Aktualisiert am 11.12.2019; Einkauf Testprodukte Okt/Nov 2018 | Unser Test untersucht alle wichtigen Eigenmarken und Markenprodukte aus Discount- und Supermärkten, Drogerien, Apotheken und Online-Shops. Insgesamt haben wir uns die Inhaltsstoffe von 396 Zahnpasten ganz genau angeschaut. Immerhin können wir jede dritte Zahncreme empfehlen.
Zahnpasta-Test: Die besten Zahncremes mit und ohne Fluorid
Im Test: 204 Universal-Zahnpasten, 36 Sensitiv-Zahnpasten, 94 Zahnpasten für weißere Zähne und 62 Kinderzahnpasten für Milchzähne und Junioren. Darunter befinden sich 65 Naturkosmetik-Zahnpasten, die sich an Erwachsene richten. Wir haben uns gefragt: Stecken umstrittene Inhaltsstoffe in den Tuben? Hilft Sensitiv-Zahnpasta wirklich bei schmerzempfindlichen Zähnen? Wie weit sind die versprochenen Aufhell-Effekte von Zahncremes wissenschaftlich bewiesen? Und: Informieren die Anbieter von Kinderzahnpasten ausreichend über Kariesschutz mit Fluorid?
Das Ergebnis: Fast jede zweite Zahnpasta im Test fällt durch: Ganze 195 Produkte bewerten wir mit "mangelhaft" oder "ungenügend". "Befriedigend" oder "ausreichend" sind 58 Zahncremes. Sie weisen kleinere Mängel auf. Gut ein Drittel aller Zahnpasten können wir immerhin empfehlen: 143 Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. Sie enthaltenen keine umstrittenen Inhaltsstoffe, empfehlenswerte Tuben für Erwachsene immer Fluorid.
Prophylaxe bei Erwachsenen-Zahnpasta nur mit Fluorid
Das Hauptproblem: In 85 getesteten Zahnpasten für Erwachsene steckt kein oder zu wenig Fluorid. Unter den betroffenen Produkten: 51 Naturkosmetik-Produkte. Wir bewerten diese Zahnpasten nicht besser als "mangelhaft".
Wer seine Zähne regelmäßig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, beugt Kariesbefall vor. Diese Wirksamkeit ist ab dem Schulalter nachgewiesen. Die deutsche Zahnmedizin-Leitlinie empfiehlt Erwachsenen deshalb unmissverständlich fluoridhaltige Zahnpasta. Von Fluorid in Zahnpasta geht zudem keine Gesundheitsgefahr aus - anders als oft behauptet.
Optimal ist laut Leitlinie ein Fluoridgehalt von mindestens 1.000 ppm (ein Gramm pro Kilogramm). Bei Tuben mit weniger, aber mindestens noch 500 ppm, drücken wir noch ein Auge zu. Sie können aber nicht besser als "befriedigend" sein. Für Milchzähne empfehlen Experten fluoridhaltige Zahnpasta bisher nicht klar und eindeutig. Kinderzahnpasta ohne Fluorid werten wir daher nicht grundsätzlich ab.
Aggressives Schäumungsmittel in getesteter Zahncreme

Umstrittene Inhaltsstoffe: Zahnpasta im Test enthält oft Natriumlaurylsulfat. Der sich daraus bildende Schaum soll helfen, Essensreste und Zahnbelag wegzuspülen. Die Substanz gilt jedoch als vergleichsweise aggressiv, kann die empfindlichen Schleimhäute reizen. Ebenso ein Problem: Einige getestete Zahnpasten enthalten Polyethylenglykole und chemisch verwandte Stoffe (PEG). Sie können die Schleimhäute durchlässiger für Fremdstoffe machen. In manchen Zahnpasten im Test steckt sogar beides: ein PEG und Natriumlaurylsulfat. Diese Tuben schneiden daher nicht besser als "mangelhaft" ab.
In fünf getesteten Zahnpasten steckt der Bakterienkiller Triclosan. Laut Experten kann er Bakterien resistenter gegen Antibiotika machen. Die Produkte fallen unter anderem deshalb mit "ungenügend" durch. Betroffen sind die Colgate Total Original Zahnpasta, die Colgate Total plus gesunde Frische Zahnpasta, die Colgate Total plus Interdentalreinigung Zahnpasta, die Fuchs Dent-A-Xyl Zahncreme sowie die Fuchs Junior.
Die Natuvell Dental Zahncreme Kräuter hätte aus unserer Sicht so nicht verkauft werden dürfen. Denn die Verwendung eines Inhaltsstoffs in der Zahnpasta (ein Lösungsmittel) ist gesetzlich nicht zulässig. Eine Überwachungsbehörde bestätigte uns dies.
Naturkosmetik-Produkte schützen oft nicht vor Karies
Bio-Zahnpasta: 65 getestete Zahnpasten für Erwachsene sind als Naturkosmetik zertifiziert: viele der Universal-Zahnpasten, aber auch welche für empfindliche und weißere Zähne. Davon fallen ganze 51 durch den Test. Grund: Die Naturkosmetik-Produkte enthalten oft kein Fluorid. Ihnen fehlt damit ein nachweisbarer Schutz vor Karies. Immerhin 13 fluoridhaltige Bio-Zahnpasten im Test bewerten wir mit "sehr gut".
Kinderzahnpasta: Wir können mehr als die Hälfte der getesteten Kinderzahnpasten empfehlen – darunter vier Produkte ohne Fluorid. Neun Kinderzahnpasten floppen allerdings. Eins der auffälligsten Probleme: Bei vielen Zahnpastatuben für Milchzähne bemängeln wir die Infos zu Fluorid. Denn auf fluoridfreien, aber auch fluoridhaltigen Kinderzahnpasten sollten eindeutige Hinweise sicherstellen, dass Eltern ihre Kinder nicht mit Fluorid über- oder unterversorgen. Von den getesteten Kinderzahnpasta enthalten acht zudem die Problemstoffe PEG oder Natriumlaurylsulfat.
Zahnpasta für weißere Zähne weckt oft falsche Erwartungen
Zahnpasta für weißere Zähne: Strahlend weiße Zähne mit Zahnpasta? Aus unserer Sicht unrealistisch. Auf ganzen 75 Verpackungen vermissen wir einen Hinweis, der falschen Erwartungen vorbeugt. Sie informieren nicht, dass das Aufhell-Ergebnis von der natürlichen Zahnfarbe abhängt. Außerdem legten uns die Anbieter auf Anfrage kaum Studien zu den Effekten ihrer Produkte vor. Die wissenschaftliche Aussagekraft der wenigen Arbeiten, die wir zu Gesicht bekamen, überzeugte uns nicht. Mehr als die Hälfte der Zahnpasten für weißere Zähne im Test enthält zudem die Problemstoffe Natriumlaurylsulfat oder PEG. Empfehlen können wir deshalb insgesamt nur 16 von 94 Produkten.
Sensitiv-Zahnpasta: Sensitiv-Zahnpasta richtet sich an Menschen mit empfindlichen Zähnen. Sie kann gegen schmerzhaftes Ziehen beim Verzehr von kalter oder heißer Nahrung helfen. Eine häufige Ursache sind freiliegende Zahnhälse. Empfehlen können wir knapp die Hälfte der getesteten Tuben. Zwölf fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Besonders häufig drücken auch hier das Schäumungsmittel Natriumlaurylsulfat und PEGs die Noten. Gegen den Schmerz enthalten die allermeisten Zahnpasten im Test Kaliumsalze, Zinnfluorid, Hydroxylapatit oder Arginin. Diese Stoffe können einen lindernden Effekt haben. Der Erfolg ist aber wissenschaftlich nicht garantiert, deshalb ziehen wir eine Note ab.
Worauf Sie beim Zahncreme-Kauf achten sollten
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Putzen Sie Ihre Zähne als Erwachsener nur mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Ihre Wirkung gegen Karies ist belegt. In der Produktbox finden sie viele "sehr gute" und "gute" fluoridhaltige Zahnpasten mit einwandfreien Inhaltsstoffen.
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Schauen Sie vor allem bei Naturkosmetik-Zahnpasta genau auf die Zutatenliste. Sie enthält oft kein Fluorid und bietet so keinen wirksamen Schutz vor Karies.
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Lassen Sie Zahnpasta auch links liegen, wenn Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate) deklariert ist.
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Für Ihre Kinder können wir 38 getestete Kinderzahnpasten empfehlen. Wenn sie fluoridfrei putzen, sollten Kinder zusätzlich Fluorid einnehmen.
- Zahnpasta für weißere Zähne ist in der Regel nicht empfehlenswert. Sie enthält oft zu viele Problemstoffe. Die beworbenen Aufhell-Effekte gehen zudem häufig kaum über die herkömmlicher Zahnpasta hinaus.
Diesen Test haben wir erstmals im März 2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben zu den Kinder- und Jugendzahncremes für das Jahrbuch Kinder und Familie für 2020 im Dezember 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.
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