Körperöl im Test: Wann Körperöl der Haut gut tut

Magazin November 2022: Honig | Autor: Lisa-Marie Karl/Marieke Mariani/Hannah Pompalla | Kategorie: Kosmetik und Mode | 24.10.2022

Viele Körperöle im Test sind empfehlenswert.
Foto: ÖKO-TEST

Körperöle versprechen eine intensive Hautpflege und können eine natürliche Alternative zur Bodylotion sein. Wir haben 21 Produkte geprüft. Viele sind empfehlenswert, aber nicht alle Körperöle sind frei von problematischen Inhaltsstoffen.

  • Im Test: 21 Körperöle, darunter elfmal zertifizierte Naturkosmetik. Die Preisspanne liegt zwischen 2,45 Euro und 22 Euro pro 100 Milliliter.
  • Viele Körperöle im Test können wir empfehlen.
  • Notenabzüge gibt es unter anderem für erdölbasierte Fette, kritische Mineralölbestandteile, einen hormonverdächtigen UV-Filter sowie Duftstoffe, die Allergien auslösen können.

Der Winter ist die Zeit der reichhaltigen Körperpflege. Der ständige Wechsel zwischen Kälte und Wärme, die trockene Heizungsluft – all das macht unserer Haut schwer zu schaffen. Mit rückfettenden Pflegeprodukten können wir sie bei der Regeneration unterstützen.

Körperöle eignen sich dafür hervorragend. Vor allem für Menschen, die unter einer trockenen Haut leiden, sind sie eine gute Alternative zur Bodylotion.

Wann benutzt man Körperöl?

Das Körperöl sollte am besten nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufgetragen werden – so lässt es sich besser verteilen und zieht schneller ein.

Wer unter trockener Haut leidet, kann auch ein paar Tropfen eines möglichst reinen Pflanzenöls als Pflegezusatz ins Badewasser geben. Das hat einen sanften, rückfettenden Effekt. Darüber hinaus können die Produkte für eine entspannende Massage eingesetzt werden. Ein angenehmer Duft – zum Beispiel nach Lavendel, Rose oder einer frischen Zitrusnote – rundet schließlich das sinnliche Erlebnis ab.

Am besten wird Körperöl direkt nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufgetragen.
Am besten wird Körperöl direkt nach dem Duschen auf die noch feuchte Haut aufgetragen. (Foto: Dragon Images/Shutterstock)

Außerdem eignen sich viele Öle auch zur Haarpflege. Ein Hauch Jojobaöl oder Kokosöl im feuchten Haar verteilt, glättet Spliss und hilft gegen trockene Spitzen. In der Schwangerschaft kann die tägliche Pflege mit einem milden Körperöl wiederum die Haut dabei unterstützen, die starke Dehnung des wachsenden Bauches zu verkraften. 

Körperöle im Test: Wie gut sind Rituals, dm & Co.?

Ein Blick in die Verkaufsregale zeigt: Die Auswahl an Körperölen ist groß. Doch wie setzen sie sich zusammen und welche Marken sind empfehlenswert? Wir haben 21 Produkte in die Labore geschickt und auf mögliche Schadstoffe prüfen lassen.

Das Testergebnis kann sich sehen lassen: Viele Körperöle sind empfehlenswert. Allerdings haben die von uns beauftragten Laborexperten auch vereinzelt Stoffe entdeckt, die nach unserer Sicht nichts in einem Körperöl zu suchen haben.

Ein Produkt fällt dabei besonders negativ auf. Es enthält so viele bedenkliche Stoffe, dass es mit "ungenügend" durch den Test fällt. Aber was sind das für Inhaltsstoffe, die wir kritisieren?

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Labor stößt auf kritische Mineralölbestandteile

In unserem Körperöl-Test kritisieren wir folgende Substanzen: 

  • Paraffine: Diese synthetischen Fette, die aus Erdöl hergestellt wurden, integrieren sich nicht so gut in die Hautschutzbarriere wie natürliche Öle.
  • MOAH: Unter aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) können sich krebserregende Verbindungen befinden. Es handelt sich um Verunreinigungen, die über Paraffine in die Produkte gelangen können.
  • Ethylhexylmethoxycinnamat: Der bedenkliche UV-Filter steht aufgrund der Ergebnisse aus Tierversuchen im Verdacht, sich auf das Hormonsystem auszuwirken.
  • Cinnamylalkohol und Hydroxycitronellal: Die beiden Duftstoffe rufen besonders häufig allergische Reaktionen hervor.
  • Diethylphthalat: Der Stoff kann den Schutzmechanismus der Haut beeinflussen. Er wird etwa zum Stabilisieren von Duftstoffen eingesetzt, kann aber auch als Verunreinigung in ein Produkt gelangen. In zertifizierter Naturkosmetik ist der Stoff nicht erlaubt.

Nur ein Körperöl im Test enthält recyceltes Plastik

Was ist ansonsten im Körperöl-Test aufgefallen? Viele der Körperöle sind in Glasflaschen abgefüllt, einige aber auch in Kunststoffflaschen. Für Zweitere haben wir bei den Herstellern abgefragt, ob sie recyceltes Plastik einsetzen. Das ist nur bei einem Körperöl der Fall.

Alle anderen Flaschen enthalten leider entweder gar keinen recycelten Kunststoff, oder die Anbieter haben es uns nicht nachgewiesen. Schade, hier besteht definitiv noch Nachholbedarf.

Körperöle mit wenigen Zutaten vorziehen

Stellt sich noch die Frage, was macht ein gutes Körperöl aus? Nun, die Basis für ein gutes Pflegeöl ist immer ein kalt gepresstes Pflanzenöl. Die meisten Hersteller im Test setzen auf Sonnenblumen-, Jojoba- oder Mandelöl, aber auch Olivenöl, Sojaöl und Avocadoöl sind beliebte Trägeröle.

Je weniger Zutaten die fertige Rezeptur enthält, desto besser. Von erdölbasierten Körperölen sollten Sie die Finger lassen. In unserem Körperöl-Test haben wir genau aufgeschlüsselt, welche Hauptbestandteile die jeweiligen Öle enthalten – und welche Zutaten die Anbieter auf der Verpackung bewerben. Damit unsere Leserinnen und Leser eine aufgeklärte Kaufentscheidung treffen können.

Die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Wir haben 21 Körperöle eingekauft, bei elf Produkten handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Darunter sind sowohl reine Öle, beispielsweise Jojobaöl, als auch Kompositionen aus verschiedenen Ölen. Die Preise der Körperöle – für die bessere Vergleichbarkeit umgerechnet auf 100 Milliliter – liegen zwischen 2,45 Euro und 22 Euro. Wir haben im Labor überprüfen lassen, ob die Öle umstrittene oder bedenkliche Substanzen wie Formaldehyd/-abspalter, halogenorganische Verbindungen, Diethylphthalat und problematische Duftstoffe enthalten. Im paraffinhaltigen Produkt ermittelte ein Labor den Gehalt der Erdölbestandteile und prüfte außerdem, ob es mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet ist. Ein weiteres Labor analysierte das Verpackungsmaterial auf umweltproblematische chlorierte Verbindungen. Umweltrelevante Parameter fließen in das Testergebnis Weitere Mängel ein.

Bewertungslegende

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden. Die Abwertungsgrenzen wurden von ÖKO-TEST eingedenk der sich aus spezifischen Untersuchungen ergebenden Messunsicherheiten und methodenimmanenter Varianzen festgelegt.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) MOAH; b) bedenkliche UV-Filter (hier: Ethylhexylmethoxycinnamat). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (hier: Cinnamylalkohol und/oder Hydroxycitronellal); b) ein gemessener Gehalt von 10 bis 1.000 mg/kg DEP (in Tabelle "erhöht"); c) ein gemessener Gehalt von mehr als einem Prozent Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Anteil von Rezyklaten (Post-Consumer-Rezyklat, PCR) von weniger als 30 Prozent in Relation zum Gesamtgewicht der Kunststoffverpackung, keine Angabe hierzu und/oder kein ausreichender Nachweis auf unsere Anfrage hierzu.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die von den Herstellern versprochenen Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.

Testmethoden

Testmethoden (je nach Zusammensetzung der Produkte):
Deklarationspflichtige Duftstoffe/Diethylphthalat/Polyzyklische Moschus- und Nitromoschus-Verbindungen/Cashmeran: DIN EN 16274:2021-11 (mod.), GC-MS.
Formaldehyd/-abspalter: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie.
Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts.
Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): LC-GC/FID.
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Weitere Inhaltsstoffe: per Deklaration.

Einkauf der Testprodukte: Juni 2022.

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