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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2014
vom

Kaffee

Wer handelt fair?

Halten die aufgedruckten Label und Auslobungen zum fairen Handel, was sie versprechen? Wir nahmen 23 Röstkaffees unter die Lupe und schickten sie selbstverständlich auch zur Schadstoffuntersuchung. Rundum empfehlen können wir nur sieben Marken.

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11.10.2013 | Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Gut 150 Liter trinkt jeder im Durchschnitt pro Jahr, mehr als Mineralwasser oder Bier. Meist wird Kaffee der Sorte Arabica getrunken - wegen seines feineren und milden Aromas. Robusta, die zweite bedeutende Kaffeesorte, schmeckt deutlich bitterer und derber. Arabica-Pflanzen gedeihen am besten in höheren Lagen von 1.000 bis 2.000 Metern - im Unterschied zu Robustakaffee, der das tropische Tiefland bis 700 Meter bevorzugt. Hochwertiger Kaffee wird von Hand gepflückt, teilweise wird auch mit Maschinen geerntet.

Zur eigentlichen Kaffeebohne, wie wir sie kennen, wird der aus den Erzeugerländern importierte Rohkaffee erst durch das Rösten. Dies geschieht in großen Trommeln bei über 200 Grad. Dabei zerfallen die Kohlenhydrate und Eiweiße und es bilden sich die typischen Röstaromen. Allerdings entstehen auch unerwünschte Stoffe, vor allem die krebsverdächtigen Substanzen Acrylamid und Furan. Weil Kaffee in der Regel täglich konsumiert wird, trägt er entscheidend zur Aufnahme dieser Substanzen bei. Umso wichtiger, dass die Gehalte so niedrig wie möglich sind. Im Rahmen eines behördlichen Minimierungsprogramms konnten in den vergangenen Jahren zumindest die Acrylamidwerte gesenkt werden.

Ob das noch immer so ist, sollte der aktuelle Test von 23 Röstkaffees zeigen. Außerdem wollten wir wissen, inwieweit aufgedruckte Label und Auslobungen mit grundlegenden Kriterien des fairen Handels übereinstimmen.

Das Testergebnis

Wer "sehr guten" und "guten" Kaffee sucht, kann unter acht Bio-Marken wählen. Die übrigen fallen "befriedigend" oder sogar nur "mangelhaft" aus, davon viele konventionell hergestellte Kaffees.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Weil klassischer Röstkaffee immer noch am häufigsten gekauft wird, wählten wir 23 Marken dieser Sorte aus. Dabei lag der Fokus auf Produkten, die in irgendeiner Weise mit einem "fairen Anspruch" werben. Das waren zuallererst Kaffees mit den bekannten Labeln Fairtrade, Rainforest Alliance Certified und UTZ Certified. Infrage kamen aber auch Produkte, die auf die 4C-Initiative hinweisen sowie Kaffee aus dem Weltladen. Bei großen Herstellern sowie den Marken von Supermärkten, Discountern und wichtigen Bio-Anbietern suchten wir ebenfalls nach fairen Produkten. Waren solche nicht erhältlich, fiel die Wahl auf die herkömmlichen konventionellen oder Bio-Marken.

Die Inhaltsstoffe
Untersucht wurde auf die Schadstoffe Acrylamid und Furan. Beide entstehen als unerwünschtes Nebenprodukt während des Röstens. Allerdings lässt sich zumindest die Bildung von Acrylamid beeinflussen, etwa durch niedrigere Rösttemperaturen. Furan ist leicht flüchtig und landet damit nur zu einem gewissen Teil in der Tasse. Wir sind von einem Übergang von 35 Prozent aus dem Kaffeemehl in den Aufguss ausgegangen. Eine weitere Untersuchung betraf das Schimmelpilzgift Ochratoxin A, das sich in schlecht gelagerten Kaffeebohnen vermehrt bilden kann. Alle Produkte ließen wir auf ihren Anteil an Robustakaffee prüfen. Daraus lässt sich abschätzen, wie hoch der Anteil an Arabicakaffee ist, mit dem viele Anbieter werben.

Der faire Handel
Alle Anbieter erhielten einen Fragebogen, in dem wir um Auskunft zu den Vergabebedingungen der Siegel, Auslobungen und sonstiger Hinweise baten. Auch Hersteller von nicht speziell ausgelobten Kaffees bekamen den Fragebogen. Uns interessierte, ob vier grundlegende Kriterien fairer Umgangsweisen erfüllt sind. Dazu gehört erstens ein garantierter Mindestpreis, der die Kaffeebauern von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt unabhängig macht. Zweitens muss die Vorfinanzierung der Produktion gesichert sein. Drittens muss das Label oder die Auslobung die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorschreiben und damit insbesondere Kinderarbeit ausschließen. Schließlich ist zu gewährleisten, dass gesetzliche Mindestlöhne eingehalten werden. Letztlich prüften wir auch die Vorgaben der Label im Hinblick auf den Anteil zertifizierten Kaffees im Produkt oder suchten nach entsprechenden Hinweisen auf der Packung.

Die Bewertung
Unter den Inhaltsstoffen führten erhöhte Gehalte an Acrylamid zu schlechten Noten. Unfaire oder überwiegend unfaire Geschäftspraktiken konnten das Gesamtergebnis zusätzlich verschlechtern.

So haben wir getestet

Das Rösten macht aus grünem Rohkaffee dunkelbraune Bohnen. Es bilden sich aber auch problematische Stoffe.

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