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37 Haus- und Wohnungsschutzbriefe im Test

Unnötiger Schnickschnack

ÖKO-TEST Januar 2016 | Kategorie: Geld und Recht | 28.12.2015

37 Haus- und Wohnungsschutzbriefe im Test

Mit Schutz vor Pech und Pannen rund ums Haus ködern immer mehr Assekuranzen ihre Kunden. Die spöttisch "Ungeziefer-Schutzbrief" genannte Versicherung ist zwar nicht teuer, hat aber Haken und Ösen. ÖKO-TEST hat sich den Markt genau angesehen.

Schnelle Hilfe, statt großer Sorgen", verspricht die Gothaer Versicherung durch ihren neuen Soloschutzbrief, der seit 2014 auf dem Markt ist. Doch die abgesicherten Schäden dürften in der Regel eher ärgerlich sein. Existenzielle Sorgen gehen mit dem verstopften Rohr, der zugefallenen Tür oder dem Wespennest auf dem Dachboden wohl kaum einher. Doch die Ansprache der Versicherer kommt an. So hat die Kölner DEVK seit 2009 den Notfallschutz schon rund 126.000 mal verkauft. Und beim eigentlichen Erfinder des Schutzbriefes für daheim, der Münchener Allianz, ist das Produkt schon seit 2004 einer der am meisten nachgefragten Zusatzbausteine für die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.

"Entsprechend sind sowohl Mieter als auch Eigentümer von Wohnungen und Wohngebäuden unsere Zielgruppe", heißt es bei der Allianz. Das wundert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. "Es wird immer wieder versucht, solche Policen auch an Mieter zu verkaufen, doch für die machen sie keinen Sinn." Der Grund: Für viele der versicherten Notfälle muss der Vermieter aufkommen. Das gilt beispielsweise, wenn die Heizung, die Wasser- oder Stromversorgung ausfallen oder ein am Haus gebautes Wespennest die Mieter bedroht. Wird der Mangel nicht schleunigst behoben, macht sich der Vermieter sogar schadenersatzpflichtig.

Allein, wer sich ausschließt oder Schädlinge in die Wohnung schleppt, muss als Mieter die Kosten des Schlüsseldienstes oder der Beseitigung selbst bezahlen. Doch ein Blick ins Kleingedruckte dürfte sowohl Mieter als auch Vermieter ernüchtern: Versichert ist nur eine provisorische Behebung des Schadens, etwa ein Notschloss.

Bleibt die Bequemlichkeit: Der Versicherte muss sich um nichts kümmern, denn grundsätzlich organisiert und bezahlt beim Haus- und Wohnungsschutzbrief die Assekuranz den Handwerkerservice. Im Prinzip zumindest. Denn meistens ist die Erstattung auf höchstens 500 Euro je Schadenfall gedeckelt. Wie viel oder wie wenig tatsächlich geleistet wird, hat ÖKO-TEST jetzt untersucht. Insgesamt haben wir 37 Kombi- und Solopolicen von 23 verschiedenen Versicherern angeschaut und dabei jeweils 27 Leistungsbereiche geprüft.

Das Testergebnis

Der Markt ist undurchsichtig. Die Leistungsbereiche der Anbieter unterscheiden sich teilweise extrem. Nur wenige Kernleistungen sind bei allen Haus- und Wohnungsschutzbriefen identisch. Fünf Verträge erbringen nicht einmal ein Drittel der abgefragten Leistungen. Mehr als zwei Drittel schafft keine der Policen.

Nicht mehr als 1.500 Euro im Jahr. Die meisten Tarife deckeln die Erstattung auf insgesamt 1.500 Euro im Jahr und können daher bestenfalls ausreichend (4. Rang) sein. Wenig nutzen viele Einzelleistungen, wenn die Jahreshöchstsummen mit 1.000 Euro noch weiter gedeckelt sind. Nur die Tarife von Rhion erreichen durch Kombination unbegrenzter Jahreshöchstsummen und mittelmäßiger Leistung Rang drei. Für jeden einzelnen Schadenfall liegt die Grenze zumeist bei lediglich 500 Euro. Zwar behauptet der Haftpflichtverband d


Haus- und Wohnungsschutzbriefe: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

  • ARAG

  • Gothaer

  • Interlloyd

  • Rhion

  • Roland Schutzbrief-Versicherung

  • SV Sparkassen Versicherung

  • ARAG

  • Axa

  • Barmenia

  • Basler

  • Bruderhilfe

  • DEVK

  • ErgoDirekt

  • Europa

  • HDI

  • Helvetia

  • HUK

  • HUK24

  • Interlloyd

  • Janitos

  • Prokundo

  • Rhion

  • SV Sparkassen Versicherung

  • Universa

  • VGH

  • WGV

  • Axa

  • Baden-Badener

  • Barmenia

  • Basler

  • Bruderhilfe

  • HDI

  • Helvetia

  • HUK

  • HUK24

  • Rhion

  • SV Sparkassen Versicherung

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ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 94
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ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 98
ÖKO-TEST Januar 2016 Seite 99

6 Seiten
Seite 94 - 99 im ÖKO-TEST Januar 2016
vom 28.12.2015
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

Für Kernkeistungen bei Notfällen rund um Haus und Wohnung - Schlüsseldienst/Schloss öffnen, Schlüsseldienst/Notfallschloss, Rohrreinigungsservice, Sanitärinstallateurservice, Elektroinstallateurservice, Heizungsinstallateurservice, Notheizung, Schädlingsbekämpfung, Beseitigung von Wespen-, Bienen- und Hornissennestern - in Höhe von mindestens je 500 Euro je Schadenfall wurde jeweils vier Punkte vergeben. Bei Einschränkungen der Leistung oder (bei Kombinationen mit einer Hausrat- oder der Wohngebäudepolice) bei Beschränkung auf bestimmte Tarife gab es noch bis zu zwei Punkte. Für weitere Leistungen - Unterbringung von Tieren, Kinderbetreuung im Notfall, Dokumentendepot, psychologische Betreuung nach Beraubung oder Einbruch, Notfallwohnung/Hotel, telefonische Rechtberatung, Reinigungsservice nach Schaden, sonstige Kosten, Organisation der Rückreise oder Reiseabbruch, Datenrettung, Beaufsichtigung von Reparaturarbeiten, Bewachung, Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen, Vertreibung von Tieren, Sicherheitsprüfung, Einbruchschutz, Möbelunterstellung nach Schaden - in Höhe von mindestens je 500 Euro je Schadenfall wurde jeweils zwei Punkten vergeben. Bei Einschränkungen der Leistung oder (bei Kombinationen mit einer Hausrat- oder der Wohngebäudepolice) bei Beschränkung auf bestimmte Tarife gab es einen Punkt. Wurden Leistungen auf Stunden begrenzt, haben wir mit 10,00 Euro die Stunde gerechnet. War bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Schadens keine Leistungskürzung möglich, wurden vier Punkte vergeben; erstreckte sich die grob fahrlässige Herbeiführung nicht auf Obliegenheitsverletzungen - mit Ausnahme der Schadenmeldung per Nottelefon - wurden zwei Punkte vergeben und ein Punkt, wenn sie sich nicht auf alle möglichen Tarife erstreckte.

Anforderungen an die Tarife: Notfallschutz rund um Haus und Wohnung. Solovertrag oder Zusatzschutz zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. Bruttoprämie für Einjahresvertrag. Normaltarif. Versicherungsbeginn 1.1.2016. Die Daten wurden am Markt ermittelt und den Versicherungsunternehmen zur Verifizierung zurückgespielt. Die Bewertung der Daten erfolgte durch ÖKO-TEST.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Januar 2016
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Erschienen am 28.12.2015

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