Vegane Butter: Wie klimafreundlich ist sie im Vergleich zu echter Butter?

Autor: Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Essen und Trinken | 06.11.2022

Vegane Butter hat im Vergleich zu echter Butter die bessere Klimabilanz.
Foto: Joerg Beuge/Shutterstock

Ein Blick in unsere Küche zeigt: Butter ist überall. Wer nach pflanzlichen Alternativen sucht, findet inzwischen eine ganze Reihe von Angeboten. Wir verraten Ihnen, woran man die Butter-Alternativen erkennt, und ob vegane Butter klimafreundlicher als das Original ist.

  • Butter ist für viele Menschen ein Grundnahrungsmittel. Klimafreundlich ist das Milchprodukt allerdings nicht.
  • Laut einer Studie fallen bei der Herstellung von einem Kilogramm Butter stolze 9 bis 11,5 Kilogramm CO² an. 
  • Vegane Butter-Alternativen auf Basis von pflanzlichen Ölen und Fetten sind eine bessere Wahl. 

Butter verwenden wir täglich in einer Vielzahl von Gerichten. Sie kommt auf das Frühstücksbrötchen, in den Kuchenteig oder zum Braten in die Pfanne. Doch wie alle Milchprodukte steht Butter häufig in der Kritik. Neben den ethischen Problemen der Massentierhaltung stellt sich auch die Frage, welche Auswirkungen Butter auf den Klimawandel hat. 

Schlechte Klimabilanz für Butter

Butter ist ein klimaschädliches Lebensmittel. Der Grund: Für die Herstellung von einem Kilogramm Butter braucht es umgerechnet etwa 18 Liter Milch. Heißt wiederum, dass für unseren Butterkonsum viele Milchkühe gehalten werden müssen, die gleichzeitig viel klimaschädliches Methangas produzieren.

Vergrößert wird der ökologische Fußabdruck der Butter noch durch den Herstellungsprozess, die Verpackung, den Transport und die energieintensiven Kühlketten. All diese Faktoren führen dazu, dass auf ein Kilogramm Butter ein CO²-Fußabdruck von 9 bis 11,5 Kilogramm entfällt. Das ermittelte das Institut für Energie- und Umweltpolitik (ifeu) 2020 in einer Studie.

Brot und Butter sind fester Bestandteil vieler Mahlzeiten.
Brot und Butter sind fester Bestandteil vieler Mahlzeiten. (Foto: Hrytsiv Oleksandr/Shutterstock)

Aus was besteht vegane Butter?

Ökologisch unbedenklicher sollen vegane Butteralternativen auf Basis von pflanzlichen Fetten sein. Sie enthalten in der Regel eine Mischung aus Pflanzenölen wie Raps-, Sonnen- oder Leinöl und pflanzlichen Fetten wie Sheabutter, Kokos- oder Palmfett. Dazu kommen noch Wasser, Salz, Emulgatoren und Aromen sowie bei manchen Sorten Vitamine und Farbstoffe.

Rechtlich gesehen dürfen die veganen Alternativen nicht als "Butter" bezeichnet werden. Deswegen findet man sie im Supermarkt unter der Bezeichnung "Pflanzenmargarine". Doch Vorsicht, nicht jede Margarine ist automatisch vegan.

Es gibt auch Varianten, die Milcherzeugnisse, Fischöl oder Rindertalg enthalten. Selbst als "pflanzlich" deklarierte Margarine darf, laut Gesetz, bis zu zwei Prozent tierische Fette enthalten. Ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit. Oftmals sind vegane Produkte zudem mit einem speziellen Siegel, etwa dem grünen V, gekennzeichnet. Als besonders empfehlenswert gelten übrigens Alternativen auf Raps- und Leinölbasis, da sie viele gesunde Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Vegane Butter: Die Klimabilanz von pflanzlichen Alternativen

Aber wie klimafreundlich ist Pflanzenmargarine eigentlich? Laut der Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung fallen bei der Produktion von einem Kilogramm Margarine je nach Fettstufe etwa 1,7 bis 2,8 Kilogramm CO² an.

Das ist erheblich weniger als bei der Herstellung von Butter. Zudem braucht es für die Herstellung von Margarine etwa 50 Prozent weniger Landflächen als für Butter, da der Anbau von Ölpflanzen weniger Land benötigt als der Anbau von Futtermitteln für Kühe.

Schlecht für die Klimabilanz von Margarine ist dagegen, dass viele Produkte Palmöl enthalten. Denn für die Palmöl-Herstellung werden große Teile des Regenwalds gerodet. Wer das nicht unterstützen möchte, wirft vor dem Kauf einen Blick auf die Zutatenliste. Denn Palmöl ist kennzeichnungspflichtig. 

Hersteller lassen Palmöl-Herkunft zertifizieren

Ein Blick in die Verkaufsregale zeigt, dass manche Hersteller das Problem zumindest besser auf dem Schirm haben und auf zertifiziertes Palmöl setzen. Verbraucher können dies auf den Margarine-Verpackungen am Siegel des Roundtable of Sustainable Palmoil (RSPO) erkennen. Diese Zertifzierung besagt, dass die Hersteller unter anderem in ihren Lieferketten darauf achten, dass für die Palmöl-Herstellung keine neuen Wälder gerodet werden.

Übrigens: Wer vegane Butter selber herstellen möchte, findet im Internet eine breite Auswahl an Rezepten. Alles was es dafür braucht, sind Kokosfett, Lein- oder Rapsöl, etwas Sojamilch und Kurkuma für die Farbe.

Weiterlesen auf oekotest.de: