten. Etwa die Hälfte der Patienten klagen über Juckreiz. Körperliche Anstrengung oder ein heißes Bad können den Ausschlag verschlimmern.

Therapie: Röschenflechte muss nicht behandelt werden. Sie bildet sich nach sechs bis zehn Wochen von selbst und ohne Narben zurück. Gegen den Juckreiz kann der Hautarzt eine Salbe oder Tabletten verschreiben.

Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Durch den Fall der Kanadierin Chantelle Brown-Young ist die Krankheit in letzter Zeit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die junge Frau leidet an der seltenen Hautkrankheit Vitiligo, auch als Weißfleckenkrankheit bekannt. Dennoch nimmt sie an dem Wettbewerb America's Next Topmodel teil. Die deutlich sichtbaren weißen Flecken kaschiert sie nicht, sie hat sogar eine Art Markenzeichen daraus gemacht.

Vielen Ärzten gilt die nicht ansteckende Hautkrankheit als harmlose Pigmentstörung. Doch für die bis zu einer Million Betroffenen in Deutschland ist sie teilweise mit beträchtlichen sozialen und psychischen Auswirkungen verbunden. Zum Glück versprechen inzwischen einige Therapieverfahren Erfolg.

Symptome und Verlauf: Auf der Haut, meist zuerst an Händen oder Füßen, treten kleine weiße, scharf begrenzte Flecken auf. Sie sind extrem empfindlich gegen Sonnenlicht, jucken und schmerzen aber nicht. Die Flecken breiten sich im Laufe der Jahre schubweise aus. Mehr als 25 Prozent der Haut sind nur selten betroffen. Die Krankheit fängt meistens in jüngeren Jahren, häufig schon in der Kindheit an.

Ursache: Bei der Vitiligo verschwinden die Melanozyten, also die Zellen in der Haut, die das Farbpigment Melanin bilden und die Haut so vor dem UV-Licht der Sonne schützen. Nicht eindeutig geklärt ist, ob die Zellen sich selbst zerstören, ob dies durch einen Stoff geschieht, der von Hautnerven abgegeben wird oder ob eine Überreaktion des Immunsystems dafür verantwortlich ist. Die Bereitschaft, eine Vitiligo zu entwickeln, kann vererbt werden. Wann und warum es, auch bei erblich nicht Vorbelasteten, zum Ausbruch der Krankheit kommt, ist unklar. Als Auslöser gelten starker Stress, hormonelle Änderungen durch Pubertät oder Schwangerschaft sowie Hautschäden, etwa durch Abschürfungen oder Sonnenbrand.

Therapie: Die gängigste Behandlungsmethode ist die Bestrahlung mit UV-B-Licht der Wellenlänge 311 Nanometer über mehrere Monate. Auch fotochemische Verfahren wie die PUVA kommen zum Einsatz. Unterstützend zur Lichttherapie werden sehr oft Cremes eingesetzt, deren Wirkstoffe das Immunsystem beeinflussen: Kortikoide oder Vitamin-D-Abkömmlinge wie bei Schuppenflechte oder die bei Neurodermitis verwendeten Calcineurin-Inhibitoren. Von den gesetzlichen Kassen werden die anfallenden Kosten einer Behandlung nach Angaben des Vitiligo-Vereins im Normalfall nicht übernommen, da Vitiligo nicht als Krankheit, sondern als kosmetisches Problem gewertet wird.

Warzen

Warzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Haut. Die unschönen Wucherungen sind harmlos, aber hässlich.

Symptome: Bevorzugt an Händen, Ellenbogen, Füßen oder Knien, seltener im Gesicht, erscheinen gutartige, scharf begrenzte Hautwucherungen. Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen.

Ursachen: Erreger sind verschiedene Typen des humanen Papillomavirus. Es kommt dort vor, wo sich viele Menschen aufhalten, etwa in Schwimmbädern, und dringt durch kleinste Verletzungen in die Haut ein.

Therapie: Ein Mittel gegen das Papillomavirus gibt es nicht. Kleinere Warzen behandelt der Hautarzt mit abschälenden Tinkturen oder ätzenden Lösungen. Eine weitere Möglichkeit ist die Vereisung mit flüssigem Stickstoff. Dabei entsteht eine Blase, mit der die Warze abgeht. Zunehmend setzen die Ärzte Laser ein, mit denen sie die Gefäße unter der Warze veröden. Diese wird nicht mehr ernährt und fällt ab. Ätzende und vereisende Warzenmittel gibt es auch ohne Rezept. Belege dafür, dass die Mittel erfolgreicher sind als eine Spontanheilung, fehlen. Dies gilt auch für viele Hausmittel, wie das Besprechen der Warze oder das Einreiben mit Schneckenschleim.

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