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Coronavirus erkennen: Das sind die typischen Anzeichen von Covid-19

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 03.03.2021

Wie erkenne ich eine Corona-Infektion: Das sind die Symptome einer Covid-Erkrankung
Foto: WavebreakmediaMicro / stock.adobe.com

Wer ein Kratzen im Hals verspürt, hustet oder niest, ist schnell verunsichert: Ist das ein gewöhnlicher Infekt oder vielleicht doch eine Infektion mit dem Coronavirus? Hier sehen Sie, wie sich die Corona-Anzeichen von den Symptomen einer Grippe, einer banalen Erkältung und eines Heuschnupfens unterscheiden.

  • Zu Beginn der Corona-Pandemie galt eine Infektion mit dem Coronavirus als reine Erkrankung der Atemwege mit typischen Erkältungssymptomen bis hin zur Lungenentzündung. Mittlerweile gibt es viele weitere Krankheitsanzeichen, wie eine Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns oder Magen-Darm-Probleme.
  • Die häufigsten Anzeichen für die Lungenerkrankung Covid-19 sind jedoch Fieber und trockener Husten.
  • Einen typischen Verlauf für die Erkrankung gibt es nicht: Viele Infizierte haben keinerlei Symptome, bei einigen wenigen nimmt die Infektion einen lebensbedrohlichen Verlauf.
  • Die Britische Coronavirus-Variante führt zu leicht veränderten Symptomen.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 03. März 2021

Eine Frage, die viele Menschen derzeit beschäftigt: Wie erkenne ich eigentlich, ob ich mich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert habe und tatsächlich unter Covid-19 leide? Was sind die Unterschiede zwischen einer Corona-Infektion, einer Grippe und einer starken Erkältung?

Da sich die Symptome teilweise stark ähneln, ist eine Infektion mit dem Coronavirus gar nicht so leicht festzustellen. Für eine Grippe typisch sind plötzlich auftretende Symptome, die sich schnell verschlimmern. Eine Erkältung beginnt meist schleichend mit Schnupfen und Halsschmerzen. Die meisten Corona-Patienten klagen über Fieber und trockenen Husten und zum Teil über einen plötzlicher Verlust des Geruchs- und Geschmacksinnes.

Corona: Unspezifische Krankheitsanzeichen und -verläufe

Das Robert Koch-Institut erklärt: "Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum 'typischen' Krankheitsverlauf machen."

Bedeutet ein Kratzen im Hals Corona? Anzeichen der Lungenkrankheit Covid-19

Als typische Symptome für Covid-19 (Coronavirus) gelten (Quelle RKI): 

  • Husten 40 %
  • Schnupfen 29 %
  • Fieber 27 %
  • Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns 22 %
  • Lungenentzündung 1 %

Weitere Symptome sind bei den in Deutschland erfassten Covid-19-Patienten:

  • Halsschmerzen
  • Atemnot
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bindehautentzündung
  • Hautausschlag
  • Lymphknotenschwellung
  • Apathie
  • Bewusstseinsstörungen
Anzeichen für Covid-19, Grippe und Erkältung
Anzeichen für Covid-19, Grippe und Erkältung (Foto: SZ-Grafik / WHO )

Hinweis: Unsere Übersicht ersetzt kein Arztgespräch. Allein anhand der Symptome ist eine Infektion mit dem Coronavirus nicht zu erkennen. Sicherheit bietet nur ein Test

Wichtig ist, dass Sie sich an die allgemeinen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen halten:

>> Weitere Infos: Coronavirus vorbeugen: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Husten als Anzeichen einer Corona-Infektion?

Untersuchungen von Corona-Patienten zeigen: Viele der Erkrankten leiden an Fieber und haben trockenen Husten.

Trockener Husten ist ein Reizhusten, der bellend-heiser klingt. Bei trockenem Husten wird kein Schleim produziert – im Unterschied zu produktivem Husten. Hier ist der Auswurf gelblich bis grünlich, diese Art von Husten weist eher auf eine Infektion mit Bakterien hin.

Niesen bei einer Corona-Infektion?

Aber auch die typischen Erkältungsanzeichen wie Schnupfen oder häufiges Niesen scheinen bei Coronapatienten eine Rolle zu spielen.

Kopf- und Halsschmerzen treten in Zusammenhang mit Covid-19 eher selten auf. Kurzatmigkeit und Atemnot deuten auf einen schweren Verlauf der Infektion hin.

Die meisten Corona-Infektionen (80 Prozent) verlaufen "mild bis moderat", so das RKI. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer Grippeerkrankung: Hier verschlechtert sich der Zustand häufig innerhalb weniger Stunden rapide.

Magen-Darm-Beschwerden: ebenfalls Corona-Symptom

Forschungsergebnisse aus Kanada und Teheran zeigen, dass auch Magen-Darm-Beschwerden in einem direkten Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stehen können.

Die Forscher der University of Alberta stellten in ihrer Studie fest, dass fast 20 Prozent der Covid-19-Patienten nur gastrointestinale Symptome, d.h. Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit zeigten. 

Wissenschaftler der Universität Ulm kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Ihre Studie zeigt, dass etwa die Hälfte der Covid-19-Patienten Symptome des Magen-Darmtrakts wie Durchfall oder Übelkeit zeigt – "darunter sind viele schwer Erkrankte", so die Forscher aus Ulm.

Mediziner raten, auch bei Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall eine Corona-Infektion in Betracht zu ziehen.

Weiteres Corona-Symptom: Geschmacks- und Geruchsverlust

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat weitere Anzeichen einer Coronainfektion erkannt. Er gilt als der Forscher, der die meisten Patienten in Deutschland gesehen hat. Für seine Untersuchung hat Streeck mit Corona infizierte Menschen im zum Beginn der Coronakrise stark betroffenen Kreis Heinsberg (NRW) befragt und deren Symptome erfasst.

Der Virologe berichtet, dass zwei Drittel der von ihm befragten Infizierten in Deutschland einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust beschreiben. "Das geht so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht wahrnehmen konnte. Andere konnten ihr Shampoo nicht mehr riechen, und Essen fing an, fade zu schmecken", so der Forscher. 

Im Fachmagazin Jama Otolaryngology - Head & Neck Surgery berichtet ein Team von Wissenschaftlern von gut 200 Covid-19-Patienten, von denen mehr als die Hälfte unter Riechverlust litt.

Auch das RKI listet die Störung des Geruchs- und/oder des Geschmackssinns bei den häufigsten Symptomen einer Corona-Infektion auf.

Fazit der Untersuchungen zum Thema Riechverlust in Verbindung mit einer Corona-Infektion: Eine Störung des Geruchs- oder Geschmackssinns kann bei der Diagnose ein wichtiger Hinweis sein – auch wenn andere Symptome fehlen. Sollten Sie dieses Symptom bei sich erkennen, sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt darauf an.

In seltenen Fällen: Rätselhafte Corona-Symptome

Je länger das Coronavirus grassiert, um so häufiger beobachten Mediziner in seltenen Fällen auch sonderbare Corona-Symptome wie Ausschlag, Hirnentzündung oder Infarkte. National Geographic bietet einen Überblick über den aktuellen Wissensstand.

Coronavirus vorbeugen: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Britische Corona-Variante: leicht veränderte Symptome

Eine Studie der britischen Statistikbehörde Office for National Statistics zeigt: Die Symptome der britischen Corona-Mutation unterscheiden sich in ihrer Häufigkeit leicht von den Symptomen der bislang vorherrschenden Variante. "Personen, die positiv mit der neuen britischen Variante kompatibel getestet wurden, berichteten eher über die klassischen Symptome, aber weniger über Geschmacks- und Geruchsverlust."

Das heißt: Husten, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Müdigkeit treten etwas häufiger auf, der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns dagegen etwas seltener. Durchfall und Erbrechen als Symptome wurden ungefähr gleich häufig beobachtet.

Wichtig zu wissen: Die Symptome der Corona-Infektion lassen keinerlei Rückschlüsse zu, mit welcher Corona-Variante sich ein Patient infiziert hat.

Corona oder eine Allergie – den Unterschied erkennen

Die Heuschnupfen-Saison neigt sich zwar dem Ende zu – viele Allergien sind jedoch ganzjährig ein Thema. Viele Menschen, unter einer laufenden Nase leiden, fragen sich: Ist das wirklich eine Allergie – oder vielleicht doch eine Corona-Infektion?

Heuschnupfen in den Zeiten von Corona: Die Unterscheidung ist relativ einfach
Heuschnupfen in den Zeiten von Corona: Die Unterscheidung ist relativ einfach (Foto: CC0 / Pixabay / manfredrichter)

Heuschnupfen und andere Allergien lassen sich an folgenden Anzeichen erkennen:

  • Fließschnupfen
  • juckende Augen
  • Halskratzen
  • Atemnot
  • trockener Husten

Einen Vergleich von Heuschnupfen-Symptomen mit denen einer Corona-Erkrankung finden Sie im Beitrag Corona oder Heuschnupfen? So erkennen Sie den Unterschied.

Tipps für die Unterscheidung der Symptome einer Corona-Infektion und einer Allergie:

  1. Bei der Einnahme von Allergie-Medikamenten lassen die Symptome einer Pollenallergie schnell nach.
  2. Fieber ist kein Allergie-Symptom, sondern weist auf einen viralen Infekt hin.
  3. Allergien sind häufig mit Juckreiz verbunden, das Coronavirus jedoch nicht.

>> Zum Weiterlesen: Allergie-Medikamente im Test: Diese Mittel helfen bei Pollenflug

Husten und Fieber: Wann muss ich zum Arzt?

Wer den Verdacht hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte am besten beim Hausarzt oder dem nächsten Gesundheitsamt anrufen. Auf keinen Fall sollten Sie einfach in die Praxis oder ins Krankenhaus gehen – es besteht die Gefahr, dass Sie andere anstecken. Die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes lautet 116 117.

Wer wird auf Corona getestet?

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Teststrategien im Februar angepasst. Damit soll eine Überlastung von Arztpraxen, Eltern und Betreuungseinrichtungen. verhindert werden. 

Folgende Personengruppen werden derzeit getestet, wenn mindestens ein Kriterium erfüllt ist (Quelle: Infektionsschutz.de):

  • Symptomatische Personen: Menschen mit schweren respiratorischen Symptomen (zum Beispiel durch akute Bronchitis oder Pneumonie, Atemnot oder Fieber)
  • Kontaktpersonen: Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall UND ungeklärte Erkrankungssymptome 
  • Bei bestätigter SARS-CoV-2-Infektion in bestimmten Einrichtungen wie Kitas oder Schulen, Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen, Rehabilitationseinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften sowie in der ambulanten Pflege oder in Arztpraxen
  • Vor (Wieder-) Aufnahme sowie vor ambulanten Operationen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen

Außerdem haben nach einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums auch asymptomatische Kontaktpersonen einen Anspruch auf einen Coronavirus-Test, wenn ein Arzt oder das Gesundheitsamt den Test anordnet.

Neu: Kostenlose Schnelltests für alle Bürger sollen zusätzliche Sicherheit geben. Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zwei Schnelltests pro Woche angekündigt, nun war zuletzt die Rede von einem wöchentlichen Test ab April. Lesen Sie hier die wichtigsten Infos:

    Corona-Schnelltest: Wo Sie einen Selbsttest für zu Hause kaufen können

    Grippe, Erkältung oder Covid-19? Der COVID-Guide hilft online

    Zum Arzt gehen? Zuhause bleiben? Sich vorsichtshalber selbst isolileren? Menschen mit grippe-ähnlichen Symptomen stehen in der im Herbst wieder beginnenden Erkältungszeit vor vielen Fragen. Mit Hilfe des COVID-Guides können Patienten herausfinden, welche nächsten Schritte zu tun sind. Das Tool zur medizinischen Ersteinschätzung wurde vom Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung zusammen mit internationalen Partnerunternehmen entwickelt. Mit wenigen Klicks können Patienten von zu Hause checken, ob sie ein Corona-Verdachtsfall sind.

    Coronavirus: Wann bin ich ansteckend?

    Tückisch ist, dass Sie besonders ansteckend sind, bevor Sie überhaupt merken, dass Sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Diese Grafik zeigt, wie lange Sie bei einer Coronainfektion ansteckend sind und in welchem Zeitraum Sie besonders ansteckend sind:

    Die Inkubationszeit, das heißt die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, beträgt bei SARS-CoV-2 durchschnittlich fünf bis sechs Tage. In den zwei Tagen vor und nach dem Beginn der Symptome sind Sie besonders ansteckend. 

    Wie lange dauern die Symptome an?

    Leichte Beschwerden klingen meist nach zehn bis 14 Tagen wieder ab. Wer schwerer erkrankt ist, leidet häufig lange an den Folgen einer Corona-Infektion:

    Langzeitfolgen durch Corona-Infektion: Genesen, aber nicht gesund

    So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

    Wichtig sind die allgemeinen Schutzmaßnahmen, um eine Infektion zu verhindern: Gesichtsmasken, Händewaschen und Social Distancing.

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