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Räucherlachs von Lidl, Aldi & Co. im Test: Nur einer ist "sehr gut"

Magazin Dezember 2021: Lachs | Autor: Lisa-Marie Karl/Meike Rix/Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 25.11.2021

Im Test: Räucherlachse aus Aquakultur und geräucherte Wildlachse.
Foto: Anna_Pustynnikova/Shutterstock

Die Inhaltsstoffe der Räucherlachse im Test sind häufig topp, der Geschmack na ja. Tierwohl? Längere Geschichte. So viel sei aber kurz gesagt: Der Umgang mit Lachsen ist nicht besser als die Massentierhaltung an Land. Eklig: Ein paar Produkte enthalten relativ viele abgestorbene kleine Würmer. 

  • Räucherlachs im Test: Wir haben Räucherlachse aus Aquakultur und geräucherte Wildlachse überprüft.
  • Nur ein Produkt ist mit Bestnote empfehlenswert. 
  • Tipp: Räucherlachs vorsichtshalber schon deutlich vor dem Verbrauchsdatum essen. Dann schmeckt er besser.

Räucherlachs wird das ganze Jahr gern gegessen, zu Weihnachten und Silvester landet er aber besonders häufig auf dem Teller. Und es wäre doch schön, Rächerlachs zu verzehren, der nicht nur frei von Schadstoffen ist und gut schmeckt, sondern auch nachhaltig gefangen wird.

Welcher Räucherlachs ist zu empfehlen? 

Wir haben 20 Produkte getestet, darunter Räucherlachse aus Aquakultur (also Zuchtlachse) und geräucherte Wildlachse. Im Labor ließen wir alle Produkte auf unerwünschte Inhaltsstoffe überprüfen. Dabei ging es unter anderem um Schwermetalle wie Cadmium, Blei oder Quecksilber und um Keimbelastung. Rückstände von Arzneien spielten bei Zuchtlachsen eine Rolle – und Nematoden, also kleine Würmer, bei Wildfischen, weil diese sie häufig befallen.

Geschulte Sensoriker verkosteten die Räucherlachse. Außerdem haben wir den Herstellern umfangreiche Fragenkataloge zu Bestand, Tierwohl und Ökologie geschickt und um Belege für die Angaben gebeten. Welcher Lachs ist nach dem umfangreichen Test empfehlenswert?

Ein Räucherlachs ist Testsieger 

Nach Auswertung der Laborergebnisse und der Rückläufe auf unsere umfangreichen Fragebögen zu Tierwohl, Ökologie und Fischfang können wir nur einen Räucherlachs mit Bestnote empfehlen, fünf weitere sind immerhin "gut".

Räucherlachs: Trotz Räuchern bleibt es roher Fisch, der leicht verdirbt. Daher gilt es beim abgepacktem Lachs, das Verbrauchsdatum einzuhalten.
Räucherlachs: Trotz Räuchern bleibt es roher Fisch, der leicht verdirbt. Daher gilt es beim abgepacktem Lachs, das Verbrauchsdatum einzuhalten. (Foto: picture alliance/Westend61)

Wir erläutern die Testergebnisse noch mal genauer. Erstmals war in diesem Test das krebsverdächtige Futterkonservierungsmittel Ethoxyquin in keinem einzigen Zuchtlachs mehr nachweisbar. Auch mit Krankheitserregern wie Salmonellen oder Schwermetallen wie Quecksilber sowie Antibiotika-Resten gab es keine Probleme.

Nematoden in einigen geräucherten Wildlachsen 

Ein paar Wildlachse bekamen Notenabzug, weil sie relativ viele Nematoden enthielten. Die abgestorbenen kleinen Würmer sind zwar eklig, aber gesundheitlich unproblematisch. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen.  

Räucherlachs im Test: Ergebnisse als ePaper kaufen

So schmecken Räucherlachse von Lidl, Aldi & Co. im Test

An Geruch und Geschmack hatten die Sensorik- Experten in der ersten Verkostung nahezu nichts zu bemängeln. Doch in der Prüfung zum angegebenen Verfallsdatum waren viele Lachse schon nicht mehr so appetitlich.

Einige rochen und schmeckten schon etwas tranig oder fischig. In einem Produkt war beispielsweise auch die Gesamtkeimzahl laut unserer Bewertungsskala "erhöht". Wir meinen: Die Anbieter sollten im Zweifel ein früheres Verbrauchsdatum ansetzen.  

Viele Anbieter machten Lieferkette transparent 

Kommen wir zu Tierwohl, Ökologie und Fischfang. Als gutes Zeichen werten wir, dass die Anbieter uns für die Mehrheit der Räucherlachse aus Aquakulturen die Lieferkette vom Zuchtbetrieb in Norwegen, Irland oder Schottland bis hin zum von uns eingekauften fertigen Produkt durch Dokumente belegen konnten.

Bei den Wildlachsen gelang das sogar allen Anbietern lückenlos zurück bis zum Fangschiff in Alaska. Wir finden: Über die Produktionsbedingungen Bescheid wissen und darüber informieren können, ist die Grundlage, um etwas zu verbessern.

Räucherlachs ist bei vielen Menschen beliebt.
Räucherlachs ist bei vielen Menschen beliebt. (Foto: margouillat photo/Shutterstock)

Probleme bei Haltung der Räucherlachse aus Aquakulturen

Eine wirklich artgerechte Haltung des großen Wanderfisches in Zuchtbetrieben gilt als unmöglich, aber innerhalb der Aquakulturen gibt es erhebliche Unterschiede.

Wichtig ist etwa die Besatzdichte: Bei sechs Produkten drängen sich laut Herstellerangaben auf einen Kubikmeter Wasser mal 12, mal 25 oder auch mal 33 Kilogramm Fisch. Bei den anderen sind es weniger als zehn. Letztlich verenden teilweise sehr viele Lachse, bevor sie Schlachtgewicht erreicht haben – auch in der Bio-Haltung.

Schlachtung nur selten stressarm für Zuchtlachse 

Und noch weitere Kritikpunkte betreffen sowohl Bio- als auch konventionelle Produkte. Überzeugende Maßnahmen für eine möglichst stressarme Schlachtung haben uns die Anbieter insgesamt nur für vier Räucherlachse aus Aquakulturen belegt.

Oft werden die Tiere erst in ein Boot gepumpt, dort in Wasser lebend transportiert und noch einmal per Pumpe in den Verarbeitungsbetrieb überführt. Andere Hersteller legten dar, dass es besser geht: indem die Mäster die Tiere betäuben und dann gleich auf dem Mastbetrieb schlachten.

Zum Hintergrund: In unserer Bewertung orientieren wir uns an einem Punktesystem, das von Experten des Vereins Fair-Fish International entwickelt wurde. 

Nachhaltigere Ernährung der Zuchtlachse erwünscht 

Wie steht es um die Fütterung? Das Futter für alle Zuchtlachse wird zu teils deutlich mehr als fünfeinhalb Prozent aus anderen Fischen gewonnen. Eine noch stärker pflanzenbasierte und damit nachhaltigere Ernährung von Zuchtlachs wäre wünschenswert – auch um zu vermeiden, dass Aquakultur andernorts zur Überfischung beiträgt.

Bei den Maßnahmen zum Schutz der Öko-Systeme vor Ort war uns besonders wichtig, dass die Farmbetreiber dafür sorgen, dass möglichst wenig Futter und Ausscheidungen auf den Meeresboden absinken. Auch hier ist Bio nicht per se stärker.

(Foto: ÖKO-TEST)

Fang von Wildlachs vor Alaska derzeit vertretbar 

Die Wildlachsbestände in den im Test vertretenen Fanggebieten vor Alaska sind laut Experten gesund, dort zu fischen sei derzeit vertretbar. Da der wandernde Lachs sich gut gezielt abfangen lässt, ist der Beifang gering. Positiv ist außerdem, dass, anders als beim Kabeljau, für Lachs artbedingt keine extrem zerstörerischen Fangmethoden wie Schleppnetze zum Einsatz kommen.

Punkte ziehen wir aber bei ein paar der getesteten Wildlachse in Sachen Tierwohl ab, weil auch hier der Weg zur Schlachtung teils unnötig leidvoll verläuft. So geht aus den Herstellerrückmeldungen hervor, dass die Fische meist noch erst lebend transportiert werden. Und nur der Wildlachs für eines der Produkte im Test wurde laut der Dokumente vor der Schlachtung richtig betäubt.  

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

So steht es um Tiefkühlfisch und Fischstäbchen 

Auch Kabeljau und Alaska-Seelachs sind in Deutschland beliebt. Unser Test im September 2021 zeigte: Bei den Gesamturteilen gibt es eine deutliche Kluft zwischen den beiden Dorscharten. Während der Alaska-Seelachs acht Mal die Bestnote erhielt, schnitt sein größerer Verwandter, der Kabeljau, deutlich schlechter ab.

Kritik gab es vor allem bei den Themen Nachhaltigkeit und Transparenz. Mehr dazu lesen Sie hier: Tiefkühlfisch im Test: Sind Kabeljau und Alaska-Seelachs genießbar?

Fischstäbchen werden vor allem von Kindern geliebt. Großer Vorteil für Eltern: Sie sind schnell zubereitet. In unserem Test im Jahr 2020 bewerteten wir insgesamt sieben Fischstäbchenmarken mit "sehr gut".

Diese Produkte waren frei von bedenklichen Inhaltsstoffen und standen für Fisch aus nachhaltiger Fischerei mit transparenter Lieferkette. Vom Kauf vierer Marken rieten wir Verbraucherinnen und Verbrauchern ab. Mehr Informationen zum Test finden Sie hier: Fischstäbchen-Test: Etliche sind mit Fettschadstoffen belastet

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Im Test dabei sind 15 Räucherlachse aus Aquakultur und fünf geräucherte Wildlachse. Im Labor ließen wir alle Produkte auf die Schwermetalle Cadmium, Blei und Quecksilber untersuchen, die sich in Raubfischen gefährlich anreichern können. Jeweils zum angegebenen Verbrauchsdatum ließen wir den Fisch auf seine Keimbelastung untersuchen und von geschulten Sensorikern verkosten.

Für die Zuchtlachse kam eine extra Untersuchung auf Rückstände von Antibiotika, anderen Arzneien und Pestiziden hinzu, für die Wildlachse eine auf Nematoden, also kleine Würmer, die Wildfisch häufig befallen.

Zu Bestand, Tierwohl und Ökologie haben wir den Herstellern umfangreiche Fragenkataloge geschickt und um Belege für die Angaben gebeten. Dabei berieten uns die Experten vom Verein Fair-Fish International. Lässt sich für Wildlachs der genaue Fangort nachvollziehen? Wird er schnell betäubt und geschlachtet oder muss er noch lange Transporte über sich ergehen lassen? Beim Zuchtlachs fragten wir unter anderem nach der Besatzdichte und der (vorzeitigen) Sterblichkeit, nach Maßnahmen zum Schutz der Öko-Systeme und für die Gesundheit der Tiere, zum Beispiel Impfungen.

Wir wollten wissen, ob die Tiere Möglichkeiten hatten, sich zurückzuziehen und Schatten aufzusuchen und ob die Farmen Putzer- oder Lippfische einsetzten. Das hat den Vorteil, den Lachsen damit Medikamente und stressige Behandlungen mit temperiertem oder Süßwasser zu ersparen.

Bewertungslegende 

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik führt zur Abwertung um jeweils eine Note: a) eine erhöhte Gesamtkeimzahl von über 1.000.000 Koloniebildenden Einheiten pro Gramm (in der Tabelle "Gesamtkeimzahl erhöht"); b) eine Sensorikpunktzahl von 3,9 und weniger; c) ein Befall mit Nematoden von mehr als 20 Stück pro Kilogramm.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um zwei Noten: deutliche Mängel in der Deklaration (hier die fehlenden Angaben der Zutat Rauch und der Herkunft aus Aquakultur sowie die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums, obwohl gemäß Art. 24 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Räucherlachs ein Verbrauchsdatum anzugeben ist). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Werbung mit Selbstverständlichkeiten; b) fehlende Angabe der Zuchtmethode "Netzgehege", "Schwimmgehege" oder andere bei einem Lachs aus Aquakultur.

Räucherlachs (Zuchtlachs): Das Testergebnis Tierwohl / Ökologie / Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 26 Punkten: Lieferkette für die getestete Charge ausreichend belegt, Besatzdichte / Sterblichkeitsrate, Bemühungen um artgerechtere Haltung ausreichend belegt, Futtermenge zur Erzeugung von einem Kilogramm Fisch / Nachhaltigkeit des Futters ausreichend belegt, Maßnahmen für Tiergesundheit ausreichend belegt, Stressarme Schlachtung ausreichend belegt und Maßnahmen zur Reduktion der Umweltauswirkungen ausreichend belegt. Bei 26 Punkten lautet das Testergebnis Tierwohl / Ökologie / Transparenz "sehr gut", bei 25 bis 22 Punkten "gut", bei 21 bis 17 Punkten "befriedigend", bei 16 bis 12 Punkten "ausreichend", bei 11 bis 7 Punkten "mangelhaft" und bei 6 bis 0 Punkten "ungenügend".

Lieferkette für getestete Charge ausreichend belegt: Lieferkette von der Produktcharge bis zur Mastfarm: ausreichend belegt ("ja") = 2 Punkte; teilweise belegt ("teilweise") = 1 Punkt; keine Belege oder/und keine Angabe ("nein") = 0 Punkte.

Besatzdichte / Sterblichkeitsrate: eine Besatzdichte von weniger als 10 Kilogramm pro Kubikmeter ("akzeptabel") = 1 Punkt; eine Besatzdichte von mehr als 10 Kilogramm pro Kubikmeter ("hoch") = 0 Punkte / eine Sterblichkeitsrate von weniger als 1 % des Fischbestands pro Monat ("akzeptabel") = 1 Punkt; eine Sterblichkeitsrate von mehr als 1 % des Fischbestands pro Monat ("hoch") oder keine Angabe = 0 Punkte. 

Bemühungen um artgerechtere Haltung ausreichend belegt: "gering" = 1 Punkt; "teilweise" = 2 Punkte; "überwiegend" = 3 Punkte, ausreichend belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) eine angemessene Tiefe des Netzgeheges beziehungsweise Beckens von mindestens 5 Metern; b) die Bereitstellung von Rückzugsmöglichkeiten, von unterschiedlichen Strömungen und der Wahl zwischen sonnigen und schattigen Bereichen; c) Maßnahmen gegen das Eindringen von Raubtieren; d) eine gleichmäßige Verteilung des Futters.

Futtermenge zur Erzeugung von einem Kilogramm Fisch / Nachhaltigkeit des Futters ausreichend belegt: eine Futtermenge von weniger als 1,1 Kilogramm für 1 Kilogramm Fisch ("akzeptabel") = 2 Punkte; eine Futtermenge von weniger als 1,5 bis 1,1 Kilogramm für 1 Kilogramm Fisch ("hoch") = 1 Punkt; eine Futtermenge von mehr als 1,5 Kilogramm für 1 Kilogramm Fisch ("sehr hoch") = 0 Punkte; "keine Angabe" = 0 Punkte / Nachhaltigkeit des Futters "gering" belegt = 1 Punkt; "teilweise" belegt = 2 Punkte; "überwiegend" belegt = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) kein Farbstoff enthalten; b) keine gentechnisch veränderten Organismen enthalten; c) kein Ethoxyquin enthalten; d) der Fischmehl- und Fischöl-Anteil sowie dessen nachhaltiger Fang (zertifiziert).

Maßnahmen für Tiergesundheit ausreichend belegt: "gering" = 1 Punkt; "teilweise" = 2 Punkte; "überwiegend" = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) Impfung der Fische ausreichend belegt/vorgenommen; b) Verzicht auf die Gabe von Antibiotika; c) regelmäßige Kontrollen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes, des Bakterien- und Seuchenbefalls; d) das tägliche Entfernen von kranken und toten Fischen aus dem Gehege bzw. Becken.  

Stressarme Schlachtung ausreichend belegt: "gering" = 1 Punkt; "teilweise" = 2 Punkte; "überwiegend" = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) Einfangen der schlachtreifen Fische mittels Pumpe; b) direkte Weiterleitung der schlachtreifen Fische zur Schlachtung; c) Schlachtung auf dem Mastbetrieb; d) Betäubung vor der Schlachtung; e) eine Dauer ab dem Zeitpunkt des Fangs bis zur Betäubung von weniger als einer Minute; f) eine Dauer ab der Betäubung bis zur Tötung von weniger als einer Minute; g) Kontrolle der Betäubung vor der Tötung; h) Betäubung vor dem Transport zum Schlachtbetrieb, wenn die Schlachtung nicht auf dem Mastbetrieb vorgenommen wurde. Maßnahmen zur Reduktion der Umweltauswirkungen ausreichend belegt: "gering" = 1 Punkt; "teilweise" = 2 Punkte; "überwiegend" = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) Ergreifung von Maßnahmen zur Reduktion des Nährstoffeintrags in das umliegende Gewässer; b) Befolgung eines Umweltprotokolls bei der Einrichtung der Mastfarm, welches Beeinträchtigungen von Landschaft und Umwelt minimiert; c) Verzicht des Einsatzes von Pestiziden, Antifouling- Mitteln oder anderen chemischen Mitteln oder lediglich ein Einsatz von chemischen Mitteln gemäß der Bio- bzw. Naturland-Zertifizierung; d) Einsatz von Lippfischen zur Bekämpfung des Seelausbefalls oder Nachweis über einen ausbleibenden Seelausbefall (z.B. in Anlagen mit geschlossenem Wassersystem); e) Ergreifung von Maßnahmen gegen das Entweichen von Zuchtlachsen.  

Wild-Räucherlachs: Das Testergebnis Tierwohl / nachhaltige Fischerei / Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 15 Punkten: Lieferkette bis zum Fangschiff ausreichend belegt, Fischereidruck und Rückgang der Bestandsgröße, Fangmethode, Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit ausreichend belegt und Stressarme Schlachtung ausreichend belegt. Bei 15 bis 13 Punkten lautet das Testergebnis Tierwohl / nachhaltige Fischerei / Transparenz "sehr gut", bei 12 bis 10 Punkten "gut", bei 9 bis 7 Punkten "befriedigend", bei 6 bis 4 Punkten "ausreichend", bei 3 bis 2 Punkten "mangelhaft" und bei 1 bis 0 Punkten "ungenügend".

Lieferkette bis zum Fangschiff ausreichend belegt: Lieferkette von der Produktcharge bis zum Fangschiff: ausreichend belegt ("ja") = 2 Punkte; teilweise belegt ("teilweise") = 1 Punkt; keine Belege oder/und keine Angabe ("nein") = 0 Punkte.

Fischereidruck und Rückgang der Bestandsgröße: Einordnung des jeweiligen Lachsart-Bestandes im betreffenden Fanggebiet gemäß Fischtest von Fair-Fish im grünen Bereich ("akzeptabel") = 3 Punkte; Einordnung des jeweiligen Lachsart-Bestandes im betreffenden Fanggebiet gemäß Fischtest von Fair-Fish im gelben Bereich ("noch akzeptabel") = 2 Punkte.

Fangmethode: Einordnung der genannten Fangmethode gemäß Fischtest von Fair-Fish a) im gelben Bereich (hier: Haken und Leine [Trolling]) = 3 Punkte; b) im roten Bereich (hier: Kiemennetze und ähnliche Netze, Kiemennetze und Trammelnetze (Kiemennetze) = 2 Punkte.

Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit ausreichend belegt: "gering" belegt = 1 Punkt; "teilweise" belegt = 2 Punkte; "überwiegend" belegt = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: Ergreifen von Anstrengungen zur Reduktion des Beifangs, zur Reduktion des Rückwurfs und zur Schonung des Fischbestands.

Stressarme Schlachtung ausreichend belegt: "gering" belegt = 1 Punkt; "teilweise" belegt = 2 Punkte; "überwiegend" belegt = 3 Punkte, belegt ("ja") = 4 Punkte; Fragen nicht beantwortet ("nein") = 0 Punkte. Darin enthalten: a) Schlachtung an Bord des Fangschiffs; d) Betäubung vor der Schlachtung; e) eine Dauer ab dem Zeitpunkt des Fangs bis zur Betäubung von weniger als einer Minute; f) eine Dauer ab der Betäubung bis zur Tötung von weniger als einer Minute; g) Kontrolle der Betäubung vor der Tötung; h) Betäubung vor dem Einlagern, wenn die Schlachtung nicht auf dem Fangschiff vorgenommen wurde.

Das Gesamturteil beruht zu je 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik und dem Testergebnis Tierwohl / Ökologie / Transparenz beziehungsweise Tierwohl / nachhaltige Fischerei / Transparenz. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe / Sensorik nicht. 

Testmethoden 

Blei, Cadmium und Quecksilber: Aufschluss nach DIN EN 13805: 2014, Messung nach DIN EN 15763: 2010 mittels ICP-MS. Nematoden: Verdauungsmethode nach Codes Stan 244-2004, Stand 2016, mod. (Modifikation betrifft die Erweiterung der Matrix, Bestimmung der lebenden, toten und zerteilten Nematoden; Lebensfähigkeit wird nicht getestet; zerteilte Nematoden werden näherungsweise zu ganzen zusammengesetzt).
Ethoxyquin/Ethoxyquin Dimer: GC-MS/MS.
Tierarzneimittel: Mittels LC-HRMS.
Pestizidscreening mittels LC-HRMS und GC/MS nach § 64 LFGB L 00.00-34 : 2010-09, modifiziert. Die Modifikation betrifft die Extraktion mit Mikrowellenaufschluss und die Fraktionierung.
Aerobe Gesamtkeimzahl: Kulturelles Zählverfahren nach 3M 01/01-09/89;
Listeria monocytogenes: Kulturelles Zählverfahren nach ISO 11290-2;
Escherichia coli: Kulturelles Zählverfahren nach 3M 01/08-06/01;
Koagulase positive Staphylokokken: Kulturelles Zählverfahren nach 3M 01/09-04/03;
Enterobacteriaceae: Kulturelles Zählverfahren nach 3M 01/06-09/97;
Salmonella spp.: PCR BACGene Salmonella spp.. Die mikrobiologischen Untersuchungen erfolgten zum Ende Verbrauchsdatum. Sensorik: Beschreibende Prüfung mit anschließender Qualitätsbewertung auf der 5-Punkte-Skala, nach § 64 LFGB L 00.90-14:2004-12, mod. (Modifikation betrifft keine Ermittlung der Intensitäts-eigenschaften).
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Herstellerbefragung per Fragebogen.

Einkauf der Testprodukte: August/September 2021 

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