Handtücher für die Sauna im Test: Formaldehyd in Bio-Saunatuch

ÖKO-TEST Dezember 2018: Titelthema Lachs | Autor: Frank Schuster, Kai Thomas | Kategorie: Bauen und Wohnen | 25.11.2018

Handtücher für die Sauna im Test: Formaldehyd in Bio-Saunatuch
Foto: George_Antalya/Shutterstock; Caroline Eibl/Shutterstock

Wir haben 16 Handtücher für die Sauna getestet. Ein zertifiziertes Naturtextil fällt besonders negativ auf. Die meisten Saunatücher im Test können wir aber empfehlen.


Saunagänger kennen das: "Keinen Schweiß aufs Holz! Bitte Handtuch unterlegen!" Meist hängt ein Schild mit diesen Worten gleich neben der Eingangstür. Damit das klappt, müssen Saunatücher groß sein. Haben sie eine komfortable Breite von 70 bis 80 Zentimeter und eine Länge von 180 bis 200 Zentimeter, lässt es sich bequem darauf liegen. Im Sitzen finden auch die nackten Füße noch Platz.

Handtücher für die Sauna im Test: Produkte von Karstadt, Galeria Kaufhof, Manufactum, Waschbär & Co. auf Schadstoffe untersucht

Saunatücher müssen außerdem saugfähig sein und viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne zu tropfen. Flauschige Frottierhandtücher können das gut. Daneben liegen als leichte Alternative Hamamtücher im Trend. Durch ihre Webart sind sie vergleichsweise dünn und leicht und trotzdem sehr saugfähig; außerdem trocknen sie schnell.

Wir haben 16 Produkte eingekauft und in die Labore geschickt. Darunter waren überwiegend klassische Modelle aus weichem Frottier, drei Hamamtücher sowie ein dünnes Tuch ohne Fransen aus Waffelpiqué.

Das Ergebnis: 14 von 16 Tücher können wir empfehlen. Je sieben Mal vergeben wir die Noten "sehr gut" und "gut". Nach einem "befriedigenden" Produkt folgt mit "mangelhaft" als Schlusslicht ausgerechnet ein Naturtextil.

In einem Handtuch aus zertifizierter Bio-Baumwolle wies das von uns beauftragte Labor Formaldehyd nach. Und das in einem Gehalt, der über dem Grenzwert des Naturtextilsiegels GOTS (Global Organic Textile Standard) liegt, mit dem das Produkt zertifiziert ist. Formaldehyd setzen Textilhersteller unter anderem ein, um Oberflächen zu glätten und Produkte zu veredeln. Über die Atemluft aufgenommen, gilt die Substanz als krebserregend.

Test Sauna- und Hamamtücher: Optische Aufheller in 14 von 16 Handtüchern nachweisbar

Am häufigsten wiesen die Laborexperten jedoch optische Aufheller nach – in insgesamt 14 Produkten. In 13 davon stecken die chemischen Hilfsmittel zur Aufhellung in den weißen Etiketten mit der Pflegeanleitung oder in den Aufhängern. Sechs Mal wies das Labor die chemischen Weißmacher auch im Hauptmaterial oder in dessen weißen Anteilen nach. 
Der Griff in die chemische Trickkiste ist umweltbelastend. Viele Aufheller, die sehr häufig auch in Waschmitteln zum Einsatz kommen, sind biologisch schwer abbaubar.

Die Farbe hält: Die Materialprüfung fiel für 13 Tücher "sehr gut" aus. Sie verloren in der Wasch- und Schweißprüfung im Labor keine Farbe. Drei Tücher färbten in den Versuchen leicht ab, das ist immer noch "gut".

Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren


Ob klassisch schlicht oder im "Hamam"-Retro-Look: Saunatücher bestehen meist zu hundert Prozent aus Baumwolle – ein Material, das Schweiß gut aufsaugt. 

Wir haben alle 16 Tücher in den Laboren umfassend auf Schadstoffe untersuchen lassen. Zur Stoffveredlung ("knitterfrei", "bügelleicht") setzen Hersteller gelegentlich Formaldehyd ein. Halogenorganische Verbindungen können über Färbe- oder Bleichprozesse ins Textil gelangen. Optische Aufheller bringen die weißen Anteile des Hauptmaterials, häufi g aber auch die Etiketten zum Strahlen, belasten aber die Umwelt. Die Labore untersuchten darüber hinaus, ob allergisierende und krebsverdächtige oder krebserregende Dispersions- und Azofarbstoffe in den Tüchern stecken.

Wir wollten zudem wissen, wie beständig die Farben sind, ob Schweiß oder Waschen den Tüchern etwas anhaben können. Hierzu wusch ein Labor die Tücher nach den vorgegebenen Temperaturen (60 °C). Anschließend prüften die Experten, ob sie ihre Farben verändert und ob sie auf die mitgewaschenen Begleitgewebe aus unter anderem Baumwolle, Wolle und Polyester abgefärbt haben. Ob die Farben auch Schweiß aushalten, kontrollierte das Labor mit einer den menschlichen Schweiß simulierenden Lösung.