1. Home
  2. Tests

Zahnpasta-Test: 13 Zahncremes "mangelhaft" und schlechter

Jetzt kostenlos Testergebnisse zu 60 Produkten abrufen

Magazin April 2021: Generation Bike | Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Kosmetik und Mode | 25.03.2021

Zahnpasta im Test: Welche Marken überzeugen?
Foto: ÖKO-TEST

Zahnpasten für Erwachsene sollten den wichtigsten Inhaltsstoff gegen Karies enthalten: Fluorid. Unerwünscht dagegen sind Problemstoffe, die beispielsweise Schleimhäute reizen oder der Umwelt schaden. Und doch stecken sie in Zahnpasten im Test. Mit Bestnote sind aber auch viele empfehlenswert.

  • 38 von 60 Zahnpasten im Test sind mit "sehr gut" empfehlenswert. Sie verzichten auf Problemstoffe und deklarieren die wichtigsten Infos.
  • Mit "mangelhaft" oder "ungenügend" fallen 13 Zahncremes durch den Test. 
  • Das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat und flüssiges Plastik sind Inhaltsstoffe, die wir in Zahnpasten im Test kritisieren. Ebenfalls unerwünscht: PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. 
  • Zahnputztabletten sind unserer Ansicht nach kein gleichwertiger Ersatz für Zahnpasta. Wir haben erstmals drei Zahnputztabletten untersucht. 

Universalzahncremes sollen vor allem dabei helfen, die Zähne ordentlich zu reinigen und sie vor Karies zu schützen. Beides hängt zwar maßgeblich von Motivation und Technik der Putzenden ab. Trotzdem steht und fällt solider Kariesschutz vor allem mit einem Inhaltsstoff: Fluorid.

Es verbessert die Remineralisierung der Zähne, nachdem Bakterien sie mit Säure attackiert haben. Die Säure entsteht, wenn Bakterien Nahrung zersetzen, sie löst Mineralien aus dem Zahnschmelz. Fluorid hemmt zudem das Bakterienwachstum. Alle Zahnpasten im Test enthalten Fluorid.

Zahnpasta-Test: Die besten Zahnpasten mit Fluorid 

In fast allen steckt auch die von zahnärztlichen Fachgesellschaften empfohlene Menge für bleibende Zähne: zwischen 1.000 und 1.500 ppm. Das steht für "parts per million", also Milligramm pro Kilogramm. Nur die Hydrophil Zahncreme Pure Mint mit Fluorid ist mit 500 ppm aus unserer Sicht zu schwach dosiert.

Doch wie steht es um die anderen Inhaltsstoffe? Der Test zeigt: Nicht alle Zahnpasten sind frei von Problemstoffen. Das ist der Hauptgrund, weshalb 13 Universalzahncremes mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch den Test fallen. Für die meisten Zahnpasten aber lief der Test erfreulich: 38 schneiden mit Bestnote ab. 

Zahnpasta im Test: Wir haben 60 Universalzahncremes überprüft.
Zahnpasta im Test: Wir haben 60 Universalzahncremes überprüft. (Foto: Syda Productions/Shutterstock)

Zahnpasta im Test: Die Testverlierer im Überblick 

Mit "mangelhaft" schneiden folgende Zahnpasten im Test ab: 

  • Dentagard Original mit Naturkräuterextrakten
  • Odol-Med 3 Original
  • Odol-Med 3 Senses Eukalyptus, Limette & Minze
  • Signal Zahnpasta Kariesschutz
  • Colgate Komplett 8 Extra Frisch
  • Colgate Max Fresh Cooling Crystals

Das Gesamturteil "ungenügend" erhalten diese Universalzahncremes: 

  • Aronal Zahnfleischschutz mit Zink
  • Blend-A-Med Classic Zahncreme
  • Blend-A-Med Complete Protect Expert Tiefenreinigung
  • Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean
  • Colgate Total Plus Gesunde Frische
  • Lacalut Aktiv Medizinische Zahncreme
  • Odol-Med 3 Extreme Clean Langzeit-Frische

>> Die detaillierten Testergebnisse lesen Sie in der Produktbox am Ende des Artikels

Jetzt kaufen: Das neue ÖKO-TEST Magazin 4/2021

Aggressives Tensid und flüssiges Plastik in Zahnpasten

Ein Problemstoff, den wir häufiger im Test gefunden haben, ist Natriumlaurylsulfat. Das ist ein schäumendes Tensid, also eine waschaktive Substanz. Wir kritisieren es, weil es relativ aggressiv zu Werke geht und die Schleimhäute reizen kann. Es steckt in 18 Zahnpasten, dabei gibt es deutlich mildere Alternativen.

Eine zweite Stoffgruppe, die wir abwerten, sind PEG-Verbindungen. Sie können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen und sind in 15 Zahnpasten im Test enthalten.

Kritisch sehen wir zudem synthetische Polymere. Sie stecken in vier Universalzahncremes. Dabei handelt es sich um flüssiges Plastik, das über das Abwasser in die Umwelt geraten kann. Wie genau es sich dort verhält, muss noch besser erforscht werden.

Zahnpasta im Test: Viele Zahncremes sind mit "sehr gut" empfehlenswert.
Zahnpasta im Test: Viele Zahncremes sind mit "sehr gut" empfehlenswert. (Foto: DUSAN ZIDAR/Shutterstock)

Ist Titandioxid ein Problem in Zahncremes?  

Und was ist mit Titandioxid und Aluminium? Beide Stoffe kommen in Zahnpasta vor: Aluminium zum Beispiel als Alumina, um Schmutz von den Zähnen zu schmirgeln. Titandioxid wird als weißer Farbstoff eingesetzt, oft deklariert als CI 77891. Beides kann unter bestimmten Voraussetzungen der Gesundheit schaden. In diesem Test kritisieren wir sie jedoch nicht, weil wir sie in vorliegender Form als unproblematisch betrachten. 

Titandioxid ist zwar als vermutlich krebserregend eingestuft. Das bezieht sich aber auf Fälle, in denen es als Nanomaterial in einatembaren Stäuben vorliegt. In Zahncremes besteht erstens keine Gefahr, dass Titandioxid eingeatmet wird. Und zweitens ist der Anteil an Nanopartikeln gering – das bestätigte unsere Stichproben-Untersuchung für diesen Test.

Über Aluminium in den Zahnpasten im Test 

Nehmen wir über längere Zeit zu viel Aluminium auf, kann unter anderem unser Hirn geschädigt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte 2019 in einer Stellungnahme: Insbesondere sogenannte Whitening-Zahncremes können viel Aluminium enthalten. Es soll dort für einen besonders starken Abrieb sorgen.

In diesem Test stecken Aluminiumverbindungen in sechs Zahnpasten. Für sie geben wir Entwarnung: Eine bedenkliche Aufnahme an Aluminium ist bei normalem Gebrauch nicht zu erwarten, auch nicht für Kinder.

Zahnputztabletten als Alternative zu Zahnpasta? 

Zahnputztabletten werden zerkaut, danach kann mit der Zahnbürste geputzt werden. Der größte Vorteil gegenüber Zahnpasta: Die Tabletten kommen ohne Plastik aus. Es gibt sie in kompostierbaren Tüten oder im Glastiegel. Allerdings ist nicht klar, wie gut sie vor Karies schützen. Eine Tablette beinhaltet nur ein Drittel des Fluorids, das in einem Gramm Zahncreme steckt.

Befürworter argumentieren, das reiche aus: Die Tabletten würden direkt im Speichel gelöst und nicht im Schaum, so sei Fluorid besser verfügbar als bei Zahncremes. Das ist unserer Meinung nach aber noch in weiteren belastbaren Studien zu erforschen. Deshalb können wir Zahnputztabletten derzeit nicht als gleichwertigen Ersatz für Zahncremes empfehlen.

Zahnpasta oder Kinderzahncreme: Jugendliche und Kinder mit bleibenden Zähnen können die Zahncreme der Eltern mitbenutzen – wenn diese kein Zink enthält.
Zahnpasta oder Kinderzahncreme: Jugendliche und Kinder mit bleibenden Zähnen können die Zahncreme der Eltern mitbenutzen – wenn diese kein Zink enthält. (Foto: Monkey Business Images/Shutterstock)

Drei Marken haben wir in diesem Test überprüft. Die Ergebnisse: 

  1. Denttabs Zahnputztabletten Mint = "befriedigend"
  2. Ben & Anna Zahnputztabletten Mint = "mangelhaft" 
  3. Hydrophil Zahnputz Tabs Salbei mit Fluorid = "ungenügend" 

>> Die detaillierten Testergebnisse lesen Sie in der Produktbox am Ende des Artikels

Worauf Sie beim Zahncreme-Kauf achten sollten

ÖKO-TEST Ratgeber: 

  • Zahncremes für Erwachsene sollten den wichtigsten Inhaltsstoff gegen Karies enthalten: Fluorid. Das tun alle Zahnpasten im Test.
  • Lassen Sie Zahnpasta im Regal liegen, wenn Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate) deklariert ist.
  • Jugendliche und Kinder mit bleibenden Zähnen können die Zahncreme der Eltern mitbenutzen – wenn diese kein Zink enthält. Der Grund: Zu viel Zink über längere Zeit kann das Immunsystem schwächen, und Kinder und Jugendliche überschreiten die empfohlene Menge schneller als Erwachsene. In Zahncremes wird Zink wegen seiner antibakteriellen Wirkung eingesetzt.
  • Für Kinder unter sechs Jahren empfehlen wir Kinderzahncremes. Wir haben aktuell 35 davon getestet: Kinderzahnpasta-Test: Gute Pasten auf Anhieb für Eltern nicht leicht erkennbar

Weiterlesen auf oekotest.de


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 60 Universalzahncremes eingekauft, darunter 14 zertifizierte Naturkosmetika. Alle enthalten Fluorid, den wichtigsten Inhaltsstoff zur Kariesprophylaxe. Pro 75 Milliliter kosten die günstigsten Pasten knapp 30 Cent, das teuerste Produkt dagegen mehr als fünf Euro. Auch drei Marken Zahnputztabletten haben wir getestet, sie kosten zwischen 3,96 und 5,49 Euro pro 100 Stück.

Ein spezialisiertes Labor untersuchte für uns alle Produkte auf halogenorganische Verbindungen, von denen viele als allergisierend gelten und sich in der Umwelt anreichern, sowie auf umweltbelastende chlorierte Verbindungen in den Verpackungen. Ein weiteres Labor analysierte in ausgewählten Produkten Parabene und andere problematische Konservierungsstoffe. Über die Deklaration erfassten wir unter anderem das hautreizende Tensid Natriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, und auch synthetische Polymere. Letztere kritisieren wir aus Gründen des Umweltschutzes. Wir checkten außerdem die Verpackungsangaben zu Fluorid und zur Dosierung sowie Altershinweise – und ob Hersteller überflüssigerweise einen Verpackungskarton einsetzen.

Für umstrittene Inhaltsstoffe in den Zahncremes ziehen wir unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe Noten ab. Fehlen wichtige Angaben, etwa zum Gebrauch durch Kinder, gibt es Abzüge im Testergebnis Weitere Mängel.

Bewertungslegende 

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) halogenorganische Verbindungen; b) Fluoridgehalt nicht deklariert; c) ein geringer Fluoridgehalt von 500 bis < 1.000 ppm in Zahncremes; d) Natriumlaurylsulfat; e) PEG/PEG-Derivate; f) bei Zahnputztabletten: ausreichende Kariesprophylaxe durch Fluorid nur teilweise belegt. Zur Abwertung um eine Note führt: Maltodextrin.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: Zahnputztabletten enthalten Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm und sind nicht als für Kinder bis 6 Jahre ungeeignet gekennzeichnet und enthalten auch nicht den vorgeschriebenen, aber für Tabletten ungeeigneten Hinweis "Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen. Zur Vermeidung übermäßigen Verschluckens Zähneputzen nur unter Aufsicht. Bei zusätzlicher Aufnahme von Fluorid den Zahnarzt oder Arzt befragen." Zur Abwertung um zwei Noten führen: synthetische Polymere (hier: Carbomer, PVM/MA Copolymer oder Silica Dimethyl Silyate). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) ein Umkarton, der kein Glas schützt und kein Zubehör (z.B. Zahnbürste) enthält; c) Zusatz eines Zinksalzes, aber kein Hinweis "nur für Erwachsene"; d) Zahnputztabletten mit Fluorid in einer Konzentration von 1.000 bis 1.500 ppm sind nicht als für Kinder bis 6 Jahre ungeeignet gekennzeichnet und deklarieren den vorgeschriebenen, aber für Tabletten ungeeigneten Hinweis: "Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge benutzen."

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" oder "ungenügend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Testmethoden 

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte):

PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Konservierungsstoffe (u.a. Parabene): LC-UV.

Halogenorganische Verbindungen: 1. Heißwasserextraktion, Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. 2. Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.

Aluminium: Mikrowellendruckaufschluss mit Salpetersäure/Flusssäure, ICP-MS..

Nanomaterial: Untersuchung auf Titandioxidpartikel mittels Single-Particle-ICP/MS.

Einkauf der Testprodukte: November 2020 und Januar 2021 

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.