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Mineralöl und schlechter Geschmack: Lidl-Olivenöl schmiert im Test ab

Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Essen und Trinken | 25.04.2019

Mineralöl und schlechter Geschmack: Lidl-Olivenöl schmiert im Test ab
(Foto: ÖKO-TEST)

In unserem Olivenöl-Test schneidet ein Öl von Lidl besonders schlecht ab: Es ist erheblich mit Mineralölrückständen belastet und enttäuscht geschmacklich. Auch acht weitere Olivenöle floppen im Test.

Seit Jahren verkauft Lidl das beliebte Primadonna Natives Olivenöl Extra. Die Lidl-Eigenmarke verspricht mit "nativ extra" höchste Qualität zu kleinem Preis. Doch in unserem Test zählt das Öl zu den schlechtesten. Insgesamt haben wir 20 Olivenöle getestet; empfehlen können wir nur zwei.

Primadonna Natives Olivenöl Extra fällt im Test durch

Das Primadonna Natives Olivenöl Extra von Lidl ist eines der Produkte im Olivenöl-Test, die besonders negativ auffallen. Es schmeckt und riecht eher unharmonisch und ist zudem erheblich mit problematischen Mineralölverbindungen belastet.

Vom Primadonna Natives Olivenöl Extra raten wir deshalb mit "ungenügend" ab. Die Mängel in der Sensorik verschlechtern das Gesamturteil um drei Noten. Auf der Gesamtnote "ungenügend" landet das Öl aufgrund der zusätzlich festgestellten Mineralölrückstände. Auch acht weitere Olivenöle fallen in unserem Test mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

Den kompletten Test mit allen Detailergebnissen können Sie hier als e-Paper kaufen.

Geschmack und Geruch eher unharmonisch

Die Sensorik-Experten, die für uns alle Öle verkosteten, bewerteten das Lidl-Olivenöl mit der Harmonienote 4,4. Das bedeutet, es ist "eher unharmonisch". Das beste Öl im Test schnitt hier mit "sehr gut" ab. Bei vier Olivenölen stellten die Sensorikprüfer Fehlnoten fest: Sie schmeckten ranzig oder stichig. Sie hätten gar nicht in der Güteklasse "nativ extra" verkauft werden dürfen.

Erhebliche Mineralölrückstände in Lidl-Olivenöl 

Das Primadonna Natives Olivenöl Extra von Lidl ist zudem stark mit Mineralöl belastet. Ein beauftragtes Labor fand relativ hohe Mengen der gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH und/oder POSH. MOSH lagert der Körper in der Leber, den Lymphknoten, der Milz und im Fettgewebe ab. Was das für die Funktion dieser Organe bedeutet, ist bisher ungeklärt. POSH sind derzeit noch kaum erforscht.

Außerdem waren im Lidl-Öl auch aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachweisbar. Unter den MOAH können sich krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden. Industrie, Verbraucherschützer und Politik sind sich einig, dass diese Stoffgruppe in Lebensmitteln nichts zu suchen hat. In unserem Test waren MOAH in 10 von 20 Olivenölen nachweisbar.

Lidl stoppt Verkauf von Olivenöl-Charge

So reagierte Lidl: Lidl teilte uns mit, das Primadonna-Olivenöl mit der Charge L0248E nicht mehr zu verkaufen. Eine sensorische Nachprüfung habe die Nicht-Einhaltung des vorgegebenen Olivenöl-Profils bestätigt. Lidl legte uns auch ein eigenes Gutachten zum Öl vor. Demnach wiesen Prüfer in einem Olivenöl aus der gleichen Charge wie der von uns getesteten kein MOAH nach. Zudem ermittelten sie laut Gutachten einen Harmoniewert von 4,0 und damit einen schlechteren als in unserem Test.

Der Test zeigt: Von 20 Olivenölen können wir nur zwei empfehlen. Neben Abstrichen in Geschmack und Geruch kritisieren wir vor allem Mineralöl. Jedes zweite Olivenöl ist besonders auffallend mit Mineralölrückständen verunreinigt.

Unser Tipp: Zum Braten sind günstige raffinierte Öle besser geeignet als Olivenöle der Klasse "nativ extra". Native Öle rauchen früher, zudem zerstört die Hitze ihr Aroma.

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