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Alnatura-Olivenöl im Test "ungenügend": Anbieter nimmt Charge aus Verkauf

Autor: Lena Wenzel/Katja Tölle/Lisa-Marie Karl | Kategorie: Essen und Trinken | 26.04.2022

Alnatura-Olivenöl im Test nur "ungenügend".
Foto: ÖKO-TEST; masa44/Shutterstock

Das Native Olivenöl Extra von Alnatura ist in unserem Test besonders negativ aufgefallen: Es hätte in dieser Form in Deutschland gar nicht im Verkaufsregal landen dürfen. Wir erklären, warum. 

Der Geschmack ist stark ranzig, der Gesamteindruck fehlerhaft: So beschrieben unsere geschulten Sensorik-Prüfer das Alnatura Natives Olivenöl Extra im Test. Damit wird es der Qualitätsklasse "nativ extra" nicht gerecht. Das Alnatura-Olivenöl gehört viel mehr in die Güteklasse "lampant". 

Alnatura-Olivenöl im Test gehört zur Güteklasse "lampant"

Das Problem? Lampantöl darf in Deutschland nicht als Speiseöl verkauft werden. Die Europäische Kommission schreibt dazu: "Oliven-Lampantöl ist nicht für die Vermarktung im Einzelhandel bestimmt. Es wird raffiniert und für industrielle Zwecke verwendet." Beim Lampantöl handele es sich um ein "natives Olivenöl von geringerer Qualität" mit "erheblichen sensorischen Mängeln". 

Immerhin: Nach unseren Ergebnissen hat Alnatura sofort angekündigt, die Charge aus dem Verkauf zu nehmen.

Zum Vergleich: Neben Alnatura erfüllen auch zwei weitere Olivenöle im Test die Bedingungen für "nativ extra" nicht. Laut Sensorikprüfung gehören sie in die Güteklasse "nativ". 

    8,1 Millionen Tonnen Oliven wurden 2020 in Spanien geerntet. Damit ist Spanien mit großem Abstand vor Italien und Griechenland das größte Anbauland für Oliven.
    8,1 Millionen Tonnen Oliven wurden 2020 in Spanien geerntet. Damit ist Spanien mit großem Abstand vor Italien und Griechenland das größte Anbauland für Oliven. (Foto: Georgios Tsichlis/Shutterstock)

    Mineralölbestandteile in Alnatura-Olivenöl 

    Nicht nur geschmacklich hatten wir etwas am Alnatura-Olivenöl zu bemängeln, auch der Inhalt ist aus unserer Sicht kritikwürdig. Das Olivenöl ist – wie fast alle Produkte im Test – mit Mineralölbestandteilen verunreinigt. Genau gesagt, sind wir auf gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gestoßen.

    MOSH reichern sich im Körper an – bisher ist noch völlig unklar, was das für die menschliche Gesundheit bedeutet. Aus vorbeugendem Verbraucherschutz sind wir der Meinung, dass MOSH nichts in Lebensmitteln zu suchen haben. 

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    Wie kommt das Mineralöl ins Öl? 

    Dass es auch ohne Mineralölbestanteile geht, zeigt das "sehr gute" Produkt im Test. Das von uns beauftragte Labor wies darin nicht einmal Spuren nach. 

    Doch wie können die Mineralölbestandteile überhaupt ins Olivenöl gelangen? Eine mögliche Erklärung: Während der Ernte kommen die Oliven mit Erntemaschinen und somit gegebenfalls auch mit Schmierölen in Kontakt. Gleiches gilt in der Produktion der Olivenöle.

    So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

    Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe und Sensorik. Weil das Alnatura-Olivenöl stark ranzig schmeckt, laut unserer Sensorikprüfung zur Qualitätsklasse "lampant" gehört und "stark erhöhte" Gehalte an Mineralölbestandteilen enthält, ziehen wir neun Noten ab. Damit kann das Gesamturteil nur "ungenügend" lauten.

    Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

    Der Test zeigt: Mineralöl ist noch immer ein Problem in Olivenöl. Seit unserer letzten Überprüfung hat sich leider nichts verbessert. Die Mehrheit der überprüften Produkte schneidet mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab, nur ein Produkt ist empfehlenswert. Mehr dazu lesen Sie hier: Olivenöl im Test: Fast alle mit Mineralöl belastet

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