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20 Zahncremes für weiße Zähne im Test

ÖKO-TEST Juli 2015
vom 26.06.2015

Zahncremes für weiße Zähne

Heiß auf Weiß

"Extra Weißeffekt", "brillantweiß": Das versprechen die Anbieter von Zahncremes für weiße Zähne. Doch mit den Belegen dafür sieht es dürftig aus. Im Test kassiert knapp die Hälfte der Produkte wegen problematischer Inhaltsstoffe ein "mangelhaft" oder "ungenügend".

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26.06.2015 | Zweimal täglich für mindestens zwei bis drei Minuten sollten wir für die Mundhygiene die Borsten kreisen lassen. Und dazu, das lernt schon jedes Kind, gehört Zahncreme. Muss es aber auch eine für weiße Zähne sein? Nein, so lautet die klare Antwort. Denn auch wenn sich viele ein strahlend weißes Hollywoodlächeln wünschen: Heller als die Naturfarbe werden die Zähne durch weißende Pasten nicht. Und nicht jeder bekommt weiße Zähne in die Wiege gelegt. Die Farbe unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, oft tendiert sie ins Graugelbliche.

Was leisten die weißenden Zahncremes dann? Sie helfen, Zahnbeläge und äußerliche Verfärbungen durch beispielsweise Kaffee und Tee zu entfernen. Anbieter setzen zum einen mechanische Putzkörper wie Kieselsäure oder Aluminium ein, zum anderen chemische Wirkstoffe wie Phosphate, um die Beläge zu lockern. Alternativ findet man auch Pyrophosphat, das Zahnstein verhindern soll. Zahnstein bewirkt, dass Verfärbungen hartnäckiger haften. Ein paar Spezialprodukte warten zudem mit Besonderheiten auf: So wird etwa ein blauer Farbstoff eingesetzt, der - aber nur kurzzeitig - optisch die Zähne heller aussehen lässt. Und dann gibt es noch Anbieter, die auf Enzyme setzen, die Eiweiß spalten, oder sogar auf Bleichmittel. Diese Peroxide werden auch beim professionellen Bleaching beim Zahnarzt eingesetzt - anders als beim Zahnarzt dürfen Peroxide in der EU aber in frei verkäuflichen Zahnpasten nur in sehr geringen Mengen eingesetzt werden. Und diese reichen nicht aus, um Zähne deutlich sichtbar zu bleichen.

Was bleibt als wesentlicher Unterschied zwischen weißenden Zahncremes und konventionellen Pasten? Putzkörper sind es nicht, denn diese werden allen Zahncremes als wesentlicher Bestandteil zugesetzt. Und auch Phosphate und Pyrophosphate kann man teilweise in ganz normalen Zahnpasten finden, das bestätigt uns Dr. Valerie Steiger-Ronay vom Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich. Die Industrie verweist als wesentlichen Unterschied auf einen höheren Reinigungswert, den PCR-Wert, der die Reinigungsleistung angeben soll. Allerdings: "Die Bestimmung des PCR-Wertes unterliegt gewissen Schwankungen und kann deshalb nur ein Anhaltspunkt für die Reinigungsleistung der Zahnpasten sein", macht Valerie Steiger-Ronay deutlich. Und: "Generell ist die Entfernung von Verfärbungen bis zu einem gewissen Grad natürlich auch mit ,normalen' Zahnpasten möglich."

Egal ob weißende Zahncreme, Kräuterzahnpasta oder eine andere Variante - wichtig ist Experten vor allem, dass sie Fluorid enthalten. Um Karies vorzubeugen, ist Fluorid unerlässlich - für Erwachsene sollen es mindestens 1.000 Milligramm pro Kilogramm sein, bis zu 1.500 sind erlaubt.

Wir wollten wissen, wie es um die Inhaltsstoffe in weißenden Zahncremes steht und haben 20 Pasten im Labor überprüfen lassen.

Das Testergebnis

Glanzlos. Keine Zahncreme schneidet in unserem Test besser als "befriedigend" ab. Immerhin schaffen diese sechs Pasten im Testergebnis Inhaltsstoffe ein

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So haben wir getestet

Der Einkauf
20 Zahncremes haben wir in Drogerie- und Supermärkten eingekauft. Auf allen Verpackungen wird ein weißender Effekt beworben. Die Pasten kosten zwischen 39 Cent und sehr stolzen 17,99 Euro pro 75 Milliliter.

Die Inhaltsstoffe
Wir wollten wissen: Schäumt hier das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat? Stecken bedenkliche Parabene als Konservierungsmittel in den Pasten? Außerdem haben wir analysieren lassen, wie groß die Mengen Zink und Aluminium sind.

Die Weiteren Mängel
Was Hersteller als Wirkung bewerben, soll für Kontrollbehörden durch Nachweise belegbar sein. ÖKO-TEST macht sich immer selbst ein Bild und hat alle Anbieter nach Studien zum Produkt gebeten. Wenn sie keine schickten, dann war das für uns ein Weiterer Mangel. Genauso, wenn der für ÖKO-TEST wichtige Hinweis auf der Verpackung fehlt, dass die Pasten nicht die natürliche individuelle Zahnfarbe aufhellen können. Ein Verweis auf natürliches Zahnweiß reicht uns dabei nicht aus - schließlich sind viele Zähne von Natur aus gelbgräulich.

Die Bewertung
Umstrittene Inhaltsstoffe und Weitere Mängel haben wir abgewertet. Bei manchen Stoffen macht es die Menge: Erst wenn ein Aluminiumgehalt nachgewiesen wurde, der für uns als nicht mehr tolerierbar gilt, gab es einen Minuspunkt. Anders beim Fluorid: Hier haben wir stark abgewertet, wenn Anbieter auf den Kariesschutz verzichten.

So haben wir getestet

Vollmundige Versprechen auf den Verpackungen werben um die Aufmerksamkeit der Kunden.

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