Naturjoghurt im Test: Warum Bio nicht immer eine artgerechte Tierhaltung garantiert

Magazin Juli 2024: Naturjoghurt | Autor: Birgit Hinsch/Christine Throl/Sarah Becker/Marieke Mariani/Lena Wenzel | Kategorie: Essen und Trinken | 11.07.2024

Bio-Naturjoghurt im Test: Welche Marken überzeugen?
Foto: DONOT6_STUDIO/Shutterstock

Von Bio-Produkten erwarten wir höhere Qualität – und vor allem mehr Tierwohl. Aber auch Bio-Standards haben ihre Schlupflöcher. Unser Test von 20 Bio-Naturjoghurts zeigt, welche das sein können. Nur zwei Produkte schneiden mit Bestnote ab. 

  • In der Überprüfung: 20 verschiedene Bio-Naturjoghurts mit 3,5 Prozent Fett oder mehr. Vorzugsweise haben wir Produkte im Glas eingekauft, ansonsten im Becher.  
  • Ergebnis: Zwei Produkte sind mit "sehr gut" empfehlenswert, immerhin sechs weitere schneiden mit "gut" ab. 
  • Gerade bei der Tierhaltung gibt es große Unterschiede. In manchen Bio-Betrieben wird sogar die umstrittene Anbindehaltung praktiziert.

Führen Bio-Kühe wirklich ein besseres Leben? Diese Frage stellen wir uns zu Recht, wenn wir mit der romantischen Vorstellung zufrieden grasender Tiere auf grünen Weiden teils deutlich höhere Preise für Bio-Milchprodukte bezahlen.

Bio-Naturjoghurt im Test: Gläserne Molkerei, Alnatura & Co. im Vergleich

Unter ökologischen Standards leben Milchkühe grundsätzlich durchaus besser als ihre konventionell gehaltenen Artgenossinnen. Dafür sorgen die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung sowie von Bioverbänden wie Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland. Trotzdem ist nicht jeder Bio-Milchviehbetrieb ein Paradebeispiel für artgerechte Tierhaltung. Das können wir nach unserem Test von 20 Bio-Naturjoghurts sagen.

Ausnahmeregelungen ermöglichen, dass sich selbst in Bio-Ställen nicht alle Tiere frei bewegen können, indem sie unter bestimmten Umständen die umstrittene Anbindehaltung erlauben. Und auch Bio-Höfe können die Anforderungen zum Auslauf so umgehen, dass statt einer Weide lediglich ein sogenannter Laufhof zur Verfügung stehen muss.

Anbindehaltung nicht erlaubt, aber es gibt Schlupflöcher

Monatelang angebunden an einem Fleck im Stall stehen? Artgerecht ist das nicht, und doch in einigen Ställen noch bittere Realität. Immerhin: Die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Noch rund zehn Prozent der Milchkühe werden in Deutschland saisonal oder ganzjährig angebunden. Tierschützer und auch ÖKO-TEST kritisieren die Praxis schon lange, Greenpeace hat deshalb erst kürzlich Strafanzeige gegen die Bärenmarke-Molkerei Hochwald gestellt.

Im Bio-Bereich ist die Anbindehaltung nicht erlaubt, doch es gibt Schlupflöcher. Kleine Bestandsbetriebe mit unter 50 Tieren, die nicht genug Platz haben, um ihren Stall in einen tierfreundlicheren Laufstall umzubauen, dürfen ihre Kühe in der sogenannten Kombinationshaltung halten.

Bei elf Marken im Test betraf das zumindest einen Teil der Milchlieferanten. Dabei dürfen die Tiere unter der Bedingung am Hals angebunden werden, dass sie während der Vegetationsperiode auf der Weide und in der übrigen Zeit mindestens zweimal pro Woche auf Freigelände laufen dürfen. Die Vorgaben von Bioland und Naturland schließen zumindest den Neubau von Ställen mit Anbindehaltung aus.

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Bio-Kühe dürfen nicht immer auf die Weide 

Ende Mai hat die Bundesregierung eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, um vor allem der ganzjährigen Anbindehaltung einen Riegel vorzuschieben. Demnach müssen Tiere zumindest in Laufställen gehalten werden, in denen sie sich frei zwischen Futterstelle, Melkstand und Liegeplatz bewegen können. Nach einer zehnjährigen Übergangsfrist wird dann auch für konventionelle Kleinbetriebe die Kombinationshaltung die letzte legale Möglichkeit für Anbindehaltung sein.  

Von einer Weide werden viele Tiere in konventionellen Ställen aber auch dann nur träumen können. Es ist profitabler, sie das ganze Jahr über im Stall mit Kraftfutter zu ernähren. Einem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg zufolge müssen Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr für sechs Stunden auf einer Weide grasen, um die Bezeichnung "Weidemilch" verwenden zu dürfen – auch aus unserer Sicht das Minimum einer akzeptablen Weidedauer.

Nach den Kriterien der Bio-Verbände muss Weidegang zumindest während der Vegetationszeit möglich sein. Aber selbst hier verwässern Ausnahmen die Tierwohlvorgaben in Bio-Ställen: Liegt ein Betrieb inmitten einer Ortschaft, ohne dass dem Landwirt Weideland zur Verfügung steht, reicht es, Auslauf im Hof zu ermöglichen. In unserem Test gaben die Molkereien nur für knapp die Hälfte der Produkte an, dass alle Kühe, die die in der Charge verarbeitete Milch gaben, auf die Weide durften.

Für Naturjoghurt: Milch ohne Kälbchen gibt es nicht

Es liegt in der Natur der Sache: Eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie einmal im Jahr ein Kälbchen zur Welt bringt. Doch um die wertvolle Milch schnellstmöglich wieder verkaufen zu können, werden Mutter und Kind meist nach wenigen Tagen getrennt. Dieses Vorgehen steht zunehmend in der Kritik.

Inzwischen setzen zwar mehr Öko-Betriebe auf die kuhgebundene Kälberaufzucht, insgesamt aber noch immer eine überschaubare Anzahl – von den Naturland-Betrieben eigenen Angaben zufolge zehn Prozent.

Für 15 Produkte in unserem Test bestätigten uns die Molkereien, dass zumindest ein Teil der Kälbchen der für die Charge gelieferten Milch kuhgebunden aufgezogen wurde. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass sie bei ihrer eigenen Mutter bleiben durften.  

Bio-Kühe leben oft länger 

Eine Milchkuh ist in erster Linie Rohstoffproduzentin. In konventioneller Haltung wird sie daher mit Kraftfutter auf hohe Milchleistung in kurzer Lebenszeit getrimmt. Ein Indikator für die Qualität ihres leistungsorientierten Lebens ist die Laktationszahl. Sie gibt Auskunft, wie oft die Kuh den Zyklus zwischen der Geburt eines Kälbchens, der Produktion von Milch und einer erneuter Trächtigkeit durchlaufen hat, bevor sie geschlachtet wird.

Bio-Kühe leben meist länger und besser und zählen im Schnitt mehr Laktationszyklen mit geringerer Milchleistung als ihre konventionell gehaltenen Artgenossinnen. In unserem Test erreichten aber nur die milchliefernden Betriebe für ein Produkt im Schnitt eine aus unserer Sicht hohe Laktationszahl von mehr als fünf. Alle anderen lagen darunter oder machten keine Angaben.

Enthalten die Bio-Naturjoghurts im Test Schadstoffe?

Im Labor ließen wir die 20 Bio-Naturjoghurts auch auf Mineralölbestandteile, Desinfektionsmittelrückstände und zum Ende der angegebenen Mindesthaltbarkeit auf gesundheitlich bedenkliche Schimmelpilze und Keime untersuchen, die auch zum vorzeitigen Verderb des Produkts führen können.  

Außerdem Teil des Tests: Eine sensorische Prüfung, in der Experten gegen Ende der Mindesthaltbarkeitsdauer Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz der Proben beurteilten. 

Die gesamten Testergebnisse finden Sie im ePaper: 

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Bio-Naturjoghurt: Tipps zum Kauf

  • Milch von Kühen, die frisches Gras oder Heu fressen, enthält mehr Omega-3-Fettsäuren. Außer halb der Weidesaison ist der Gehalt daher oft niedriger. Wer Wert auf einen hohen Omega-3-Gehalt legt, greift besser zu Produkten mit Heumilchzertifizierung.
  • Ein Blick auf die Zuckergehalte lohnt sich nicht nur im Fall von Laktoseintoleranz: Der niedrigste liegt bei 3,7 Gramm, der höchste bei 6,9 Gramm Zucker pro 100 Gramm Joghurt. Der überwiegende Teil des Zuckers in Joghurt ist Laktose.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Für unseren Test haben wir 20 verschiedene Bio-Naturjoghurts mit 3,5 Prozent Fett oder mehr eingekauft – vorzugsweise im Glas, ansonsten im Becher. Umgerechnet auf 500 Gramm bezahlten wir dafür zwischen 1,15 und 1,89 Euro.

Im Labor ließen wir die Joghurts auf Mineralölbestandteile und Rückstände aus der Desinfektion von Milchgewinnung und -verarbeitung (Trichlormethan, Perchlorat, Chlorat) untersuchen. Auch Keime (Enterobakterien, Escherichia coli, Kontaminationskeime, koagulasepositive Staphylokokken, präsumtive Bacillus cereus, Listerien, Salmonellen), Hefen und Schimmelpilze, die gesundheitlich bedenklich sein oder das Produkt vorzeitig verderben können, standen gegen Ende der Mindesthaltbarkeitsdauer auf dem Prüfprogramm. Analysiert wurde ferner die Fettsäureverteilung und der Fettgehalt, um ihn mit der Deklaration abzugleichen. Alle Ergebnisse waren unauffällig. In der Sensorikprüfung beurteilten Prüfer nach DIN 10964:2014-11 Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz/Textur der Joghurts zum Ende der Mindesthaltbarkeit.

Es gingen umfangreiche Fragebögen an Inverkehrbringer, Molkereien und Landwirte: Wie wurden die Tiere gehalten, die die in der Produktcharge verarbeitete Milch produziert haben? Wie hoch ist die Laktationszahl, wie steht es um Kuhkomfort und kuhgebundene Kälberaufzucht? Welche Stallformen waren vorhanden, wie lange durften die Tiere auf die Weide, welches Futter haben sie gefressen (Soja, EU-Soja)? Für interne und externe Tierwohlkontrollen forderten wir Belege an. Dabei bewerteten wir auch die Bereitschaft der Unternehmen, Fragen zu beantworten und Dokumente vorzulegen. Alle Verpackungen wurden auf chlorierte Verbindungen untersucht. Handelt es sich um Ein- oder Mehrweggläser? Gibt es Auslobungen zum Milchpreis auf der Verpackung?

Bewertungslegende 

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKOTEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Sensorik: Unter dem Testergebnis Sensorik führt zur Abwertung um jeweils eine Note: sensorische Auffälligkeiten in Geruch und/oder Geschmack (hier: "riecht und schmeckt leicht oxidiert", "schmeckt leicht futtrig", "schmeckt leicht dumpf", "schmeckt sauer").

Bewertung Testergebnis Tierhaltung und Transparenz: Das Testergebnis Tierhaltung und Transparenz beruht auf einer maximalen Punktzahl von 44 Punkten. Bei 44 bis 37 Punkten lautet das Testergebnis Tierhaltung und Transparenz "sehr gut", bei 36 bis 29 Punkten "gut", bei 28 bis 21 Punkten "befriedigend", bei 20 bis 13 Punkten "ausreichend", bei 12 bis 5 Punkten "mangelhaft", bei 4 bis 0 Punkten "ungenügend". Die Bewertung basiert auf den Antworten und Belegen zu jeweils drei Fragebögen: Fragebogen 1 und 2 (Inverkehrbringer und/oder Molkerei), Fragebogen 3 (mindestens drei von den Molkereien ausgewählte Betriebe unterschiedlicher Bestandsgrößen, die Milch für die untersuchte Charge geliefert hatten).

Im Einzelnen wurden folgende Punkte vergeben: Rückverfolgbarkeit für die getestete Charge bis zu den Milchlieferanten: ausreichend belegt ("ja") = 4 P.; teilweise belegt ("teilweise") = 2 P.; "keine Angabe" = 0 P. Fragen zum Unternehmen, zu Tierhaltung und Landwirtschaft überzeugend beantwortet und belegt (in Tabelle: "Fragebögen beantwortet und Belege vorgelegt"): "ausführlich" (9 bis 10 P.); "überwiegend" (6 bis 8 P.); "teilweise (3 bis 5 P.); "unzureichend" (0 bis 2 P.). Als Belege sollten mindestens vorhanden sein: Zu den Fragebögen 1 und 2: Liste aller Milchlieferanten der Charge mit Namen und Adressen; zu den Fragebögen 3: gültiges, dem Milchbetrieb namentlich zuzuordnendes Bio- und/ oder Verbandszertifikat oder ein anderer, aktueller Nachweis mit Namen über die Durchführung einer Tierwohlkontrolle sowie Stallplan, aktueller Weidekalender oder ein anderer unabhängig erstellter Weidenachweis, Nachweis über die Durchführung der gesetzlich geforderten Eigenkontrolle; Nachweis zur Herkunft des Sojas im Futter, sofern relevant. Insgesamt wurden für die Fragebögen 1 und 2 maximal 4 P. vergeben und für den Fragebogen 3 maximal 6 P., wobei die Antworten von drei Milchlieferanten einbezogen wurden oder weniger, wenn weniger als drei Lieferanten für die Charge geliefert hatten. Lag für ein Produkt kein ausgefüllter Fragebogen vor oder waren sämtliche Fragebögen und Belege zu einem Produkt lediglich mit der Lieferantennummer, nicht jedoch mit den Namen der Milchviehbetriebe gekennzeichnet, wurden für die Beantwortung und Belege für Fragebogen 3 insgesamt 0 P. vergeben.

Für die Angaben der Molkereien zu den Haltungsformen wurden folgende Punkte vergeben: Laufstall in 100 Prozent der Betriebe("ja") = 4 P.; Laufstall in mehr als 50 bis 100 Prozent der Betriebe ("überwiegend") = 2 P.; "keine Angabe" = 0 P. Weidegang in 100 Prozent der Betriebe ("ja") = 4 P.; Weidegang in mehr als 50 bis 100 Prozent ("überwiegend") = 2 P.; "keine Angabe" = 0 P. Keine Anbindehaltung ("nein") = 8 P.; Anbindehaltung vorhanden ("ja") oder "keine Angabe" = 0 P. Kuhgebundene Kälberaufzucht in mehr als 50 bis 100 Prozent der Betriebe ("überwiegend") = 2 P.; kuhgebundene Kälberaufzucht in bis zu 50 Prozent der Betriebe ("teilweise") = 1 P.; keine kuhgebundene Kälberaufzucht ("nein") oder "keine Angabe" hierzu = 0 P.

Folgende Punkte wurden für die Antworten der Milchbetriebe vergeben: Dauer des Weidegangs, bezogen auf die Charge: "mehr als 160 Tage" = 2 P.; "mindestens 120 Tage" = 1 P.; "keine Angabe" = 0 P. Bewertet wurde die berechnete durchschnittliche Weidedauer aller antwortenden Betriebe. Als Nachweis für den Weidegang/die Weidedauer galt ein Weidekalender von 2023 oder ein vergleichbarer anderer Nachweis. Wurde der Weidegang nicht für alle antwortenden Betriebe nachgewiesen ("teilweise kein Nachweis"), wurde 1 P. für dieses Kriterium vergeben; fehlten alle Nachweise ("kein Nachweis"), wurden 0 P. vergeben. Unabhängige Tierwohlkontrolle für alle antwortenden Milchlieferanten ausreichend belegt ("ja") = 2 P.; "teilweise" belegt = 1 P.; "keine Angabe" oder "kein Nachweis" = 0 P. Als Nachweis wurden akzeptiert: gültiges, dem Milchbetrieb namentlich zuzuordnendes Bio- und/oder Verbandszertifikat (Naturland, Bioland, Biokreis, Demeter) und/oder ein vergleichbarer, aktueller Nachweis zu Tierwohlaspekten, zum Beispiel Zertifikat QM-Milch, Auditbericht der Öko- Kontrolle oder Lieferantenaudit. Nachweis der gesetzlich geforderten Eigenkontrolle für alle antwortenden Milchlieferanten ausreichend belegt ("ja") = 2 P.; "teilweise" belegt = 1 P.; für keinen der antwortenden Milchlieferanten belegt ("nein") oder "keine Angabe" = 0 P.

Als Nachweise wurden unter anderem akzeptiert: tagesaktuelle Aufzeichnungen der Landwirte zu Tierwohlaspekten, ausgefüllte Q-Wohl-Managementhilfe, Auszüge aus Management- Tools oder -Apps.

Laktationszahl: 5 oder höher ("hoch") = 2 P.; 4 bis 5 ("akzeptabel") = 1 P.; weniger als 4 ("niedrig"), eine "unvollständige Angabe" oder "keine Angabe" = 0 P. Bewertet wurde die berechnete durchschnittliche Laktationszahl aller antwortenden Betriebe. Kuhkomfort, etwa Bürsten oder Sprinkleranlagen, im Stall vorhanden ("ja") = 1 P.; "keine Angabe" = 0 P. Kein Soja im Futter ("nein") = 3 P. Geringer Sojaanteil im Futter (= weniger als 10 Prozent) in mindestens einem, aber nicht allen antwortenden Betrieben vorhanden ("teilweise") = 1 P.; geringer Sojaanteil im Futter in allen antwortenden Betrieben vorhanden("ja") oder "keine Angabe" = 0 P. Wenn Soja vorhanden ist: Nachweis, dass der Sojaanteil aus der EU und ökologischem Anbau stammt ("ja") = 1 P.; kein Nachweis zur Herkunft des Sojaanteils ("nein") = 0 P.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) Glas-Einwegverpackung; b) fragwürdige Auslobung auf der Verpackung "Faire Preise für unsere Milchbauern", wenn der laut Molkerei ausgezahlte Milchpreis für diese Charge deutlich unter dem für die Monate Januar bis März 2024 ermittelten durchschnittlichen Bio-Milchpreis von 55,5 bis 55,9 Cent/Kilogramm lag (biomilchpreise.de vom 21. Mai 2024) liegt.

Das Gesamturteil beruht zu je 50 Prozent auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und dem Testergebnis Tierhaltung und Transparenz. Es wurde kaufmännisch gerundet. Ein Testergebnis Sensorik und Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe je um eine Note. Ein Testergebnis Sensorik, das "gut" ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe nicht. Enthält die Produktcharge Milch aus mindestens einem Betrieb mit Anbindehaltung, kann das Gesamturteil nicht besser als "befriedigend" sein.

Testmethoden 

Perchlorat/Chlorat: Extraktion mit Methanol und anschließender Analyse mit LC-MS/MS (Bestimmung im homogenisierten Probenmaterial aus drei Packungen).
Mikrobiologie: Hefen: nach L01.00-37:1991-12,ASU gemäß §64 LFGB / Schimmelpilze: nach L01.0037:1991-12,ASU gemäß §64 LFGB / Enterobakterien: nach DIN EN ISO21528-2:2019-05 / Escherichia coli: nach DIN ISO16649-2:2020-12 / Kontaminationskeime: nach ISO 13559 IDF153:2002-11 / Koag.-positive Staphylokokken: nach DIN EN ISO6888-1:2022-06 / präsumtive Bacillus cereus: nach L01.00-72:2011-01ASU gem. §64 LFGB / Listeria monocytogenes: nach DIN EN ISO11290-1:2017-09 / Salmonellen: nach DIN EN ISO 6579-1:2020-08. Die mikrobiologischen Prüfungen wurden am Ende des MHD durchgeführt. Die Produkte wurden zuvor im Labor bei 7°C +/- 1 °C gelagert.
Fett Röse: nach ASU 01.00-9: 2012-01 (Bestimmung im homogenisierten Probenmaterial aus drei Packungen).
Alpha-Linolensäure / Summe gesättigte Fettsäuren / Summe einfach ungesättige Fettsäuren / Summe mehrfach ungesättigte Fettsäuren / Summe Omega-3-Fettsäuren / Summe Omega-6-Fettsäuren / Summe trans-Fettsäuren / Summe sonstige Fettsäuren (konjugierte Linolsäuren, verzweigte Ketten): GC-FID (Bestimmung im homogenisierten Probenmaterial aus drei Packungen).
MOAH, MOSH, MOSH-Analoge: nach DIN EN 16995:2017-08, online HPLC-GC-FID, für Milch, -pulver, -fett, Käse (Bestimmung im homogenisierten Probenmaterial aus drei Packungen).
Trichlormethan (Chloroform) / Trichlorethen / Tetrachlorethen: nach L 01.00-35:1990-06, ASU gemäß § 64 LFGB (Anwendung auch für Milcherzeugnisse und vegane Milchalternativen)
Sensorik: Einfach beschreibende Prüfung nach DIN 10964:2014-11; Punktebewertung nach DIN ISO 229352:2012-12. Die sensorischen Prüfungen wurden am Ende des MHD durchgeführt. Die Produkte wurden zuvor im Labor bei 7°C +/- 1 °C gelagert.
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Januar bis März 2024 

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