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Sensitiv-Sonnencreme im Test: Nur 4 von 20 überzeugen

ÖKO-TEST Juni 2019: Titelthema Sonnencreme | Autor: Svenja Markert/Christian Ippach | Kategorie: Kosmetik und Mode | 29.05.2019

Sensitiv-Sonnencreme im Test: Nur 4 von 20 überzeugen
(Foto: ÖKO-TEST)

Sprays, Lotionen, Cremes: Wir haben 20 sensitive Sonnenschutzmittel getestet. Die Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor sollen sich besonders für empfindliche Haut eignen. Empfehlen können wir nur vier.

Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Damit die gute Laune nicht vergeht, gehört Sonnencreme auf die Haut. Bei jedem längeren Sonnenbad, bei jedem Ausflug an der frischen Luft. Wir haben für Sie 20 sensitive Sonnenschutzmittel getestet.

Sensitiv-Sonnencreme im Test: Die Besten im Vergleich

Zu viel Sonnenlicht schadet jeder Haut. UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand, im schlimmsten Fall Hautkrebs. Die UVA-Strahlen der Sonne lassen die Haut vorzeitig altern und sorgen für mehr Falten. Auch sie spielen bei der Entstehung von Krebs eine Rolle. Menschen mit heller Haut sind von Natur aus nur wenige Minuten geschützt. Für sie wichtig: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Wenn die Haut empfindlich reagiert, bieten sich Sensitiv-Varianten an, vor allem auch für Allergiker, bei Sonnenallergie oder Mallorca-Akne.

Sonnencreme enthält UV-Filter-Substanzen. Manche Filter halten nur UVA-Strahlen ab, andere nur UVB-Strahlen, einige wirken gegen beide. Sensitive Produkte zeichnen sich laut der Anbieter zudem durch hohen Lichtschutz und leichte, nicht fettende Rezepturen aus. Sie enthalten kein Parfüm, dafür aber Feuchtigkeit spendenden und beruhigende Zutaten. Verbraucher erhoffen sich von sensitiven Sonnencremes vor allem starken Schutz, gute Pflege und möglichst wenig hautreizende Inhaltsstoffe. Kann das aktuelle Angebot diese Erwartungen erfüllen?

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Nur wenige Sensitiv-Sonnenmilch empfehlenswert

In den 20 Produkten im Test bemängeln wir weder allergieauslösende Konservierer noch allergene Duftstoffe. Die meisten Varianten sind sogar parfümfrei. Trotzdem können wir nur drei Cremes mit „sehr gut“, eine mit „gut“ empfehlen. Die Hälfte der Cremes ist „befriedigend“, sechs fallen durch. Woran liegt das?

In fast Dreiviertel der Sonnencremes stecken bedenkliche UV-Filter, die unter Verdacht stehen, hormonell zu wirken. Zudem bemängeln wir unter anderem den Einsatz von Polyethlyenglycolen und/oder chemische Verwandte (PEG), Paraffinen, Silikonen, und weiteren problematischen Kunststoffen.

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Oft umstrittene UV-Filter in den Rezepturen

In vielen Produkten im Test kommen chemische UVB-Filter zum Einsatz, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Überwiegend handelt es sich um Octocrylen. Noch deutlichere Hinweise auf eine Hormonwirkung liegen für den Filter Ethylhexylmethoxycinnamat vor. Er steckt in der Daylong Cetaphil Sun Sensitive Gel-Creme und in der Lancaster Sun Sensitive Sonnenmilch.

Beim Schwimmen landet ein Teil des Sonnenschutzs von der Haut direkt im Wasser. Experten gehen davon aus, dass UV-Filter wie Ethylhexylmethoxycinnamat für das Korallensterben mitverantwortlich sind.

In unserem Test enthalten drei Sonnenschutzmittel ausschließlich die mineralischen UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid. Es besteht der Verdacht, dass Titandioxid Krebs erzeugen kann, wenn man es einatmet. In Sonnencremes bewertet wir den Stoff aufgrund der Studienlage weiterhin als unproblematisch.

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PEG, Paraffine und Silikone in den Testverlierern

Wegen der möglichen Auswirkung auf die Umwelt sehen wir auch synthetische Polymere in den Cremes kritisch. Die Kunststoffverbindungen sind zum Teil schwer abbaubar.

Minuspunkte vergeben wir außerdem für PEG, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sowie für Silikone und Paraffine. Diese künstlichen Stoffe fügen sich nicht so gut ins natürliche Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Testverfahren

Sonnenbrand tut weh und erhöht das Hautkrebsrisiko. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit hellem Teint und empfindlicher Haut sein: Wir haben 20 sensitive Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren (LSF) von 30 und höher in die Labore geschickt: darunter Cremes, Balsame, Milch und Sprays.

Auf unserem Schadstoffradar standen unter anderem allergisierende Duftstoffe und problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter. In Kosmetika kritisieren wir solche Stoffe generell. In Produkten für empfindliche Haut haben sie erst rechtnichts verloren. Auch hat uns interessiert, ob die Hersteller UV-Filter einsetzen, die möglicherweise hormonell wirksam sind, oder ob sie Silikone, Paraffine und PEG/PEG-Derivate verwenden. Außerdem haben wir gecheckt, ob sich unter den aufgelisteten Inhaltsstoffen auf der Verpackung umweltbelastende synthetische Polymere befinden. Waren sie vorhanden, gab es Abzüge unter dem Testergebnis Weitere Mängel.

Ob die Cremes die angegebenen Lichtschutzfaktoren einhalten, haben wir nicht überprüft. Die anerkannte Testmethode sieht dafür vor, Sonnenbrände an Menschen zu verursachen. In der Praxis hängt der Schutzfaktor zudem stark davon ab, wie viel Creme man verwendet.

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