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13 Mittel gegen Nagelpilz im Test

ÖKO-TEST August 2013
vom 26.07.2013

Pilzmittel, Nagelpilz

Ich bin dann mal weg

Ein Nagelpilz ist unansehnlich, ansteckend und heilt nicht von selbst. Befällt er die Fußnägel, lassen Betroffene Peeptoes und Sandalen aus Scham im Schrank. ÖKO-TEST hat 13 Mittel gegen Nagelpilz zur örtlichen Anwendung auf Wirksamkeit und Schadstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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26.07.2013 | Trichophyton rubrum und Trichophyton mentagrophytes sind hungrig. Und auf dem Speiseplan der Fadenpilze, die rund 80 Prozent aller Nagelpilzinfektionen (Onychomykosen) in Zentraleuropa verantworten, steht Keratin. Der Stoff, aus dem Finger- und Fußnägel sind. Da auch Fadenpilze feucht-warmes Milieu bevorzugen, sind Sauna, Schwimmbad, Duschen und öffentliche Umkleidekabinen das bevorzugte "Jagdrevier". Die Übertragung der Erreger erfolgt per Schmier- oder Kontaktinfektion entweder direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über infizierte Vorleger oder Böden.

Die Trichophytonen lieben spröde Haut und ein rissiges Nagelbett, beides am besten noch schlecht durchblutet. Umso problemloser können sich die Erreger einnisten. Menschen, die an Diabetes mellitus oder Schuppenflechte leiden oder deren Immunabwehr durch Alter oder Medikamente geschwächt ist, infizieren sich häufiger. Auch enge Schuhe, unzureichende Fußhygiene und mangelndes Abtrocknen machen es den Pilzen leichter. Schließlich begünstigen auch mechanische Belastungen der Füße Nagelinfektionen. Studien belegen, dass rund 18 Prozent der Deutschen an einer Nagelpilzinfektion leiden. Fußnägel werden vier Mal häufiger befallen als Fingernägel. Oft entwickelt sich auch aus einer nicht oder nicht ausreichend behandelten Fußpilzerkrankung eine Nagelmykose. Und die ist gekommen, um zu bleiben. Denn eine Selbstheilung ist laut Experten auf keinen Fall zu erwarten.

Die Nagelpilzerkrankung beginnt zunächst unauffällig und verursacht keine Schmerzen. Deshalb nehmen Betroffene die Infektion nicht wahr. Der Nagel kann jedoch soweit zerstört werden, dass er Beschwerden verursacht. Die ersten Symptome: Der Nagel verliert seinen Glanz und verfärbt sich zunehmend grau bis bräunlich-gelb. Erst später verdickt sich die Nagelplatte, wird brüchig und hebt sich vom Nagelbett ab. Der Pilz befällt zunächst oft die Unterseite der Nagelplatte am äußeren seitlichen Ende. Im Laufe der Zeit greift er auf den restlichen Nagel über. Weitere Nägel und Hautpartien können infiziert werden.

Sind weniger als 50 Prozent der Nagelplatte von maximal zwei Nägeln befallen, ist eine örtliche Therapie mit antimykotischen Nagellacken und Cremes sinnvoll. Die Wirkstoffe dringen in den Nagel ein. Manche hemmen die Pilzvermehrung, indem sie den Stoffwechsel der Pilze stören. Andere Mittel töten die Pilze direkt. Sind allerdings die Nagelwachstumszone oder das Nagelbett betroffen, wird auch der sich ständig neu bildende Nagel sofort infiziert. In diesen Fällen und auch, wenn mehr als zwei Nägel oder ein Nagel zu mehr als zwei Drittel befallen ist, empfehlen Ärzte eine systemische Behandlung mit Tabletten.

Während ursprünglich Dermatologen Nagelmykosen behandelt haben, suchen Betroffene heute häufig direkt eine Apotheke auf. So wollte es die Politik, die 2004 die Erstattungspflicht der Krankenkassen für sämtliche nicht verschreibungspflichtigen Medikamente - wie lokal wirkende Antimykotika - aus Kostengründen aufgehoben hat. Damit wurden auch die örtlich wirkenden Mittel gegen Nagelpilz der Selbstbehandlung und damit den Apotheken übergeben. Professor Dr. Hans-Jürgen Tietz, Leiter des Instituts für Pilzerkrankungen und Mikrobiologie in Berlin, rät trotzdem zu einer möglichst genauen Diagnostik im Kampf gegen Nagelpilz. Für die systemische Therapie sei der Nachweis des Pilzerregers ohnehin zwingend erforderlich, um den passenden Wirkstoff zu wählen.

Ob die gängigen Mittel gegen Nagelpilz zur örtlichen Behandlung wirken und ob diese problematische Hilfsstoffe enthalten, zeigt unser Test von 13 Arzneimitteln - darunter zwölf Nagellacke und eine Salbe.

Das Testergebnis

Nur Bestnoten. Ein Ergebnis mit Seltenheitswert: Alle Produkte haben sich im Test als fehlerfrei erwiesen.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wie Fußpilz- werden auch Nagelpilzinfektionen an Händen und Füßen häufig von den Betroffenen selbst behandelt, ohne dass sie zuvor zum Arzt gegangen sind. Die meisten kaufen in der Apotheke ein Arzneimittel zur örtlichen Anwendung. Angeboten werden vor allem Nagellacke, die einen Antipilzwirkstoff enthalten. Wir haben zwölf Nagellacke und eine Salbe zur örtlichen Behandlung von leichten bis mittelschweren Nagelpilzerkrankungen eingekauft.

Pharmakologische Begutachtung
Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt am Main, hat die entscheidenden Fragen beantwortet: Ist die Wirksamkeit der getesteten Arzneimittel belegt? Und ist ein Arzneimittel im Test vielleicht geeigneter als andere? Dafür sichtete der Experte Studien und klärte die Datenlage zu den eingesetzten Wirkstoffen. Außerdem ein Teil der Begutachtung: Führen die Gebrauchsanweisungen alle wichtigen Warnhinweise auf? Informieren sie über Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen?

Bedenkliche / umstrittene Hilfsstoffe
Was steckt außer den Wirkstoffen und für die Anwendung unverzichtbaren Inhaltsstoffen noch in dem Arzneimittel? Das Problem bei Nagellacken können schädliche Lösemittel oder Bindemittel sein. Salben enthalten dagegen immer wieder problematische Konservierungsstoffe wie Formaldehyd/-abspalter und halogenorganische Verbindungen. Wir ließen im Labor darauf untersuchen.

Die Bewertung
Manchmal ganz einfach: Ist die Wirkung der Arzneimittel nachgewiesen, die Packungsbeilage korrekt und haben die Labore keine problematischen Hilfsstoffe gefunden, gibt es auch nichts zu meckern.

So haben wir getestet

Zubehör inklusive: Den meisten Mitteln gegen Nagelpilz liegen Feilen, Tupfer und Spatel bei.