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Hausstaubmilbenallergie: Mit diesen Tipps finden Sie erholsamen Schlaf

Magazin März 2020: Gesund mit Vollkorn | Autor: Sarah Weik | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 16.03.2020

Hausstaubmilbenallergie: Wir geben Tipps, was Sie tun können, um dennoch einen erholsamen Schlaf zu bekommen.
Foto: Lifestyle Travel Photo/Shutterstock; Tomasz Klejdysz/Shutterstock

Hausstaubmilben leisten uns nachts millionenfach Gesellschaft. Eigentlich sind sie harmlos, doch immer mehr Menschen reagieren allergisch auf die winzigen Tiere. Acht Tipps, wie Ihre Nächte dennoch erholsam werden.

Kuschelig warm und weich, dunkel und feucht durch unsere Körperwärme: Unser Bett ist ein absoluter Wohlfühlort – für Milben. Sie ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen und da wir viel Zeit unseres Lebens im Bett verbringen, bieten wir Millionen der winzigen Spinnentiere Nacht für Nacht ein Festmahl. Die meisten Menschen bemerken nichts davon, denn Milben sind eigentlich völlig ungefährlich. Doch ihr Kot gehört zu den häufigsten Auslösern einer Allergie.

Hausstaubmilbenallergie: Das sind die Symptome 

Leiden Menschen an einer Hausstaubamilbenallergie sind folgende Symptome möglich: 

  • Juckende und tränende Augen 
  • Verstopfte Nase 
  • Im schlimmsten Fall löst eine Hausstaubmilbenallergie Atemnot und allergisches Asthma aus.

Wenn Sie also den Verdacht haben, dass Sie eine Hausstauballergie haben, sollten Sie mit einem Arzt sprechen. Gleichzeitig können Allergiker einiges dafür tun, um morgens gut erholt aufzuwachen. "Es geht darum, den Kontakt zu den Allergenen zu minimieren", erklärt Professor Jörg Kleine-Tebbe von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI).

Was Sie bei Hausstaubmilbenallergie tun können 

Viel lüften

Klingt einfach, die Wirkung ist jedoch nicht zu unterschätzen. Milben mögen es feucht und warm. Jeder Luftstoß verringert die Luftfeuchtigkeit und verschlechtert damit ihre Lebensbedingungen. Drei- bis viermal täglich sollten Allergiker fünf bis 15 Minuten lüften – gerade dann, wenn das Haus gut isoliert ist. Die meisten Milben tummeln sich in der Matratze, deshalb muss die Bettwäsche herunter, und das Bettgestell sollte Füße haben. "Damit die Matratze auch von unten belüftet wird", erklärt Kleine-Tebbe.

Encasings benutzen

Eine milbenfreie Matratze gibt es nicht. Doch es gibt spezielle Überzüge, sogenannte Encasings, die über die Matratze gezogen werden und für Hausstaubmilben und ihren Kot undurchlässig sind. Ebenso wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist auch Kleine-Tebbe vom Nutzen der Encasings überzeugt, auch wenn eine US-amerikanische Metaanalyse Zweifel daran säte. "Viele Betroffene berichten von deutlich besseren Nächten – und ihre Erfahrung zählt." Wichtig ist, dass alle Matratzen im Schlafzimmer damit überzogen werden.

Kleine-Tebbe rät zu Produkten aus dicht gewebter Mikrofaser. "Beschichtete Produkte sind nicht besonders atmungsaktiv – da schwitzt man schnell." Alle sechs Monate sollte der Zwischenüberzug möglichst heiß gewaschen werden. "Zwischendurch reicht es, ihn feucht abzuwischen oder abzusaugen." Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Encasing oder beteiligen sich daran. Voraussetzung dafür ist eine ärztliche Verordnung.

Hausstaubmilbenallergie: Bettdecken sollten alle 6 Wochen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Hausstaubmilbenallergie: Bettdecken sollten alle 6 Wochen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. (Foto: pen kanya/Shutterstock )

Milbenallergie: Bettwäsche täglich lüften 

Kissen und Bettdecken waschen

Auch für Kissen und Bettdecken gibt es Encasings. Notwendig sei das nicht unbedingt. "Bei der Bettdecke reicht es, wenn sie etwa alle sechs Wochen bei mindestens 60 Grad gewaschen wird", sagt Allergologe Kleine-Tebbe. Er rät zu Bettwaren aus synthetischen Materialien, die täglich durchgelüftet werden.

Auf Dekokissen und Tagesdecken sollten Allergiker verzichten. Es gibt inzwischen auch Kopfkissen, Unterbetten und Decken, die aufgrund ihrer speziellen Materialien eine antiallergene Wirkung versprechen – ganz ohne Encasings. Die Studienlage ist hier allerdings noch dünn; da hilft nur: ausprobieren.

Boden wischen

Welcher Bodenbelag der richtige ist, darüber streiten Experten. Flauschige, langflorige Teppiche sind definitiv nichts für Allergiker. Doch auch glatte Böden haben einen Nachteil: Staub wird leichter aufgewirbelt. Unabhängig vom Bodenbelag ist es wichtig, regelmäßig zu wischen und zu saugen. Hier raten die Experten zu Staubsaugern mit speziellen Feinstaubfiltern.

Illustration: So sieht eine Hausstaubmilbe in vielfacher Vergrößerung aus.
Illustration: So sieht eine Hausstaubmilbe in vielfacher Vergrößerung aus. (Foto: SciePro/Shutterstock )

Staubfänger raus 

Allergiker können das Schlafzimmer für Milben ungemütlicher gestalten. Die Spinnentiere mögen Staubfänger wie offene Regale, Polstermöbel oder schwere Vorhänge. Ebenso Zimmerpflanzen, die die Luftfeuchtigkeit erhöhen und oft leckere Schimmelpilze beherbergen.

Das heißt jedoch nicht, dass Betroffene ihr Schlafzimmer komplett leer räumen müssen, wie Professorin Erika von Mutius, Leiterin des Instituts für Asthma- und Allergieprävention am Helmholtz- Zentrum in München, betont: "Man muss nicht ganz karg leben, sondern für sich eine gute Balance zwischen Vermeidung und lebenswerter Umgebung finden." Der wichtigste Punkt sei das Bett, dann folgt das restliche Schlafzimmer.

Verreisen trotz Hausstaubmilbenallergie

Milbenarm verreisen

Um auch in fremden Betten ruhig zu schlafen, können Allergiker ihr Encasing mitnehmen. Wer darauf keine Lust hat, kann in milbenarme Urlaubsorte fahren. Der DAAB empfiehlt dafür Regionen über 1.500 Metern Höhe, wo die Luftfeuchtigkeit deutlich geringer ist. Nicht für jeden die richtigen – dafür spannende und quasi milbenfreie – Urlaubsorte sind Wüsten und Gletschergebiete.

Symptome bei Hausstaubmilbenallergie: Viele Allergiker leiden unter einer verstopften Nase.
Symptome bei Hausstaubmilbenallergie: Viele Allergiker leiden unter einer verstopften Nase. (Foto: NordStock/Shutterstock )

Symptome mit Medikamenten bekämpfen

Wenn die Sanierung nicht den gewünschten Effekt bringt, können Allergiker ihre Symptome auch mit Medikamenten bekämpfen. Linderung bringen können Antihistaminika in Nasensprays oder Augentropfen sowie antientzündliche Medikamente wie Cortison-Nasensprays. Die bekämpfen die Symptome.

An die Ursache geht die spezifische Immuntherapie. Die Hyposensibilisierung kann mit Spritzen oder sublingual mit Tabletten und Tropfen, die unter die Zunge kommen, erfolgen. Ob die Therapie erfolgversprechend ist, hängt vom Einzelfall ab. "Ideal ist es, wenn Patienten nur eine Hausstaubmilbenallergie haben und darauf nur mit allergischem Schnupfen reagieren", sagt Allergologin Erika von Mutius.

Milbensprays bringen wenig

Direkt auf Matratzen, Polstermöbel oder Teppiche gesprüht, sollen ihre Wirkstoffe Milben direkt angreifen oder Hautschuppen ungenießbar machen. "Klinische Studien haben belegt, dass diese Sprays nicht sehr wirksam sind", sagt Allergologin Erika von Mutius. Mehr dazu: Milbensprays im Test: Sind sie empfehlenswert?

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