1. Home
  2. Ratgeber

Coronavirus oder Heuschnupfen? So erkennen Sie den Unterschied

Autor: Lena Pritzl | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 21.05.2020

Allergiker wissen: Die Heuschnupfen-Saison ist in vollem Gange – aber wie unterscheiden sich Heuschnupfen und Coronavirus?
Foto: Africa Studio/Shutterstock

Frühling 2020: Temperaturen über 25 Grad, starker Pollenflug – und die Corona-Pandemie. Viele Heuschnupfen-Geplagte fragen sich, ob ihre Symptome nicht auch auf Covid-19 hindeuten könnten. Wie Sie eine unbedenkliche allergische Reaktion von der Erkrankung mit dem neuartigen Virus unterscheiden können.

  • Die Pollensaison ist in vollem Gang. Gleichzeitig besteht weiterhin die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. 
  • Bei Covid-19 gibt es keinen typischen Krankheitsverlauf, die meisten Erkrankten zeigen aber Symptome wie Husten und Fieber.
  • Bei Heuschnupfen, einer allergischen Reaktion, treten hingegen vor allem tränende Augen, Schnupfen, ein starker Niesreiz und ein Kratzen in Hals und Gaumen auf.

Der diesjährige Frühling unterscheidet sich stark von den Vorjahren: Das Coronavirus und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen sind in Deutschland weiterhin omnipräsent. Parallel dazu ist Heuschnupfen-Saison. Viele Allergiker sind verunsichert und fragen sich: Wie unterscheide ich Heuschnupfen/eine Pollenallergie vom Coronavirus bzw. einer Covid-19-Erkrankung? Und kann ich mit Heuschnupfen oder Asthma bedenkenlos einen Mundschutz tragen?

Das Coronavirus kurz erklärt

Vorab: Das Robert-Koch-Institut (RKI) beschreibt die Krankheitsverläufe von Covid-19 – die Krankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird – als unspezifisch, vielfältig und stark variabel. Die Erkrankungen reichten von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Lungenentzündungen, die zu Lungenversagen und Tod führen können. Deshalb lassen sich laut RKI keine Aussagen über einen typischen Krankheitsverlauf treffen.

In China, wo zu Beginn die meisten Infizierten bestätigt wurden, nannten die Betroffenen jedoch Fieber und Husten als häufigste Beschwerden. Dabei verliefen rund 80 Prozent der Erkrankungen mild bis moderat. Personen mit milden Krankheitsverläufen zeigten keine Anzeichen einer Lungenentzündung. Moderat Erkrankte hatten eine leichte Lungenentzündung, aber keine Atemnot. Außerhalb Chinas ist der Anteil an milden Verläufen oft sogar höher.

Weiterlesen: 22 Allergie-Medikamente gegen Pollenflug im Test

Die häufigsten Symptome bei Covid-19

Neben dem häufig genannten Husten und Fieber sind Schnupfen und eine Lungenentzündung weitere Symptome einer Erkrankung mit dem Coronavirus. In einigen Fällen beschrieben Erkrankte auch Atemnot, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Hautausschlag. Zudem berichteten Betroffene von einem temporären Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns.

Eine Coronavirus-Erkrankung kann aber auch symptomfrei verlaufen. Noch gibt es keinen Impfstoff oder ein Medikament, um Covid-19 zu heilen.

Blühende Blumenwiesen bedeuten für Allergiker oft tränende Augen, eine laufende Nase und Halskratzen.
Blühende Blumenwiesen bedeuten für Allergiker oft tränende Augen, eine laufende Nase und Halskratzen. (Foto: CC0 / pixabay / meineresterampe)

Heuschnupfen: Die typischen Symptome

Viele Allergiker spüren es seit Wochen verstärkt: Die Pollensaison ist in vollem Gange. Derzeit haben vor allem Gräser starken Pollenflug.

Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeitsreaktion unseres Körpers gegen Pollen (Blütenstaubteilchen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern oder Getreide. Mit dem Wind verbreiten sich die Pollen schnell und können bei Betroffenen allergische Reaktionen verursachen.

Typische Symptome bei Heuschnupfen sind: Tränende und/oder juckende Augen (ggf. geschwollene Lider), starker Schnupfen (oft Fließschnupfen) und Niesreiz, Kratzen im Hals und am Gaumen sowie Hautreaktionen. Gelegentlich leiden Allergiker auch unter Husten, der sich auch zu allergischem Asthma entwickeln kann. Weniger häufig bei Heuschnupfen sind Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Covid-19 und Heuschnupfen lassen sich unterscheiden, denn die Betroffenen haben verschiedene Symptome.
Covid-19 und Heuschnupfen lassen sich unterscheiden, denn die Betroffenen haben verschiedene Symptome. (Foto: Allergiezentrum Wiesbaden)

Coronavirus und Heuschnupfen unterscheiden

Auf den ersten Blick rufen das Coronavirus und Heuschnupfen bei Betroffenen ähnliche Symptome hervor. "Bei genauerer Beurteilung jedoch ist auch für die Betroffenen eine Unterscheidung recht zuverlässig möglich", erklärt Prof. Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen.

Wer am Coronavirus erkrankt ist, hat fast immer Fieber, bei Heuschnupfen tritt Fieber dagegen selten auf. Allergiker leiden sehr oft unter einem starken Niesreiz und Fließschnupfen, bei dem die Nase ständig läuft. Bei Corona-Patienten kommt das sehr selten vor. Auch das typische Augenjucken bei Allergiegeplagten tritt bei einer Corona-Erkrankung in der Regel nicht auf.

(Trockener) Husten und Atemnot sind kniffliger zu beurteilen – diese treten bei beiden Erkrankungen auf, wenn auch häufiger bei Covid-19.

Wichtig für Patienten mit Inhalationsallergien wie Asthma: Sie müssen ihre verordneten Medikamente konsequent einnehmen. Schlecht kontrollierte Allergiker weisen laut Prof. Klimek ein erheblich höheres Risiko auf, unter einer schweren Form von Covid-19 zu erkranken.

>> Lesen Sie auch: Corona und Asthma: Das sollten Asthmatiker beachten

Maskenpflicht bei Heuschnupfen?

Grundsätzlich gilt eine bundesweite Maskenpflicht für den öffentlichen Raum. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen ist ein Mund-Nasen-Schutz deshalb verpflichtend.

Auch Menschen mit Heuschnupfen oder Asthma müssen daher eine Maske tragen. Atemprobleme sind bei selbstgenähten Schutzmasken eher selten, denn dieser Mundschutz schließt nicht luftdicht ab. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bestätigt, dass das Tragen der Schutzmasken "auch für die meisten Asthma- und chronisch Lungenkranken" problemlos möglich sei.

Am besten probieren Sie verschiedene Masken zuhause aus und prüfen, ob Sie problemlos atmen können. Haben Menschen mit einer schweren Vorerkrankung dennoch Probleme, mit dem Mundschutz gut Luft zu bekommen, sollten Sie sich ärtzlichen Rat einholen. Der DAAB betont, dass jedoch lediglich in wenigen Fällen tatsächlich eine ärztlich attestierte Befreiung von der einfachen Maskenpflicht notwendig sei. 

Weiterlesen auf oekotest.de